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"Die Tat ist alles, nichts der Ruhm", Goethe "Faust"

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Auf der anderen Seite 22.04.2009

Liebe und Tod, Hoffnung und Unglück

Auf der anderen Seite Spätestens seit „Gegen die Wand“ aus dem Jahr 2004 ist der türkischstämmige Regisseur Fatih Akin ein gefeierter Star und eine große Regiehoffnung in Deutschland. Seit dem Film, der mit dem Goldenen Bären der Berlinale ausgezeichnet wurde, wird seinen Werken große Beachtung geschenkt. Akin ist vielseitig, drehte bereits Dokumentationen („Over The Bridge“), Kurzfilme („Der Name Murat Kurnaz“, ein Beitrag zum Episodenfilm „Deutschland 09“) und Spielfilme wie „Gegen die Wand“, „Auf der anderen Seite“ oder die bald erscheinende Komödie „Soul Kitchen“. Akin beschäftigt sich oft mit dem Leben von Ausländern – speziell natürlich Türken – in Deutschland. Das gibt seinen Filmen stets Aktualität und Brisanz. Aber es geht auch um Milieustudien, um große Themen wie Liebe, Hoffnung und Tod. All das verpackt der Regisseur, der gern auch als Schauspieler oder Produzent auftritt, innovativ, anspruchsvoll und stets mit einem ganz eigenen Blick auf die Dinge. 0-8-15-Kino findet man woanders, stets weiss Akin zu überraschen. Genau das gelingt ihm auch mit „Auf der anderen Seite“, einem Drama mit teilweise komischen Einschüben. Erzählt werden zwei Handlungsstränge die miteinander verwoben sind in drei Kapiteln. In „Yeters Tod“ geht es um die Prostituierte Yeter (Nursel Köse), die – gegen Geld – zu Ali Aksu (Tuncel Kurtiz) in dessen Bremer Reihenhaus zieht. Es kommt zum Streit Ali schlägt Yeter die unglücklich fällt und stirbt. Ali muss wegen Todschlags ins Gefängnis und sein Sohn, der ...

Twilight - Biss zum Morgengrauen 15.04.2009

Auf Vampir-Schwingen auf der Harry-Potter-Erfolgswelle

Twilight - Biss zum Morgengrauen Joanne K. Rowling hat viel geleistet. Sie hat mit ihren Harry-Potter-Romanen nicht nur Millionen Kinder weltweit das Lesen wieder nähergebracht sondern auch noch einer Heerschar Autoren Inspiration für eigene Romane geliefert. Cornelia Funkes Tintenherz-Romane weisen ebenso Ähnlichkeiten zu „Harry Potter“ auf, wie Stephanie Meyers Romane um die Liebe zwischen Vampir Edward und Mensch Bella. Meyer konnte weltweit Erfolge mit ihren vier Romanen verbuchen und so war es nur konsequent, diese auf die Kinoleinwand zu bringen. Herausgekommen ist allerdings mit „Twilight – Biss zum Morgengrauen“ ein Film, der qualitativ nicht an die Potter-Verfilmungen heranreichen kann. Während junge zumeist weibliche Jugendliche sich von der Geschichte, die mit älteren Darstellern und von Amerika nach Cornwell verlegt, auch im ZDF als Pilcher-Film laufen könnte, begeistern, ist für Zuschauer jenseits des Teenageralters wenig Spannendes in den 122 Filmminuten zu erwarten. Interessant allenfalls sind die zahlreichen und kaum übersehbaren pädagogischen Momente der ansonsten in Klischees und Platitüden zu ersticken drohenden Handlung um einen viel zu guten Vampir, ein viel zu gutmütiges Mädchen und eine natürlich bedingungslose junge Liebe. Man muss Kristen Stewart und Robert Pattinson zu Gute halten, dass sie ihre Rollen als Bella Swan, die von ihrer Mutter weg zu ihrem Vater in ein Kaff irgendwo im amerikanischen Nirgendwo zieht und sich dort in Edward (Pattinson) verliebt, der sich wenig später ...

Buddenbrooks - Ein Geschäft von einiger Größe 17.03.2009

Nicht perfekt, aber optimal

Buddenbrooks - Ein Geschäft von einiger Größe Literaturverfilmungen haftet der Ruf an, niemals so gut zu sein, wie die Buchvorlage. Es gibt Beispiele, bei denen die Filmversion sehr nah an das Buch heranreicht, aber selten erlangt sie die gleiche Qualität. In eine äußerst vertrackte Situation brachte sich Regisseur Heinrich Breloer selbst, als er eine Verfilmung des Thomas-Mann-Romans „Die Buddenbrooks“ plante. Wie kann ein 800-Seiten-Klassiker adäquat verfilmt werden? Die Antwort: Gar nicht! Breloer aber machte das Beste daraus. Thomas Mann hat in seiner Darstellung der Familiengeschichte Buddenbrook zu viele Nebenhandlungen einfließen lassen, als das man in einem Film alle erzählen könnte. Es musste also entweder gekürzt oder gestrichen werden. In beiden Fällen wären enttäuschte Zuschauer die Folge. Breloer, der sich bereits vor einigen Jahren mit dem TV-Mehrteiler „Die Manns“ einen Namen machte, entschied sich für die erste Variante und erzählte damit viele Handlungsstränge des Romans nach, kürzte diese aber so, dass die Verfilmung wie ein 100-Meter-Lauf durch die „Buddenbrooks“ wirkt. Was im Roman über viele Seiten detailliert geschildert wird, wird im Film binnen 5 Minuten abgefrühstückt. Der Zuschauer fühlt sich wie bei einem Galopp durch Manns Werk und ist auf der einen Seite wegen der vielen Kürzungen und Straffungen enttäuscht, auf der anderen Seite auch erfreut, dass soviel im Film angerissen wurde. Wer den Roman kennt, kann sich die vielen Andeutungen der Handlungsstränge im Kopf detaillierter ausmalen, wer ...

Vicky Cristina Barcelona 19.02.2009

Ein Sommer in Barcelona

Vicky Cristina Barcelona Er ist ein Phänomen - mit fast 80 Jahren dreht Woody Allen immer noch jedes Jahr einen Film. Immer noch be-kommt der Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler in Personalunion Hollywoods erste Schauspielergarde für seine Filme, die in den letzten Jahren an den Kinokassen keine Hits mehr waren, auch wenn die Feuilletons oftmals angetan waren. Sein jüngster Streich ist eine sommerliche Liebeskomödie die natürlich - typisch Woody Allen - nicht ganz oh-ne Neurosen auskommt und in Deutschland ausgerechnet im Winter in die Kinos kam und die Zuschauer in ei-nen Sommer in Barcelona entführte. Hauptdarsteller sind Rebecca Hall, Scarlett Joansson, Penelope Cruz und Javier Bardem, der hier den verführerischen, feurigen Latin-Lover nicht ohne Ironie spielt und zuletzt in "No Country For Old Men" von den Coen-Brüdern als eiskalter Killer zu sehen war. Die Handlung ist schnell erzählt: Vicky (Rebecca Hall) und Cristina (Scarlett Johansson) sind Freundinnen und verbringen den Sommer in Barcelona. Vicky steht kurz vor ihrer Hochzeit und glaubt, Glücklich zu sein, wäh-rend Cristinas erhoffte Karriere als Künstlerin nicht in die Gänge kommt. Während einer Ausstellung lernen die beiden den Künstler Juan Antonio (Javier Bardem) kennen, der sie spontan zu einer Reise in einen nahegelege-nen Ort einlädt. Es kommt, wie es kommen muss. Vicky betrügt ihren Verlobten mit dem Spanier, Cristina zieht später sogar zu ihm und ist Glücklich - bis dessen selbstmordgefährdete und heißblütige Ex-Freundin ...

Da Mario, Rotenburg-Wümme 26.12.2008

Kulinarische Perle in Rotenburg

Da Mario, Rotenburg-Wümme Rotenburg (Wümme) ist eine kleine Stadt in Niedersachsen, im Dreieck Hannover-Bremen-Hamburg. Die Stadt ist weder herausragend schön noch hässlich. Besucht man Rotenburg das erste Mal, wird man die kleine Stadt sicher nicht unsympatisch finden - eine schöne, moderne und gleichzeitig gemütliche Bar wie "Da Mario" wird man dort aber wohl kaum vermuten. Gelegen ist die Bar in der "Große Straße 20 - in der Fußgängerzone also - gegenüber der Post, zwischen Rathaus und großem Markt. Parkplätze in unmittelbarer Nähe sind zwar begrenzt, aber weite Wege muss man in Rotenburg kaum machen. Von Außen wirkt die Bar mit ihrer Fensterfront sehr modern, drinnen sieht man die warmen einladenden Farben und die Kerzen auf den Tischen... Farblich ist die Bar eher dunkel gehalten - mit vielen Brauntönen. Das wirkt aber sehr gemütlich, gleichzeitig modern und einladend, aber gar nicht düster. Man kann sich entweder an die kleinen Holztische auf Holzstühle im vorderen Bereich setzen, an die Bar gehen oder im hinteren Bereich auf sehr bequemen Ledersitzgelegenheiten Platz nehmen. Im oberen Stockwerk befindet sich ein separater Raucherraum, sodass auch dem Zigarettenkonsum nachgegangen werden kann und Nichtraucher sich nicht gestört fühlen müssen. Diese schöne Atmosphäre wird durch kaum aufdringliche Musik abgerundet. Etwas störend ist, wenn dazu die passenden Musikvideos auf einer Seite der Bar auf Flachbildschirm (auf dem auch Bundesliga- und Champions-League-Spiele gezeigt werden) gezeigt ...

Persepolis 12.11.2008

Tiefer Blick in eine Gesellschaft

Persepolis Der Nahe Osten, die islamische Welt allgemein sind spätestens seit dem 11. September 2001 das Thema der Po-litik. Der Iran nimmt mit seinem aktuellen Präsidenten Ahmadinedschad, dessen aggressiver Haltung Israel ge-genüber und natürlich dem Streit um das Atomprogramm des Landes nochmals eine Sonderstellung ein. Ein Land also, das interessant ist - politisch, aber auch gesellschaftlich und kulturell. Der Film "Persepolis" wagt einen Blick auf dieses Land und seine Gesellschaft. Interessant ist er vor allem, weil er von einer Frau stammt, die weiss, worüber sie berichtet. Marjane Satrapi ist Iranerin und lebt seit vielen Jah-ren in Frankreich. Ihre Comics, die auf ihrem Leben beruhen, sind weltbekannt und gehören in einigen Ländern sogar zum Schulstoff. In den Comics verarbeitet Satrapi ihr Leben - und sie wurden nun verfilmt, als Zeichentrickfilm. So entstand ein Film, der bereits 2007 in den Kinos zu sehen war und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde - unter anderem erhielt "Persepolis" den Preis der Jury in Cannes und war als bester Animationsfilm 2008 für den Oscar nominiert. Thematisch dreht sich der Film, genau wie die Comics, um das Leben von Marjane, die in Teheran aufwächst und als Achtjährige erlebt, wie im Iran die islamische Republik ausgerufen wird. Die Familie des Kindes schöpft Hoffnung, besonders als Marjanes Onkel Anouche, ein Kommunist, aus der Haft entlassen wird. Aber die Re-volution bringt nicht die ersehnte Verbesserung der Lebensumstände. ...

James Bond 007: Ein Quantum Trost 08.11.2008

Ist das noch Bond, James Bond?

James Bond 007: Ein Quantum Trost Ist James Bond noch James Bond? Diese Frage stellt sich bereits seit "Casino Royale" im Jahr 2006, als Daniel Craig die Rolle des MI6-Geheimagenten im Dienste der britischen Krone übernahm und die Fangemeinde spaltete. James Bond war realistischer und härter als zuvor, die bekannte und Erfolg versprechende 007-Rezeptur wurde grundlegend verändert: Es gab keine Spezialwaffen mehr, Moneypenny schmachtete Bond nicht mehr in M's Vorzimmer an und Q war auch nicht mehr zu sehen. Trotzdem war "Casino Royale" ein großer Erfolg und so wurde die Geschichte auch weiter gestrickt. "Ein Quantum Trost" setzt mit seiner Handlung kurz nach den Geschehnissen von "Casino Royale" ein, weshalb man Craigs Bond-Erstling vorher unbedingt gesehen haben sollte. Vesper Lynd, Bonds große Liebe, hat ihn hintergangen und sich dann für 007 geopfert und ist in den Tod gegangen. Bonds Schmerz sitzt nun tief und er setzt alles daran die Drahtzieher hinter der Verschwörung um seine Liebe zur Rechenschaft zu ziehen. Wer setzte Vesper Lynd unter Druck und erpresste sie? Wieso tat er dies? Bond kommt dabei einer mächtigen Geheimorganisation um Dominic Greene (Mathieu Amalric) auf die Spur, die sogar den MI6 infiltriert hat Greenes Organisation, das findet Bond ebenso bald heraus, möchte das Staatsoberhaupt Boliviens stürzen und den neuen Präsidenten gleich um mehrere Millionen erpressen. Bond versucht das zu verhindern - nebenbei allerdings. Primär geht es ihm um Vesper Lynd und die Hintermänner deren ...

Jumper 13.10.2008

Bitte, bitte kein zweiter Teil!

Jumper Spiderman sei Dank gibt es in den letzten Jahren einen echten Boom, was Comicverfilmungen im Kino angeht. Seitdem Tobey Maguire als Spinnenmann über die Leinwand krabbelte und für Traumumsätze an den Boxoffi-ces sorgte, erleben wir mit Hulk, X-Men, Iron Man und all den anderen Superhelden eine wahre Flut von Real-verfilmungen unserer Kindheitshelden. Und so wird der Hunger nach Superhelden von allen Seiten gestillt, denn jeder Produzent hofft auf ein Stück vom großen Kuchen des erfolgreichen Genres. Regisseur Doug Liman ("Mr. & Mrs. Smith") wagte sich jüngst an die Verfilmung eines Romans von Steven Gould. Heraus kam mit "Jumper" ein Film, der alles hat, was ein echter Superhelden-Blockbuster haben muss: Ein junger Held, der seine Superkräfte - er kann sich von einem Ort zum anderen teleportieren - entdeckt, mit Hayden Christensen, Samuel L. Jackson und Diane Lane ein Staraufgebot sowie viele Special Effects und Actionszenen. Trotzdem bleibt "Jumper" nahezu in jeder Minute nur ein Schatten der X-Men, des Spiderman oder der anderen Helden. Das liegt vor allem daran, dass Regisseur Liman in die Falle tappt und dem Drang erliegt, das Teleportieren im-mer wieder um des Teleportierens willen zu zeigen. Und so springt der junge David Rice (Hayden Christensen) von den USA nach Ägypten, dann nach Italien und so weiter. Was Anfangs noch interessant ist, wird sehr schnell langweilig, einfach weil die entsprechende Handlung dazu fehlt, die es bei Spiderman und den X-Men gibt. ...

Leg dich nicht mit Zohan an 18.09.2008

Trashig, aber gut...

Leg dich nicht mit Zohan an Filme, ob im Fernsehen oder Kino, sind bei weitem nicht immer gut. Manchmal sind sie schlecht, oder sogar serh schlecht. Selten, sehr selten, sind sie aber so schlecht und an den Haaren herbei gezogen, dass sie schon wieder gut sind. So ist es bei "Leg dich nicht mit Zohan an", dem neuesten Streich vonHollywoodstar Adam Sandler, bei dem man sich immer noch fragen kann, warum er zum Star geworden ist. Auch in seinem jüngsten Film spielt er nicht überragend und witzig ist sein Spiel schon längst nicht. Wortwitz? Fehlanzeige! Trotzdem kann man hier über Adam Sandler ("50 erste Dates")herzhaft lachen. Das liegt aber vior allem an der durchgedrehten Rolle, die so unrealistisch-übertrieben ist, dassman nur noch kopfschüttelnd im Kinosessel sitzen und laut lachen kann. Sandler schlüpft dieses Mal in die Rolle eines israelischen Geheimagenten, der keine Lust mehr auf Krieg gegen Palästina hat undim wahrsten Sinne des Wortes untertaucht, in die USA flüchtet und dort Friseur werden möch-te. Der Krieg zwischen Israel und Palästina, böse Vorurteile über männliche Friseure - der Film verspricht zu pro-vozieren. Und das tut er auch. Teilweise überschreitet "Leg dich nicht mit Zohan an" Grenzen des guten Ge-schmacks und beleidigt sowohl Israelis wie Palästinenser und den gesamten Nahen Osten - zwar nicht so sehr wie es Sasha Baron Cohen in seinem Borat-Film mit Kasachstan tat - aber dann sind auch wieder ausgesprochen gute Gags zu finden, wie zum Beispiel die Hisbullah-Hotline ...

The Dark Knight 25.08.2008

Der Wahnsinn

The Dark Knight Batman gehörte schon immer zu den großen Comic-Helden mit großer Fangemeinde. Regisseur Tim Burton brachte den dunklen Ritter Ende der 1980er, Anfang der 1990er auf die Leinwand. Es folgten weitere Verfilmungen, die aber poppig bunt wurden, Batman trug ein Kostüm mit Brustwarzen und aus dem düsteren Gotham-City wurde so eine kitschige Welt, die nichts mehr mit den Comics gemeinsam hatte. So schien Batman 1997 sein Ende auf der Kinoleinwand gefunden zu haben. Doch dann kam Regisseur Christopher Nolan, der sich unter anderem für Filme wie "Memento" verantwortlich zeigte, die wenig zum Mainstream passten. 2005 inszenierte er Batman, Gotham City und all die fiesen Schurken neu - düster, realistischer als zuvor und ernsthaft. Der Hype wurde wieder entfacht, "Batman Begins" war ein riesiger Erfolg und am Ende wurde bereits angedeutet, dass es einen weiteren Film geben würde - mit dem Joker als Gegenspieler. Nun ist der zweite Nolan-Batman in die Kinos gekommen und konnte den Hype von "Batman Begins" nochmals steigern. Zum Einen liegt das an den hohen Ansprüchen, die nach "Barman Begins" da sind, zum Anderen aber auch am tragischen Tod von Joker-Darsteller Heath Ledger Anfang des Jahres. Und so war es kein Wunder, dass "The Dark Knight" sämtliche Rekorde bricht. Und tatsächlich hat der Film den Erfolg verdient. Regisseur Christopher Nolan beweist wieder einmal seine Extraklasse. Er schafft es, dem 152-Minuten-Film sowohl Action als auch Ernsthaftigkeit und eine gute Handlung ...

Akte X - Jenseits der Wahrheit 04.08.2008

Mystery-Film ohne Mystery

Akte X - Jenseits der Wahrheit Es gibt Serien, die die Fernsehlandschaft geprägt haben und die uns vielleicht sogar an einen bestimmten Abschnitt unseres Lebens erinnern. Die Actionserie "Knight Rider", mit David Hasselhoff, erinnert eine ganze Generation an ihre Kindheit oder frühe Jugend. "Akte X", die Mysterieserie aus den 1990er Jahren und dem Anfang des neuen Jahrtausends, richtete sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene und wird deren Erinnerungen an diesen Lebensabschnitt geprägt haben. Seit dem Ende dieser Serie sind nun einige Jahre vergangen. Das FBI-Agenten-Duo um Fox Mulder (David Duchovny), der allem Mysteriösem gegenüber sehr aufgeschlossen war, und seiner rationalen und stets kritischen Kollegin Dana Scully (Gillian Anderson) ist nun ungefähr 4 Jahre außer Dienst - lange genug um nostalgische Fans in die Kinos zu locken und noch nicht lang genug, um die Serie ganz in Vergessenheit geraten zu lassen. Regisseur und Autor Chris Carter hat sich also einen guten Zeitpunkt ausgesucht, den zweiten Akte-X-Kinofilm auf die Leinwand zu bringen. Und tatsächlich kommen nostalgische Gefühle auf, wenn das Licht im Kino gedimmt wird und die bekannte Akte-X-Titelmusik ertönt. Im Kinosaal wird es ruhig und man freut sich auf Dana Scully, Fox Mulder und jede Menge Mystery - vergebens. Leider kann "Akte X - Jenseits der Wahrheit" nahezu gar nicht halten, was man sich von "Akte X" verspricht. Anfangs ist der Film zwar mysteriös und auch spannend, aber das endet sehr bald. Alles was dann ...

Free Rainer - Dein Fernseher lügt 21.07.2008

Wie man Dieter Bohlen vom Bildschirm verbannt...

Free Rainer - Dein Fernseher lügt Schöne neue Fernsehwelt: Im neuen Show-Hit wird nicht mehr nach Sangestalenten gesucht sondern nach dem Mann mit dem besten Sperma. Eine junge Frau, die unbedingt Kinder haben möchte, ist Kandidatin und live im Fernsehen kämpfen drei junge Männer darum, sie schwängern zu dürfen. Dafür müssen sie aber mit Hilfe verschiedener Tests und Spiele beweisen, dass sie das beste Sperma haben, damit die Befruchtung im Liebesurlaub - vom TV-Sender bezahlt - auch klappt. Realität? Nein, (noch) nicht. Aber in Zeiten, in denen ein Dieter Bohlen Jugendliche beleidigen darf und Fernsehteams aus den Bewohnern eines Erziehungscamps in Hessen eine Mischung aus Abenteuer- und Freakshow machen, muss man sich nicht mehr wundern, wenn irgendwann auch Spermacasting gesendet wird. Regisseur Hans Weingartner ("Die fetten Jahre sind vorbei") hat von dem vielen Trash im deutschen Fernsehen genug und darum mit "Free Rainer" eine Satire über den Fernsehmüll gedreht. Hintergrund ist die Frage, warum soviel Trash bei uns zu sehen ist und ob wir, als Zuschauer, wirklich so dämlich sind, wie es die Fernsehproduzenten glauben. Rainer (Moritz Bleibtreu) ist ein solcher Fernsehproduzent, der eine unsinnige Fernsehshow nach der anderen produziert und damit großen Erfolg hat. Aber er schafft sich auch Feinde - unter anderem die junge Pegah (Elsa Sophie Gambard). Nachdem er einen Anschlag auf sein Leben übersteht, wandelt Rainer sich und möchte fortan intelligentes Fernsehen machen, dass den Menschen ...

Schweigeminute - Novelle / Siegfried Lenz 16.07.2008

Zuviel des Guten...

Schweigeminute - Novelle / Siegfried Lenz In einer Gesellschaft, in der Freizeitverhalten und Unterhaltung immer mehr trivialisiert wird und es immer mehr nur auf einen kurzfristigen Kick, auf Action, Spaß und Anspruchslosigkeit ankommt, freut man sich, wenn es Autoren wie Siegfried Lenz noch in die Bestsellerlisten schaffen. Zum Einen kann man sich freuen, wenn überhaupt noch Bücher gelesen werden, zum Anderen ist Siegfried Lenz sicher kein Dan Brown, der mit abstrusen Verschwörungstheorien den Nerv der Zeit trifft. Lenz' Werke reflektieren, sind hintergründig und anspruchsvoll. Eigenschaften, die leider nicht mehr wirklich für einen kommerziellen Erfolg sprechen würden. Trotzdem steht der Autor der "Deutschstunde" (1968) und des "Fundbüro" (2003) wieder ganz weit oben in den Bestsellerlisten. Seine neueste Novelle, die den schlichten Titel "Schweigeminute" trägt, liegt, mit dem weißen Einband weit sichtbar, in großen Mengen in den Buchhandlungen aus. Leider ist nicht nur der Titel schlicht - die Charaktere oder Figuren der Novelle sind es ebenso. Christian, Gymnasiast an der Schleswig Holsteinischen Küste, verliebt sich während der Sommerferien in seine Englischlehrerin Stella Petersen. Die Geschichte ist nicht neu, aber bietet Potential zum Ansprechen vieler Themen - Liebe, Alter, Altersunterschiede... - und kann obendrein noch zu einer wunderbaren und fesselnden Liebesgeschichte werden. Leider gelingt es Lenz auf den 128 Seiten der Novelle lediglich am Ende, Mitgefühl beim Leser zu wecken und ihm die ...

Cassandra´s Traum 02.07.2008

Woody Allen ohne Witz, aber mit Anspruch

Cassandra´s Traum Seit über 40 Jahren macht Woody Allen Filme - als Regisseur, Autor und Darsteller. Er erhielt Oscars (unter anderem für "Der Stadtneurotiker") wurde hoch gelobt, aber auch immer wieder kritisiert. Mittlerweile werden seine Filme nur noch in kleinen Programmkinos gezeigt - wohltuende Ausnahme war "Match Point" im Jahr 2005, der auch an den Kinokassen wieder ein Erfolg wurde. Allens neuester Film, "Cassandras Traum", hingegen hat auch wieder alles, was es für einen Erfolg an den Kinokassen braucht - eine spannende und anspruchsvolle Geschichte und mit Collin Farrell und Ewan McGregor zwei Hollywoodstars in den Hauptrollen. Für einen weiteren großen Wurf an den Kinokassen fehlt es vielleicht an Action, aber dafür bekommt der Zuschauer Besseres geboten: Eine sehr tiefsinnige und anspruchsvolle Charakterstudie zweier Brüder. Diese Brüder sind Terry (Collin Farrell) und Ian (Ewan McGregor).Der eine arbeitet in einer Autowerkstatt, der andere ohne rechte Lust im Restaurant des Vaters. Beide sind unzufrieden mit ihrem Leben, wollen aus der Unterschicht heraus - der eine indem er beim Hunderennen wettet und Karten spielt, der andere, indem er sein weniges Geld in dubiosen Investment-Geschäften anlegt. Und so plätschert der 108-Minuten-Film zunächst dahin, zeigt das Leben der beiden Brüder und die Tristesse ihres Lebens. Beide haben wenig und das, was die Familie hat, verdankt sie Onkel Howard (Tom Wilkinson), der es raus aus der Arbeiterklasse geschafft, einige sehr ...

The Happening 25.06.2008

Mensch vs. Umwelt - Wer tötet wen?

The Happening Zwei junge Frauen sitzen im New Yorker Central Park auf einer Bank. Plötzlich zieht sich die eine ihre Haarnadel aus der Frisur, setzt sie an ihrem Hals an und ersticht sich... Wenige Blocks weiter stürzt ein Bauarbeiter von einem Gebäude. Ein Unfall, wird von den Kollegen vermutet. Doch dann stürzt noch einer ab, dann noch einer und noch einer... Die Ausgangslage von "The Happening" ist düster. Genau das erwartet man, wenn man sich einen Film vom indischstämmigen Regisseur M. Night Shyamalan ansieht, der sich unter anderem für vom Publikum und der Kritik gefeierte Filme wie "The Sixth Sense" oder "The Village" verantwortlich zeigt. Waren es damals ein kleiner Junge, der tote Menschen sah oder ein mittelalterliches Dorf, dass sich vor geheimnisvollen und brutalen Waldwesen schützen musste, sind es nun mysteriöse Selbstmorde, die den Zuschauer binnen Sekunden in den Bann ziehen. Leider ist das, was dann folgt nicht halb so spannend und fesselnd wie der großartige Beginn. Zunächst wird angenommen, New York würde mit Giftgas angegriffen, dass die Menschen dazu bringt, sich selbst umzubringen. Das wird im Laufe des Filmes zwar revidiert, aber zunächst fliehen die Menschen aus New York auf das Land. Dabei steht das Ehepaar Elliot und Alma Moore (Mark Wahlberg und Zooey Deschanel) im Mittelpunkt, deren Ehe gerade in einer Krise steckt. Sie fliehen gemeinsam mit vielen Anderen aus New York auf das Land, doch dann werden auch von dort die mysteriösen Selbstmorde ...
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