Mirrors Edge - Ein Spiel zum Weglaufen
29.01.2009
Pro:
hübsche Stadt, stabile Framerate, neues Gameplay
Kontra:
häßliche Zwischensequenzen, manchmal hakelige Steuerung
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Grafik
Sound
Multiplayer:
Bedienung
mehr
 Turbologo
Über sich:
Mitglied seit:02.12.2007
Erfahrungsberichte:23
Vertrauende:2
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 38 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo Ciao-Community! Heute möchte ich Euch meine Eindrücke und Meinung zu einem der momentan am Meisten diskutierten, plattformübergreifenden Spiele schildern - die Rede ist von MIRROR´S EDGE!
Das Spiel wurde vom Entwickler DICE programmiert und wird über EA gepublished. DICE hat sich schon bei vielen Spielen einen guten Namen gemacht, denn das Studio ist u. a. für die sehr populäre Battlefield-Serie verantwortlich und kennt sich also mit Blockbustergames gut aus - jedenfalls sollte man das meinen! Denn aus irgendwelchen Gründen bleiben die Verkaufszahlen für MIRROR´S EDGE weit hinter den Zahlen zurück, die eigentlich eingeplant waren! Doch woran liegt das? Zugegeben: MIRROR´S EDGE ist kein gewöhnliches Spiel, vielmehr eine Art "Mischwesen" aus Teilen verschiedener Genres...
Doch hat! Bevor ich hier schon zu detailliert werde, klären wir doch erstmal die 1. SYSTEMVORAUSSETZUNGEN **************************************** - Windows XP (SP2 min.) oder Vista - Intel oder AMD CPU mit min. 3 GHz - 1 GB (XP) bzw. 1.5 GB (VISTA) RAM - ca. 8 GB Festplattenspeicher - DVD-Laufwerk - Grafikkarte vom Schlage einer GeForce oder Radeon mit min. 256 MB dediziertem Video-RAM - Soundkarte - Maus, Tastaur oder Gamepad - INTERNETVERBINDUNG zum Aktivieren
Wäre ich jetzt fies, könnte ich noch "2 Hände mit jeweils min. 4 Gelenken je Finger" dazuschreiben, aber heben wir uns diesen Part lieber für den Punkt "Steuerung" auf... Zu der Internet-Aktivierung verliere kein Wort mehr, nur möchte ich hier anmerken, dass mir EA langsam tierisch auf den Zünder geht! Klar, Produktpiraterie muss bekämpft werden, aber anstelle den ehrlichen Käufern die Bürde eines unverhältnismäßig nervigen Kopierschutzes aufzuerlegen, sollte man lieber auf andere Wege zurückgreifen und wenigstens einige Restriktionen des Kopierschutzes lockern! Denn die Raubkopiererszene zieht sich einfach einen Crack und genießt das Spiel, so wie es eigentlich die ehrlichen Läufer tun sollten! Kurzum: Internet ist Pflicht, sonst tun Faith keinen einzelnen Hopsa! Basta!
Die restlichen Anforderungen sind nicht sehr hoch, was aber auch an der Grafikengine des Spiels liegen könnte: Meines Wissens nach kommt hier eine modifizierte Version der Unreal-Engine 3 zum Einsatz. Dies hat folgenden Grund: DICE´ eigene FROSTBITE-Engine war zu Entwicklungsbeginn von MIRROR´S EDGE noch nicht verfügbar, daher lizensierte man kurzerhand eine der derzeit bestens Engines, welches erfreulicherweise auch noch über eine recht moderate Hardware-Anforderung verfügt. Ich selbst habe das Spiel wieder
Bilder von Mirror's Edge (PC-DVD)
auf meinem Intel Q9550 @ 3.3 GHz, GEForce 8800 GTS 512MB @ 725/1044 MHz, SoundBlaster Augigy, MX 518 und G15 sowie 4 GB RAM unter Windows XP gespielt und das Game lief erwartungsgemäß in der von mir preferierten Auflösung von 1280x1024 PIxeln absolut flüssig und ohne den geringsten Ruckler auf höchsten Details. Auf eine Physx-"Beschleunigung" mittels meiner GeForce habe ich aber aus Peformance-Gründen verzichtet, da ansonsten bei berstenden Glasscheiben etc. die Framerate absolut krass absackte (nur noch ca. 15 FPS!)...
Und was bekommen wir für unsere teuer gekaufte Hardware geboten? 2. GRAFIK ************** Die Grafik ist ... gewöhnungsbedürftig! Fakt ist, dass der Blick über die Stadt beeindruckend ist, aber gerade auf den Straßen zu Euren Füßen absolute Leere herrscht: Wenn die zwei Autos, die da ab und an mal in den Straßen zu sehen sind, repräsentativ für die Bevölkerungsdichte sein sollen, dann lebt ihr quasi ALLEIN AUF 100 KM² ;-D
Aber Spaß bei Seite: Die Texturen sind allesamt arg hell und steril (ACHTUNG: Das soll bewußt so sein!) und auch die Innenabschnitte sind manchmal nicht gerade unglaublich detailliert gestaltet. Doch ganz ehrlich: Mich hat´s nicht wirklich gestört, da ihr alle Hände (und das meine ich durchaus wörtlich!) voll zu tun haben werdet, nicht ständig irgendwo hinabzustürzen und die gute Faith auch ständig auf der Flucht vor irgend jemandem ist - da hat man einfach keine Zeit, sich die Texturen etc. genauer anzuschauen! Dennoch zeigt MIRROR´S EDGE auch feine Details: So fliegen Tauben vor euch weg sobald ihr euch nähert, das sehr feine HDR ist einfach blendend schön und die Weitsicht ist bombastisch - und alles, ohne die geringsten Pop-Ups oder ähnlichen, unschönen Dingen! Weitere Details wie am Himmel fliegende Flugzeuge mit Kondensstreifen runden das Paket wunderschön ab.
Was (mich) stört, sind die Zwischensequenzen: Ich konnte mich während des gesamten Spiels nicht mit diesem arg gewöhnungsbedürftigen Stil anfreunden und empfand die Sequenzen teilweise sogar richtig häßlich: Während Faith im Spiel grundsätzlich eine Top-Figur macht, kommt mir gerade die Kopfform in den Zwischensequenzen manchmal arg "affenartig" (das meine ich wörtlich!) vor... Na ja, wer´s mag - ich mag´s jedenfalls nicht! Kurzum: Im Großen und Ganzen ist die Grafik sehr hübsch, doch der (gewollt) sterile Grafikstil könnte nicht jedermanns Sache sein und die Zwischensequenzen empfinde ich gar als einfach nur häßlich!
3. SOUND ************** Der Sound ist DICE absolut super gelungen, schon die launige Titelmelodie ist einfach top! Dazu gesellen sich gute Synchronsprecher mit mittelmäßigen Waffensounds. Fazit: Ginge besser, ist aber auch nicht schlecht. Vor Allem die Musik entschädigt für die etwas mauen Effektsounds.
4. STEUERUNG ******************** Also hier kommen wir meiner Meinung nach zu einem eher zweischneidigen Schwert: Zum Einen habe ich bereits die "Finger mit den 4 Gelenken" angesprochen... Und das meine ich wirklich so! Selten hat mich ein Spiel so oft "in die Tastatur beißen lassen" wie es die gute Faith getan hat! Entweder ich werde wirklich langsam alt, oder es ist wirklich manchmal höllisch schwer, gleichzeitig vorwärts zu laufen, zu spingen, in der Luft um 180° zu drehen und dann auf einen Vorsprung zu klettern! Mir jedenfalls war manchmal auch einfach nicht klar, wie es weitergeht. Denn trotz der Tatsache, dass Faith brav auf Knopfdruck immer den nächsten "Check-Point" anvisiert, ist der Weg dorthin nicht immer gleich klar. Und spätestens, wenn die gute Faithy sich zum 10. Mal einfach nicht an einem Vorsprung festhalten will, wird´s langsam unschön. Denn gerade die Sprungpassagen (und dies ist wirklich ein seeeeehr sprunglastiges Game) müssen manchmal zentimetergenau getimed sein, sonst stürzt Faith ab und ihr werdet zu einem der CheckPoint (gibt kein freies Speichern!) zurückgesetzt - und die sind manchmal recht weit zurück! Überhaupt nervt es, dass Faith nicht wirklich mit Lara Croft mithalten kann, denn während letztere selbst die größten Hürden locker mit Luftakrobatik überbrückt, stirbt (!) Faith bereits bei einem "Sturz" aus gefühlten 3 Metern Höhe - Leute, das muss doch nicht sein!
Dennoch: Wenigstens ist die Tastatur nicht überbelegt, denn ich denke, ihr werdet auch so genug zu tun haben. Selbst die Steuerung in den wenigen Shooter-Momenten ist nicht das Gelbe von Ei: Ihr nehmt die Waffe mit RECHTER MAUSTASTE (!) auf und Faith wird während dem Waffentragen uuuuunglaublich langsam - vorbei mit schnellen Spurts und Jumps! Erst wenn die Waffe wieder abgelegt wird, könnt ihr wieder klettern und durch die Welt hobsen... Ganz anders übrigens mit GamePad: Wenn Faith mit meinem Microsoft X360-Pad spiele, dann klappt plötzlich alles besser, als mit Tastatur! In meinen Augen wieder ein klarer Punkt von eher "ungünstiger" Portierung von der Konsole!
5. STORY und SPIELDESIGN ********************************** Die Story ist schnell erzählt: Ihr seid Faith, eine Runnerin, die als Überbringerin von geheimen Botschaften in einem von Überwachung dominierten Staat immer auf der Flucht vor Polizei und privaten Sicherheitsfirmen ist. Nachdem auch noch eure Schwester zu Unrecht eines Mordes bezichtigt wird, versucht ihr alles, die Verurteilung eurer Schwester zu verhindern. Dabei kommt ihr einem geheimnisvollen "Project Icarus" auf die Spur, welches die Leben aller Runner für immer verändern könnte... Das Spiel selbst ist sehr stark von dem Trend-"Sport" Parkour inspiriert: Mittels der "Runner-Vison", einer Fähigkeit aller Runner, besondere Gegenstände und Objekte in der Spielwelt, die ihr für eure Flucht benutzen könnt zu erkennen (die werden dann ich knackigem Rot dargestellt und zeigen so, wie es weitergeht), hangelt, spingt und rennt ihr in Form von Faith über Hausdächer, durch Bürokomplexe und Warenhäuser. Dabei wird euch in einem recht gut gemachten Trainingsparkur gezeigt, wie ihr mit euren Fähigkeiten umgeht. Doch eines gleich noch vorweg: Auch wenn die Mehrzahl meiner Screenshots auf ein eher "waffenlastiges" Gameplay schließen lassen - dem ist bei Weitem nicht so! Ehrlich gesagt war es mir nur einfach bei den ca. 80% des Gameplays ausmachenden "Turn-Sessions" an Fassadenwänden ect. nicht mehr möglich, auch nur noch eine Taste (nämlich die für den Screenshot!) mehr zu drücken.
Um euch trotzdem einen Einblich in die Grafik und den Stil zu geben, habe ich die Screenshots in den seltenen Ego-Shooter-Momenten gemacht - diese Momente sind nämlich bedeutend ruhiger als der Rest des Games! Überhaupt ist Faith ständig auf der Flucht: Mal vor Polizisten, dann vor SpecialForces oder gar vor ganzen Hubschraubern. Da die gute leider alles andere als viel einstecken kann, versucht man (bzw. was bleibt anderes übrig?) ständig wegzurennen und sich zu verstecken. Denn eines ist klar: Auch wenn Faith grundlegende Nahkampftechniken wie Treten und Schlagen beherrscht - ihr seid immer haushoch unterlegen, wenn euch die (recht schlau agierenden) Feinde mal wieder umzingeln wollen und euch permanent mit Maschinengewehrfeuer belegen.
Kurzum: MIRROR´S EDGE macht durchaus sehr viel Spaß, doch die Steuerung und kleinere Design-Schnitzer verderben (mir) dann doch während des gesamten Spiels einmal zu oft den Spaß! 6. WERTUNG ****************** Grafik: 84% Sound: 80% Steuerung: 70% Story: 70% ---------------- Overall: 76%
7. PERS. FAZIT ******************* MIRROR´S EDGE macht durchaus Spaß, doch das ungewohnte Spielprinzip im Sinne von "Nahkämpfen" und "Wegrennen", die häßlichen Zwischensequenzen und die manchmal hakeliger Steuerung verhindern höhere Wertungen. Auf der Positivseite stehen eine tolle Stadt, absolut flüssige Bildwiederholraten, gute Sprecher sowie ein frisches und neues Gameplay an sich - nur scheint dieses einfach nicht "Mainstream"-genug zu sein! Anders läßt es sich nicht erklären, dass MIRROR´S EDGE (egal ob PC oder Konsole) in den Regalen verstaubt. Ich selbst gebe es ja auch zu: ME ist einfach nicht seinem Hype gerecht geworden, aber dennoch ein durchaus ´gutes´ Spiel.
Soll heißen: Spieler, die mal etwas anderes probieren wollen und die sich nicht an der kurzen Kampagne von geschätzten 7-8 Stunden stören, können gerne einen Blick riskieren. Ansonsten schätze ich auch, dass das Game bald billiger werden dürfte, denn wie gesagt verkauft es sich bei Weitem nicht so gut wie angenommen. Allen "Normalos", die lieber in bekannten Spielgefilden wildern, kann ich nur sagen: Das ist nix für euch, ihr solltet euch nach etwas anderem umschauen! Hoffe, ihr hattet beim Lesen ein wenig Spaß und konntet euch ein relativ gutes Bild von MIRROR´S EDGE machen.
Liebe Grüße Turbologo
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31.01.2009 12:20
Also den Kommentar von Magistix versteh ich jetz nich.. so toll is die Grafik bei dem Spiel nich.. mich hat das ewige rumgesterbe genervt.. andauern abgestürzt .. wuaaa.. das geht auf die Nerven.. die sollten zu dem Spiel ein Päckchen Baldrian dazulegen, so als Spezial Eddition.. aber vom Prinzip hats mir ganz gut gefallen, sonst hät ichs nich durchgezockt.. aber auf der PS 3
30.01.2009 11:02
Mich haut die perfekte Grafik aus den Socken. Wie schnell das alles so gut geworden ist. Ungeachtet Deiner negativen Kritik und dem Spielerischen natürlich.
29.01.2009 23:10
Klasse Bericht... BH! LG Denny :-)