...
Warum ich das alles erzähle? Nun, weil ich selbst beeindruckt war, als ich durch Zufall in meiner heimischen Bücherei ein Hörbuch entdeckte, das den Namen " Miss Emily Paxton" trägt. Paxton hatte eine Tochter mit dem Namen Emily, über die aber historisch nicht viel überliefert ist, außer, ... Bericht lesen
Gärtner, der zum Eisenbahnkönig, Architekt und Politiker aufgestiegen ist, ist dabei, mit dem Kristallpalast zur Weltausstellung in London 1851 ein Gebäude zu errichten, das vier Mal so groß ist wie der Petersdom in Rom -- eine wahre Kathedrale des Fortschritts, die den Stand der Technik auf der ganzen Erde in seinen Hallen versammeln soll. Aber ihr Vater droht vom Sockel gestoßen zu werden. Denn Emily verliebt sich in ihren Kinderfreund Victor, einen sozialen Außenseiter, dessen intellektuelle Radikalität sie gleichermaßen in den Bann zieht und abstößt. Victor ist angetreten, das Weltausstellungs-Projekt, das auf dem Schweiß der arbeitenden Klasse errichtet werden soll, mit allen Mitteln zu verhindern. Und allmählich wird auch Emily klar, dass ihr Vater zum Zwecke des Erfolgs bereit ist, über Leichen zu gehen. So gerät das Drama der Weltausstellung zum Drama ihrer eigenen Liebe ... Miss Emily Paxton ist der (zumindest vorerst) letzte Teil von Peter Pranges so genannter Weltenbauer-Trilogie, die außerdem aus den Bänden Principessa und Die Philosophin besteht -- und an Hand derer der Autor eine Art Ideengeschichte der europäischen Neuzeit in Romanform schreiben wollte, die sich über die Achse Rom -- Paris -- London und über drei Jahrhunderte erstreckt. Mit Miss Emily Paxton ist Prange im fortschrittsgläubigen 19. Jahrhundert angekommen und hat sich der Tochter des Kristallpalast-Gründers angenommen und die historischen Hülse einer Frau, von der so gut wie nichts bekannt ist, mit Leben angefüllt. Ein Idealfall: Denn die geschichtliche Leerstelle im Trubel einer ereignisreichen Zeit eignet sich wie keine zweite, die Mentalität und das Denken einer Epoche darzustellen und psychologisch zu durchdringen. Das ist Prange wieder bestens gelungen. Miss Emily Paxton ist ein faszinierendes, spannendes Buch, das sich nicht in ideengeschichtlichem Theorisieren verliert, sondern Geschichte auf raffinierte Weise erlebbar macht. --Isa Gerck
Gärtner, der zum Eisenbahnkönig, Architekt und Politiker aufgestiegen ist, ist dabei, mit dem Kristallpalast zur Weltausstellung in London 1851 ein Gebäude zu errichten, das vier Mal so groß ist wie der Petersdom in Rom -- eine wahre Kathedrale des Fortschritts, die den Stand der Technik auf der ganzen Erde in seinen Hallen versammeln soll. Aber ihr Vater droht vom Sockel gestoßen zu werden. Denn Emily verliebt sich in ihren Kinderfreund Victor, einen sozialen Außenseiter, dessen intellektuelle Radikalität sie gleichermaßen in den Bann zieht und abstößt. Victor ist angetreten, das Weltausstellungs-Projekt, das auf dem Schweiß der arbeitenden Klasse errichtet werden soll, mit allen Mitteln zu verhindern. Und allmählich wird auch Emily klar, dass ihr Vater zum Zwecke des Erfolgs bereit ist, über Leichen zu gehen. So gerät das Drama der Weltausstellung zum Drama ihrer eigenen Liebe ... Miss Emily Paxton ist der (zumindest vorerst) letzte Teil von Peter Pranges so genannter Weltenbauer-Trilogie, die außerdem aus den Bänden Principessa und Die Philosophin besteht -- und an Hand derer der Autor eine Art Ideengeschichte der europäischen Neuzeit in Romanform schreiben wollte, die sich über die Achse Rom -- Paris -- London und über drei Jahrhunderte erstreckt. Mit Miss Emily Paxton ist Prange im fortschrittsgläubigen 19. Jahrhundert angekommen und hat sich der Tochter des Kristallpalast-Gründers angenommen und die historischen Hülse einer Frau, von der so gut wie nichts bekannt ist, mit Leben angefüllt. Ein Idealfall: Denn die geschichtliche Leerstelle im Trubel einer ereignisreichen Zeit eignet sich wie keine zweite, die Mentalität und das Denken einer Epoche darzustellen und psychologisch zu durchdringen. Das ist Prange wieder bestens gelungen. Miss Emily Paxton ist ein faszinierendes, spannendes Buch, das sich nicht in ideengeschichtlichem Theorisieren verliert, sondern Geschichte auf raffinierte Weise erlebbar macht. --Isa Gerck
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten; Preise und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein. Alle Angaben ohne Gewähr.
Verwandte Angebote für Miss Emily Paxton/ Prange, Peter
Verwandte Angebote für Miss Emily Paxton/ Prange, Peter
Erfahrungsbericht von Bavaria123 über Miss Emily Paxton/ Prange, Peter 1. April 2006
Produktbewertung des Autors:
Spannung:
durchschnittlich spannend
Pro:
Die Geschichte, der historische Hintergrund, Nana Spier als Sprecherin
Kontra:
die willkürlich gesetzten Tracks
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Als Gärtnerin gibt es für mich ein Land, welches immer wieder zu meinen Reisezielen gehört, denn es ist so etwas wie das Mutterland des Gartenbaus. Es handelt sich um England. Die englischen Gärten und ihre Verantwortlichen sind einfach eine Klasse für sich. So war ich auch in der grandiosen Anlage von Chatsworth House in Bakewell. 1760 hat hier der für Landschaftsgärtner berühmte "Capability" Brown den Gartenpark gestaltet. Später, ab 1826, wirkte ein weiterer im Gartenbau bekannter Mann an dieser Stelle, als Gartenbauleiter, Joseph Paxton. Er war jedoch eher ein Zierpflanzengärtner, der es schaffte, dass in einem der von ihm geplanten Gewächshäuser erstmalig eine bestimmte Seerosenart (Victoria Regia) zum Blühen kam. Allerdings machte er sich nicht nur als Gärtner einen Namen, sondern auch als Autor eines dreibändigen Werkes zur Systematik der damals als exotisch geltenden Pflanzen und als Herausgeber des "Magazin of Botany" mit 16 Ausgaben zwischen 1834 und 1849. Doch das alles war ihm nicht genug und so agierte er als erfolgreicher Spekulant in der jungen englischen Eisenbahngeschichte. Durch diese Verbindungen wurde er auf die in London geplante Weltausstellung aufmerksam. Mit seiner kostengünstig und zeitsparend konstruierten Idee zum Haupthaus dieser Ausstellung wurde er als Architekt des Crystal Palace vom Expo-Komitee erwählt. Der am 03.08.1801 in Woburn geborene Paxton starb, mittlerweile zum Ritter geschlagen und als Parlamentsmitglied aufgenommen, am 08.06.1865 in Sydenham.
Warum ich das alles erzähle? Nun, weil ich selbst beeindruckt war, als ich durch Zufall in meiner heimischen Bücherei ein Hörbuch entdeckte, das den Namen " Miss Emily Paxton" trägt. Paxton hatte eine Tochter mit dem Namen Emily, über die aber historisch nicht viel überliefert ist, außer, dass sie eine begnadete Zeichnerin gewesen sein soll.
= Das Hörbuch =
…ist von der Oberseite her betrachtet, oben abgebildet. Allerdings wird hier Marie Bierstedt als Sprecherin angegeben. Das ist falsch! Die gekürzte Romanfassung besteht aus 6 CD´s mit einer gesamten Lauflänge von 421 Minuten. Unter der ISBN 3-7857-3105-1 kann man es seit dem Erscheinungstermin (10. Oktober 2005) in guten Buchhandlungen für 22,90 € erwerben. Das Hörbuch hat kein richtiges Booklet, sondern nur eine vordere Einlage, in der ein paar Hinweise zum Autor und der Sprecherin gegeben werden. Die rückwärtige Einlage weist zum einen auf weitere Hörbücher des Lübbe-Audio-Verlages hin und gibt einen kurzen Einblick in den Inhalt.
= Der Autor =
… heißt Peter Prange. Er wurde im Jahr 1955 geboren und studierte in Paris, Göttingen und Tübingen die Fächer Romanistik, Germanistik und Philosophie. Zunächst machte er sich einen Namen als Verantwortlicher für diverse Drehbücher und Sachbücher. Als Romanschreiber schuf er eine "Weltenbauer-Trilogie" die die Werke "Principesse", "Die Philosophin" und eben "Miss Emily Paxton" umfasst. Es handelt sich um die Ideengeschichte der europäischen Neuzeit in Romanform.
= Die Sprecherin =
…heißt Nana Spier. Sie wurde 1971 geboren und studierte Schauspiel in Berlin. Man kann sie beispielsweise als Schwester Elke bei "Dr. Sommerfeld - Neues vom Bülowbogen" sehen oder aber auch des Öfteren ihre Stimme vernehmen. So synchronisiert sie Drew Barrymore in "Auf immer und ewig", Sandra Bullock in "28 Tage" oder auch Liv Tyler in "Armageddon". Außerdem ist sie immer wieder an Hörbuchproduktionen beteiligt.
= Der Inhalt =
Wie gesagt beginnt der Roman 1837 im Gewächshaus von Chatsworth House. Hier arbeitet Joseph Paxton als Gärtner und nachdem ihm gelungen ist, die größte Seerose der Welt in einem Gewächshaus zum Blühen zu bringen, steht der Besuch der Namenspatronin Queen Victoria an. Paxtons Tochter Emily steigt zu Vorführungszwecken auf ein Blatt jener Pflanze. Doch dann taucht Emilys Freund Victor ebenfalls in dem Haus auf und löst ein Versprechen ein. Er lässt Rosenblätter auf Emily regnen. Diese erschreckt deshalb so, dass sie vom Blatt fällt … Joseph Paxton arbeitet über die Jahre weiter an seinem Aufstieg. Er zieht nach London und steigt ins Eisenbahnermanagement ein. Er steht dem technischen Fortschritt sehr aufgeschlossen gegenüber und begeistert mit dieser Ansicht auch seine Tochter. Währenddessen geht ein gewisser Henry Cole seiner Absicht nach, in London die Errungenschaften der Menschen in einer Weltausstellung zu präsentieren. Nach Prinz Albert, dem Gemahl von Queen Victoria, kann er auch weitere Geldgeber für seine Idee gewinnen. Im Hyde Park soll das Zentrum jener Ausstellung entstehen. Joseph gelingt es, eine Halle aus Glas und Stahl zu entwerfen, die als "Kristallpalast" als Ausstellungshalle im Hyde Park gebaut werden soll. Zu gern würde Paxton aber auch seine Tochter mit Henry Cole vermählen und es kommt tatsächlich zunächst zur Verlobung der beiden. Dann tritt aber auch Victor wieder in Emilys Leben und bringt ihre Gefühle durcheinander. Victor steht als Angehöriger der unteren Gesellschaftsklasse dem Fortschritt eher skeptisch gegenüber und beteiligt sich in der Arbeiterbewegung für eine Verbesserung der Lebens- und Beschäftigungsverhältnisse der Werktätigen. Emily ist hin- und hergerissen zwischen zwei Männern, die zwei verschiedene Welten verkörpern. Sie muss und wird sich entscheiden…
= Meine Meinung =
Zunächst einmal war ich wirklich erstaunt, dass Joseph Paxton und seine Familie tatsächlich die Grundlage für ein Buch bzw. dann einem Hörbuch geliefert haben. Aber das war eine positive Überraschung, zumal mit diesem Mann kein ganz unbedeutender Geist des Viktorianischen Zeitalters gewählt wurde. Seine Tochter Emily hat es ebenfalls gegeben, allerdings ist von ihr nur der Name und die Fähigkeit des wunderbaren Zeichnens überliefert. Hier hatte der Autor also eine perfekte Hülle für seinen Roman gefunden. Miss Emily Paxton eignet sich hervorragend um die Mentalität und das Denken der damaligen Zeit darzustellen. Ich finde es immer wieder als sehr positiv, wenn ein historischer Roman Personen einbezieht, die wirklich gelebt haben, und genau das ist hier der Fall.
Nicht nur die Personen sind der Historie entnommen, auch die Ereignisse sind genau recherchiert und in den Roman eingeflochten. Im Jahr 1851 war Queen Victoria eine junge Frau von 32 Jahren, sie hatte sieben Kinder und einen Gemahl -Prinz Albert - der sehr zum Bedauern der Königin noch nicht die verdiente Wertschätzung des Volkes zu erlangen. Zusammen mit Henry Cole begann er nun mit der Planung einer großen Ausstellung, in der die technischen, wirtschaftlichen und künstlerischen Leistungen aller Völker der Erde in Frieden präsentiert werden sollten. Prange bindet dieses Ereignis mit all seinen Nebenszenarien hervorragend in seine Erzählung ein. Der Kristallpalast wurde aus 4000 Tonnen Gusseisen und 400 Tonnen Glas tatsächlich in einer Bauzeit von nur sieben Monaten fertig gestellt. Ist es da ein Wunder, dass die Arbeiter nach immer härteren, kaum noch unter halbwegs humanen Bedingungen zu schaffenden Akkordvorgaben streikten? Das Recht der Arbeiter, das für die heutige Zeit normal ist, ist in diesem Geschichtsabschnitt erst langsam am Wachsen. Genau dieses stellt Prange dar.
Somit wird die gefühlvolle Geschichte überhaupt nie langweilig. Es ist keine reine Liebesgeschichte einzelner Personen, sondern vielmehr ein historischer Blick auch auf die soziale Situation der verschiedenen Bevölkerungsschichten im Allgemeinen. Emily Praxton ist eine sehr starke und sehr intelligente Persönlichkeit, die mit all ihren Gefühlen und Gedanken schnell das Herz des Hörers erobert. Und doch verliert man auch nicht den Blick zu all den anderen Mitwirkenden mit ihren jeweiligen Nöten, Sorgen und Ideen.
Im Grunde geht es auch um die Erfüllung von Träumen, sei es die Ausrichtung der ersten Weltausstellung (heute Expo genannt), sei es die Errichtung einer Kathedrale des Lichts, sei es die Verwirklichung der eigenen Zukunftspläne und sei es auch die Sehnsucht nach einer lebenswerten Partnerschaft. Allerdings ist es durchaus nicht so, dass alle Träume auch wirklich in Erfüllung gehen und auch hier erweist der Roman damit durchaus Realitätsnähe. Wenn die Geschichte an sich auch eher ruhig ist, so ist das Tempo des Romans doch eher zügig und somit ist es einfach eine sehr gelungene Unterhaltung.
Die Geschichte selbst ist also wirklich in jeglicher Hinsicht gelungen. Wie sieht es nun mit der Umsetzung als Hörbuch aus? Auch hier kann ich nur ein Lob aussprechen. Nana Spier macht ihre Sache hervorragend. Egal ob sie eine männliche oder eine weibliche Person wiedergibt, es ist glaubhaft. Jeder Charakter wird von ihr bestens getroffen. Selbst als Papagei macht sie sich unglaublich gut. Auch jede Gefühlsregung erlebt sie schier mit den Romanfiguren. Peter Prange kann sich absolut glücklich schätzen, dass sein gelungenes Werk mit Hilfe dieser Frau auch ein sehr gelungenes Hörbuch geworden ist.
Das einzige, was ich zumindest als seltsam empfinde, sind die doch sehr willkürlich gesetzten Tracks. Ich höre solche Werke meist im Auto und steige dann immer mal wieder erneut in die Geschichte ein. Da bin ich dann hier plötzlich mitten in einem Gespräch…der Anfang gehörte zum vorhergehenden Track und das Ende in den folgenden. Das ist dann schon verwirrend und ich musste immer mal wieder den gesamten vorhergehenden Track spielen lassen, damit ich wieder mitten in der Geschichte war. Ebenso ist es bei den Enden der einzelnen CD`s, die recht plötzlich den Abbruch bringen. Eine kleine musikalische Eingabe gibt es nur am Anfang und zum Ende der Geschichte, was schon ein bisschen schade ist, denn es handelt sich hier um ein sehr gut passendes klassisches Stück. Aber ich habe ja nun mal keine Musik-CD angehört.
Die Lautstärke ist durchweg gleich bleibend, störende Nebengeräusche sind mir nicht aufgefallen.
Wer keine Zeit zum Lesen hat, sollte dieses Hörbuch ruhig einmal geniessen. Wer lieber ein Buch in der Hand hält und selber lesen möchte, dem empfehle ich den gleichnamigen Roman von Peter Prange! Es ist eine hervorragende Unterhaltung mit historischem Hintergrund.
Vielen Dank für`s Lesen und Bewerten, Bavaria
Ach, es ist Bücherfrühling bei Ciao. Dieses ist ein weiterer Beitrag von mir dazu. Weitere Informationen gibt es bei StonerMcT
Vergleichen Sie ähnliche Produkte mit Miss Emily Paxton/ Prange, Peter
Miss Peter, Miss Emily Peter, Miss Paxton Peter, Miss Prange Peter, Miss Emily Paxton Peter, Miss Emily Prange Peter, Miss Paxton Prange Peter, Miss Emily Paxton Prange Peter
Sind Sie Hersteller/Anbieter von Miss Emily Paxton/ Prange, Peter? Klicken Sie hier