Diese Seite empfehlen auf

blau Status blau (Rang 3/10)

EndlichVerstehen

EndlichVerstehen

Vertrauen erworben von 2 Mitgliedern
Mitgliederstatistik einsehen

Wie wie immer geht es um Musik-CDs und Bücher, neuerdings auch um eigene Kurzgeschichten (SciFi). Yes!

Geschriebene Berichte

seit 17.03.2013

51

Science Fiction Spezial 2000 SF 0010 24.07.2017

Erwachen in Reaktoria

Science Fiction Spezial 2000 SF 0010 [Liebe Leser, ich schreibe schon seit Jahrzehnten SF für die bekannten semiprofessionellen Print-Magazine. Jetzt will ich einmal den kürzeren Weg gehen und ein Kapitel SF direkt online stellen. Die nächsten Kapitel finden Sie unter SF 0020, 0030 usf. Viel Spaß!] 1. Erwachen in Reaktoria In der Nacht hatte die STRÖMUNG gewütet und einige der vertrauten Gesichter mit sich fortgerissen. Die üblichen Vorkehrungen, das robuste Gras in den Straßenfugen, an dem sich Hände festkrallen konnten, die Haltegriffe an den Hauswänden und die »windstillen« Stellen hinter pflugförmigen Blechen, hatten nicht allen in der Grund-Siedlung Reaktoria II genützt. Am Morgen spürten die Einwohner einzelne Lücken in der »allgemeinen Präsenz« und standen beklommen, aber sie trauerten nicht um die Verluste, an die sie die harte Natur längst gewöhnt hatte. Denn dies war eine statische Gesellschaft ohne Eltern und ohne Kinder. Das PT stand noch tief am Himmel, als Swetosar die düsteren Träume, die ihn im Schlaf gequält hatten, aus seinem Kopf verscheuchte und steifbeinig in die enge Teeküche humpelte. Mit der dampfenden Flüssigkeit in der rheumatischen Hand stellte er sich an das fleckige Sprossenfenster und badete sein bleiches Gesicht in den ungewohnten Strahlen. Das grell leuchtende PT schwamm nach allgemein akzeptierter Lehrmeinung in den oberen, ölhaltigen Schichten der Atmosphäre und ähnelte einer riesigen schmutzigen Daunenfeder, die, alle Fasern und Verästelungen eingerechnet, ein Fünftel des ...

Purple Rain - Prince 22.07.2017

Purple Rain (Deluxe Expanded Edition) (3 CDs, 1 DVD Box-Set)

Purple Rain - Prince Super, mit einem Umfang von drei CDs und einer DVD ist dies nun buchstäblich ...das größte Prince-Album aller Zeiten! An der pophistorischen Wichtigkeit der Box besteht ja wohl kein Zweifel. Say Yes! Natürlich könnte die Auswahl nebst Aufbereitung klüger sein, aber Prince ist tot, und dadurch hat sich meine Sicht geändert. Ich bin dankbar, dass ich das hören darf, wirklich dankbar. Kein Song in der Box ist wirklich mies, viele Songs sind sogar extrem super. Eye No! Die CD mit dem Original-Album von 1984 sowie die CD, die die B-Seiten und Maxi-Versionen (die eigentlich Full Length Versionen sind) der europäischen und amerikanischen Märkte gut und teils erstmalig auf CD zusammenfasst (z.B. gab es die lange Version von Another Lonely Christmas nie in Deutschland), sind musikalisch und künstlerisch über JEDEN Zweifel erhaben, das muss schon einmal jedem Fan, SuperFan oder ExtremFan klar sein. Was aber bringt CD 2 an »Neuem«, das werden wir unten sehen. -------- CD 1, das Album von 1984; SOUND; KLANG Natürlich gibt es bei Wiederveröffentlichungen, gerade im Falle von Prince, die üblichen Klagen aus der Meckerecke. Zum Teil sind diese Klagen berechtigt. Rein physikalisch ist das von Prince beaufsichtigte Album-Remastering übersteuert im Sinne des Loudness-Wars. Das heißt, die höhere Dynamik wurde zugunsten eines insgesamt lauteren Gesamtbilds geopfert. Ob es wirklich zum sog.Clipping, dem Abschneiden der Töne im nicht mehr auf CD erfassten Bereich kommt, bleibt in diesem ...

School Days - Stanley Clarke 04.04.2017

Hüpfen und weinen an einem Tag - Super-CD

School Days - Stanley Clarke Hä, wo findet man den authentischen Siebziger-Sound? Logisch, in den Siebzigern selbst. Dies ist ein Beispiel - und ein ewiger Klassiker der Jazz Fusion. In den Siebzigern fingen freie Geister an, den muffigen Jazz mit neuen, meist funky Spielweisen zu kombinieren, und auch der allgegenwärtige Rock wollte seinen Beitrag leisten. Stanley Clarke, der schwarze Bassist, setzte mit seinem flippig geslappten Bass vor allem auf funky-fließende Läufe und machte so aus einem verstaubten Genre Tanznummern oder tiefschürfende Balladen (fast alles ohne Gesang), ohne den Jazz »zu verraten«. 5 Sterne für diese Superplatte der Jazz Fusion, die stellenweise an Prince erinnert, ohne dessen Gepeitschtheit und Hysterie zu kultivieren, denn dafür war die Zeit erst in den vom thermonuklearen Holocaust bedrohten Achtzigern bereit. Die Songs School Days Ja, diese Schultage müssen es in sich gehabt haben. Ein singender, übermütig hüpfender Elektrobass springt dem Hörer direkt ins Gesicht. Bilder froher Kinder und junger Leute, frei und ungebunden auf dem Schulhof oder witzig in der Klasse — he, es waren die Siebziger! —, tauchen bei diesen Klängen in meiner Vorstellung auf. Der Refrain fängt einen ab dem ersten Takt ein, nach ein paar Minuten geht das Tempo herunter und eine lange, vielleicht zu lange Exkursion mit einem suchenden Bass beginnt. Nach ein paar Minuten kehrt die Melodie wieder - wunderbar. Prince, der viel zu früh verstorbene Meister aller Klassen, hat dies Sound-Schema, wie ich ...

Pekka's Tube Factory - Various 29.01.2017

Musik, die das Leben spielt / spiegelt! Super

Pekka's Tube Factory - Various Supergut, superschön, superschräg... Wer wollte nicht gerne Geschichten hören, die auf musikalische Weise "tönend" erzählt werden? Rund eine Stunde mit sieben langen und einem kurzen Stück, das bietet diese CD von 1998, die übrigens von einer einzigen Gruppe eingespielt wurde (Ciao hat sich geirrt, keine »div.Interpreten). Die Blasinstrumente (genau: Saxofon und Flöte u.a.m.) geben den Ton im Ensemble an, aber akustische und einmal auch eine elektrische Gitarre und Keyboards gesellen sich dazu. Bass, Trommeln und Schlagzeug bilden das Gerüst. Die genaue Besetzungsliste können Sie auf den Fotos aus meinem Archiv sehen, danke! Stimmungen/meine Stimmungen Ich habe die traurigen, schönen, bitter-süßen und auch befremdlichen Stimmungen, die diese Musik aussendet/evoziert, sehr genossen. Es muss nicht immer Kaviar/Pop sein, das rufe ich allen zu! »Akseli and the 11th Dream« erzählt von einem Jungen, der viele kindliche Abenteuer gleichzeitig erlebt. Der »Strawberry-Tree« entspringt dem süßen Wunsch nach einem solchen Gewächs, was besonders in Finnland interessant wäre. Und »Fungi« berichte dramatisch von einem guten Essen mit anschließendem Krankenhausbesuch, denn die Pilze waren leider giftig. Und so weiter... Instrumentalmusik/Übersetzungen Aber hoppla, diese Geschichten werden gar nicht erzählt, ich habe sie dem Booklet entnommen, in dem auf die Story hinter dem Song hingewiesen wird. Instrumentale Musik funktioniert eben nur in eine Richtung. Ich habe das giftige Pilzmenü ...

1999 - Prince 15.09.2016

»1999« - ein Musik-Album wie keines zuvor!

1999 - Prince Sein Stern steigt auf - langsam Natürlich, im Nachhinein sind wir alle schlauer und »wissen«, dass diese damals als Doppel-LP veröffentlichte Scheibe der späteren Musik-Legende Prince (1958 bis 2016, R.I.P.) ein Hit werden musste. Die Wirklichkeit sah ein wenig anders aus. Die Plattenfirma Warner hatte mit Prince schon damals ihre Mühe. Nach einem ziemlich frühen Diskotheken-Hit, »I Wanne Be Your Lover« (1979) von seiner zweiten LP, hatte Prince zwar schon zwei weitere LPs gemacht, aber noch keinen richtigen Hit gelandet. Auch die Single »1999« startete anfangs in den USA eher mit angezogener Handbremse und war auf dem internationalen Markt sogar zuerst eine richtige Nullnummer. Aber irgendetwas geschah, irgendetwas kam in Gang — da war dieser Typ, der als farbiger Künstler mit einem extravaganten Kleidungsstil gleich vier Plattenseiten bespielen durfte mit ganz radiountauglichen Stücken von z.T. 6 bis über 9 Minuten Länge. Die ungeheuerlichen Texte, aufgepumpt mit Stöhnen und gebrochen durch flehentliches Werben um Liebe, waren nicht jugendfrei und bedienten sich einer absonderlichen Metaphorik zwischen Autoknutscherei (»Lady Cab Driver«), Robotik (»Automatic«) und gewaltigen Flugzeugen (»International Lover«), die gleich nebenan parken und deren Ziel seltsamerweise »Befriedigung« heißt. Das Album stieg in die Top 10 der USA... Der Tanz auf dem Vulkan Es geht um schnellen Sex in der Samstagnacht, worauf angeblich schon ein schluderig geparktes Auto (»Little Red Corvette«) ...

Be Yourself - Patty Labelle 24.08.2016

Soul-Pop - und zwei seltene Prince-Kompositionen!

Be Yourself - Patty Labelle Um es offen zu sagen, erst die beiden Nummern aus der Feder von PRINCE machen dies ordentliche, aber eben auch sehr glatte Soul-Album der amerikanischen Sängerin zu einem beachtenswerten Album! Wer ist Patti LaBelle? Die amerikanische R’n’B- und Soul-Sängerin Patti LaBelle (1944) machte zunächst als Bestandteil der Gruppe LaBelle als Discoqueen von sich reden. Ihr wohl in Deutschland bekanntester Song, Lady Marmelade von 1975, wurde, wie sich wohl noch viele erinnern, noch einmal später von der »Super-Group« aus Pink, Aguilera und anderen Jungstars seinerzeit sehr erfolgreich und mit sexuell offenherzigem Video gecovert. Frau LaBelle ist aber vor allem eine Soul-Sängerin, die in den USA in den 1980ern und 1990ern eine ganze Reihe von Top 10-Alben platzieren konnte - was in Deutschland und Europa praktisch nicht beachtet wurde. Mir ist vor allem ihre absolut außergewöhnliche Stimme im Ohr geblieben, weniger die seichten Arrangements und glatten Kompositionen der von ihr aufgenommenen Songs. Darum mag es nicht wundern, dass ihre LP/CD von 1989, Be Yourself, durchaus zwiespältig wirkt. Am Rande sei bemerkt, "Patti LaBelle" ist zwar "nur" ein Künstlername, indessen schreibt sie sich tatsächlich nicht "Patty" - wie das Ciao-Archiv (s.o.) meint. Extreme Stimme Da ist die Stimme, die nicht nur von Alt-Tönen bis zu exaltiertem Geschrei in den höchsten Lagen reicht, sondern vor allem durch eine sehr, sehr eigenartige, fast künstlich wirkende Gepresstheit in manchen Situationen ...

Hitnrun Phase Two - Prince 25.04.2016

Prince ist tot, seine Musik lebt!

Hitnrun Phase Two - Prince Schön - anheimelnd - aufschreiend - gut! Das neue Album von Prince (7.Juni 1958 - 21.April 2016), deutscher Verkaufsstart 29.April 2016! Der TOD Nein, Prince hat dies Album, anders als David Bowie (Krebstod 2016) zuletzt, NICHT im Angesicht des Todes verfertigt. Princes Tod kam überraschend, hat ihn unvorbereitet im Aufzug seines sprödfunktionalen Anwesens in Chanhassen/Minnesota getroffen, und die Dunkelheit, das Verschwinden jeder Regung, das Enden der Lebensfunktionen, hat ihn sofort und unmittelbar umfangen und wie ein schweres Tuch für immer und endgültig bedeckt. Was auch immer kommt, was auch Prince selbst hundertfach in seinen Songs gepredigt hat, als Mensch und Mann und Musiker wird er niemals mehr zurückkehren. Seinem tiefen Glauben und seiner religiösen Überzeugung nach ist Prince jetzt im »Heaven«, im Himmel. Doch seien wir ehrlich zu uns selbst, von dort aus wird er uns keine weiteren Lieder senden. So glamourös, so herrlich sein Leben war, in seinem Tode begegnete uns allen eine recht profane Seite - ich erschaudere bei der Vorstellung, dass er dann doch recht elend in einem Aufzug gestorben ist und aufgefunden wurde. Das steht in einem scharfen Kontrast zu seinen schönen Liedern, die farbig Tod und Seelenheil besingen. Und doch sage ich mit vielen andern Fans: »I Wish U Heaven« (1988, auf »LoveSexy«), Prince! Ein VERMÄCHTNIS? Unter dem Eindruck seines frühen Todes wirkt das letzte noch zu Lebzeiten erschienene Album natürlich anders, gewichtiger, ja - als ...

12" Mixes Plus - Culture Club 14.03.2016

Raritäten von Culture Club

12" Mixes Plus - Culture Club Einige hörenswerte 12 Inch Mixes der weltbekannten Popgruppe Culture Club - das und noch einige Raritäten mehr enthält eine randvolle CD von unschätzbarem Repertoire-Wert. Interessant für alle Musikliebhaber, die einen der hellsten Sterne am Pop-Himmel der Achtziger erlebt haben oder nacherleben wollen. Vierzehn Titel, 73:15 Minuten lang, eine wunderbare Zusammenstellung von B-Seiten (Single oder Maxi), Maxi-Versionen von A-Seiten und Titeln, die nicht auf den Alben von Culture Club zu finden waren. Der Fokus dieser Kompilation von 1991 liegt - logisch - auf den Achtzigern und den vier ersten Culture Club-Platten, die den Ruhm und bis heute währenden Nachruhm der britischen Band begründeten und für alle Ewigkeit (naja, die halbe) festigten. Alle Songs in der Einzelbewertung "Move Away" (12" Mix) – 7:28 (Culture Club, Pickett) Der Hit aus dem Jahr 1985 liegt hier als gestreckte Maxi-Version vor. Die damaligen Studio-Spielereien kommen großzügig zum Einsatz, die »gestotterte« Stimme, Hall, Soundschleifen in den Instrumentalteilen. So machte man damals Maxis, diese hier ist gut hörbar und keineswegs nervig. Ein paar Takte neuer Musik sind auch hinzugetreten. Gut. "It's a Miracle/Miss Me Blind" (US 12" Mix) – 9:10 (Culture Club, Pickett) Eine extra für den amerikanischen Markt zusammengeschusterte Spezial-Version, die es in Deutschland nur als Import gab. Ich habe das damals auf AFN gehört. Etwas rätselhaft mutet das Soundkonzept an, denn bis auf ein paar Umstellungen und ...

Planet der Verlorenen / Larry Niven 24.02.2016

Science Fiction-Klassiker entzaubert

Planet der Verlorenen / Larry Niven Stark auf vorhersehbare Autojagden und raffinierte Einbrüche getrimmter Science Fiction-Reißer über einen isolierten Kontinent auf einem weit, weit entfernten Planeten, der von einer korrupten Herrscher-Clique drangsaliert wird. Aus der Feder des unter Anhängern des SF-Genres geschätzten amerikanischen Autors Larry Niven (*Los Angeles, 30.04.1938). Das Buch wurde 1968 geschrieben und gehört zu den frühen Werken des fleißigen Verfassers und recht gewieften Marktstrategen. Alter und neuer Wein in diversen Schläuchen Der Roman wurde mehrmals aufgelegt, auch als Doppelband, und hieß auch schon einmal »Kinder der Ringwelt«. Hier geht es aber um: Larry Niven: Planet der Verlorenen (1982) (D) (SF); (Ersterscheinungsjahr: 1972); Original: A gift from earth (1968) (US); Übersetzerin: Luise Stach Bastei-Lübbe SF Abenteuer, 23008: 1. Aufl. (TB) (Nachdruck); 201 S., ISBN: 3-404-23008-6; damaliger Preis: 4,80 DM; Titelbild (gut!): Alan Daniels; Serie (angeblich): Ringwelt Eine Neuübersetzung (als »Ein Geschenk der Erde«) stammt aus dem Jahre 2001 und ist gleich 150 Seiten länger! Stellung im Ringwelt-Zyklus Angeblich gehört dieser rund 200 Seiten lange Roman zum Ringwelt-Zyklus, der Larry Niven berühmt (und reich) gemacht hat. Nach einer Liste von Fans handelt es sich um den 9.Band oder um den 3.Teil, Amazon nennt ihn an 8.Stelle, tja, hm?, doch wurde die Serie vom Autor zu keinem Zeitpunkt chronologisch abgefasst, sondern hier und da ergänzt. Ich halte die Zuordnung zum ...

Gold - Prince 23.02.2016

CD-Single "Gold" (Prince) - Drei schöne Titel für Pop-Nostalgiker

Gold - Prince Nota bene...das Produkt hier ist die CD-S I N G L E, nicht aber das ähnlich betitelte Album! [Ciao hat das Produkt nicht korrekt zuordnen können.] Abwechslungsreiche und lohnende CD-Single aus dem Jahr 1995 mit drei Musik-Titeln von Prince (*1958), die es bis dato nur in anderen Versionen zu kaufen gab. Aus einer Schaffensphase des amerikanischen Musikers (»Purple Rain«, »Kiss«), als er einerseits nach kommerziellem Erfolg strebte, andererseits kaum etwas unversucht ließ, sich durch einen bizarren Namenswechsel (unaussprechliches »Symbol«, TAFKAP, The Artist etc.) von der Musikindustrie zu distanzieren. Wie schön - eine CD Was waren das für Zeiten? Wir Musikfreunde pilgerten in den Plattenladen und erwarben jedes Musikstück käuflich auf CD. Es waren die Tage vor dem Internet, man durfte froh sein, wenn man den Song bereits einmal im Radio gehört hatte. Im Grunde aber kaufte man dem Namen nach (hier »Prince«) ein, man erstand die sprichwörtliche Katze im Sack und konnte die Qualität der Titel erst zuhause ermessen. Es war also notgedrungen auch die Ära der schmerzlichen Fehlkäufe — etwas, was heute aufgrund vielfältiger Vorhör-Möglichkeiten nicht mehr passiert. Was soll man sagen? Die CD-Qualität steht bis heute unerreicht dar, eine Original-CD klingt nun einmal fantastisch, glasklar und sauber. Darum rate ich auch, alte Songs lieber auf billigen Gebraucht-CDs zu erwerben als im Download. Die Single Rund zwei Monate vor der Single »Gold« hatte Prince das praktisch ...

Trauma / P.J. O'Shaugnessy 14.10.2015

Schocker aus der Psycho-Klinik

Trauma / P.J. O'Shaugnessy Gut lesbarer Schocker aus der Psycho-Klinik im Roman-Format von 1978 mit vielen erfreulich-unerfreulichen Klischees dieses Subgenres an der Schwelle zu Horror und Science Fiction. Geschildert wird der Aufenthalt des unfreiwilligen Patienten Sebastian Cant in einer ominösen psychiatrischen Klinik - in teils surrealen, teils beängstigenden Szenen. Das Buch ist 222 Seiten lang und erschien in deutscher Übersetzung 1981 als Taschenbuch in der SF-Reihe bei Heyne unter der Nummer 3799 und kostete 5,80 DM.[Das Buch ist auch als Teil des Doppelbandes »Unterwegs in die Welt von morgen« Nr.134, Verlag Das Beste, gebunden erschienen.] Rätsel um den Autor Wer, wer, wer - selbst wenn man sich gut mit Science Fiction auskennt, bei dem Namen P.J.O’Shaugnessy will es einfach nicht klingeln. Auch die SF-Enzyklopädie schweigt. Tatsächlich ist der Roman »Trauma« das einzige Buch des US-Autors, und man muss schon die Suchmaschinen bemühen, um mehr über ihn herauszukriegen. Mit Erstaunen habe ich registriert, dass der Roman posthum erschienen ist. Und die Geschichte, die ich dazu recherchiert habe und die jetzt m.W. die einzige weiterführende Information zum Autor auf Deutsch ist, die ist wirklich kurios! Ein O’Shaugnessy mit den Initialen P.J. existiert zwar, ist aber irgendein Geschäftsmann und Investor - und das muss uns in diesem Zusammenhang wirklich nicht interessieren. Unser P.J.O’Shaugnessy ist ein Pseudonym, verwendet hat es ein gewisser Roger Charles O’Shaugnessy, ein irischstämmiger ...

Marathon / D. Alexander Smith 13.10.2015

Viel salbadert und wenig erreicht! Mäßiger Science Fiction-Roman

Marathon / D. Alexander Smith "Marathon" - zugleich viel- wie auch nichtssagender Titel eines ambitionierten Science Fiction-Romans von 1986 über die siebenjährige Reise in einem Raumschiff mit dem Ziel »Sternbild Schwan«. Geschildert wird die geistige und seelische Verfassung der elfköpfigen, aus Nationen und Geschlechtern gemischten Mannschaft. Aus der Feder des bei uns in Deutschland weitgehend unbekannten Autors Alexander D.Smith. Leider, leider, leider ein Roman, der sich in den Fangstricken seiner eigenen Konzeption rettungslos verfängt und trotz sprachlich guter Umsetzung rasch langweilt. Das muss leider gesagt sein! Wer hat das geschrieben? Der amerikanische Autor (1953) ist eigentlich Bankkaufmann und hat als Schatzmeister in der amerikanischen Vereinigung der SF-Schriftsteller gewirkt. Gemäß der Liste von Christian Pree, den ich hier einmal loben möchte, ist der Roman die einzige Veröffentlichung des Autors Alexander D.Smith in Deutschland. Das ist natürlich irgendwie bezeichnend, denn »Marathon« gehört in Wirklichkeit zu einer dreibändigen Trilogie, Marathon (1982), Rendezvous (1988) und Homecoming (1990). Handlungsstränge, unverbunden und lose 2062, Reise zu den Sternen. Da gehen elf Leute auf eine interstellare Reise, um den Erstkontakt mit einer fremden Rasse menschenartiger Wesen auf 61 Cygni herzustellen. An sich eine interessante Grundstellung. Leider lässt sich der Autor viel zu viel Zeit! Gähn... PsychoPsychoPsycho... Aus einem mir unbekannten dichtungslogischen Interesse schlägt der ...

You're Under Arrest - Miles Davis 11.10.2015

30jähriges Jubiläum! Sie sind verhaftet! Miles Davis als Gangster

You're Under Arrest - Miles Davis "Sie sind verhaftet. Sie haben das Recht, einmal zu telefonieren. Oder still zu sein, also halten Sie besser das Maul!" (Übersetzung des Covertextes von mir.) Insgesamt sehr ausgekochtes und funky Jazz-Fusion-Album von 1985, auf dem die instrumentalen Kürzel des Startrompeters Miles Davis (1926-1991) eine tragende Rolle spielen. Schon die provokante Aufmachung mit einem Gangster-Miles auf dem Cover sollte klarmachen, hier kommt ein ganz Cooler! Auf dem Weg zum funky Jazz Rund 43 Minuten hartgekochter JazzFunk-Musik von einem Künstler, der sich zeitlebens niemals etwas sagen oder raten ließ. Unbeirrbar setzte der schwarze Künstler seit den Fünfzigern ein musikalisches Zeichen nach dem anderen, sich seiner selbst und seiner Stellung in der Jazz-Welt bewusst oder auch überbewusst. Das Album wurde 1984 und 1985 in drei oder vier Sessions mit wechselnder Besetzung eingespielt. Der Gitarrenanteil (v.a. J.Scofield) ist noch recht hoch, was sich später ja ändern sollte. [An dieser Stelle sei verraten, dass ich persönlich Gitarren im Jazz für Nebeninstrumente halte. Allzu lange Gitarrensoli im Jazz sind mir ein Gräuel.] Zum Glück sind die regelrechten Einflüsse des Rock [den ich nicht leiden kann], wie sie oft von der Gitarre transportiert werden, kaum spürbar. Dafür steht der Funk deutlicher im Vordergrund, prima. Bob Berg spielt Saxophon, hat bei mir aber nur einen eher blassen Eindruck hinterlassen. Auch die Synthesizer spielen hörbar mit. Aufmachung Für das Cover des nur ein ...

Tutu - Miles Davis 11.10.2015

Frische Jazz-Fusion von Miles Davis

Tutu - Miles Davis Tutu - das möglicherweise »einfachste« und zugänglichste Werk des weltberühmten und weltbesten (?) Trompeters Miles Davis (1926-1991). 1986 bei Warner Bros. erschienen, kommerziell, »schwarz« und funky, sicherlich nichts für Jazz-Puristen. Großartige Musik für den Leib und die Seele. Die seinerzeit noch hauptsächlich als LP vertriebene CD enthält acht rein instrumentale Titel, die Miles Davis mit kleiner Combo »elektrisch« einspielte. Rund 42 Minuten tolle Musik! Die Songs wurden fast ausnahmslos Spur für Spur aufgenommen, also in einem reinen Studioprozess. Hauptmusikant ist Multiinstrumentalist Miller. Der kommerzielle Sound Der Sound wird von breiten Synthesizer-Spuren, dem ploppenden Bassspiel von Mitproduzent Marcus Miller und erstmals auch Programming getragen. Darauf setzt Davis den typischen Ton seiner speziell gedämpften Trompete, die dadurch extrem gepresst klingt. Wer diesen durch Davis sehr popularisierten Ton nicht mag - und das sind viele -, sollte einen weiten Bogen um diese CD machen. Für ein Stück, »Backyard Ritual«, Track 5, ist auch George Duke am Keyboard zugegen. Wie Miles Davis ist auch George Duke leider schon von uns gegangen. 1986, Wechsel zu Warner Bros. Nach Jahrzehnten bei Columbia war dies die erste Einspielung für Warner Bros. Der damals, glaube ich, weltgrößte Medienkonzern war den neuen Strömungen, die Davis aufgriff, gegenüber offen. Mit Prince hatte man bekanntlich einen ähnlich begabten Musiker zum Erfolg verholfen. In den Achtzigern ...

Hitnrun Phase One - Prince 10.10.2015

Dieser Typ lässt sich nichts vorschreiben...

Hitnrun Phase One - Prince Drei frische Studio-Alben in weniger als 12 Monaten? Den guten Plattenvertrag mit Warner Bros. wieder einmal torpedierend? Irrsinniger Stil-Bruch, der jeden Altfan irritieren muss? Kann das gutgehen? Ja, es kann... Hitnrun! [Diese enthusiastische Rezension schlägt einen "wilderen" Ton an, wie ich ihn eher selten benutze. Aber manchmal verdient eine gute CD auch überschäumende Begeisterungsschreiben. Sic!] Der neue Prince-Stil Riesen-Ding von gerade einmal 37 Minuten Länge. Prince reloaded 2015! Gewinnt nach mehreren Wochen musikalisch noch dazu. Es ist das 25.Album von Prince, das in die Top 10 der RnB/HipHop-Billboard Charts einsteigt! ( Hm, hm, hm, Erfolg sieht anders aus, stieg in den USA auf 70 ein, fiel auf 75, jetzt auf 145. In der ersten Woche wurden im Stammland von RnB etwa 6000 CDs verkauft. das heißt, auch dort hat nur der harte Kern der Prince-Anhänger zugeschlagen. Ts!) Elektro! Lustig und cool zugleich. Jeder der elf (meist) superkurzen 3-Minuten-Songs eine lustvolle Überraschung. Quietschende Mischpult-Spielereien, topmoderne RnB-Grooves, absolut bügelfreie Musik! Sitzt und passt! Kein Rock a la 3rdEyeGirl, kein Selbstplagiat wie aus den 80ern, und doch in jeder Note Prince! Beim ersten, zweiten oder dritten Hören denkt man: "Das is ja nur DancePop", später hört man heraus, wie "princisch" das Album ist. Ja, ich gehe so weit zu sagen, dass es im grunde genommen gar keine "marktübliche" Dance-Nummer auf dem Album gibt. Das ist der bekannte Prince-Effekt: Die ...
Mehr Erfahrungsberichte anzeigen Zurück nach oben