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Libidoverlust & Dauerblutungen

1  04.04.2006

Pro:
nichts

Kontra:
gravierende Nebenwirkungen,spontanes Absetzen unmöglich

Empfehlenswert: Nein 

Pink66

Über sich:

Mitglied seit:29.03.2006

Erfahrungsberichte:1

Vertrauende:1

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 36 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Aufgrund meiner sehr negativen persönlichen Erfahrungen und auch der zunehmenden Umstrittenheit der Mirena in der Fachwelt kann ich diese Hormonspirale keinesfalls weiterempfehlen und bin heilfroh,dass sie wieder draußen ist.
Ich glaube, das Risiko überwiegt hier den Nutzen.

Die Mirena-Hormonspirale wurde mir von meiner Ärztin als die perfekte Verhütungsmethode und zur Therapie meiner starken,schmerzhaften Regelblutungen empfohlen.
Wegen der äußerst geringen Hormonmenge sei sie auch absolut frei von Risiken und Nebenwirkungen. Durch die lange Liegedauer von 5 Jahren spare man langfristig sogar Geld,da die Menstruation wesentlich schwächer werde oder in vielen Fällen sogar ganz ausbliebe und man somit auch keine. Ausgaben mehr für Tampons,Binden,Schmerzmittel etc. habe.
Das Einsetzen wurde mir ebenfalls als völlig schmerzfrei beschrieben,weshalb es auch ohne jegliche Betäubung erfolgte. Ein weiterer Vorteil sei natürlich die langjährige sorglose Verhütung:kein Vergessen der Pille mehr,keine Ausgaben für Kondome usw.
Ich war total begeistert.

Diese Entscheidung habe ich sehr bereut,denn mit dem Einsetzen,das übrigens alles andere als schmerzlos war, begannen auch die Beschwerden:

Kurz nach dem Einsetzen: starke Unterleibskrämpfe und Rückenschmerzen, migräneartige Kopfschmerzen, sehr starke Blutungen, Kreislaufbeschwerden und Schwindelgefühl.
Da ich davon ausging,dass sich der Körper erst mal daran gewöhnen müsse, blieb ich aber geduldig, schluckte Schmerzmittel und hoffte auf Besserung.

Leider trat diese aber auch nach 6 Wochen noch nicht ein.Ganz im Gegenteil:Täglich gesellten sich zu den alten Symptomen auch noch neue. Die nicht enden wollenden starken Blutungen ließen mich immer schwächer werden. Ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten und hatte auch keinen Appetit mehr . Bei der kleinsten körperlichen Anstrengung kam es zu einer Verstärkung der Blutung und der Schmerzen,wodurch ich Bewegung immer mehr vermied. (Ich bin eigentlich ein sportlicher Mensch,der sich gern bewegt, Wege fast immer zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt , gerne joggt, schwimmt und tanzt. Meine Lieblingssportarten sind u.a. Capoeira, Salsa tanzen und Klettern)

Inzwischen litt ich auch urplötzlich an typischen Wechseljahrsbeschwerden wie rheumatischen Gliederschmerzen, Schlafstörungen, Schweißausbrüchen und Hitzewallungen. Nachts musste ich oft mehrmals die Wäsche wechseln, weil ich völlig nassgeschwitzt war. Ich hatte auch das Gefühl, dass mein Schweiss anders (unangenehmer) roch, wodurch ich ständig duschen musste.Hinzu kam eine plötzliche Blasenschwäche. (ständiger Harndrang und beginnende Inkontinenz,also ungewolter Harnverlust...) Da ich erst Ende Dreißig bin und zuvor nie unter solchen Beschwerden litt, traf mich das völlig unvorbereitet.

Am gravierendsten waren aber die psychischen Veränderungen:
die anfänglichen Stimmungsschwankungen, die mit einer ständigen inneren Unruhe, übertriebenen Ängstlichkeit, leichter Kränkbarkeit, "zickigem" Verhalten gegenüber meinem Freund und häufigem Weinen einhergingen, weiteten sich allmählich zu einer handfesten Depression aus. Ich verlor jegliche Lebensfreude,vermied zunehmend soziale Kontakte und wurde immer apathischer und antriebsloser...Ich grübelte fast ununterbrochen und dachte auch immer häufiger an Selbstmord.

Meine Libido war seit dem Einsetzen auf den Nullpunkt gesunken. Nicht nur,dass das ständige Bluten den GV sowieso verhinderte, auch ansonsten schien jegliches sexuelle Interesse in mir abgetötet. Als die Blutung einmal kurzzeitig aussetzte, versuchten wir es einmal. Wegen starker Schmerzen und der sofort wieder einsetzenden Blutung war das Erlebnis aber eher frustrierend bis traumatisch.
Die Beziehung zu meinem Freund, mit dem ich vorher ein sehr intensives und befriedigendes Liebesleben gehabt hatte, litt natürlich sehr. Er vermutete anfangs, ich sei in einen anderen verliebt und finde ihn einfach nicht mehr so attraktiv wie vorher. Meine ständige Abwehrhaltung gegenüber jeglicher Zärtlichkeit verletzten ihn sehr und wurden für unsere Partnerschaft zu einer ernsthaften Belastungsprobe.

Da all diese körperlichen und seelischen Veränderungen erst mit dem Einsetzen der Mirena begonnen hatten und ich dann auch viele ähnliche Erfahrungsberichte sowie kritische Meinungen von Experten (z.B. Bundesärztekammer, Frauengesundheitszentren in Deutschland und Österreich usw.) im Internet fand, entschloss ich mich nach zweimonatigem Leiden zur sofortigen Entfernung der Mirena. Meine Gynäkologin wollte mich zunächst davon abhalten und riet mir, noch 2-3 Monate "durchzuhalten". Sie meinte, ich sei wahrscheinlich eben sowieso schon in den Wechseljahren und verschrieb mir zur Linderung der Beschwerden ein östrogenhaltiges Gel. Als ich ihr jedoch sagte, dass ich immer häufiger Suizidgedanken habe und das keinen Tag mehr länger aushalte, nahm sie mich ernster und schien auch selbst ein wenig besorgt.

Exakt 2 Monate nach dem Einlegen wurde mir die Mirena entfernt. Meine Beschwerden hörten fast schlagartig auf.
Es kam sofort zu einer erheblichen Stimmungsaufhellung, ich kann nachts wieder durchschlafen, habe keine Schweißausbrüche und Hitzewallungen mehr. Auch die Dauerblutungen hörten bereits kurz nach dem Ziehen der Mirena (endlich!) auf. Und erfreulicherweise hat sich meine schon totgeglaubte Libido wieder zurückgemeldet !!!! Ich bin auch froh, dass meine durch die Mirena explosionsartig gewachsenen Brüste,die dazu noch ständig schmerzten und harte Stellen aufwiesen, langsam wieder ihre normale Größe (75B) annehmen. (Mag ja sein, dass das manche Frauen als zu klein empfinden, aber ich war damit bisher immer ganz zufrieden gewesen.)
Vielleicht bekomm ich ja auch meine alte Taille wieder zurück, die unter der Mirena zunehmend verschwand, obwohl ich weniger aß als vorher. Mein Bauch war auch ständig aufgebläht und wurde immer schwabbeliger. Kann sicher auch an der mangelnden Bewegung liegen. Aber eigentlich war ich nie der Typ, der leicht zunimmt.
Als (hoffentlich) einziges Souvenir der Mirena verbleibt mir jetzt noch eine Eierstockzyste, die sich aber hoffentlich von selbst zurückbildet. (Hatte ich vorher auch nicht.)

Alles in allem würde ich jeder Frau davon abraten, das (teure) Experiment Mirena zu wagen. Und es wäre auch schön, wenn die Ärzte bereits vor dem Einsetzen allumfassend über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufklären würden. Keine Frau kann vorher wissen, wie sie darauf reagiert. Für mich war es jedenfalls ein einziger Albtraum.

Hier noch ein paar Links, die ich leider erst zu spät entdeckte:

http://www.akdae.de/20/20/Archiv/2002/Mirena.html

www.fgz.co.at

http://www.fgz.co.at/mirenafragebogen05.htm

http://www.med1.de/Forum/Gynaekologie/Verhütung

http://www.hormonspirale-forum.de/

www.asstech.com/de/downloads/newsletter07_Kontrazeptiva.pdf

http://www.fachschaft-medizin.de/home/synapse/syn-51/synapse_51.pdf

www.deutschesaerzteblatt.de/v4/archiv/heftinhalt.asp?heftid=233

2&all=x (Bundesärztekammer zu Mirena)


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Inge24

Inge24

13.06.2011 16:46

Danke für diesen schönen Bericht. Ich kann Dir nur beipflichten und bin zwischenzeitlich auf die gynefix Kupferkette umgestiegen und ich bin sehr zufrieden. Die setzen aber leider nur wenige Ärzte ein http://www.verhueten-gynefix.de/gynefix-aerzteliste/gynefix-arzte.php und empfehlen tut sie in Deutschland auch kaum ein Arzt - Dank Hormonmafia. Dabei ist die gynefix im Ausland schon lange sehr erfolgreich. Mir kommen keine Hormone in den Körper. Leider befasst man sich erst näher mit dem Thema, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und die Ärzte empfehlen ohnehin hauptsächlich das, womit sie am meisten Kasse machen...Leider

mickymaus5550

mickymaus5550

13.04.2010 19:44

Ich stehe jetzt gerade vor diesem Problem. Mein Frauenarzt rät mir zur Mirena!, da meine Kupferspirale ständig "wandern" ging. Nun lese ich das hier und stehe erneut vor einem riesen Problem, glaub ich. Kaum einer schreibt was positives über diese Spirale, egal in welches Forum bzw. auf welche Plattform man schaut. Ich bin echt sprachlos was du hier berichtest... nee das will ich mir nicht wirklich antun! Ein BH von mir. Danke für diesen ausführlichen Bericht

darkylein

darkylein

27.04.2009 23:14

Fühl dich ganz fest gedrückt, dass ist ja der totale Horror was da steht..unglaublich! Mein Frauenarzt wollte mir auch die Spirale immer wieder andrehen, aber ich habe soviele Horror Story's gehört, und er meinte schon es würde mir beim einsetzen wahrscheinlich sehr weh tun (ich verkrampf mich total bei ihm während der Untersuchung) verneinte ich, leider hatte ich ähnliche Probleme wie du, nur mit meinem Implanon, lies doch dazu meinen bericht wenn du magst. Unglaublich wie tapfer du das durchgestanden hast, Respekt.

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