Mission to Timbuktu - Perverse Spielchen im All
29.11.2000
Pro:
der film eignet sich wunderbar zum schlafen/kochen/bügeln - genauso gut kann ich meine wand anschauen
Kontra:
was, bei diesem film??? neee sowas gibts nicht bei Mission to Mars
Empfehlenswert:
Nein
 sancho_spa
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:25
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 134 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Als man die Kinovorschau für den Film „Mission to Mars“ (Directed by Brian De Palma) betrachtete, kamen Erwartungen auf, Mission To Mars sei DAS Action/SF Spektakel. Also pilgerte man zum nächst bestem Kino, um sich diesen ultimativ spannenden Film reinzuziehen. Die Story hört sich ja auch toll an, im Jahre 2020 plant die NASA einen Flug zum Mars. Tja, wer hätte das gedacht. Doch zunächst beginnt der Film auf der Erde, genauer gesagt auf einer Barbecue. Hier gibt der Director dem Zuschauer die Chance, zunächst einige der Hauptcharaktere kennen zu lernen. Diese wären unter anderem : Tim Robbins, Gary Sinise, Don Cheadle, Connie Nielsen, Jerry O'Connell u.a. - Nicht die totale Starbesetzung, aber schon einige bekannte Gesichter dabei. Die Anfangsszene erinnert „etwas“ an Apollo 13.
Und dann zeigen die Schauspieler auch schon, was für geniale Dialogarbeiten die Drehbuchautoren drauf hatten. Die Dialoge sind nicht nur plump. Nein, sie sind einfach nur Grottenschlecht. Überflüssiges, nichtssagendes, dummes Gelaber. Abgesehen davon, dass wir hier schon einen Logikfehler haben, denn Astronauten feiern einen Abend vor dem Start nicht eine Party, sondern sind in Quarantäne. Naja, kriegt man halt noch ne Grippe bzw. hat man noch einen Kater, so was ist auf dem Mars immer toll. Dann erfährt man, dass auch Tim Robbins eigentlich mitgekommen wäre - ist aber nun nicht. Dank der genialen Leistungen der Filmemacher - es kommt garantiert keine Atmosphäre auf und man kann sich auch wirklich „super“ in die Rollen rein versetzen - interessiert das den Zuschauer gewaltig - nämlich gar nicht. Da wirkt sogar das futuristische Auto - mit dem vorgefahren wird - noch um einiges interessanter. Dann geht es los, die erste Expedition zum Mars startet. Dann gähnt der Film vor sich hin - zum Glück nicht in Echtzeit, denn dann könnte man mal alle Termine für die nächste Zeit absagen - und irgendwann nach langer - von absolut überflüssigen Szenen + Dialogen gefüllten - Zeit kommen sie dann endlich an. Yahhhaaa! Toll jetzt sind sie endlich auf dem Mars. Und der Mars stellt auch schon das einzig, wenigstens ein bisschen interessantes, Element des Filmes dar. Denn dieser sieht dank Industrial Light and Magic ganz nett aus (zum Urlaub machen). Und schließlich entdecken die absolut „überzeugend“ wirkenden Schauspieler (Animateure zum Einschlafen) einen suppi tollen Berg, der auch noch suppi toll interessant aussieht. Natürlich hat man auch gleich den tollsten Hightech-Playstation 5-Mars Edition KrimmsKramms dabei und will damit den Berg erforschen. Doch was passiert da: Es bildet sich eine riesige Staubwolke, die alle tötet (kennt man ja schon aus der Vorschau(und aus „Die Mumie“)). Nur einer überlebt (Don Cheadle) und meldet dies der Erde, dann weiss man nicht weiter, was mit ihm passiert.
Also startet die 2te Expedition, um die vielleicht vorhandenen Überlebenden zu retten. Diese besteht - was sollte man anders bei diesem dummdöddeligen Drehbuch erwarten - natürlich aus einigen Personen, die bei der ersten Expedition nicht teilnehmen konnten (z.b. Tim Robbins). Diese starten dann, machen wieder ihre neckischen Spielereichen im All, um wieder mal die Zeit totzuschlagen - sowohl für den Flug, als auch für den Zuschauer (oder besser die 20% die noch wach sind). Dann kurz vor der Landung passiert das große Unglück. Das Shuttle geht in die „Hunde“ (also is quasi kaputt), alle müssen im All aussteigen um sich zur Station, die den Mars umrundet (kennen wir ja irgendwie von „Apollo 13“) zu retten. Tim Robbins stirbt bei dieser Aktion erst mal ultimativ dramatisch (hätte nicht gedacht, dass man da Faust I noch toppen kann), seine Lebenspartnerin - die natürlich auch dabei ist - heult sich einen ab und möchte ihn noch retten, würde dann aber selbst sterben, lässt sich von den anderen beiden zur „Vernunft“ bewegen und alle (ja natürlich alle außer Timmy Boy, denn der ist jetzt Asche) begeben sich dann auf den Mars (was in diesem langatmigen - aber schnell zu lesendem Satz untergebracht ist, nimmt circa 10 Minuten des Films ein). Und zwar irgendwie. Denn wie, dass erfährt man nicht. Weil auf einmal sind sie halt da. Tja liebe Drehbuchautoren, vielleicht war ja eine Beam-Vorrichtung in der Station. Da es ja echt tolle Amis sind - und man auch im Jahre zweitausendpaarundzwanzig noch Klischees aufrechterhalten muss - hissen die dann erst mal die Flagg der USA. USA USA USA yeah, die rulen natürlich mal wieder. Hollywood musste das einfach mal wieder bringen.
Dann finden sie das alte Shuttle - mit dem nun wie Knecht Ruprecht ausschauenden Don Cheadle. Dann lungert die ganze Gruppe auf dem Mars noch eine Weile rum und treibt perverse Reperaturarbeiten am Shuttle (wenn’s ja wenigstens das wäre). Das Geheimnis des „Kopfes“ wird dann noch suppi gelöst, indem man die menschliche DNA Frequenz aussendet (auf diese Idee ist man dank M&M gekommen). Auf einmal öffnet sich der Kopf und man betritt diesen. Nun findet man heraus, dass die Menschen nur die Ableger-Rasse von Aliens (sprich: Elijäns) sind. Der Mars von Kometen heimgesucht wurde, die Gottrasse also fliehen musste und diesen Berg zurückgelassen hat, um den Menschen zu ermöglichen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Zu allem Überdruss dieser absolut nach kitschigem Erstklässler-Aufsatz aussehenden Story (schau mal Mami, ein Alien) kommt genau dieses. Natürlich musste einfach noch ein echtes Alien auftauchen. Und dieses nimmt dann einen der Schauspieler mit zu der neuen Heimat der Aliens, was man glücklicherweise nicht mehr sieht. Aber der Berg ist natürlich noch ein Raumschiff und fliegt ihn dann dorthin. Die anderen kehren zur Erde zurück und das wars dann. Oh, jetzt habe ich euch das Ende verraten. Damit ist dann wohl alle Spannung genommen. Hm, vielleicht auch nicht, denn es gibt keine Spannung. Zu erwähnen ist, dass schon beim auftauchen des Aliens (was natürlich auch noch weint) die noch wachen 7% der Kinobesucher (eines kleinen ländlichen Kinos) anfingen, in Gröhl und Buuuh Rufe auszubrechen.
Dieser Film ist soooo schlecht, wie ein Film überhaupt nur sein kann. Er ist NICHT dramatisch, witzig, grusselig, actionhaltig, intelligent, erotisch, nachdenklich, kritisierend, visionärisch, realitätsnah, bahnbrechend, phantasievoll... oder sonst irgend was, was bestimmte Zielgruppen begeistern könnte. Er ist keinem Genre einzuordnen. Und wenn ich die Wahl zwischen Pokèmon und Mission to Mars hätte, ich würde Pokèmon wählen. Einzig die Optik mag ein wenig zu begeistern. Die Story ist schlecht und billig, sogar ich (durchschnittskonsumentenvolldepp) hätte mir so was aus den Fingern ziehen können. Sie baut auf Klischees auf, verhindert jede Dramaturgie, die Dialoge sind laaaaangweilig und nebensächlich. Eine wirkliche Handlung ist nicht vorhanden, man hätte daraus auch einen 5-Minuten-Film machen können. Die Schauspieler spielen NICHT gut. Die Musik ist eher mittelmäßig. Die Story habe ich euch eigentlich schon komplett erzählt, denn mehr passiert wirklich nicht.
Und da ich mal einen sexistischen Einwurf machen möchte - nicht mal gute Frauen waren dabei. Das Geschlecht des Aliens kann ich euch leider nicht mitteilen, war da geistig grade bei Interessanterem, z.b. was es am nächsten Tag wohl zu essen gibt. FAZIT: Freuen wir uns alle auf eine hoffentlich kommende Fortsetzung: Mission to Milky-way - oder, wie baue ich den Mars der armen, heulenden Aliens in 100 Minuten wieder auf ohne dabei einzuschlafen. Niemand sollte diesen Film schauen (müssen) auch wenn euch eure Freundin drum anheult. NEIN. Und ich werde mir ihn auch für 1000000 Ciao.com-Lesungen nicht nochmal anschauen. Auch nicht für eine fette Prämie aus dem Fonds. Nichts kann mich dazu bewegen. So, ich denke das war eindeutig!
>3z und an alle die wie ich in Anonymen MissionToMars-Geschädigten Gruppen ihren bleibenden Schaden auskurieren: Viel Glück noch!
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09.12.2000 13:58
absolute Hammermeinung. Bis vor der Meinung hatte ich immer vor mir den Film mal auszuleihen, weil ich ihn nicht im Kino sehen konnte - keine Zeit, gehste später hin und verpasst den Film natürlich, weil er nur begrentzte Zeit läuft, kennt man ja! Jetzt weiss ich aber bescheib. Luhmo
08.12.2000 00:37
hi süßer! dein foto zieht mich magisch an...*fg*...und den film fand ich ebenso beschissen! liebste grüße, antje
06.12.2000 14:06
Ich habs geahnt und mir diesen Film erspart. Merci für die Bestätigung - is gut gegen kognitive Dissonanzen. Grüße, FJ.