Missfits -

Missfits - "Schlüsselreiz"

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... Dies alles ist für mich Anlass genug, hier ausnahmsweise mal ein wirklich uraltes Produkt wieder hervorzukramen und einen nagelneuen Bericht darüber zu verfassen, denn so alt wie dieser Aufklärungsspot der "Missfits" auch ist, so topaktuell ist doch nach wie vor das Anliegen, das dahinter ... Bericht lesen





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Von den anatomischen Besonderheiten des Mannes
Erfahrungsbericht von Doris_ über Missfits - "Schlüsselreiz"
09.10.2005


Produktbewertung des Autors:   


Pro: das Anliegen ist topaktuell, der Spot erregt Aufmerksamkeit
Kontra: der Spot läuft aktuell nicht mehr, ist nicht besonders originell, männerfeindlich

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

WAS KRAMT DIE DORIS DENN NUN DA WIEDER AUS ?

Gerade in den letzten Tagen geisterte vermehrt eine sehr beunruhigende Meldung durch die verschiedenen Medien: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen nehme auch in Deutschland zur Zeit immer mehr zu, hieß es. Und damit nicht genug: Auch andere sexuell übertragbare Krankheiten gebe es immer häufiger.

Experten machen vor allem die Tatsache dafür verantwortlich, dass die Altersgruppe der jungen Erwachsenen, die derzeit sexuell besonders aktiv ist, die groß angelegten Aufklärungskampagnen der 90er Jahre nicht mehr mitbekommen hat und daher das Wissen über Aids nicht mehr präsent ist. Zudem gibt es inzwischen ja - Gott Lob! - Medikamente, die den Krankheitsverlauf von Aids verlangsamen können und offensichtliche Anzeichen (wie z. B. entstellende Hautveränderungen) verhindern können.

So positiv letzteres für die Betroffenen auch ist, so gaukelt es doch andererseits den Nicht-Betroffenen eine falsche Sicherheit vor, denn Aids verläuft nach wie vor in jedem Fall tödlich.

Dies alles ist für mich Anlass genug, hier ausnahmsweise mal ein wirklich uraltes Produkt wieder hervorzukramen und einen nagelneuen Bericht darüber zu verfassen, denn so alt wie dieser Aufklärungsspot der "Missfits" auch ist, so topaktuell ist doch nach wie vor das Anliegen, das dahinter steckt.

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WORUM GEHT ES HIER GENAU ?

Es geht hier um einen Werbespot, der von der "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" initiiert worden ist und im Jahre 2001 im Hörfunk lief.
Man kann ihn sich aber auch heute noch im Internet unter dem Link http://www.gib-aids-keine-chance.de/radio_2001/media/schluesselreiz.ram anhören.
Er soll die HörerInnen für die Problematik der auf sexuellem Weg übertragbaren Krankheiten (vor allem Aids) sensibilisieren und zum konsequenten Gebrauch von Kondomen aufrufen.

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DIE MISSFITS ? WER IST DENN DAS ?

Nun, wer das nun eigentlich ist, kann ich euch leider auch nicht so genau sagen. Diese Info ist nämlich an mir vorübergegangen, fast so wie an manch anderem leider die Kampagne der "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung". Wenn jemand von euch über die beiden Damen der "Missfits" besser Bescheid weiß, so lasse ich mich gerne aufklären - zumindest in dieser Hinsicht.

So habe ich bisher nur herausgefunden, dass sich hinter den "Missfits" ein Duo verbirgt, bestehend aus Frau Jahnke und Frau Überall. Die beiden Damen waren zu ihren besten Bühnenzeiten wohl so eine feste Institution, dass sich jede weitere Erklärung erübrigt hat. Daher erfährt man auch auf der nach wie vor bestehenden Homepage lediglich, dass die Zusammenarbeit mittlerweile beendet ist, aber leider so gut wie kein Wort darüber, worin die nun eigentlich ursprünglich bestanden hat.

Das ist zwar schade, aber für unsere Zwecke hier ohnehin eher nebensächlich. Fakt ist, dass Frau Jahnke und Frau Überall offensichtlich mal sehr prominent waren und daher als Werbe- und Sympathieträger im Dienste der guten Sache sehr geeignet.

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WAS GIBT'S DENN NUN DA EIGENTLICH GENAU ZU HÖREN?

Wir werden in dem Werbespot Ohrenzeugen eines Gesprächs zwischen Frau Jahnke und Frau Überall. Diese lassen sich eingehend über das Wesen des Mannes aus und sind sich darüber einig, dass Männer anders als Frauen sind. Vor allem äußere sich das darin, dass der Mann an sich nicht nachdenke. Wenn der einen Schlüsselreiz a la "lange Beine, gebärfreudiges Becken, blond" kriege, dann ginge das los, dass der quasi sofort hinter seinem Schwanz herrenne. Dahinter stecke dann keine böse Absicht, auch nicht die eines Betruges. Er könne gar nicht die Absicht haben, seine Frau zu betrügen, weil er nämlich in dem Moment gar nicht daran denke, dass er überhaupt eine habe. Er denke in dem Augenblick an rein gar nichts. Deswegen seien die Männer im allgemeinen ja auch immer so perplex, wenn frau ihnen hinterher irgendwelche Vorwürfe mache. Die seien dann auch unberechtigt, denn man(n) könne ja gar nicht anders. Das liege an der speziellen Verarbeitung diverser Schlüsselreize im Gehirn. Wenn da so ein Reiz in der linken Gehirnhälfte ankäme, so nähme dieser grundsätzlich den langen Weg am Arm runter, durch ... na ja, ihr wisst schon, durch welches Köperteil, und dann erst wieder am anderen Arm hoch, bis die Information endlich an der anderen Gehirnhälfte ankomme. Und auf Grund diesen speziellen Gedankengangs sei auch klar, zu welchem Schluss der Mann dann grundsätzlich käme: an das böse Wort mit F denke er dann sofort. Das sei der Grund, weshalb eine kluge Frau ihren Mann nie ohne Gummi aus dem Haus gehen lasse.
Dieser Pointe folgt dann nur noch der berühmte Schlusssatz der BZgA, gekrönt mit der Nennung der Internetseite www.bzga.de für diejenigen, die weitere Informationen wünschen.

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WELCHE WIRKUNG HAT DER SPOT AUF MICH ?

Er erreicht insofern seine Wirkung, als dass er auf jeden Fall die Aufmerksamkeit auf sich zieht und zwar zweifellos mehr als es ein Spot mit rein sachlichem Informationsgehalt getan hätte.

Andererseits bedient man sich dabei des uralten Klischees vom "schwanzgesteuerten Mann" das wohl genau so alt sein dürfte wie die Menschheit selbst. Also wird uns damit nichts wirklich Originelles geboten.

Und nicht zu aller Letzt ist der Inhalt des Spots natürlich an Männerfeindlichkeit quasi nicht zu überbieten und wird den Männern natürlich in keiner Weise gerecht. Die Ironie der Botschaft dürfte allerdings gerade durch die maßlose Übertreibung glücklicherweise niemandem entgangen sein.

Die dennoch besonders gefrusteten Männer unter euch mögen mal auf der zugehörigen Internetseite vorbeisurfen und sich selbst davon überzeugen, dass es dort noch zahllose andere Hörfunkspots mit demselben Anliegen anzuhören und herunterzuladen gibt, in denen zumindest teilweise die holde Weiblichkeit ebenso "ihr Fett abkriegt", und zwar gleichermaßen "die volle Ladung". Die Gleichberechtigung bleibt also auch in dieser Hinsicht gewahrt.

Trotzdem ist das nicht gerade das, was ich unter der sogenannten "feinen englischen Art" verstehe und wird daher auch prompt mit einem Sternchen Abzug geahndet. Die restlichen bleiben allerdings erhalten, schon allein des Anliegens wegen, das hinter der Kampagne steckt.   

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