Hallo ciaos,
heute möchte ich Euch das Buch "Mit weitem Herzen vorstellen."
Das Buch soll zu einem Grundverständnis
des Buddhismus führen,mit Hilfe einiger
Schlüsselmethoden, in denen der
Praktizierende im Lauf seines Lebens
Mitgefühl und Weisheit entwickelt.
In mehreren ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Finetta12 über Mit weitem Herzen / Dalai Lama 12. Mai 2007
Produktbewertung des Autors:
Aufmachung:
schön
Niveau:
sehr anspruchsvoll
Pro:
Ein guter Überblick der Meditation
Kontra:
für Kenner
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Hallo ciaos,
heute möchte ich Euch das Buch "Mit weitem Herzen vorstellen."
Das Buch soll zu einem Grundverständnis des Buddhismus führen,mit Hilfe einiger Schlüsselmethoden, in denen der Praktizierende im Lauf seines Lebens Mitgefühl und Weisheit entwickelt.
In mehreren Kapitel beschreibt der Dalai Lama, welche Schritte der Übende benötigt um dorthin zu gelangen. Wir erfahren etwas über den Weg der Meditation,des Mitgefühls, des Karmas, der Weisheit und der Buddhaschaft.
Das Buch entstand als Seine Heiligkeit der Dalai Lama auf Einladung des Tibet Center und der Gere Foundation zu einer Vortragsreihe nach New York kam. In diesen Vorträgen, die die Grundlage des Buches sind, zeigt der Dalai Lama wie wir unser Herz öffnen und für alle Wesen Mitgefühl entwickeln können das Bestand hat.
Doch warum kann uns die Meditation dabei helfen? Die Autoren griffen auf Texte des indischen Mönches Kamalashila zurück, der einen der wichtigsten Beiträge zur Entwicklung und Erläuterung der buddhistischen Meditationspraxis leistete. Sein Werk "Stufen der Meditation" , in der mittellangen Fassung, enthält die Essenz des gesamten Buddhismus. Zwei weitere Texte sind die von Thomas Sangpos "Die 37 Praktiken der Bodhisattvas" und Langri Thangpas "Acht Strophen zur Schulung des Geistes."
Nun, das liest sich auch im Buch sehr trocken und theoretisch, und wir wollen es uns einmal näher anschauen. Dem westlichen Menschen fällt es schwer sich auf eine Meditation zu konzentrieren, weil unzählige Eindrücke des Alltags auf ihn einprasseln, wie Radio,Fernsehen,Gespräche,etc.
Das tibetische Wort für Meditation ist gom" und bedeutet sich vertraut machen. Wir sollten unseren Geist auf ein Objekt richten, das kann nicht nur etwas greifbares sein, sondern auch die rhytmische Bewegung des Atems.
Unser Geist wird ruhiger, und springt nicht mehr so hin und her. Jedoch können wir die Meditation nicht erzwingen. Es ist ein langer Übungsweg der Geduld erfordert.
Im Kapitel "Ruhiges Verweilen" erfährt der Übende wie er seinen Geist Schritt für Schritt schulen kann. Es ist der Zustand, indem der Geist in ruhiger Klarheit, unabgelenkt auf das Mediationsobjekt ruht.
Sicherlich werden einige anmerken, das das in ihrem Umfeld nicht möglich ist. Denn es ist wichtig täglich zu üben. Am Anfang reichen 15-20 Minuten, die in den Tagesablauf intregiert werden. Es ist keine leichte Aufgabe, doch wenn Angehörige überzeugt worden sind, dann lässt es sich machen. Am besten ist es morgens, wenn noch alles schläft.
Leseprobe: "... Um einsgerichtete Sammlung in bezug auf die letztendliche Natur des Geistes zu entwickeln, rücken sie zunächst die erste Geistesebene - die klare Gewahrseinserfahrung- in den Blickpunkt der Meditation. Sobald dies geschehen ist, widmen Sie sich der Kontemplation über das Nichtvorhandensein unabhängigen Eigenexistenz des Geistes. Dann kommt tatsächlich die Leerheit des Geistes zum Vorschein, es zeigt sich, das dem Geist keinerlei Eigenexistenz innewohnt."
Um dorthin zugelangen, hat die Entwicklung des Ruhigen Verweilens neun Stufen, die auch Samantha genannt wird.
Erste Stufe Es ist der Anfang der Meditation um den Geist festzuhalten, der jedoch noch hüpft wie ein Ball. Dem Übenden bereitet es viel Mühe den Geist zum Objekt zurückzubringen.Zweite Stufe Nun gelingt es den Geist einige Minuten festzuhalten, doch die Phasen der Ablenkung sind immer noch länger als die Phasen der Konzentration. Sie erreichen die Stufe, wenn sie auf dem Objekt länger bleiben können.Dritte Stufe Ihre Konzentration ist besser, die Ablenkungen sind kürzer geworden, und der Geist ist als Resultat der stetigen Übung sofort wieder beim Objekt. Der Übende bemerkt sofort wenn sein Geist abschweift, und holt ihn schnell zurück. Jedoch fällt es ihm noch schwer seine Mitte zufinden.Vierte Stufe Nun lassen sie sich nicht mehr so schnell ablenken. Der Geist wird stabiler und die Klarheit nimmt zu. Auf dieser Stufe versuchen das Objekt über einen längeren Zeitraum zu fixieren.Mit den nächsten beiden Stufen sind am schwierigsten zu meistern, weil hier mit den feineren Formen von Sinken und Erregung die größten Hindernisse auftreten.Fünfte Stufe: In der fünften Stufe hat der Übende die Geistesdisziplin entwickelt. Er nimmt eine leichte Erschlaffung wahr und kann Gegenmittel anwenden.Sechste Stufe: Der Übende wirkt auf dieser Stufe vor allem der Erregung störender Gedanken entgegen. Es ist wichtig an diesem Punkt die Kraft der Wachsamkeit sehr intensiv anzuwenden. Ablenkungen störend den Geist weitestgehend nicht mehr.Siebte Stufe: Hier erfahren sie die vollständige Befriedigung. Der Geist verweilt in einem natürlichen Geist, und der Übende kann die Meditation entspannter fortsetzen. Er durchschaut alles, was der Meditation schaden könnte.Achte Stufe Der Praktizierende hat keine Probleme mehr mit dem Sinken, doch ist es für ihn immer noch am Anfang anstrengend die Konzentration beliebig lange beizubehalten.Neunte Stufe: Auf der neunten Stufe ruht der Geist mühelos auf ein Objekt. Der Übende entwickelt eine tiefere Meditation, indem er ein beglückendes Gefühl von der Geschmeidigkeit des Körpers und Geistes erfährt.Doch was nützt uns die Mediation in unserem Leben?In Kapitel sieben erfahren wir etwas über Mitgefühl. Unser Mitgefühl veranlasst und inspiriert uns dazu, uns in jenen heilsamen Praktiken zu üben, die zur Buddaschaft führen. Es ist wichtig das wir ein Mitgefühl für unsere Menschen entwickeln, denn sie haben ein vielfältigen Anteil an unserem Glück und Wohlergehen.Unsere Anteilnahme für alle empfindenen Wesen muss der Einsicht entspringen, dass sie leiden. Dieses Leid besteht aus verschiedenen Stufen. Wir empfinden Sympathie, z.b für schmerzhafte Krankheiten oder wenn jemand stirbt, das wird im Buddhismus das Leid angesichts des Leidens genannt.Schwieriger wird es dagegen, wenn jemand erfolgreich ist, und wir uns mit ihm freuen. Tatsächlich aber handelt es hier um die zweite Art des Leids - Das Gefühls des Neids.Daneben gibt es eine weitere, tiefere liegende Ebene des Leids. Es sind die negativen Emotionen und Gedanken die unseren Daseinskreislauf beherrschen. Wir können es nur schwer erkennen, erst durch ein tiefgründiges Verstehen der drei Ebenen, fällt es uns leichter darüber nachzudenken und zu meditieren, für die wir mehr Zeit benötigen.
In dieser Phase der Meditation entwickeln wir eine Leerheit. Eine Blume ist eine Blume, und eigentlich doch nicht. Leerheit bedeutet ein innere Reife,um über das Leid hinaus zu gelangen, und höchste Erleuchtung zu erreichen.
Denn wir alle haben ein Karma, das im wikiweb mit folgenden Definitionen angegeben wird; - Karma (Sanskrit) wird jedes spirituell- esoterisches Konzept verstanden, nachdem jede Aktion - physisch wie geistig, unweigerlich eine Konsequenz hat vielleicht auch erst im nächsten Leben. - Die Philosophie, welche besagt, das gute Taten durch ein gutes Schicksal und durch schlechte Taten durch schlechtes Schicksal vergolten habe. - (Sanskrit): buddhistisches Konzept des Gesetztes von Ursache und Wirkung.
Nun kommen wir zum Abschluss und meiner Meinung zum Buch. Es ist ein Buch für Leser die sich mit der Thematik auskennen. Jedes Kapitel fügt sich in das nächste und vertieft es. Sicherlich tauchen wieder Fachbegriffe auf,und diesmal gibt es keinen Anhang um mal schnell nachzuschauen. Das Buch hat eine klare Sprache, doch der ein oder andere Satz muss der Leser schon mal mehrmals lesen.Die Kapitel sind in angenehmer Länge, immer so zehn Seiten, da bleibt der Überblick erhalten. Im Vorwort wird der Sinn des Buches erläutert. Die Vorträge wurden von den Autoren gut aufgearbeitet. Ich hatte einen Vorteil darin, das ich selber Meditation praktiziere, und den stillen Weg seit drei Jahren gehe. Einige können am Anfang die Stille nicht aushalten, deshalb wird in einigen Kursen mit Musik geübt, die eigens für den westlichen Menschen entwickelt wurde. Aus Erfahrung kann ich sagen, ohne ist besser, und man kommt viel besser in die neun Stufen der Meditation.Es ist kein Buch zum Weglegen, denn es erfordert ein erneutes Lesen, mit jeder Entwicklung.Es hilft einem manches besser zu verstehen. Denn das macht das Buch aus. Nach mehrmaligen Lesen vertieft sich die Einsicht der Weisheit und das Mitgefühl, und fördert neue Aha-Effekte. Ein liebevolles Buch, das den Menschen zeigt, das der den anderen braucht, und das Respekt für einander wichtig ist.
Dalai Lama "Mit weitem Herzen", Mitgefühl leben, Theseus Verlag, ISBN 3-8960-189-1, 189 Seiten, Eur 7,95, gebunden.
Danke für euer Lesen und Kommentieren.
Liebe Grüße Finetta
(auch für yopi geschrieben)
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