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"Es gibt zu viele Flüchtlinge, sagen die Menschen. Es gibt zu wenig Menschen, sagen die Flüchtlinge." (Ernst Ferstl)

Geschriebene Berichte

seit 26.09.2000

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Sklavin des Herzens (DVD) 31.10.2014

Schuld und Sühne und noch anderes

Sklavin des Herzens (DVD) Ein Dandy kommt 1831 nach Australien, der Cousin des neuen Gouverneurs jenes Kontinents, der als Straflager des britischen Empires besiedelt wurde. Charles Adare hat immer ein Lächeln im Gesicht - mag es Überlegenheit, wie es sich bei einem dieser ursprünglichen, adeligen Dandys nun einmal gehörte, oder eher einen Kommentar zum ganzen Film ausdrücken … vielleicht beides. Er entstammt dem britischen Adel, hat aber kein Geld. Er hofft, hier in der Strafkolonie schnell zu Geld zu kommen - natürlich nicht durch Arbeit, sondern durch Beziehungen. Elegant, mit steifem Kragen, vornehm, ganz Gentleman, aber auch und gerade durchsetzungsfähig - über den Dingen stehend, meint er. Hitchcocks Dandys - später v.a. verkörpert durch Cary Grant, etwa in „Suspicion“ („Verdacht“), „North by Northwest“ („Der unsichtbare Dritte“) oder „To Catch A Thief“ („Über den Dächern von Nizza“) - sind in ihrer selbst erfundenen, verinnerlichten Exklusivität doch auch immer gebrochene Gestalten, nicht im psychischen Sinne, nein, sie sind zumeist geistig und körperlich durchaus the fittest of all. Nein, gebrochen ist ihr Verhältnis zur Zukunft. Wenn sie glauben, die Dinge im Griff zu haben, schlägt ihnen die Realität ordentlich eins um die Ohren. Und dennoch: ihre mentale Stärke reproduziert sich gerade dadurch, dass sie Krisen durchschreiten und als zumindest halbe Helden wieder heraustreten, vortreten und siegen - manchmal mit dem Lohn einer bei Hitchcock zumeist blonden Schönen, manchmal aber auch ...

Tanja - Life in Movement (2011) 21.09.2014

"Ein Blitz aus heiterem Himmel"

Tanja - Life in Movement (2011) „Die Tänzer hatten jemand gefunden, den sie niemals in Frage stellten. Wir hatten die Lichtgestalt und mussten uns keine Sorgen mehr machen. Das wird dir genommen. Das wiegt schwer, es geht um den ganzen Weg. Und um den gesamten Sinn, der ohne Tanja vermisst wird. Viele fürchten, am nächsten Felsen zu zerschellen oder keinen anderen Leuchtturm mehr zu finden“ (Solon Ulbrich) Was hat das Leben zu bieten? Freude, Schmerz, Kummer, Glück, Verzweiflung, Liebe, Hass, Wut, Freundschaft, Feindschaft, Lust und Angst - und was sonst nicht noch alles. Das Leben hat zu bieten, was wir uns leisten und was mit uns versucht wird zu tun - im Guten wie im Bösen. Das Leben ist Reflexion und Selbstreflexion, Philosophie, es drängt uns, es lässt uns, manchmal auch allein. Und das Leben ist auch Tod. Was hat der Ausdruckstanz zu bieten? All das ! All das, was das Leben auch zu bieten hat. Wie jede künstlerische Äußerung ist auch der Tanz eine Inszenierung. Der Choreograph „schreibt“ den Tanz (so die wortwörtliche Bedeutung des Begriffs). Er und sie schreiben ihn in den Raum, den ungestalteten oder gestalteten Raum, in die Tiefe. Tanz ist immer dreidimensional und schreibt sozusagen das Leben auf die Bühne. Aber wie in anderen Kunstrichtungen auch ist Tanz noch mehr. Er ist eben auch Ausdruck des Tänzers und der Tänzerin, das heißt seines und ihres Lebens. Er ist also mehr als das Leben selbst, nämlich das Leben und dessen Darstellung im Ausdruck der Tänzer. Was hatte die Tänzerin und ...

Persona (DVD) 07.09.2014

"Hier draußen in unserer Einsamkeit"

Persona (DVD) Statt eines Vorworts - ein Rahmen Eine Kohlebogenlampe flammt auf und zeigt uns Leichen in einer Halle, Schlafende, eine Schaf wird geschlachtet, wir erkennen Hände, die ans kreuz genagelt werden u.a., bevor diese Lampe den Film verbrennt, der da zu laufen scheint - am Anfang wie am Ende. Bergman warnt uns vor - ich zeige Euch, scheint er uns zu sagen, einen Film und nicht die Realität, ich lasse Euch meine Phantasie spüren, wenn Ihr diese Geschichte nun anseht; also passt auf ! Die Lampe, die früher wie eine Art Scheinwerfer beim Film benutzt wurde, taucht am Ende des Films erneut auf. Passt auf ! Passt auf den Jungen auf, der - wie die Leichen - unter einem weißen Tuch liegt, dann jedoch sich hinsetzt und mit dem übergroßen Bild einer Frau konfrontiert wird. Doch nicht alles in diesem Film, dessen Drehbuch der schwedische Regisseur während einer längeren, schweren Krankheit entwickelt hatte (Bergmann selbst bezeichnet diese Anfangssequenz als Ausdruck für seine Gefühle während dieser Krankheit), ist Schein und Phantasie. Halten wir vorerst fest - obwohl wir die Handlung des Films noch gar nicht kennen ! -, dass der äußere Rahmen, die kurzen, sekundenlangen Sequenzen anfangs und am Ende des Films neben der Verarbeitung einer schweren Krankheit des Regisseurs selbst im Kontext des gesamten Films einen Rahmen eben auch dafür geben, dass Film in spezifischer Weise ein (im positiven Sinne gemeinter und oft wohlwollender) Betrug der Filmemachers darstellt - Betrug am sehenden ...

Die Schöne und das Biest [CE] [2 DVDs] (DVD) 19.11.2013

Es war einmal … Cocteau

Die Schöne und das Biest [CE] [2 DVDs] (DVD) „In der Kindheit glaubt man, was einem gesagt wird und zweifelt nichts an. Man glaubt, dass, wenn man eine Rose pflückt, der Familie ein Unglück widerfährt. Man glaubt, dass die Hände einer menschlichen Bestie, sobald sie jemanden tötet, zu dampfen anfangen, und dass sich die Bestie dafür schämt, wenn ein junges Mädchen in ihrem Hause wohnt. Man glaubt noch tausend andere naive Sachen. Ein bisschen von dieser Naivität erbitte ich mir jetzt von Ihnen, und sage, um uns allen Glück zu bringen, die drei magischen Worte, das wahre ‚Sesam öffne dich‘ unserer Kindheit: ‚Es war einmal‘.“ (Jean Cocteau zu Beginn des Films) … und wie wunderbar ist es, für einige Momente der Welt zu entrücken und sich dem Zauber der Phantasie des Märchens hinzugeben. „Und es begab sich, dass das junge, schöne Mädchen ihrem Vater helfen wollte …“ und so weiter. Die Geschichte von der schönen jungen Frau und dem verunstalteten Biest, der Bestie, die im Walde haust wie der Wolf, der die sieben Geißlein schluckt, oder die Großmutter in Rotkäppchen, oder Rumpelstilzchen, das aus den dunkelsten Ecken des Waldes kommt – diese Geschichte ist so oder so ähnlich schon tausend Mal erzählt worden. Doch immer wieder fasziniert sie uns, ob wir fünf Jahre alt sind oder fünfzig. Denn wir haben unseren Hang zum Entrücken in die Welt des Märchens nicht verloren – jedenfalls, so hoffe ich, die meisten nicht, auch wenn die heutigen Märchen etwas anders aussehen als Jean Cocteaus wunderbare Verfilmung des alten ...

Schmetterling und Taucherglocke (DVD) 15.10.2013

Bevor es Nacht wird …

Schmetterling und Taucherglocke (DVD) „Heute kommt es mir so vor, als wäre meine ganze Existenz nichts anders gewesen als eine Kette verpasster Gelegenheiten. Die Frauen, die man nicht lieben konnte; die Chancen, die man nicht ergreifen wollte; die Glücksmomente, die man sich entgehen ließ. Ein Rennen, dessen Ergebnis man kennt, aber bei dem man sich nicht in der Lage fühlt, den Gewinn zu kassieren. War ich blind und taub zugleich oder brauchte ich erst ein Unglück, um mir über meine wahre Natur klar zu werden?“ (Jean-Do Bauby) Verschwommene Stimmen, dumpf, kaum verständlich, dringen in sein Ohr. Das Licht fällt schwach in sein linkes Auge. Irgendein „Alles wird gut“ dringt in sein Ohr. Und dass er seit drei Wochen im Koma lag. Ein Dr. Cocheton macht Versprechungen. Es wird heller. Er glaubt sprechen zu können; doch was er hört, ist nur seine innere Stimme, die ihm ins Bewusstsein dringt. Erst nach und nach, ganz allmählich, merkt er, dass er sich nicht bewegen kann. Ein anderer Arzt näht ihm das rechte Auge zu – wegen Entzündungsgefahr. Er ist entsetzt und kann sich nicht wehren. Er kann nicht sprechen, sich nicht bewegen, nur sein linkes Auge funktioniert noch. Und er kann hören. Jean-Dominique Bauby, genannt Jean-Do, Chefredakteur von „Elle“, 42 Jahre alt, ist nach einem Schlaganfall gelähmt. Er leidet an dem seltenen Locked-in-Syndrom, einer fast vollständigen Lähmung, bei der jemand zwar bei Bewusstsein ist, sich aber nicht sprachlich oder durch Zeichen verständigen kann. Julian Schnabel („Bevor es Nacht ...

Die Haut, in der ich wohne (DVD) 21.09.2013

Im Netz

Die Haut, in der ich wohne (DVD) „Werden in diesem Schiff nach und nach alle Planken durch neue ersetzt, dann ist es numerisch dasselbe Schiff geblieben; hätte aber jemand die herausgenommenen alten Planken aufbewahrt und sie schließlich sämtlich in gleicher Richtung wieder zusammengefügt und aus ihnen ein Schiff gebaut, so wäre ohne Zweifel auch dieses Schiff numerisch dasselbe Schiff wie das ursprüngliche. Wir hätten dann zwei numerisch identische Schiffe, was absurd ist.“ (Thomas Hobbes: Grundzüge der Philosophie. Erster Teil. Lehre vom Körper, 1655) Sie will heraus – aus sich selbst und aus dem Raum, der sie umschließt. Sie könnte aus der Haut fahren, aber sie kann es nicht. Sie möchte sie selbst sein, doch sie ist jemand anderes Selbst. Sie kämpft um sich, doch jemand anderes hat sie zerstört, verformt und neu geschaffen. Dr. Ledgard hält Vorträge im Auftrag des Instituts für Biotechnologie über Hauttransplantationen. In seinem Labor transferiert er genetisches Material von Schweinen in menschliches Genmaterial und produziert damit und durch andere Versuche Haut, die feuerfest ist und resistent z.B. gegen Mückenstiche. Diese sog. Transgenese ist im Bereich menschlichen Genmaterials verboten. Ledgard interessiert das nicht. Nach und nach hat er seiner Gefangenen, Vera Cruz, eine neue Haut implantiert. Vera ist sein Versuchskaninchen. Und Ledgards Mutter, Marilia, überwacht mittels etlicher Kameras das Leben der Gefangenen. Vera bittet Ledgard, sie frei zu lassen; sie könnten zusammen leben, ohne dass ...

Feuchtgebiete (2013) 03.09.2013

Auf dem Glatteis ...

Feuchtgebiete (2013) Mama spricht nicht (mehr) mit Papa. Papa spricht (oder sprach noch nie richtig) mit Mama. Tochter versucht (manchmal) mit der einen oder dem anderen zu sprechen. Papa tanzt keinen Mambo, Mama auch nicht. Er trinkt Bier (vielleicht oder auch nicht), sie trinkt Wein (ich habe keine Ahnung). Papa ist unnahbar, Mama ist katholisch und huldigt dem Papst. Außerdem sind Mama und Papa geschieden. Papa ist zynisch, und kalt. Meistens. Überraschung … Helen ist 18 und steht auf Sex. Je öfter, desto besser, oder so. Sie hat Hämorrhoiden (geerbt von Papa, sagt Mama), benutzt Zinksalbe gegen den Juckreiz. Sie bohrt sich im Hintern, auch in der Nase, isst Popel und kommt wegen einer Analfissur ins Krankenhaus. Der Arzt drückt auf die Wundwasserblase an ihrem Hintern, bis sie platzt, Helen schreit, wird operiert und verliebt sich (das ist allerdings auch irgendwie fraglich, vielleicht will sie einfach mal wieder nur Sex) in den Pfleger Robin. Sie bleibt im Krankenhaus – will bleiben. Sie will alles wissen, was mit ihr dort geschieht. Und sie will den uralten Kindheitstraum wahr machen: Papa und Mama tanzen (wieder) zusammen Mambo, spricht: kommen wieder zusammen. Den Roman von Charlotte Roche kenne ich nicht, und ich wollte ihn – ganz ehrlich – auch nie kennen lernen. Den Film zum Buch habe ich mir nun – vor dem Hintergrund der fast ausschließlich überschwänglichen Kritiken im Feuilleton – angeschaut. Und ich muss sagen: die ersten, ungefähr zwanzig Minuten sind poppig, kurzweilig, ...

Die Stunde des Wolfs (DVD) 01.09.2013

Nachtmahre …

Die Stunde des Wolfs (DVD) „Diese Stunde ist die Schlimmste… Die Alten nennen sie die Stunde des Wolfes. In dieser Stunde sterben die meisten. Und die meisten Kinder werden geboren. Es ist die Zeit der Nachtmahre, weißt du? Und wenn wir Aufwachen, dann fürchten wir uns.“ (Johan zu Alma) Die realistische Rahmenhandlung in „Die Stunde des Wolfes“ könnte man als den Versuch deuten, das Schreckliche erträglich zu gestalten. Ein Filmteam lässt sich von Alma erzählen, wie sie mit ihrem Mann, dem Maler Johan, die letzten Monate verbracht hat – bis er spurlos verschwunden war. Sie zeigt dem Regisseur Johans Tagebuch, das sie heimlich gelesen hatte. Baltrum. Eine friesische Insel, auf der Johan und Alma einen Großteil ihrer Zeit verbringen. In aller Stille kommen sie seit sieben Jahren im Sommer hierher. Beschwingt, zu Scherzen aufgelegt, sich hinter Bettlaken küssend scheint sich das Paar in einer ruhigen, gelassenen Fröhlichkeit zu fühlen, eine Vertrautheit, der niemand und nichts etwas anhaben kann. Johan allerdings ist nicht nur ein ruhiger, nahezu oft verschwiegener Mensch, der sich vor allem seiner Malerei widmet. Johan hat düstere Gedanken, die er in Angst ausdrückenden Bildern festhält. Er zeigt sie Alma, die ihrerseits ängstlich reagiert angesichts der Dämonen, die Johan in diesen Bildern festgehalten hat. Johan kann nachts nicht mehr schlafen. Erst wenn es hell wird, geht er zu Bett. Und Alma folgt ihm seit neuestem. Eines Tages steht eine in Weiß gekleidete alte Dame vor dem kleinen Haus, in dem ...

Die Jagd (DVD) 18.08.2013

Blindheit und Wut

Die Jagd (DVD) „Der Schock und das Unbehagen über die Geschehnisse der vergangenen Tage sitzen tief im ostfriesischen Emden - und nicht nur dort. Der Sexualmord an der elfjährigen Lena, die in einem Parkhaus mitten in der Innenstadt missbraucht und getötet wurde, schockiert die Menschen. Verstört sind viele aber auch angesichts der Hassausbrüche gegen einen 17-jährigen Berufsschüler, der zwischenzeitlich als Verdächtiger galt. Im Internet und sogar bei einem Auflauf wütender Menschen vor einer Emder Polizeiwache wurde sogar zu Lynchjustiz gegen ihn aufgerufen. Seit Freitag ist klar: Der junge Mann ist unschuldig. Die Polizei jedenfalls reagiert entsetzt auf die aufgeheizte Atmosphäre in der eigentlich so verschlafenen niedersächsischen Stadt. Von 'Wild-West-Methoden', die in einem Rechtsstaat nicht zu tolerieren seien, spricht Bernhard Witthaut, Bundeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Er fordert, die Rädelsführer derartiger Aufrufe in sozialen Netzwerken die 'volle Härte des Gesetzes spüren zu lassen'. Seine nicht minder entsetzten Emder Kollegen hatten sich tags zuvor ähnlich geäußert." (Handelsblatt vom 31.3.2012) (1) Angst kann sich äußerst langsam, aber vehement in jemanden hineinfressen. Ein anfängliches fades, nur leicht unangenehmes Gefühl kriecht behände in jemandem hoch. Es nagt. Der Horrorfilm lebt teilweise von dieser menschlichen Erfahrung. Er personifiziert diese schleichende Angst in Gestalten, die real nicht existieren. In der Sage war es der Alp, der sich nachts ...

Aber das Leben geht weiter (2011) 11.12.2011

Vertriebene treffen Vertriebene

Aber das Leben geht weiter (2011) Kann man Leid relativieren? Ja! Wer glaubt, der Krieg sei zu Ende, verschließt die Augen vor einer unsäglichen Vergangenheit, die uns noch immer bestimmt, beeinflusst, bewusst oder unbewusst – ob wir es wollen oder nicht. Weit über fünfzig Jahre lang, im Grunde bis heute, wurde Leid relativiert. Diejenigen, die litten und noch heute unter dem Erlebten leiden, wurden auch nach dem zweiten Weltkrieg für die verschiedensten Interessen instrumentalisiert, die ihr Leid in einer Weise relativierten, das unsäglich ist. Zwischen Faschismus, Stalinismus und nach dem Krieg auch Revisionismus wurden Millionen Leidtragende zum Spielball machtpolitischer Interessen, die das Leid der einen gegen das der anderen ausspielten. Während der Faschismus Europa mit organisiertem und systematischen Völkermord überzog und daneben zwangsweise große Bevölkerungsgruppen erst auf der Landkarte, dann ganz praktisch "verschob", heimste sich der Stalinismus nach dem Hitler-Stalin-Pakt Ostpolen ein und siedelte dort bis dahin lebende Menschen zwangsweise nach Sibirien und in andere Gebiete der Sowjetunion um. Nach 1945 verkündeten die Machthaber der realsozialistischen Staaten, die deutschen Minderheiten in Osteuropa seien die "Fünfte Kolonne" Hitlers gewesen. Millionen wurden auch hier wieder pauschal als Täter verdächtigt, zumindest als willige Helfer eines Massenmörders. Auf der anderen Seite des "Eisernen Vorhangs" waren es maßgebliche Leute in den Vertriebenenverbänden und der CDU/CSU, die über ...

Freemake Video Converter 26.07.2011

Der beste Converter, den ich kenne

Freemake Video Converter Bis vor nicht allzu langer Zeit benutzte ich zum Bearbeiten, vor allem auch Schneiden von Filmen, eine kostenpflichtige Software, nämlich Nero. Mit Nero Vision (Teil der umfangreichen Nero-Suite) kann man Filme schneiden (z.B. lästige Werbung aus Fernsehaufnahmen katapultieren) und dann konvertieren oder direkt auf DVD brennen. Dann stieß ich auf eine Software, die das alles viel besser kann und dazu noch kostenlos angeboten wird: Freemake Video Converter. Unter http://www.freemake.com/ kann man die, gerade mal 14,8 MB große, Installationsdatei herunterladen und im Nu installieren – neben einer anderen von Ellora Assets Corporation (einem Zusammenschluss US-amerikanischer und russischer Programmierer) erstellten Software, dem Freemake Video Downloader (ebenfalls kostenlos), mit dem man Videos von YouTube, Facebook, MyVideo, usw. herunterladen und weiterverarbeiten kann. Zurück zum Videoconverter. Was kann der Videoconverter? Das Startbild der Software zeigt uns zunächst fast alles, was mit dieser Software getan werden kann (Bild 1). Zunächst liest man Video-, Audiodateien, Fotos, DVDs oder Dateien über eine URL ein, danach können diese Dateien bearbeitet werden oder gleich in ein entsprechendes Format konvertiert werden, und zwar: AVI, MKV, Apple (iPad), Android, DVD (mit eigener Brennfunktion), Blu-ray, MP3, Youtube (also Hochladen einer Datei auf Youtube), MP4, WMF, SWF, FLV, MPEG, für Sony, in GP3. Der Möglichkeiten sind also viele, zumal das kleine, aber feine ...

Osama Bin Laden von US-Militär getötet 18.05.2011

Die Gewissheit sinkt ...

Osama Bin Laden von US-Militär getötet Die Gewissheit sinkt von Tag zu Tag. Wessen sind wir uns noch sicher. Die Ungewissheit steigt und mit ihr unser verzweifelter Versuch, Gewissheit zu erlangen, und uns sie einzureden. Die Arbeitslosigkeit steigt, nur in der Arbeitslosenstatistik nicht, weil da Leute in Maßnahmen der Agentur und Ein-Euro-Jobber nicht mehr auftauchen. Also sinkt die Arbeitslosigkeit. Gewiss! Die Regierung in Berlin ist unfähig, auch nur die dringendsten Probleme dieser Gesellschaft zu lösen. Es wird eine andere kommen. Gewiss! Die Griechen sind an allem schuld. Sie plündern uns über den Rettungsfond aus. Gewiss! Aber ist dieser Rettungsfond nicht eher einer zur Rettung von spekulierenden und gierigen Banken, die Griechenland und Portugal in den Ruin getrieben haben? Gewiss? Die EU sagt: Die EU soll der gleichmäßigen und wohlstandsorientierten Entwicklung der EU-Staaten dienen. Gewiss? Beruht der Kapitalismus nicht genau auf dem Gegenteil: der ungleichmäßigen Entwicklung von Wirtschaftsräumen und der Aufrechterhaltung dieser Ungleichmäßigkeit? Gewiss. Bin Laden war einer der schlimmsten Terroristen der Welt. Gewiss. Er verantwortet Nine Eleven und einiges mehr. Gewiss. Ist da klammheimliche Freude angesagt, dass er nun liquidiert worden ist? Die Kanzlerin, deren Unfähigkeit über Monate keinen Zweifel mehr aufkommen ließ, der Außenminister, der als Parteivorsitzender vor kurzem zurückgetreten wurde, weil er der Kanzlerin in nichts nachstand – sie freuten sich über den Einsatz der Eliteeinheit des ...

Alles, was wir geben mussten (2010) 24.03.2011

Apocalypse now ...

Alles, was wir geben mussten (2010) Alles ist normal. Das Leben der Kinder, die Schule, die Pubertät, die Lehrer, die Landschaft. Das Normale hat sich festgesetzt, ja festgefressen. Das Äußerliche scheint undurchdringbar, nein, warum sollte man es überhaupt durchdringen wollen? Das Äußerliche, Sichtbare spricht für sich selbst. Es ist normal. Und diese Normalität ist das Reale. Die Normalität ist die Realität, vice versa. Die Erinnerung daran ist die Erinnerung an die Kindheit, an eine normale, reale Kindheit. Kathy, inzwischen 28 Jahre alt, erinnert sich, an Tommy und Ruth vor allem, mit denen sie eng in einem Internat namens Hailsham in Großbritannien in den 70er Jahren aufgewachsen ist. Und wie eine alte, sehr alte Frau erinnert sie sich an dieses Unbeschwerte ihrer Kindheit. Sie sehnt sich danach, wohl wissend, dass das Unbeschwerte vergangen ist und nie wieder kommen wird. Mit einer geradezu einfachen, aber eben nicht unbeschwerten Leichtigkeit, mit einer fast schon grandiosen Normalität der Inszenierung führt uns Mark Romanek ("One Our Photo") in diese Welt, er taucht seine Zuschauer in das Leben dieser Kinder und bringt uns dieses Leben nahe. Der Kontrast könnte nicht größer sein, zwischen dieser Leichtigkeit der Inszenierung, untermauert durch die Musik und die Bilder Adam Kimmels, und dem abgrundtiefen Grauen, das Teil dieser Normalität ist. Ein Glas Wasser steht vor mir. Gebe ich etwas Zucker hinein, verändert sich das Äußere des Wassers in keiner Weise. Erst wenn ich davon trinke, spüre ich die ...

Das Weisse Band - Eine deutsche Kindergeschichte (2009) 09.05.2010

Das Unfassbare siegt

Das Weisse Band - Eine deutsche Kindergeschichte (2009) Die Enge ist gewollt. Sie war historisch und sie ist dramaturgisch gewollt. Kann man ein relativ geschlossenes System von außen beurteilen, gar nur von außen, oder muss man sich in es – zumindest geistig – hineinbegeben, um es zu verstehen? Das "Oder" scheint mir überflüssig, geradezu verfehlt. Was ist ein relativ geschlossenes System? Fragt man diejenigen, die sich mit autopoietischen Systemen befasst haben, lautet die Antwort, dass sich solche Systeme selbst strukturieren. Sie beziehen nichts von außen, sondern bilden ihre Regeln Komponenten, Strukturmerkmale aus sich selbst heraus. Oder wie Niklas Luhmann schrieb: "Autopoietische Systeme können ihre Strukturen nicht als Fertigprodukte aus ihrer Umwelt beziehen. Sie müssen sie durch eigene Operationen aufbauen und das erinnern – oder vergessen." (Soziologische Aufklärung, 6. Die Soziologie und der Mensch, 2008). Sie werden beherrscht von Selbstreferenzialität. Das zu verstehen, ist kaum schwierig. Der Blick autopoietischer Systeme auf Teile der Welt oder andere Systeme ist nicht geprägt von den Regeln und der Wirklichkeit des Beobachteten, sondern von den Regeln des Systems, das beobachtet. Der Blick eines Journalisten auf die Welt ist geprägt von den Regeln des journalistischen Feldes, der des Politikers von denen des politischen Systems usw. – nicht aber von den Regeln des Systems, das er oder sie beobachten. Das macht es schwierig, den Wahrheitsgehalt von Aussagen zu beurteilen, die aus einem System über ein anderes ...

Abschaffung des Zölibats in der katholischen Kirche? 03.04.2010

Dürfen Priester masturbieren?

Abschaffung des Zölibats in der katholischen Kirche? Treffen sich zwei katholische Priester: "Wir werden das wohl nicht mehr erleben, dass wir mal heiraten können." "Nein," sagt der andere, "aber unsere Kinder." Die Diskussion über den Zölibat ist so alt wie dieses selbst – die Auseinandersetzungen um es und die Proteste gegen es, ja auch die Verstöße gegen die Ehelosigkeit und die Enthaltsamkeit ebenso. Schon die Synode von Elvira im 4. Jh. forderte, "dass den Bischöfen, Priestern und Diakonen sowie allen Klerikern, die den Altardienst versehen, zu befehlen sei, sich des ehelichen Verkehrs mit ihren Ehefrauen zu enthalten und keine Kinder mehr zu zeugen. Zuwiderhandelnde sollen aus dem Klerikerstand ausgestoßen werden." Die Geistlichen sollten nur ihrem Auftrag gegenüber verantwortlich sein und Gott dienen, keiner weltlichen Beziehung sich unterordnen, ihre Ehefrauen, wenn sie noch welche hatten und solange es noch erlaubt war, nur lieben wie sie ihre Schwestern lieben. Sexual- und Frauenfeindlichkeit Schon aus frühen Quellen geht hervor, dass der Zölibat – endgültig eingeführt durch das 2. Laterankonzil 1139 – einerseits verhindern sollte, dass Geistliche ihr Vermögen vererben konnten, dass dann eben nach ihrem Tod an die Kirche fiel, zum anderen aber vor allem sexualfeindliche und frauenfeindliche Ursachen hatte. So heißt es etwa in Bußbüchern des Mittealters: ""Wer einen Samenfluss (freiwillig oder unfreiwillig) hat, und im Traum befleckt wird, soll an jenem Tag fasten, 30 Psalmen singen und bis zum anderen Tage nicht ...
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