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Offenbar gehöre ich zu denen, die mit dem sinkenden "Ciao"-Schiff untergehen wollen ... Manchmal kann ich noch einen Neuvorschlag durchbringen, dann gibt's einen Bericht.

Geschriebene Berichte

seit 06.03.2000

2380

Totenkalt (eBook) / Stuart MacBride 15.10.2017

Erst Leichen im Wald, dann Gangsterkrieg am Horizont

Totenkalt (eBook) / Stuart MacBride Kurzkritik für Ungeduldige Als im schottischen Städtchen Banff mehrere Leichen auftauchen, wird die örtliche Polizei durch eine Gruppe Sonderermittler ‚verstärkt‘, die vor allem für Hektik und Unruhe sorgen. Trotz privaten und beruflichen Drucks kommt ein unkonventioneller Polizist dem Täter auf die Schliche … - Der 10. Roman der Logan-McRae-Serie bietet das übliche Durcheinander aus Kriminalfall und (krimineller) Nebenhandlung, was Autor MacBride mit der typischen Mischung aus Dramatik, Drastik und Slapstick präsentiert: Das Ergebnis ist spannend und witzig sowie deutlich überraschungsstärker als der Vorgängerband. Das geschieht: Die Hafenstadt Banff liegt dort im Osten der schottischen Verwaltungsgrafschaft Aberdeenshire, wo der Fluss Deveron in die Nordsee mündet. Hier schiebt Sergeant Logan McRae theoretisch eine ruhige Kugel. Praktisch holt ihn seine Vergangenheit als Ermittler der Grampian Police im ostschottischen Aberdeen immer wieder ein. Dort hat er nicht nur feindselige Vorgesetzte, sondern auch Detective Chief Inspector Roberta Steel zurückgelassen, die ihn weiterhin gern für ihre Zwecke einspannt. Derzeit ist Steel sogar in Banff. Der örtliche Geschäftsmann Martin Milne wird vermisst; eine Sonderermittlungskommission unter Steels Leitung soll den Fall klären. Stattdessen findet man in einem Waldstück die Leiche von Milnes Geschäftspartner; er wurde vor seinem Tod brutal misshandelt. Da kurz zuvor eine Studentin ähnlich gewaltsam zu Tode kam, fragen zumindest ...

It Stains the Sands Red (2016) 12.10.2017

Wüstenhitze, Durst, Zeitdruck - und Zombies

It Stains the Sands Red (2016) Kurzinfo für Ungeduldige Auf der Flucht vor eine Zombie-Epidemie strandet Tänzerin Molly in der Wüste von Nevada. Nicht nur Hitze und Durst, sondern auch geile Strolche und vor allem ein hungriger Untoter, der sie unbeirrbar verfolgt, machen ihr zu schaffen, doch Molly will überleben - um jeden Preis … - Der sehr gut gefilmte und in der weiblichen Hauptrolle vorzüglich besetzte Film leidet unter einer schwachen Story mit schwammigem Spannungsbogen, der durch allzu deutliche Logiklücken und Brüche geschwächt wird: trotz der interessanten Story nur Durchschnitts-Unterhaltung. Das geschieht: Wieder einmal bricht eine Seuche aus, die ihre Opfer in wandelnde Leichen verwandelt. Selbstverständlich gieren diese Zombies nach Menschenfleisch, weshalb sie über die Lebenden herfallen, und natürlich mutieren diese nach nur einem Biss ebenfalls zu Untoten, die ihrerseits auf Frischfleischjagd gehen. Auch in den USA bricht das Chaos aus. In Las Vegas gelingt Gangster Nick die Flucht gemeinsam mit Lebensgefährtin Molly. Sie wollen sich mit Bandengenossen auf einem kleinen Flughafen irgendwo in den Bergen von Nevada treffen, um dann mit einem Flugzeug nach Mexiko zu flüchten. Wie ernst die Situation ist, haben Nick und Molly bisher nicht registriert. Das rächt sich, als sie mit dem Wagen in der Wüste liegenbleiben. Zwar entdeckt nur ein versprengter Zombie sie, aber der bewaffnete Nick unterschätzt die Kreatur und wird von ihr zerrissen. Panisch flüchtet Molly in die Wüste. 30 Meilen ...

Solstice (DVD) 12.10.2017

Der falsche Geist zur richtigen Zeit

Solstice (DVD) Kurzinfo für Ungeduldige In einem einsam gelegenen Haus sucht der Geist einer kürzlich verstorbenen Frau ihre Freunde heim. Das Phantom scheint ein dringendes Anliegen zu verfolgen und reagiert zunehmend aufgebrachter, als man es nicht gebührend zur Kenntnis nimmt ... - Die Neuverfilmung eines stimmungsvollen skandinavischen Gruselthrillers gerinnt den US-Epigonen zum routinierten, jedoch nicht nur zahmen, sondern lahmen Abklatsch, der durch willkürlich aufgepfropfte Schockeffekte endgültig ins Trudeln gerät: ein Film vieler verschenkten Möglichkeiten. Das geschieht: Traditionell begeht eine Gruppe von Freunden das Fest der Sommersonnenwende („Solstitium“, engl. „solstice“) im schönen Ferienhaus der Familie Thomsen. Es steht in den Sümpfen des US-Staats Louisiana, die jenseits der befestigten Wege recht unwirtlich sind und gefährlich werden können, was für diese Geschichte von Bedeutung sein wird. In diesem Jahr ist die Stimmung von Christian, Zoe, Mark, Alicia und Megan gedrückt, denn Sofie, Megans Zwillingsschwester, die zur Runde gehörte, hat sich vor einiger Zeit umgebracht, ohne ihrer Familie oder den Freunden einen Abschiedsbrief zu hinterlassen. Besonders Megan ist verständlicherweise angeschlagen, doch an dem Ausflug nimmt sie trotzdem teil. Ferienlaune will sich indes nur schwer einstellen. Durch das Unterholz schleicht der alte Leonard. Nachdem im Vorjahr seine Enkelin spurlos verschwand, ist er garstig und wunderlich geworden und jagt unseren Städtern eine ...

Heimat Erde (eBook) / Clifford D. Simak 07.10.2017

Neues Leben auf dem Friedhofsplaneten Erde

Heimat Erde (eBook) / Clifford D. Simak Kurzkritik für Ungeduldige Auf der zum Friedhofsplaneten umgestalteten Erde stoßen Reisende auf neues Leben, was von der kriminellen Verwaltung totgeschwiegen wird. Beim Versuch, die Geheimnisse der Erde zu lüften, geraten die Besucher an Mutanten, Roboter, Gespenster u. a. seltsame Zeitgenossen … - Zwar routiniert und wortgewaltig aber ohne echten Plot oder roten Faden spult der Autor in diesem Spät-Roman vor allem „Daheim-ist’s-am-schönsten“-Nostalgien ab, die er mit selten erklärten Rätseln aufpolstert: lesbar, aber keines der ‚guten‘ Simak-Werke. Das geschieht: Vor zehn Jahrtausenden hat ein Krieg die Erde verwüstet. Die wenigen Überlebenden sind hinaus ins All geflüchtet. Zurück blieb eine vergiftete Erde, die sich allmählich erholte, jedoch nie wieder neubevölkert wurde. Dennoch genießt die „Heimatwelt“ eine Sonderstellung: Viele ehemalige Siedler lassen sich auf der Erde begraben. Das lukrative Geschäft hat sich die „Mother-Earth“-Gesellschaft gesichert, die diskret aber entschlossen dafür sorgt, dass ihr keine Konkurrenz entsteht. Vom Planeten Alden reist der Künstler Fletcher Carson auf die Erde. Er möchte die ‚Stimmen‘ des Planeten mit Hilfe seines „Kompositors“ - der auf den Namen „Bronco“ hört und ein Roboter ist, der sich mitteilen sowie laufen kann - aufzeichnen und in eine multimediale Symphonie verwandeln. Dabei hilft ihm der ehemalige Kampfroboter und Mechaniker Elmer, der einst auf der Erde gebaut wurde. Ebenfalls von Alden stammt die junge Cynthia ...

Crime Wave - Auf der Nachtseite von L.A. / James Ellroy 03.10.2017

Film-Stadt der (oft toten) Engel

Crime Wave - Auf der Nachtseite von L.A. / James Ellroy Kurzkritik für Ungeduldige Elf „True-Crime“-Storys, Kurzgeschichten und Autobiografisches aus der Feder von James Ellroy. Die Beiträge erschienen ursprünglich in einem US-Magazin und beschäftigen sich mit der fiktiven und tatsächlichen Geschichte der Filmstadt Los Angeles, wobei Ellroy sich auf die kriminellen Aspekte konzentriert, zu denen er, ein ehemaliger Verbrecher, selbst Substanzielles beizutragen weiß: interessant und intensiv, zumal die Leidenschaft des Verfassers sich jederzeit mitteilt. Keineswegs staubige Fundstücke aus dem Autorenschrank Die hier gesammelten elf Beiträge erschienen zwischen 1993 und 1996 in dem bekannten und in den USA auch von Krimi Afficionados gern gelesenen Magazin „GQ“ („Gentlemen’s Quaterly“). Der Name James Ellroy besitzt einen Ruf wie Donnerhall und sein Träger eine entsprechende Fangemeinde. Die „GQ“ Redaktion durfte sich glücklich schätzen. Ellroy schätzt das Magazin; er war und ist sich - ganz auf den Spuren der von ihm verehrten Altmeister - nicht zu schade, für Magazine zu schreiben. Ellroy gehört zu den Autoren, die stets ihr Bestes geben. So hat er für „GQ“ (und ein hübsches Honorar) nicht einfach einige verstaubte Manuskripte aus seinem Schreibtisch gezogen, sondern sich durchaus bemüht, dem schon 1999 imposanten Gebäude seines Gesamtwerks einige kräftige Balken einzuziehen. Zu erwähnen sind aus dem ersten Teil („Ungelöst“) vor allem die beiden Artikel „Leichenfunde“ und „Der Killer meiner Mutter“. Hier schreibt Ellroy über ...

Ein amerikanischer Albtraum / James Ellroy 02.10.2017

El-Lall-Roy fesselt/irritiert/langweilt Leser

Ein amerikanischer Albtraum / James Ellroy Kurzkritik für Ungeduldige Nachdem 1963 bereits Präsident John F. Kennedy mit Billigung des FBI von der Mafia ermordet wurde, gerät fünf Jahre später sein Bruder Robert - der einen Feldzug gegen das organisierte Verbrechen führt - ins Visier der Verschwörer … - Erschreckend plausibel entwickelt Autor Ellroy im zweiten Band der „Underground U.S.A.“-Trilogie seine alternative, von Korruption und Komplotten gezeichnete ‚alternative‘ Geschichte der USA fort. Während die dichte Handlung erschreckt und fesselt, stört Ellroys offensiver, allzu ‚literarischer‘ Stil, der von kurzen, stakkatohaften Sätzen geprägt bzw. zerrissen wird. Das geschieht: Am 22. November 1963 stirbt in Dallas, Texas, US-Präsident John F. Kennedy. In den Geschichtsbüchern lesen wir, dass der Einzeltäter Lee Harvey Oswald das Attentat beging. Tatsächlich fiel Kennedy einem Komplott des organisierten Verbrechens zum Opfer. Die Mafia, die einst geholfen hatte, ihn in den Sattel zu heben, war von ihm ‚verraten‘ und im Bund mit seinem Bruder, dem Justizminister Robert „Bobby“ Kennedy, erbarmungslos verfolgt worden. Der Mord von Dallas soll auch diesen zweiten Kennedy warnen: Siehe, das geschieht, wenn man uns zu nahe rückt! Organisiert wurde das Attentat von Pete Bondurant. Die Mafia hat ihn in der Hand, seit er ihr Rauschgift stahl und dabei ertappt wurde. Auch das FBI ist in den Kennedy-Mord entwickelt: J. Edgar Hoover, der selbstherrliche, paranoide und erzreaktionäre Direktor, hasst Jack und Bobby ...

Akte Atlantis - Ein Dirk-Pitt-Roman / Clive Cussler 02.10.2017

Adolfs Reagenzglas-Sturmtruppen

Akte Atlantis - Ein Dirk-Pitt-Roman / Clive Cussler Kurzkritik für Ungeduldige Endlich wird Atlantis (wieder-) entdeckt, aber leider beanspruchen Hitler-Klone und ihre Schergen die dort gebunkerten Schätze; ein Fall für Dirk Pitt, der dem braunen Pack mit Mut und unter Einsatz von Hightech ordentlich einheizt … - Der 15. Band der Pitt-Serie leidet unter einem überfrachteten Plot und kontraproduktiv grotesken Schurken, kann aber wenigstens als Unterwasser-Abenteuer Boden wettmachen: ganz sicher kein Höhepunkt der Serie, aber als Lesefutter verwertbar. Das geschieht: September 1858: Seit Monaten sitzt der Walfänger „Paloverde“ im Antarktis-Packeis fest. Roxanne, die Kapitäns-Gattin vertreibt sich die Zeit mit Märschen durch die unwirtliche Landschaft. Dabei entdeckt sie das Wrack des Ostindienfahrers „Madras“, der im August 1779 mit Mann und Maus mit Schrifttafeln, Statuen und Kultobjekte einer unerhört fortschrittlichen, völlig unbekannten Urzeit-Zivilisation scheiterte. Doch das Eis holt sich die „Madras“ zurück. Roxanne kann nur ein Artefakt bergen: einen Schädel, gearbeitet aus schwarzem Obsidian. 143 Jahre später kommt im US-Staat Colorado in einem Minenschacht das Gegenstück zum Vorschein. Noch interessanter sind die mit Schriftzeichen bedeckten Wände der Kammer, in der dieser Schädel gefunden wurde. Dr. Patricia O‘Connell, Expertin für alte Sprachen, wird gerufen, doch als sie sich daran macht, die Fundstätte zu untersuchen, werden sie und ihre Begleiter durch eine vorsätzlich ausgelöste Explosion tief unter der Erde ...

Im finsteren Eis (eBook) / Bracken MacLeod 30.09.2017

Durch den Dimensionsspiegel in die Hölle

Im finsteren Eis (eBook) / Bracken MacLeod Kurzkritik für Ungeduldige Ein Versorgungsfrachter strandet im nordpolaren Eis. Kommunikation und Maschinen fallen aus, niemand wird zur Hilfe kommen: 16 Männer müssen sich selbst helfen. Ihr Versuch, sich über das Eis in Sicherheit zu bringen, endet in einer unglaublichen Entdeckung - und in einer Katastrophe … - Mystery-Mischung aus Horror und Science Fiction, die vor allem in den ersten beiden Dritteln viel Stimmung und Rätsel-Spannung aufbaut; die Auflösung kann dem wie so oft nicht gerecht werden: trotzdem unterhaltsam. Das geschieht: Seemann Noah Cabot ist gleich mehrfach ein Verdammter. Die Ehefrau starb nach langer Krankheit, das Geld ist knapp, und ein missgünstiges Schicksal ließ ihn ausgerechnet auf einem Schiff landen, das von seinem Schwiegervater kommandiert wird, der ihn für den Tod der Tochter verantwortlich macht und ihm nach dem Leben trachtet. William Brewster ist Kapitän der „Arctic Promise“. Das Versorgungsschiff liefert Nachschub für die Bohrinsel „Niflheim“, die in der Tschuktschensee im Nordpolarmeer zwischen Sibirien und Alaska Erdöl fördert. Die Fahrt ist lang und anstrengend - vor allem für Cabot, der von Brewster geschurigelt wird. Als die „Arctic Promise“ in einen dichten Nebel gerät, fällt die Kommunikation mit dem Festland aus. Brewster treibt sein Schiff unbeirrt voran, bis es sich in einer plötzlich auftauchenden Eisschicht festfährt. Der Versuch, sich mit Maschinengewalt freizukämpfen, endet mit einem Totalschaden des Antriebs: Die ...

Die Ernte des Bösen / Robert Galbraith 23.09.2017

Ein Bein zu wenig (Detektiv), ein Bein zu viel (Leichenteilfund)

Die Ernte des Bösen / Robert Galbraith Kurzkritik für Ungeduldige Als ausgerechnet dem einbeinigen Privatdetektiv Cormoran Strike ein abgetrenntes Frauenbein zugeschickt wird, ahnt dieser, dass jemand, mit dem er einst aneinandergeriet, Rache nehmen will. Leider gibt es mindestens drei Kandidaten, die sämtlich untergetaucht sind … - Der dritte Strike-Roman schildert primär das Aufwärmen kalter Spuren, was wortreich mit den Beziehungsproblemen der Mit-Detektivin Robin verwoben wird. Da Autorin Joanne K. Rowling - sie steckt hinter dem männlichen Autoren-Pseudonym - schreiben kann und über trockenen Witz verfügt, wird die Überlänge dieses Romans nur selten zum Problem. Das geschieht: Weil ihm in Afghanistan eine Mine den rechten Unterschenkel abriss, nahm Ex-Militärpolizist Cormoran Strike seinen Abschied von der Army und gründete in London eine Privatdetektei. Nach schwieriger Anfangszeit läuft das Geschäft deutlich besser, weil Strike zwei Mordfälle lösen konnte, während die Polizei das Nachsehen hatte. Das Medienecho hat jedoch einen Nachteil: Es lockt einen Mann zurück auf Strikes Spur, der dem Detektiv Blutrache schwor, weil ihn dieser vor vielen Jahren gedemütigt und um jene Prominenz gebracht hat, die sein Feind für sich beansprucht, ohne sie jemals gewinnen zu können. Inzwischen hat sich dieser Mann zum Serienkiller entwickelt, der es auf Frauen abgesehen hat, die er auf überaus brutale Weise zu Tode bringt. Nun schreitet der Mörder zu neuen Taten: Er nimmt Strike aufs Korn, will diesen jedoch nicht ...

Eiswelt (eBook) / Hal Clement 16.09.2017

Eiskalte Überraschungen für heißblütige Aliens

Eiswelt (eBook) / Hal Clement Kurzkritik für Ungeduldige Obwohl sie von einem Planeten kommen, auf dem Schwefel als atembares Gas gilt, treibt es handelstüchtige Aliens auf die aus ihrer Sicht tödlich kalte Erde, wo sie ungeachtet aller Schwierigkeiten Kontakt mit einer Menschenfamilie aufnehmen … - Science-Fiction-Roman „für die Jugend“, geschrieben von einem Lehrer, der allerdings auch Schriftsteller war und den erhobenen Zeigefinger vermeidet. Die Aliens sind keine Feinde, primär die Physik sorgt für spannende Probleme, was heutige Leser abschrecken mag, aber nicht sollte, denn dies ist nostalgische SF-Unterhaltung der weiterhin lesenswürdigen Art. Das geschieht: Eigentlich ist Sallman Ken ein Lehrer, aber er hat auch als Wissenschaftler seine Meriten. Das macht ihn in den Augen der Drogenfahndung zum idealen Kandidaten für eine Geheimmission: Ken soll sich der Crew des Schmugglers Laj Drai anschließen, weil dieser ein gefährliches Suchtmittel auf den Schwarzmarkt bringt, Sein Pflichtgefühl lässt Ken zusagen, obwohl niemand weiß, wohin die Reise gehen wird, sobald er an Bord des Raumschiffs „Karella“ gegangen ist. Kapitän Drai hat seine Spuren gut verwischt. Das Ziel der Schmuggelfahrt - der dritte Planet einer gelben Sonne - ist eine eisige Höllenwelt, auf der jener Schwefel, den Ken und die anderen Bewohner des Planeten Sarr atmen, nur in fester Form existiert. Niemand hat sich bisher auf die Oberfläche getraut, die allein durch unbemannte „Torpedo“-Sonden untersucht wurde. Trotzdem steht man ...

Der Zeitsprung (eBook) / Robert A. Heinlein 09.09.2017

Zeitreisender Besserwisser startet private Genesis

Der Zeitsprung (eBook) / Robert A. Heinlein Kurzkritik für Ungeduldige Eine Atombomben-Explosion reißt den Bunker der US-Familie Farnham mitsamt seiner sechs Insassen in die Zukunft. Die neue Welt zeigt sich gleichermaßen paradiesisch wie gefährlich; der Neuanfang wird zusätzlich durch interne Streitigkeiten erschwert … - Während die Handlung als klassische Post-Doomsday-Story routiniert und spannend erzählt wird, kann die Figurenzeichnung nur als ärgerlich bezeichnet werden, da Autor Heinlein seine chauvinistischen Ansichten nicht unterdrückt und sich durch schauerliche Sexkapaden blamiert: ein zwiespältiges Vergnügen. Das geschieht: In diesen 1960er Jahren artet der Kalte Krieg zwischen Ostblock und Westmächten zum III. Weltkrieg aus, der wie erwartet mit Atomwaffen geführt wird. Im mittleren Westen der USA hat Tatmensch Hugh Farnham mit dem Schlimmsten gerechnet und unter seinem Haus einen Bunker angelegt. Als die Raketen explodieren, geht er mit Gattin Grace, Sohn Duke, Tochter Karen, Hausdiener Joseph und der zufällig anwesenden Barbara Wells unter die Erde. Die sechs Menschen überleben den Angriff. Anders als von Farnham senior befürchtet stellen nicht Zerstörung, Radioaktivität oder der Rückfall in die Barbarei die eigentlichen Probleme dar, als sich das Bunkertor wieder öffnet: Tatsächlich zeigt die Umgebung keinerlei Kriegsschäden, sondern ist ein Paradebeispiel für völlig unberührte sowie menschenleere Natur. Offenbar hat eine direkt über dem Bunker explodierende Bombe diesen zwei Jahrtausende in die ...

Vampirdetektiv Jack Flemming / P. N. Elrod 03.09.2017

Fangzahn gegen Tommy-Gun

Vampirdetektiv Jack Flemming / P. N. Elrod Kurzkritik für Ungeduldige Nachdem er einem Gangsterboss in Chicago ein wenig zu sehr auf die Schliche kam, wurde Journalist Jack Fleming grausam umgebracht - und erwacht als Vampir! Nachdem er sich an seinen neuen Zustand gewöhnt und auch Verbündete gefunden hat, nimmt er die Jagd nach den eigenen Mördern mit übernatürlichen Methoden wieder auf ... - Ein Toter klärt den Mord an sich selbst auf: eine vorzügliche Basis für einen unterhaltsamen Roman, der mit sachtem Zeitkolorit - die Handlung spielt 1936 - die Genres Krimi und Phantastik mischt. Start einer mehrbändigen Reihe, die indes hierzulande nie erfolgreich wurde. Das geschieht: 1936 ist Chicago eine Stadt im Griff des organisierten Verbrechens. Die Frank-Paco-Bande treibt ihr besonderes Unwesen. was den Reporter Jack Fleming lockt: Die Wirtschaftskrise hat ihn der Arbeit beraubt. Ein echter Knüller würde ihm den Weg ebnen. Tatsächlich kommt er Paco auf die Schliche und findet sogar eine Liste hochrangiger Persönlichkeiten aus Politik und Justiz, die von den Gangstern geschmiert werden. Dann wird Fleming erwischt und umgebracht. Doch er hütet ein Geheimnis: Vor Jahren hat er eine Vampirfrau kennengelernt. Das mit ihr getauschte Blut beschert ihm nun eine Wiederauferstehung. Fleming erwacht ohne Gedächtnis an seinen Tod, aber mit mächtigem Blutdurst. Die neue Existenz stellt ihn vor große Anfangsschwierigkeiten, die jedoch mit beachtlichen neuen Fähigkeiten und übermenschlichen Kräften einhergehen. Fleming ...

Operation Zagreb (eBook) / Philip Kerr 02.09.2017

Schöne Frau, schäbiger Idealist, hässlicher Krieg

Operation Zagreb (eBook) / Philip Kerr Kurzkritik für Ungeduldige Als er für Nazi-Minister Goebbels eine schöne Schauspielerin „heim ins Reich“ locken soll, gerät Ex-Polizist Gunther in die Balkan-Wirren des Zweiten Weltkriegs und in die nur scheinbar neutrale Schweiz, was ihn jeweils in Gewissensnot und Lebensgefahr bringt … - Nach serientypisch gewordenem Muster verschlägt es Bernie Gunther in seinem 10. Abenteuer ‚zufällig‘ stets dorthin, wo gerade Geschichte geschrieben wird; weltschmerzschwere Sprüche suggerieren Tiefgründigkeit, doch bleibt die Historie weitgehend Kulisse für einen immerhin spannendes Krimi-Abenteuer. Das geschieht: Ex-Kriminalbeamter Bernhard Gunther, der gegen seinen Willen in den „Sicherheitsdienst“ der nazideutschen SS übernommen wurde, gilt als ebenso zuverlässiger Ermittler wie parteikritischer „Volksgenosse“. Mächtig gewordene Mitläufer des NS-Regimes bedienen sich seiner gern für heikle Aufgaben, weil sie bei einem Scheitern einen Sündenbock vorweisen können. Im Sommer des Jahres 1942 arbeitet Gunther für General Nebe, früher ebenfalls ein Kriminalist, der es im Nazi-Reich zu Ansehen und Macht gebracht hat, und - vorerst - eine schützende Hand über den ehemaligen Kollegen hält. Leider hat auch Propagandaminister Joseph Goebbels, für den er schon mehrfach gefährliche Aufträge übernehmen musste, Gunther keineswegs aus den Augen verloren, und zwingt ihn zu einem neuen ‚Gefallen‘: Goebbels, der „Bock von Babelsberg“, begehrt die Schauspielerin Dalia Dresner, die er zudem zur „neuen ...

Es geschah im Dunkeln (eBook) / Carol O'Connell 26.08.2017

Zum Sterben gutes Theater - buchstäblich

Es geschah im Dunkeln (eBook) / Carol O'Connell Kurzkritik für Ungeduldige In einem Broadway-Theater sorgt erst ein „Ghostwriter“ für Verwirrung und Verdruss, bevor er den eigentlichen Autor des gespielten Stückes umbringt. Weitere Versuche, es trotzdem aufzuführen, führen zu neuen Leichen … - Ihr 11. Fall führt die ebenso geniale wie soziopathische Polizistin Mallory in eine Welt der professionellen Täuschung, die sich als mörderische Spiegelung einer alten Bluttat erweist: Der verwickelte Plot ächzt spürbar unter der Last originell und schräg gemeinter Einfälle, dennoch bringt die Autorin ihr Werk routiniert über die Runden. Das geschieht: An einem der vielen Theater des New Yorker Broadways wird ein neues Stück aufgeführt. „Das Messingbett“ erregt enormes Aufsehen, denn am Premierentag wird nach dem Ende des ersten Aktes im Zuschauerraum der Autor entdeckt: Man hat ihm die Kehle durchgeschnitten, ohne dass jemand im Publikum oder auf der Bühne etwas bemerkte - angeblich, denn die Polizei ist dieses Mal besonders misstrauisch: Detective Mallory von der „Special-Crimes“-Einheit reißt den Fall an sich. Wieso sie hier ein außergewöhnliches Verbrechen wittert, kann oder will sie nicht sagen: Mallory ist einerseits eine ungemein fähige Ermittlerin, andererseits jedoch eine nur mühsam kontrollierte Soziopathin, die auf Disziplin oder Vorschriften pfeift, Kollegen wie Freunde manipuliert oder fallenlässt, wenn diese gegen Mallorys Kodex verstoßen. Hinter seiner Kollegin räumt wie üblich der erfahrene Riker auf. Er hält ...

Die Tote in der Bibliothek / Agatha Christie 19.08.2017

Ordinärer Würge-Mord in vornehmem Ambiente

Die Tote in der Bibliothek / Agatha Christie Kurzkritik für Ungeduldige In der Bibliothek eines entsetzten Ehrenmanns findet man die Leiche einer jungen Frau. Obwohl gleich drei Ermittler den Fall höchst professionell untersuchen, löst erst eine ältere Dame mit Blick für das Wesentliche das Mordrätsel … - Agatha Christie verschmilzt in ihrem zweiten Miss-Marple-Krimi Talent und Routine zu einem Klassiker des Genres, der sein Publikum mit Spannung und (leicht ironischen) Witz scheinbar spielerisch aber jederzeit kontrolliert unterhält. Das geschieht: Auf Gossington Hall, ihrem Landsitz unweit des Dorfes St. Mary Mead in der englischen Grafschaft Radfordshire, leben Colonel Arthur Bantry und Gattin Dolly vornehm und hoch angesehen in der örtlichen Gesellschaft. Deshalb ist der Schock groß, als in der Bibliothek des Hauses eine Leiche auftaucht: Ruby Keene alias Rosy Legge bestritt ihren Lebensunterhalt als Eintänzerin und war erst 18 Jahre alt, als man sie brutal erwürgte. Colonel Bantry streitet jegliche Kenntnis dieser ‚Dame‘ ab. Um seinen Ruf zu retten, ist eine rasche Aufklärung des Falls erforderlich. Deshalb übernimmt Colonel Melchett, Polizeichef der Grafschaft sowie ein alter Freund der Familie, persönlich die Ermittlungen. Weil die Tote zuletzt im Hotel „Majestic“ in der Nachbargrafschaft Glenshire beschäftigt war, ist dort Superintendent Harper mit im Polizei-Boot. Zu ihnen stößt noch Sir Henry Clithering, ehemaliger Chief Superintendent von Scotland Yard. Die Schar der Verdächtigen rekrutiert sich primär ...
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