Erfahrungsbericht über

Mit Findus durchs ganze Jahr (ab 4) / Sven Nordqvist

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Mit Findus durch ein paar Tage im Jahr...

4  10.06.2002 (12.06.2002)

Pro:
schöne Zeichnungen, naturnahe Spielideen, viel Raum für eigene Kreativität

Kontra:
etwas wenig Papier fürs Geld

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Lerngehalt

Aufmachung

Illustration / Fotos

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apobiene

Über sich:

Mitglied seit:29.03.2002

Erfahrungsberichte:27

Vertrauende:15

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 72 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Jahrbücher für Kinder gibt es in reicher Auswahl; das Buch um den pfiffigen Kater Findus und sein Herrchen Petterson hebt sich von der üblichen Palette allerdings durch die charakteristischen Zeichnungen von Sven Nordqvist und den doch etwas anderen Inhalt deutlich ab.

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Zum Inhalt des Buches:
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Wie alle Jahrbücher ist das Buch nach einzelnen Monatskapiteln gegliedert. Dabei sind den einzelnen Monaten nur jeweils 4 bis 6 Seiten (2 bis 3 Doppelseiten) gewidmet, so dass das ganze Buch mit insgesamt 58 Seiten im Vergleich zu anderen Werken doch recht mager ausfällt.

Zu den einzelnen Monaten gibt es verschiedenen Basteltipps, für die fast ausschließlich Naturmaterial und Haushaltsgegenstände verwendet werden. Die Anleitungen sind recht kurz und unpräzise; die Illustrationen sind zwar sehr originell, aber ungenau genug, um den Kindern Platz für die eigene Kreativität zu lassen.

Eine sehr kurze Geschichte passt jeweils zum Thema und endet jeweils mit der Frage, was denn Petterson wohl in diesem Monat für Findus gemacht hat.

Ergänzt werden die Bastelanleitungen durch allgemeine Informationen („Wieso heißt das Stiefmütterchen so?“), Anregungen für weitere Aktivitäten und Kochrezepte.

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Zum Autor
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Der schwedische Kinderbuchautor Sven Nordquist (Jahrgang 1946) wurde mit der Petterson und Findus-Reihe bekannt und vermutlich inzwischen auch reich. Seinen angestammten Berufen als Architekt und Werbezeichner wir er wohl nicht mehr ausüben, zumal auch die Vermarktung der Figuren als Computerspiel, Plüschtier, Kinderzeitschrift (grauenhaft!!) und Comicserie inzwischen voll angelaufen ist. Die mehrfache Auszeichnung mit Kinderbuch-Preisen sollte in Anbetracht dieser Allround-Vermarktung eigentlich aus moralischen Gründen widerrufen werden – aber vermutlich würde jeder diese Chance ergreifen, auch wenn alte Fans der „reinen Lehre“ (Bücher und sonst nichts) dies anders sehen.

Neben Petterson und Findus sind Mama Muh – Bücher bekannt; weitere Sachbücher (zu Mathematik, Angeln und Optik) sind weniger bekannt, erscheinen allerdings im Zuge der allgemein steigenden Bekanntheit inzwischen ebenfalls vermehrt im Buchhandel.


Urteil
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Fans einer naturnahen, ursprünglichen Erziehung werden von diesem Buch begeistert sein. Getreu dem Motto „back to the basics“ reduziert es Basteltipps auf ein Minimum an Aufwand und einfachste Zutaten, sowie minimalistische Anleitungen. Die bekannten Figuren „Petterson und Findus“ machen das Buch für Fans der beiden sicherlich wertvoller, als es bei neutraler Gestaltung wäre.

Ich bin bei der Beurteilung des Buches hin und her gerissen, denn einerseits gefällt mir die Überlegung, Kindern zu zeigen, was man in der Natur mit einfachsten Mitteln ohne großen Aufwand Spannendes machen kann, andererseits haben wir einen reichen Schatz an Büchern, die ebenfalls zu Naturbasteleien anregen und zusätzlich Informationen in größerem Umfang bieten. Hier habe ich immer das Gefühl, der gut gemeinte Ansatz bleibt in den Anfängen stecken.
So lautet ein Spieltipp im Juli: „Mach einen Tante-Emma-Laden auf mit einem Verkäufer hinter dem Tresen. Hier werden Beeren, Blumen, Kaffee (die Samen vom Krausen Ampfer, die man mit der Hand abstreifen kann), Kletten, Fleischklößchen und alles, was dir einfällt, verkauft“.
Natürlich lässt dies Anleitung dem Kind Raum für eigene Phantasie – aber den Tipp, Einkaufsladen zu spielen, muss man einem Kind nicht geben. Wichtiger wäre für mich hier gewesen, weitere Anregungen für „Ware“ zu bekommen – der Anfang mit dem Kaffee war ja toll, aber doch etwas wenig.

Wer die Jahrbücher von „Spielen und Lernen“ kennt, die ebenfalls nach Monaten gegliedert und mit einfachen Bastelanleitungen gespickt sind, wird darüber hinaus enttäuscht sein über den Mangel an Geschichten. Neben der Anregung zu „Aktivität“ werden auch sachliche Information zu Naturthemen geboten, die allerdings jeweils auf wenige Sätze beschränkt bleiben. Richtige längere Erzählungen ohne Sachbuch-Charakter fehlen ganz; diese gehören aber für mich zu einem Jahrbuch dazu, denn ein Buch soll immer auch zum Schmökern verleiten und nicht an jeder Stelle nur eine pure Handlungsanleitung zum „Machen“ sein.

So vermag dieser Band nur diejenigen voll zu begeistern, die ihren Kindern möglichst wenig Vorgedachtes servieren und somit der eigenen Kreativität freien Raum lassen wollen. In der Vollendung praktiziert man dies wohl am Besten, wenn man seinem Kind überhaupt kein Jahrbuch an die Hand gibt; inofern böte sich als Steigerungsmöglcihkeit für diesen Band noch die Alternative des leeren Heftes (was auch deutlich preisgünstiger käme).

Aus diesen Gründen halte ich das Buch zwar wegen seiner liebevollen und originellen Zeichnungen für sehenswert, finde aber, dass es dem Anspruch eines Jahresbegleiters nicht ganz gerecht wird. Wer ein echtes „Jahrbuch“ sucht, ist mit den jährlichen Publikationen von Spielen und Lernen besser bedient. Die Bewertung lautet daher nur „gut“.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
hmaffay

hmaffay

11.06.2002 02:38

klasse bericht! greetings hmaffay

Lenna

Lenna

10.06.2002 17:22

Ich habe die Findus Bücher früher total gerne gelesen. Besonders wegen den tollen Bilder. Allerdings wusste ich nicht, dass es auch ein Jahrbuch davon gibt. Hatte mal eins mit diesen Raben. Mir fällt gerade nicht ein wie die heißen. Fand ich auf jeden Fall echt gut. Liebe Grüße, Lena

Coolteen

Coolteen

10.06.2002 17:20

Schöner Bericht! Schau doch mal vorbei! Bye! *wink*

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