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Offenbar gehöre ich zu denen, die mit dem sinkenden "Ciao"-Schiff untergehen wollen ... Manchmal kann ich noch einen Neuvorschlag durchbringen, dann gibt's einen Bericht.

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2371

Die Tote in der Bibliothek / Agatha Christie 19.08.2017

Ordinärer Würge-Mord in vornehmem Ambiente

Die Tote in der Bibliothek / Agatha Christie Kurzkritik für Ungeduldige In der Bibliothek eines entsetzten Ehrenmanns findet man die Leiche einer jungen Frau. Obwohl gleich drei Ermittler den Fall höchst professionell untersuchen, löst erst eine ältere Dame mit Blick für das Wesentliche das Mordrätsel … - Agatha Christie verschmilzt in ihrem zweiten Miss-Marple-Krimi Talent und Routine zu einem Klassiker des Genres, der sein Publikum mit Spannung und (leicht ironischen) Witz scheinbar spielerisch aber jederzeit kontrolliert unterhält. Das geschieht: Auf Gossington Hall, ihrem Landsitz unweit des Dorfes St. Mary Mead in der englischen Grafschaft Radfordshire, leben Colonel Arthur Bantry und Gattin Dolly vornehm und hoch angesehen in der örtlichen Gesellschaft. Deshalb ist der Schock groß, als in der Bibliothek des Hauses eine Leiche auftaucht: Ruby Keene alias Rosy Legge bestritt ihren Lebensunterhalt als Eintänzerin und war erst 18 Jahre alt, als man sie brutal erwürgte. Colonel Bantry streitet jegliche Kenntnis dieser ‚Dame‘ ab. Um seinen Ruf zu retten, ist eine rasche Aufklärung des Falls erforderlich. Deshalb übernimmt Colonel Melchett, Polizeichef der Grafschaft sowie ein alter Freund der Familie, persönlich die Ermittlungen. Weil die Tote zuletzt im Hotel „Majestic“ in der Nachbargrafschaft Glenshire beschäftigt war, ist dort Superintendent Harper mit im Polizei-Boot. Zu ihnen stößt noch Sir Henry Clithering, ehemaliger Chief Superintendent von Scotland Yard. Die Schar der Verdächtigen rekrutiert sich primär ...

Alptraum in Pink / John D. MacDonald 17.08.2017

St. Travis predigt den Haltlosen und den Frauen

Alptraum in Pink / John D. MacDonald Kurzkritik für Ungeduldige Ermittlungen führen den Gelegenheits-Detektiv Travis McGee nach New York und in die Fänge einer Gaunerbande, die sich in einer ‚Nervenheilanstalt‘ eingerichtet hat und vor allem reiche Kunden behandelt, denen anschließend etwas zustößt … - Selbstverständlich landet McGee in seinem zweiten Abenteuer in jenem Irrenhaus, das er nicht mehr verlassen soll; der flaue Plot zieht sich in die Länge und bleibt dort hängen, wo Autor MacDonald seine Hauptfigur auflisten und kommentieren lässt, was falsch auf der Welt läuft: schwatzhaft und langweilig. Das geschieht: Weit weg von seinen üblichen Jagdgründen - in New York - fühlt sich Travis McGee, Freigeist und Lebenskünstler, der lieber auf seinem beim Pokerspiel gewonnenen Hausboot, der „Busted Flush“, im Hafen von Lauderdale an der Küste Floridas geblieben wäre, denkbar unbehaglich. Aber ihm ist das Geld ausgegangen, und dann ist da noch der Hilferuf von Mike Gibson, Freund und Kriegskamerad, der in Korea jene Kugel einfing, die eigentlich für McGee bestimmt war. Gibsons Tochter Nina ist nach New York gezogen. Dort hat sie sich mit dem jungen Howard Plummer verlobt. Der wurde gerade bei einem Überfall umgebracht, und die trauernde Braut fand in seinem Nachlass 10000 Dollar in bar, die ganz gewiss nicht legal dort hingeraten sind! War der Verblichene etwa ein Gauner? Hat er seinen Arbeitgeber, den schwerreichen Bankier und Finanzberater Charles McKewn Armister IV., bestohlen? Das soll McGee für den ...

Abschied in Dunkelblau - Krimi / John D MacDonald 17.08.2017

Ritter mit Hausboot und Rolls Royce

Abschied in Dunkelblau - Krimi / John D MacDonald Kurzkritik für Ungeduldige Bootseigner Travis McGee fahndet für eine betrogene Frau nach dem gestohlenen Familienerbe. Er gerät an einen mörderischen Heiratsschwindler, der es gar nicht schätzt, dass ihm jemand die Tour vermasselt, und soll auf dem Grund des Ozeans enden … - Der erste Band einer insgesamt 21-bändige Serie ist ein solide geplotteter Thriller und einem reizvoll angeknacksten Helden, der eigentlich ein Ritter und stets bereit ist, schönen Frauen zu helfen; leider neigt McGee zum Philosophieren, und was einst beinahe Literaturqualität erreichte, klingt heute platt und peinlich: ein zwiespältiges, immerhin endlich ungekürztes Vergnügen. Das geschieht: Travis McGee, Freigeist und Lebenskünstler, ist meist auf seinem Hausboot „Busted Flush“ im Hafen von Lauderdale an der Küste Floridas anzutreffen. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich damit, Dinge zurück zu holen, die seine Klienten ‚verloren‘ haben. Aktuell ist es ein Säckchen voller Diamanten - Früchte einer erfolgreichen Schmugglerlaufbahn -, die Sergeant David Berry reich gemacht, aber letztlich kein Glück gebracht haben. Nachdem er einen Offizier erschlug, bekam Berry vor Gericht lebenslänglich, doch zuvor gelang es ihm, die Juwelen auf dem Gundstück seiner ahnungslosen Familie zu verstecken. Berry starb als Häftling, doch kurz vor seinem Tod weihte er seinem letzten Zellengenossen Ambrose „Junior“ Allen in dieses Geheimnis ein. Aus der Haft entlassen, machte sich Allen an Berrys Tochter Catherine ...

Flamingo / James Lee Burke 17.08.2017

Tief im kriminellen Sumpf von New Orleans

Flamingo / James Lee Burke Kurzkritik für Ungeduldige Nachdem ihn ein verurteilter Killer schwer verwundet hat und geflüchtet ist, lässt sich Polizist Robicheaux als Undercover-Agent in die Unterwelt der Südstaatenmetropole New Orleans einschleusen, die ihn unheilvoll anzuziehen und in ihren kriminellen Bann zu ziehen droht ... - Dieser frühe Thriller der bemerkenswerten Robicheaux-Serie erzählt nicht nur eine spannende Geschichte, sondern stellt meisterhaft die persönliche Odyssee eines innerlich zerrissenen Anti-Helden dar: ein weiterer Höhepunkt in der Bibliografie eines großartigen Schriftstellers! Das geschieht: Dave Robicheaux arbeitet für das Iberia Parish Sheriff's Department in New Iberia, einem kleinen Ort im US-Südstaat Louisiana. Ein Routineauftrag verwandelt sich in einen Albtraum: Mit seinem Partner Lester Benoit soll Robicheaux den Auftragskiller Jimmie Lee Boggs und den Mörder Tee Beau Latiolais in den Todestrakt des Staatsgefängnisses überführen. Boggs kann eine von Komplizen versteckte Waffe an sich nehmen; er erschießt Benoit und verwundet Robicheaux. Tee Beau soll ihm den Rest geben, täuscht aber den ,Fangschuss' nur vor. So kann Robicheaux überleben, hat aber einen ernsten psychischen Knacks davongetragen. Nur die Rache an Boggs kann ihm Frieden geben, doch der hat sich nach seiner Flucht in den Dienst des Mafiabosses Tony Cardo begeben, für den er unliebsame Konkurrenten aus dem Weg räumt. Nur über Cardo, der in New Orleans residiert, könnte Robicheaux an Boggs herankommen. ...

Lass die Toten ruhn / Mary Willis Walker 15.08.2017

Waffenliebe im Herzen, Mordgedanken im Hirn

Lass die Toten ruhn / Mary Willis Walker Kurzkritik für Ungeduldige Waffenfetischisten planen einen Terroranschlag. Eine obdachlose Frau erfährt zufällig davon und vertraut sich eine Journalistin an. Genretypisch verbeißt sich diese in die Sache und erregt das Interesse der Verschwörer, die sie mit allen Mitteln auszuschalten versuchen … - Gelungene Mischung aus Thriller und Krimi, spannend geraten, mit gut gezeichneten Figuren besetzt und im Plot weniger obskur, als man sich das wünschen würde. Das geschieht: Austin/Texas: In dem US-amerikanischen Staat, der stolz auf seine Wild West-Vergangenheit und die Wehrhaftigkeit seiner Bürger ist, soll ein neues Gesetz verabschiedet werden, das den Besitz von Feuerwaffen drastisch einschränkt. Befürworter und Gegner liefern sich vor der Abstimmung einen erbitterten Kampf, dessen Ausgang freilich von einigen fanatischen Waffenfreunden zu ihren Gunsten beeinflusst werden soll: Sie planen allen Ernstes einen Giftgas-Anschlag auf den texanischen Senat zu verüben, wo über besagte Gesetzes-Vorlage entschieden werden soll. Die obdachlose Sarah Jane Hurley, genannt „Cow Lady“, hört zufällig mit, als das Attentat geplant wird. Die Verschwörer werden auf sie aufmerksam. Durch ein Versehen halten sie jedoch nicht Sarah für die unerwünschte Zeugin, sondern eine Freundin. Als diese brutal ermordet wird und Sarah erfährt, dass die Täter ihren Irrtum anschließend bemerkt haben, sucht sie Hilfe. Sie wendet sich an die Journalistin Molly Cates, die gerade an einer Reportage über ...

Die Kanonen von Navarone / Alistair MacLean 12.08.2017

Verzweifelter Sturm auf nazideutsche Super-Festung

Die Kanonen von Navarone / Alistair MacLean Kurzkritik für Ungeduldige Mehr als tausend britische Soldaten sitzen im II. Weltkrieg auf einer griechischen Insel fest. Damit man sie retten kann, müssen fünf Männer eine nazideutsche Kanonenfestung ausschalten; ein Himmelfahrtskommando, das um jeden Preis gelingen muss … - Klassischer Agententhriller um entschlossene Männer, die keineswegs ohne menschliche Schwächen sind und sich einer tödlichen Herausforderung stellen, wobei Pläne sich ändern und Verrat jederzeit möglich ist: einer der besten MacLean-Romane, der 1961 kongenial verfilmt wurde. Das geschieht: Im Südosten der Ägäis ist im Herbst 1943 der britische Versuch, die Insel Kheros zu erobern, von nazideutschen Truppen vereitelt worden. 1200 Männer sitzen fest und warten auf eine Rettung, die unmöglich ist, weil Schiffe es nicht wagen können, Kheros anzusteuern: Auf der nahen Insel Navarone hat die Wehrmacht eine alte Festung ausgebaut und dort zwei gigantische Kanonen aufgestellt, mit denen sie diesen Winkel des Meeres uneingeschränkt kontrolliert. Die Festung wurde tief in steil aufragende Felsen gesprengt und ist vor Angriffen sicher. In dieser verzweifelten Situation soll ein Team von Spezialisten der Abwehr heimlich Navarone betreten, sich in die Festung schleichen und die Kanonen sabotieren - ein Himmelfahrtskommando, für das sich dennoch fünf Männer melden. Captain Keith Mallory stammt aus Neuseeland und war vor dem Krieg als Bergsteiger berühmt; außerdem hat er als Partisan im gebirgigen Kreta gekämpft. ...

Voice from the Stone - Ruf aus dem Jenseits (2017) 10.08.2017

Aus Marmorstein & Eisen spukt's & spricht's

Voice from the Stone - Ruf aus dem Jenseits (2017) Kurzinfo für Ungeduldige Kindermädchen Verena wird engagiert, um den nach dem Tod seiner Mutter verstummten Jakob zu betreuen. In dem einsamen Haus irgendwo in der Toskana entdeckt Verena manche Seltsamkeit, sodass sie bereit ist Jakob zu glauben, dass der Geist der Mutter aus der Wand spricht … - Die ideenarme, sterbenslangweilig umgesetzte Schauermär wird von fähigen Schauspielern in grandiosen Kulissen dargeboten. Während sich die Augen sattsehen können, sinkt das Hirn bald in komatöse Stasis: fauler Zauber mit allzu intensiv behauptetem Anspruch. Das geschieht: Nach dem frühen Tod der Eltern verdingt sich Verena als Krankenschwester. Im Italien der 1950er Jahre bedingt dies ein einsames, auf den jeweiligen ‚Kunden‘ konzentriertes Leben, das immer wieder von tränenreichen Abschieden unterbrochen wird: Verena betreut kranke Kinder, die sie nach der Genesung verlassen muss. Ihr aktueller Auftrag führt sie in die Toskana und dort auf das Landgut der Familie Rivi, die dort seit Jahrhunderten ansässig ist. Der Reichtum stammt aus dem Steinbruch der Familie; dort wurde lange feiner Marmor gebrochen. Im Zweiten Weltkrieg flutete man den Steinbruch, um die nazideutsche Invasion zu behindern. Auf das Geld war die Familie danach nicht mehr angewiesen, denn Malvina Rivi wurde eine weltberühmte und gut honorierte Pianistin. Sie heiratete den Bildhauer Klaus Risi und brachte Jakob zur Welt, der das Talent der Mutter geerbt hat. Vor sieben Monaten starb Malvina nach langem Leiden ...

Land of the Dead 07.08.2017

1000 Methoden, Schädel zerplatzen zu lassen

Land of the Dead Kurzkritik für Ungeduldige Jahre nach der Zombie-Apokalypse führen reiche Überlebende ein Luxusleben, für das sie arme ‚Mitbürger‘ schuften lassen. Aufruhr liegt in der Luft, und zu allem Überfluss werden die Untoten schlau und beginnen das Menschen-Ressort gezielt zu belagern … - Nach zwei Jahrzehnten schloss Regisseur und Autor Romero vor allem handwerklich an seine klassische „Zombie“-Trilogie an. Die Story ist solide, wird aber von ‚sozialkritischen‘ Einschüben belastet. Gute Darsteller und vor allem drastische, gut ausgedachte Splattereffekte sorgen nichtsdestotrotz für gute Unterhaltung. Das geschieht: Die Ursache wurde nie geklärt, die Folgen veränderte die ganze Welt: Stirbt ein Mensch, erwacht seine Leiche zu neuem ‚Leben‘. Als geistloser, langsam verrottender Zombie schlurft sie umher und entwickelt einen unbändigen Hunger auf frisches Menschenfleisch. Milliarden sind den verhassten und gefürchteten „Stinkern“ zum Opfer gefallen. Die wenigen Überlebenden haben sich verbarrikadiert und existieren im dauerhaften Belagerungszustand. In Pittsburgh im ehemaligen US-Staat Pennsylvania hat sich eine Menschengruppe in einem von Flüssen, Mauern und Elektrozäunen geschützten Stadtteil eingeigelt. Über sein kleines Reich herrscht der skrupellose Kaufman, der im Penthouse des „Fiddler‘s Green“-Wolkenkratzers residiert. Hier bietet er denen, die dafür bezahlen können, ein behütetes und privilegiertes Leben wie in der Zeit vor der Zombie-Invasion. Für den Erhalt seines ...

Shin Godzilla (2016) 05.08.2017

Wenn zwei (Staaten) sich streiten, freut sich Godzilla

Shin Godzilla (2016) Kurzinfo für Ungeduldige Vor Japans Küste taucht das gigantische Seeungeheuer „Godzilla“ aus den Fluten, um hartnäckig mehrfach Tokio heimzusuchen. Das Militär ist machtlos, die Restwelt will das Monster mit einer Atombombe auslöschen. Nur wenige Tage bleiben einem kleinen Team, um eine aussichtsarme Gegenattacke zu planen … - Der 29. Godzilla-Film aus Japan stellt (wieder einmal) alles auf Null, um ein ‚neues‘ Monster wüten zu lassen. „Shin Godzilla“ geriet erstaunlich ‚erwachsen‘, bleibt dabei angenehm verspielt, imponiert mit beachtlichen Spezialeffekten und 328 (!) Darstellern, die dem zeitweise dokumentarisch wirkenden Film erstaunlichen Unterhaltungswert einhauchen: im Gegensatz zum US-Godzilla ein Volltreffer! Das geschieht: In der Bucht von Tokio rumort es unter Wasser. Die Fachleute der Regierung tippen auf einen Unterwasser-Vulkan oder eine heiße Quelle. Sie lachen über den jungen Referenten Rando Yaguchi, der rät, nach einem riesigen Tier Ausschau zu halten. Kurz darauf taucht ein glotzäugiges Ungetüm aus den Fluten auf, richtet gewaltige Schäden an, während es ins Landesinnere kriecht - und mutiert plötzlich zu einem zweibeinigen Giganten, der sich ins Meer zurückzieht. Erleichterung mischt sich mit Ratlosigkeit: Wird die Kreatur zurückkommen? Vorbereitungen werden getroffen, die militärische Maßnahmen einschließen. Der Rest der Welt schaut gespannt auf Japan: Wie wird man das Problem lösen? Gar nicht, stellt sich heraus, denn als das Wesen tatsächlich wieder ...

Das Zeichen der Vier - Roman / Arthur Conan Doyle 03.08.2017

Fixer Holmes hetzt Schurken durch London

Das Zeichen der Vier - Roman / Arthur Conan Doyle Kurzkritik für Ungeduldige Der jungen Mary Morstan werden Perlen zugesandt. Dies sei der kleine Teil eines Vermögens, um den ihr vor Jahren verschollener Vater geprellt worden sei, informiert sie der anonym bleibende Wohltäter, der nun für Genugtuung sorgen möchte. Mary wendet sich Hilfe suchend an den Beratenden Detektiv Sherlock Holmes, der den interessanten Fall übernimmt und sich rasch in eine turbulent-mörderische Schatzsuche verwickelt sieht ... - Zweiter Auftritt von Sherlock Holmes, im Vergleich zum Debüt mit deutlich erkennbaren Fortschritten im Handlungsbogen, der straff in ein spannendes Finale mündet, dem freilich ein allzu ausführliches Erklärbär-Kapitel aufgepfropft wird. Das geschieht: Im Herbst 1888 tröstet sich ein gelangweilter Sherlock Holmes mit dem Inhalt seines Kokainfläschchens, als ihn endlich ein neuer Fall schlagartig zur Abstinenz bringt: Die junge Mary Morstan erhält seit sechs Jahren an jedem Geburtstag eine wertvolle Perle. Nun hat sich der bisher anonym gebliebene Wohltäter an sie gewandt und lockt mit Informationen über das Schicksal ihres vor Jahren verschollenen Vaters. Captain Morstan, der in Indien stationiert war, habe dort einen enormen Schatz gefunden, um den er und damit auch seine Tochter geprellt worden seien. Nun nahe der Tag der Gerechtigkeit. Dem Treffen möchte Mary nicht ohne Beistand beiwohnen. Holmes erklärt seine Unterstützung. Dr. John Watson, sein Freund, Chronist und inoffizieller Assistent, steht ihm zur Seite, zumal ...

Zorn der Meere / Colin Falconer 01.08.2017

Terror auf der Tropeninsel

Zorn der Meere / Colin Falconer Kurzkritik für Ungeduldige 1629 sinkt das Handelsschiff „Batavia“ im Indischen Ozean. Die Überlebenden retten sich auf eine öde Insel. Dort reißt ein Mann die Macht an sich, regiert durch Mord und Terror und ist zum Äußersten bereit, um seine Schandtaten zu vertuschen … - Auf der Basis historisch belegter Tatsachen erzählt Autor Falconer eine Geschichte, die als Fiktion mit der Realität kaum mithalten kann. Einschlägige Klischees passieren vor den Leseraugen Revue, doch insgesamt dominiert die fesselnde Story. Das geschieht: Sommer 1629: Zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit segelt die „Batavia“, Flaggschiff der „Vereinigten Ostindischen Companie“ (VOC) gen Java bzw. auf das Riff einer namenlosen Insel - heute Beacon Island genannt - irgendwo im Indischen Ozean. Etwa 300 Überlebende können sich retten. Ihre Überlebenschancen sind gering, denn sie verfügen über kaum nennenswerte Wasser- und Lebensmittelvorräte, und die Insel ist öde. Zudem herrscht wenig Einigkeit unter den Schiffbrüchigen. Bereits an Bord der „Batavia“ gab es Spannungen. Kapitän Jacobs ist streng, François Pelsaert, der umgängliche Repräsentant der VOC, krank.. Außerdem weiß die Besatzung um die ungeheuren Gold-, Silber und Kunstschätze an Bord der „Batavia“. Den Seeleuten juckt es in den Fingern, sich des Wracks bzw. der Ladung zu bemächtigen. Ein Teil der Passagiere schlägt sich auf ihre Seite. Meuterei lag schon vor dem Schiffbruch in der Luft. Pelsaert und Jacobs wollen mit einem Beiboot Hilfe holen. ...

Jacks Rache / Gene Hackman 31.07.2017

French Connection III & 'ne Buddel voll Rum!

Jacks Rache / Gene Hackman Kurzkritik für Ungeduldige Jüngling Jack muss als gemeiner Matrose vor dem Mörder seiner Eltern flüchten. Auf hoher See reift er zum Mann, erlebt unzählige Abenteuer und kehrt schließlich heim, um den Strolch zur Rechenschaft zu ziehen und seine wahre Liebe zu befreien … - Was klingt wie eine Sammlung einschlägiger Klischees, ist auch eine, wobei die unbekümmerte Fabulierkunst des Autorenpaares trotzdem für Unterhaltung sorgt: kunterbuntes, nur bedingt die historischen Tatsachen streifendes Seemannsgarn. Das geschieht: Hamden, eine kleine Stadt im neuenglischen US-Bundesstaat Conneticut, 1805. Seit der streitbare Büchsenmacher Ethan O‘Reilly hier lebt, darf kein Ausländer vertrieben, kein Sklave gezüchtigt, kein Papistenknecht verprügelt werden, ohne dass dieser selbst ernannte und höchst lästige Anwalt der Menschenrechte seine Stimme erhebt. Dabei sollte eigentlich jeder vernünftige Zeitgenosse wissen, dass die Verfassung der noch jungen Vereinigten Staaten als Soll- und nicht als Mussvorgabe auszulegen ist; wohin kämen wir wohl, wenn jeder dahergelaufene Fremdling Freiheit und Gleichheit für sich in Anspruch nehmen könnte? Da O‘Reilly sich solchen vernünftigen Argumenten nicht zugänglich zeigt und außerdem mit einer Kubanerin verheiratet ist, liegt es nahe, Hamden zu verlassen. Pilar plagt ohnehin das Heimweh, und in Kuba wartet das Plantagen-Erbe ihrer gut betuchten Familie. Der junge Jack, einziger Spross der O‘Reillys, ist erleichtert. Für die Kompromisslosigkeit ...

Schatten über Bedford Square / Anne Perry 30.07.2017

Buhmänner aus Dickens' Mottenkiste

Schatten über Bedford Square / Anne Perry Kurzkritik für Ungeduldige Der Mord an einem Straßenverkäufer entpuppt sich als erpresserischer Schachzug in einem Intrigenspiel, dessen Betreiber menschenunwürdige aber lukrative Geschäfte sichern wollen … - Auf ihre Spur setzt sich in seinem 19. Fall Inspektor Pitt, der wie üblich von seiner klugen Gattin Charlotte unterstützt wird: schwulstreicher „Lady Thriller“ vor historisierender Kulisse; Gefühle werden zelebriert, bis der durchaus überzeugende Plot unter einer dicken Seifenschaumschicht erstickt. Das geschieht: London, Juni 1891: Im vornehmen Stadtteil Bedford Square wird vor dem Haus des Generals Brandon Balantyne die Leiche des Straßenverkäufers Albert Cole entdeckt; er wurde mit dem berühmt-berüchtigten stumpfen Gegenstand erschlagen. Der Mord fällt in die Zuständigkeit von Oberinspektor Thomas Pitt von der Polizeiwache Bow Street. Balantyne ist ihm nicht unbekannt, hat er ihn doch bereits während der Ermittlungen in zwei früheren Mordfällen kennengelernt. Bei der Leiche wird eine wertvolle Schnupftabaksdose aus dem Besitz des Generals sichergestellt. Pitt mag trotzdem nicht an einen einfachen Diebstahl und einen anschließenden Streit um die Beute glauben, denn wieso ist die Dose nicht mit dem Mörder verschwunden? Balantyne scheint ihm verdächtig, doch dieser Spur nachzugehen erfordert allerfeinstes Fingerspitzengefühl: Die Angehörigen der Oberschicht sind in der Ära Königin Victorias quasi sakrosankt. Darüber hinaus würde selbst der Hauch eines Verdachtes, ...

Das Licht der letzten Tage / Emily St. John Mandel 29.07.2017

Apokalyptisches Nachleben im Spiegel der Vergangenheit

Das Licht der letzten Tage / Emily St. John Mandel Kurzkritik für Ungeduldige Zwanzig Jahre nach der globalen Apokalypse versuchen die wenigen Überlebenden Fuß in einer zivilisationslosen Welt zu fassen, was vor allem denen Probleme bereitet, die sich an die Zeit vor dem Tag Null erinnern, wobei sie verdrängen, dass sie auch damals mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten … - Die Autorin verzichtet weitgehend auf die typischen „Post-Doomsday“-Elemente, sondern beschwört eine Stimmung des Verlustes. der Trauer und der Hoffnung herauf. Vergangenheit und Gegenwart wechseln einander ab, um zu unterstreichen, was sich geändert hat und was erhalten blieb. Das geschieht: Vor zwanzig Jahren kam die Apokalypse in Gestalt der „Georgischen Grippe“ als Pandemie über die Menschheit. 99% aller Männer, Frauen und Kinder sind binnen weniger Wochen gestorben; kein Kontinent blieb verschont. Staaten und Grenzen gibt es nicht mehr, Reisen müssen zu Fuß oder mit Pferd und Wagen bewältigt werden. Da sämtliche Technik ausgefallen ist, sank das Zivilisationsniveau auf den Stand des Mittelalters zurück. In den nun beinahe menschenleere Weiten des nordamerikanischen Kontinents haben sich wenige kleine Siedlungen halten können. Nachdem Panik und Gewalt dem Massensterben folgten, hat sich die Situation beruhigt. Dennoch werden Auswärtige mit Misstrauen empfangen - oder vertrieben. In der Grenzregion zwischen den USA und Kanada zieht die „Fahrende Symphonie“, eine Schauspielertruppe, von Dorf zu Dorf. Nach dem Ende aller Massenmedien bringen sie ein ...

Tödliche Geschenke - Thriller / Carol O'Connell 24.07.2017

Verlorener Sohn kehrt heim - Knochen für Knochen

Tödliche Geschenke - Thriller / Carol O'Connell Kurzkritik für Ungeduldige Als der vor Jahren verschollene jüngere Sohn knochenstückweise auf der Veranda des Elternhauses auftaucht, versucht sein Bruder die Lösung des makabren Rätsels und lüftet dabei gleich mehrere sorgfältig vertuschte Familien- und Ortsgeheimnisse … - Mit dem üblichen Sinn für das Absurde entwirft die Autorin ein klassisches Krimi-Rätsel, das nach vielversprechendem Auftakt zähflüssig wird und bis ins theatralische Finale bleibt: Jenseits ihrer „Mallory“-Serie liefert O‘Connell hier nur Durchschnitt ab. Das geschieht: Coventry ist eine Kleinstadt im Norden des US-Staat Kaliforniens, der dort nicht von Trockenheit geprägt ist. Dichter Wald umgibt deshalb den Ort, vor allem Touristen verlaufen sich oft. Die Städter sind stolz darauf, noch jeden Irrläufer gerettet zu haben. Nur einmal blieben sie erfolglos, als vor zwei Jahrzehnten ausgerechnet der jüngere Sohn des Richters Henry Hobbs spurlos verschwand. Henry hat sich von diesem Schicksalsschlag niemals erholt. Seinen älteren Sohn Oren, der damals sogar unter Tatverdacht geraten war, hat er vorsichtshalber aus Coventry verbannt. Oren trat in die Armee ein und arbeitete dort lange als kriminalpolizeilicher Ermittler. Nun kehrt er heim, weil Hannah Rice, die Haushälterin der Hobbs, die beide Söhne quasi als Ersatzmutter aufgezogen hat, Oren eine Nachricht schickte: Der Richter läge im Sterben, heißt es dort - eine bewusste Falschmeldung, denn tatsächlich soll Oren ein unheimliches Rätsel lösen: Seit ...
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