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Anduil

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Geschriebene Berichte

seit 09.11.2004

40

Der Fragebogen zum Tod 05.02.2012

Dafür!

Der Fragebogen zum Tod 1. In welcher Form bist du dem Tod schon einmal begegnet? Er besucht gelegentlich gefüllte Kaffee- und Teetassen. 2. Hast du Angst vor dem Tod? Würdest Du Dich vor einem unterernährten Mönch fürchten? 3. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod? Das ist keine Glaubensfrage. Sollte nicht irgenwer (wehe!) die Beerdigungskosten senken wollen, werde ich ganz unten in die Nahrungskette eingereiht und anschließend vielfältig weiterverwertet werden. 4. Was glaubst du geschieht mit dir, wenn du tot bist? Ich werde verspeist werden. 5. Glaubst du, dass du in den Himmel oder in die Hölle kommst? Ich werde hier bleiben und nicht mehr wissen, dass ich ich bin. Eigentlich werde ich nichtmal ich - ja nichtmal werde. Gefressen worden sein, das trifft es. Sollte Gautama recht haben, hoffe ich auf das Parinirvana. Der Rest ist gefressen worden. 6. Wenn Du an ein Leben nach dem Tod glaubst, was meinst Du, als was hast Du wohl schon einmal gelebt ? Als - Überraschung! - Teil der Nahrungskette. 7. Hast du dich schon mal hypnotisieren lassen, um festzustellen, ob du schon einmal gelebt hast? Nicht nötig, danke. 8. Glaubst du an Gott? Welchen meinst Du? 9. Glaubst du, dass mit dem Tod alles vorbei sein wird oder glaubst du, dass danach noch etwas kommt? Der Tod ist höchst lebendig, da kommt jede Menge hinterdrein. 10. Hast du schon einmal Todesträume gehabt? Und Du? 11. Was hältst du von den Aussagen der Menschen, die ins Leben zurückgeholt wurden und erzählten, was sie ...

Them: The Summoning (PC) 23.12.2011

AV Technologies demontieren sich selbst

Them: The Summoning (PC) Them: The Summoning Downloadspiel, deutsche Version 2011 Entwickler und Herausgeber: AV Technologies Schulnoten - Spielidee: 6, Spielaufbau: 6, Steuerung: 4, Grafik: 5, Musik: 3, Wiederspielbarkeit: 5, Suchtfaktor: 6 Spielprinzip: Wimmelbild Rahmenhandlung: Du gerätst in eine Mordsgeschichte hinein. Schwierigkeit: ekelhaft Optionen: Musik und Sound, Helligkeit und Farbsättigung, Vollbild (Breitbild automatisch) oder Fenster. Modi: Standard oder leicht Du befindest Dich unmittelbar in der Geschichte, es gibt also kein Intro. Als erstes siehst Du ein dunkles Zimmer und das Wort "Lichtschalter". Kombiniere: Lichtschalter finden und anklicken. Du sorgst Dich etwas um Grendel, der sich auch prompt melden wird, sobald Du Dein Zimmer aufgeräumt hast. Er bittet Dich, zu ihm zu kommen. Vorher musst Du aus demselben Zimmer aber noch ein paar Gegenstände einpacken... Vor Spielbeginn legst Du Deinen Namen, den Modus und Dein Geschlecht fest. Und auch, wenn Du angegeben hast, männlich zu sein, wirst Du neben einem Schmetterling, einem Tropenhelm, einem Fächer und weiteren nützlichen Dingen, eine zierliche, hochhackige Damensandale einpacken. Spiele, die so beginnen, ermutigen so richtig zum Weitermachen. Folgerichtig wirst Du, bevor Du zu Grendel kommst, auch erstmal ein weiteres Wimmelbild vor der Einfahrt spielen. Zu dieser Einfahrt bist Du nicht etwa gelaufen oder gefahren, sondern via Teleportation oder so hingebracht worden. Eben noch in Deinem Zimmer, zack - vor Grendels ...

Meine 10 schönsten, erhaltenen Kommentare 16.12.2011

Nahrhafte Worte

Meine 10 schönsten, erhaltenen Kommentare Angesichts der üblichen kommentarlosen Wertungen und wertlosen Kommentare, freut es mich, wenn in der Kommentarspalte Stellung bezogen wird. Auffällig ist, dass gute Kommentatoren i.d.R. auch gute Autoren sind. Diesen Umstand nutzend, möchte ich mein Dankeschön an die Verfasser der folgenden Kommentare als Leseempfehlung verstanden wissen. Die Auswahl fiel mir nicht ganz leicht, was v.a. daran liegt, dass einige der besten Kommentatoren die Plattform verlassen haben oder mussten. Da ich Dir, geschätzter Leser und werte Leserin, die Berichte und verfassten Kommentare in der Statistik meiner Lieblingskommentatoren ans Herz legen möchte, bleiben einige brillante Kommentare hier außen vor. 1 http://www.ciao.de/Mitgliedkalloc1195026 zu einem Bericht über einen koffeinfreien Kaffee: "Womit bewiesen wäre, dass selbst ein Schonkaffeebericht literarisches Niveau aufweisen kann und nicht ätzendlangweilig sein muss." Kalloc hat Kompliment und Stoßseufzer in einem Satz untergebracht, was nicht übel ist. Dem Stoßseufzer schließe ich mich an. 2 http://www.ciao.de/MitgliedDrLabude1301087 zu einem Bericht, in dem es um Erinnerungen geht: "Über "Alles mit K" erfahre ich hier aber fast nichts. Eigentlich gehört dieser Bericht in eine Produktkategorie. Außerdem würde es Deinen Berichten gut tun, wenn Du etwas besser gliedern ... Ich war verwirrt. Entschuldige. Das ist zauberhaft." Labude ist Meister des pointierten Schreibens. In den Favoriten seines Profils sind bemerkenswerte ...

Das Labyrinth der Träumenden Bücher / Walter Moers 03.12.2011

Moers erfindet das romanhafte Vorwort

Das Labyrinth der Träumenden Bücher / Walter Moers In den meisten seiner Romane schildert der Autor Zamonien und seine Bewohner so anschaulich, dass man geneigt ist, wenn schon nicht zu glauben, dann doch zumindest zu wünschen, es gäbe Zamonien. Vielleicht sind nicht alle seine Bewohner gleichermaßen wünschenswert, aber ein paar Wolpertinger, Eydeeten und Schrecksen kennen zu lernen, kann so schlecht nicht sein. Und wer, der sich Gedanken über die Namen der Buchlinge gemacht hat, mit ihnen mitfieberte, als die Bücherjäger über sie herfielen oder erfuhr, welche Bücher sättigen und welche eher dick machen, wollte sich nicht mit einigen dieser liebenswerten Kleinzyklopen unterhalten (Moers: Die Stadt der Träumenden Bücher, Piper 2004)? Ein Plausch in einer mit Buchdeckeln ausgeschlagenen Höhle, an dem Perla La Gadeon, Gofid Letterkerl und Orca de Wils beteiligt sind, ist wahrscheinlich ziemlich gemütlich. Nun haben wir Verehrer Buchhaims also Gelegenheit, uns auf ein Wiedersehen zu freuen. Zugegeben, der Abstecher nach Sledwaya, zu Echo und Schrecksenmeister Eißpin (Moers: Der Schrecksenmeister, Piper 2007) war erbaulich und immerhin ein neu verfasster Letterkerl. Dennoch bleiben die Sehnsucht nach den Buchlingen, die Frage um ihr Wohlergehen und der Zweifel, ob Buchhaim jemals wieder seinem Namen gerecht würde. Zumindest die letzte dieser Fragen wird im neuen Buch beantwortet. Jawohl, Buchhaim gibt es wieder. Es wurde neu aufgebaut und hat sich sehr verändert. "Literatur" wird zum weit gefassten, ständig mutierenden Begriff in ...

The Island Castaway 2 (PC) 26.11.2011

Zerstörung eines Heiligtums als interaktiver Film

The Island Castaway 2 (PC) The Island Castaway 2 Downloadspiel/ Casual Game Entwickler/ Hrsg.: Sahmon/ Awem Download: www.awem.com 2011 Schulnoten - Spielidee: 3, Spielaufbau: 2, Steuerung: 1, Grafik: 1+, Musik: 1, Wiederspielbarkeit: 2, Suchtfaktor: 2 Spielprinzip: Point&Click-Abenteuer, in dem Du eine Spielfigur steuerst. Einige Entscheidungsfreiheit im Spielablauf ist gegeben. Rahmenhandlung: Der Waisenjunge Yati wird durch unvorhergesehene Ereignisse abrupt erwachsen. Schwierigkeit: sehr einfach, nicht wählbar Optionen: Musik/ Sounds/ Dialoge - Vollbild/ Fenster - Automatisches Speichern an/ aus Yati ist ein Waisenjunge im Teenageralter, der vom gesamten Inselvolk aufgezogen wird. Jeder kümmert sich auf seine Weise um den Jungen und lehrt ihn, was er zu lehren hat. So wächst Yati behütet und geliebt auf, obwohl seine Eltern verstorben sind. Du steuerst Yati als Spielfigur und lernst zunächst zu überleben. Im Laufe des Spiels wirst Du diverse Aufgaben für die anderen Stammesmitglieder erledigen und dafür mit Wissen und Werkzeugen belohnt werden. Damit werden Deine Aufgaben vielfältiger und anspruchsvoller. Es gilt nicht nur, das bloße Überleben durch Ernährung zu gewährleisten, Du musst auch Krabben fangen, Vögel erbeuten und Schweine jagen können. Dazu wiederum benötigst Du Pfeile, die Du selbst herstellen oder kaufen kannst. Um etwas zu kaufen, brauchst Du Perlen, die Du am Strand sammelst oder durch den Verkauf gesammelter oder angefertigter Produkte erwirbst. Später wirst Du weitere ...

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2 (DVD) 24.11.2011

Endlich darf Alan Rickman

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2 (DVD) Blieben nach dem ersten Teil dieses siebenten Films noch der fade Beigeschmack der Beutelschneiderei und der Verdacht, man hätte aus zwei Teilen problemlos einen machen können, so rechtfertigt Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2 die Crew um David Yates. Es ist denkbar, den letzten Band in einem Film unterzubringen. Dennoch bin ich dankbar dafür, dass es nicht getan wurde. Harry, Hermine, Ron und wir begreifen in 125 Filmminuten ein paar Dinge, die bisher unmöglich zu sein schienen. Voldemort wird besiegt, aber das ist nicht die Hauptsache in diesem Film. Die Membran zwischen Gut und Böse wird durchlässig. Die Bösen dürfen Menschen sein. Es wird endlich schauspielerische Leistung verlangt, die ich mir für die Vorgänger dieses Films oft vergeblich gewünscht habe. Da ist ein Tom Felton als Draco Malfoy, der zeigen darf, dass sich Draco entwickelt hat. Er wird Harry Potter vermutlich niemals zu seinem Freundeskreis zählen. Aber er ist eben nicht mehr grausam oder verschnöselt. Er ist auch nicht mehr das jämmerliche Würstchen, das er in den vorangegangenen Filmen darstellen musste. Stattdessen sehen wir einen jungen Mann, der um das Richtige weiß und darunter leidet, es nicht tun zu können. Draco schlägt darin seiner Mutter nach und ist reifer als sein Vater. Selbst Jason Isaacs darf als Lucius Malfoy für einen Moment Kunst produzieren, wenn Voldemort ihn fragt, wie er nur mit sich selbst leben könne. (Was für einen Voldemort übrigens eine erstaunliche Frage ist, aber ...

Avalon Legends Solitaire 21.11.2011

Ein weiteres mäßiges Kartensolitaire

Avalon Legends Solitaire Avalon Legends Solitaire Entwickler: Ana Wiki Games, 2011 Casual Game/ Downloadspiel Bei www.deutschland-spielt.de ab 3,49€ im Club, knapp 10 € ohne Mitgliedschaft. Bei www.bigfish.de 5,99€, Kauf nur nach Anmeldung möglich. Systemvoraussetzungen: Windows XP/Vista/7, mind. CPU 1000 MHz, mind. 70 MB auf der Festplatte, Min. 512 MB Arbeitsspeicher, Grafikkarte mit min. 32 MB Videospeicher, Soundkarte, DirectX ab v9.0, Internet Explorer ab v.5.0 | Originaltitel: Avalon Legends Solitaire Schulnoten - Spielidee: 3 , Steuerung: 1, Grafik: 2 , Musik: 1, Wiederspielbarkeit: 1 , Suchtfaktor: 3- Spielprinzip: Rundenbasiertes Kartenspiel ohne Zeitlimit Rahmenhandlung: Du gelangst als Druide nach Avalon, um ein verlorenes magisches Kartenset wieder zu finden. Schwierigkeit: unterdurchschnittlich, Verlieren ist nicht möglich Optionen: Fenster, Voll- und Breitbild, Mauszeiger, Ton, Storymodus, Freies Spiel. Deutsche Version. In Avalon, dem Land der Magie, wird Dir anheim gestellt, die verlorenen Karten der Druiden zu suchen - ein Kartenset von großer friedvoller Macht. Du spielst in Kapiteln bzw. Levels, von denen jedes 10 Runden hat. Erreichst Du das Levelziel nicht innerhalb von 10 Runden, spielst Du solange, bis Du es geschafft hast. Verlieren ist also nicht möglich. Levelziele sind für gewöhnlich Combolängen, das Abräumen aller Karten und zu erspielende Punktzahlen. Ziel jeder Runde ist es, möglichst alle Karten aufzudecken, wobei Du jeweils angrenzende Zahlenwerte auf die ...

Alles mit C... 20.11.2011

Über Casual Games

Alles mit C... Casual Games sind als Downloadspiele die kleinen Geschwister der PC-Spiele. Einige besonders erfolgreiche Titel werden nachträglich als CD-Rom veröffentlicht. Zunächst aber sind sie ausschließlich auf dem Markt zu erhalten, für den sie produziert werden: im Internet. Obwohl sie früher nicht so hießen, gibt es Casual Games, seit es das Internet gibt. Ein regelrechter Boom ist seit 2008 zu beobachten. Seitdem entwickeln sich Spielaufbau und Grafik rasant. Wirken die Wimmelbildabenteuer vergangener Jahre heute hölzern, so waren sie damals doch eine Innovation. Gegenwärtig gibt es zahlreiche Entwickler, deren Spiele entweder auf ihren eigenen Seiten oder über die Spieleanbieter abrufbar sind. Die meisten Entwickler, deren Produkte uns zugänglich sind, haben ihren Sitz in Russland oder in der Ukraine. Der Grund dafür ist so einfach wie unerfreulich: Im Verhältnis zum Fachwissen sind die Lohnkosten gering. Es gibt jedoch einige Entwickler in den USA, in Mittel- und Westeuropa sowie in Australien, die dem zunehmenden Preisdruck stand halten können. Die größten Portale, also Spieleanbieter, sind Big Fish und Zylom. Auf dem deutschen Markt haben sich Intenium mit Deutschland Spielt sowie Alawar mit seiner eigenen Homepage etabliert. International erfolgreich sind auch AWEM und Youda Games, um nur zwei Beispiele zu nennen. All diesen Anbietern ist gemeinsam, dass sie Spiele antweder kaufen und anbieten oder aber selbst entwickeln bzw. entwickeln lassen. Der Vorteil des Casual ...

Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) 24.05.2005

Neulich, um 12:45 Uhr

Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) Viola saß auf einem Stein und tat das, was sie für gewöhnlich um diese Zeit zu tun pflegt: Sie unterhielt sich mit Anastasia. (Wussten Sie, dass die Namen aller Ameisen mit ‚A’ beginnen? Eigentlich ist das logisch, aber man muss drauf kommen.) Elfe und Ameise hatten sich viel zu erzählen, denn in letzter Zeit war im Garten manches geschehen. Und täglich ereigneten sich neue Dinge, es schien überhaupt kein Ende zu nehmen. Da waren, noch unter dem Schnee, die gelben Primeln gewesen, die der Christrose Gesellschaft geleistet hatten. Sogar ein furchteinflößender Steinbeiß hatte sich in den Garten verirrt, ein Tier, das so selten ist, dass nicht mal die 214 jährige Elfe (sie schämte sich ein wenig wegen ihrer jugendlichen Unerfahrenheit) es je zuvor gesehen hatte. Wenige Wochen später war ein Krokus nach dem nächsten aufgeblüht, man hatte sie gar nicht mehr zählen können, so viele waren es. Viola machte sich gern einen Spaß daraus, sie zu messen. Sie stellte sich neben sie und kuschelte ihre Nase zwischen die Blütenblätter. Bei den Blauen ging das aber nicht, die waren zu hoch gewachsen. Anastasia hingegen war früh im Jahr mit der Gemeinschaftsrenovierung ihrer Gemeinschaftswohnung beschäftigt und hatte kein Auge für Krokus und Co. Da kam es ihr ganz recht, dass Viola sich mit den Gartenneulingen vergnügte – als Ameise, die auf sich hält, muss man ja auf dem Laufenden bleiben. Vor ein paar Tagen hatten die hochmütigen Narzissen ihr eigenes Reich ...

Narzisse Ice King 24.05.2005

Niemals Demut

Narzisse Ice King Der Schnee hatte sich zurück gezogen und mit ihm der Winter. Die Blauen blühten noch. Doch die hohe Zeit des Krokusreichs war vorüber, und eine neue Macht schien auf. Sehr gerade, schlank und stolz standen die Narzissen, den verhüllten Kopf ganz leicht geneigt. „Höher.“, raunten sie einander zu, „Höher!“ Was war der Krokus für ein anspruchsloses und selbstgenügsames Gewächs! - Niedrig blieb er, nur begierig zu blühen und Farbe zu zeigen, als kümmerte es die Welt. Nein, die Welt interessierte sich nicht dafür, und so würden auch die Narzissen sich nur für sich interessieren. Für sich selbst wollten sie hoch und edel sein, und sich selbst wollten sie spiegeln – eine in der anderen, in vornehmer Blässe. Ein einmaliges Reich wollten sie gründen, dessen Kultur nichts gleich kam, was bisher da gewesen war. So geschah es. Sonne und Wind spazierten Hand in Hand, um all die Frühlingsboten mit zärtlichen Worten zu wecken. Schon regten sich die ersten Tulpen, die Buschwindröschen schmückten sich mit weißen Sternen, und die roten Primeln wurden von ihren gelben Geschwistern freudig begrüßt. Nur die Narzissen hatten es nicht eilig. Primeln? Fußvolk. Buschwindröschen? Lachhaft. Tulpen? Pah, bis die kämen, stünde das Narzissenreich in höchster Blüte. Nein, sie hatten keine Konkurrenz zu fürchten. Ganz allmählich erhob die Erste ihr Gesicht. Wie schön sie war! Weiß, jedoch nicht strahlend. Edel sah sie aus, wie kostbare, alte Spitzen. ...

Schillerndes zum Schillerjahr 2005 19.05.2005

Besuch

Schillerndes zum Schillerjahr 2005 „Hör auf zu husten, du bist nicht krank, sondern bloß tot.“ « Entschuldigung, s isch Gwoheit. » Glücklicherweise wusste er nicht, dass ich keinen deutschen Dialekt mehr hasse, als den schwäbischen. „Und komm endlich rein. Muss ja nicht jeder wissen, dass mich eine Nationalleiche besucht.“ O. hatte ihn zu mir gezerrt, höchst unwillkommenermaßen. Ich konnte mit diesem Dichter und Theaterautor nichts anfangen, weder mit seinen Werken, noch mit der Gegenwart seiner Leiche vor meiner Tür. Als Historiker war er, aus heutiger Sicht, eine Katastrophe, und als universeller Denker besaß er vielleicht eher Sportsgeist denn Talent. Um sein Geschreibe hatte ich bisher diverse Bögen und Haken schlagen können, wenngleich sogar ich die erste Zeile der „Glocke“ auswendig weiß, obwohl ich das Gedicht niemals hatte lernen müssen. Ansonsten bin ich aber vollkommen schillerfrei. Naja, die Ode – ok, die kenne ich auch, mag sie sogar. Die erste Strophe. Ein paar Worte. Sinnleere Worte heutzutage, wenn Sie mich fragen. „Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium...“ Bitte – wer, der mono- oder atheistisch ist, verbindet heute noch ein Gefühl mit dem Wort „Götterfunken“, in einer Zeit, da das Griechisch-Römische nicht mehr als kulturelles Ideal gilt? Und welcher Stahlarbeiter, welche Verkäuferin, welcher Durchschnittsarbeitslose (DURCHSCHNITTSarbeitslose) hat sich jemals mit dem Begriff „Elysium“ näher ...

Crocus Flower Record 11.05.2005

Langsam aber mächtig

Crocus Flower Record Die Blauen hatten sich unter der Erde bereits verabredet: „Wir steigen zusammen hinauf.“ Alles wollten sie gemeinsam machen, noch hatten sie jedoch viel Zeit. Sie wussten das nicht, aber es war gerade Ende Februar. Einige Nachbarn waren eben erwacht, andere hatten den ganzen Winter durchgefeiert und wurden langsam müde. Der Frost wich und wankte nicht, sondern brachte immer neuen Schnee – auch sie würden ihn noch sehen. Im Augenblick aber träumten sie vom Oben, von Sonne und vom Vorfrühling, den sie begleiten würden. Einige Tage später stiegen sie hinauf, höher und höher. Sie wagten noch nicht, sich ganz zu öffnen. Überall waren nur die dunklen Schöpfe zu sehen. Stumm vor Staunen standen sie, nicht mehr geborgen, jedoch auch noch nicht erblüht. Seltsam fanden sie sich – so dunkel und verkümmert. Nicht schön fanden sie sich, und dabei waren sie doch schön: Sie hatten schön zu sein; sie wollten es so. „Du siehst krank aus.“, flüsterte einer, und ein anderer antwortete bekümmert „Du auch.“. Trauer war da unter all den Blauen, die sich ganz etwas anderes vorgestellt hatten. Wie sie blühen wollten und glänzen im herrlichsten Purpur des Krokusreichs! „Schande, Schande“, weinte es. Die Sonne blinzelte vergnügt. Jedes Jahr das gleiche... Immer diese Ungeduld... Da die Blauen es unbedingt so wollten, würde sie ihnen ein wenig auf die Sprünge helfen. Und sie strahlte, lockte alles Leben vor seiner Zeit, ...

Botanischer Krokus Blue Pearl 11.05.2005

Winterhelden unter sich

Botanischer Krokus Blue Pearl Winterhelden unter sich Es begab sich zu einer Zeit, da nur die lebenswilligsten Pflanzen dem strengen Regime des Winters trotzten, dass sich ein schimmerndes Köpfchen über den Schnee erhob. „Schau schau“, kam eine Amsel schwatzend daher. „Der erste Krokus!“ „Sieh sieh“ zirpte eine Kohlmeise. „Es wird doch wohl nicht Frühling?“ Der Krokus interessierte sich aber gar nicht für die geschwätzigen Gefiederten. Er staunte gerade woanders. Alles um ihn herum war weiß, so vollkommen weiß, dass er selbst sich kaum sah. Eigentlich machte das nichts. Es gab genug anderes zu sehen, die Winterhelden zum Beispiel: eine dunkelrot blühende Christrose, die ihn freundlich nickend grüßte. Und gelbe Primeln, die ein wenig Atemnot unter dem Schnee hatten. Was waren die mutig und zäh! Das musste er den anderen erzählen, das mussten sie sehen. „Wacht auf! Kommt heraus!“, rief der kleine Krokus. Es begann zu schneien, und er fühlte sich ungemütlich ohne seine Artgenossen. Den ganzen Tag lang versuchte er, sie zu wecken, aber nichts tat sich. Als sich Dunkelheit über den Garten legte, schloss er erschöpft und traurig seine Blüte. Die Elster war zutiefst entzückt gewesen, als sie den Krokus entdeckt hatte, denn er schimmerte wie eine Perle, weiß-blau. Zuerst hatte sie ihn für ein Glitzerding gehalten, das ein törichter Mensch verloren hatte. „Wie schade.“, dachte sie nun, nachdem sie den kleinen Weißen von einem ...

Ihre Kneipengeschichte 24.04.2005

Steine

Ihre Kneipengeschichte Steine Sarah trat an den Tresen, kaufte einen Schokoriegel und wandte sich zum Gehen. Sie hatte Benjamin nicht bemerkt, der sich in die dunkelste Ecke des Hidhud* gesetzt hatte, wo er auf Uri wartete. Sie sah Mama wirklich ähnlich, mit den strengen Zügen und den nachlässig gebundenen Locken. Er rief sie, und sie kam an seinen Tisch. „Ich hab gleich Dienst. Kommt der Offizier noch?“ Immer nannte sie Uri „der Offizier“. Sie mochte ihn nicht, ahnte wohl auch, was er und Uri manchmal nachts taten, abseits des Stützpunktes. Aber es ging sie nichts an, ganz einfach. Man vergeht sich nunmal nicht an weiblichen Wehrpflichtigen, aber man ist jung – also was soll’s. Und verdammt, es ging sie eben einfach nichts an! „Ja.“ Gerade hatte er sich noch gefreut, sie zu sehen. Morgen würde er nach Hause fahren, Mama und die Freunde wiedersehen. Eine kurze Woche nur. Aber endlich raus aus diesem, von nervösen Siedlern und stoischen Palästinensern bevölkerten Grenznest. „Hat Mama dir auch geschrieben?“ Er schüttelte den Kopf. „Ich soll dich grüßen und dir sagen, dass sie hofft, du wirst im Urlaub zu Hause wohnen. Wirst du?“ Sie öffnete die Uniformjacke und setzte sich ihm gegenüber. „Ben, sie rechnet mit dir, enttäusch sie nicht. Er nickte. Natürlich wird er. Und nein, er dachte nicht daran, Mama zu enttäuschen. Nie. „Geht es Dir gut, Sarah?“ Er betrachtete sie, die Kleine, die gestrenge Schöne, ...

Der tönerne Gott / Lion Feuchtwanger 18.04.2005

Narzissmus in München, 1910

Der tönerne Gott / Lion Feuchtwanger Da schreibt ein Lion Feuchtwanger, der kaum als der Autor zu erkennen ist, den ich so sehr schätze. Menschen und Begebenheiten werden mit einer solchen Vielzahl an Adjektiven belegt, dass es schlicht ermüdend ist, diesen Aufzählungen zu folgen. Die Protagonisten werden in Schubladen verpackt und mit extra großem Etikett versehen, damit der Leser sie auch ja nicht falsch einordnet. Es ist, als würde mir jemand einen seiner Bekannten vorstellen und mir seine fertige Einschätzung dieses Menschen gleich mitliefern, statt mir ein freies Urteil zuzugestehen. Das mag ich eigentlich nicht. Nach etwa einem Drittel der knapp 200 Seiten war ich mit einem meiner Lieblingsschriftsteller einigermaßen ausgesöhnt. Zwar behält Feuchtwanger den bevormundenden Stil bei, der für alles, was ich sonst bisher von ihm gelesen habe, völlig untypisch ist. Auch bleibt sein Blick für das Menschliche an der Oberfläche, wirkt distanziert und vergleichsweise kühl, im Verhältnis zu seinen anderen Romanen. Aber er entwickelt hier eine Handlung, die es wert ist, sich darauf einzulassen. Heinrich Friedländer ist der Sohn eines jüdischen Kaufmanns, der es durch Beharrlichkeit und Solidität zu erheblichem Wohlstand gebracht hat. Vater Friedländer liebt seinen Sohn und ermöglicht ihm, sämtlichen Neigungen sorglos nachzugehen – Studien, Kultur, rauschenden Festen, einer eigenen Villa, Freunden und hübschen Damen. Eine dieser Damen, Else, die in Heinrich verliebt ist, stirbt. Er wundert sich ...
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