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Geschriebene Berichte

seit 29.04.2002

41

Belles Lettres - Roman / Charles Simmons 05.05.2004

Frau Heidenreichs Empfehlung

Belles Lettres - Roman / Charles Simmons Als Elke Heidenreich sich neulich im Kritikergespräch im Deutschlandfunk anlässlich eines Verrisses von Martin Suter's Lila Lila äußerte, Suter beschreibe den Literaturbetrieb, wie ihn sich Klein Fritzchen vorstellt, gab sie auch gleich die Empfehlung Simmons hätte doch mit Belles Lettres darüber ein so gutes Buch geschrieben. Da ich schon immer mal erfahren wollte, wie es im Literaturbetrieb wirklich zugeht, hab ich daraufhin dieses Buch gelesen. Simmons beschreibt in Belles Lettres in der Tat über den Literaturbetrieb. Es geht, nach einer unsäglich langweiligen Abhandlung, die als komprimierte Fassung einer Seminararbeit einleiten soll, um kleine Anekdoten innerhalb einer renommierten Literaturzeitschrift. So wird im Verlauf des Buches z.B. der aus Spaß geäußerte Vorschlag mit einer Liste der 25 besten amerikanischen Autoren Aufsehen zu erregen, vom Verleger mit der Verdoppelung des Gehaltes belohnt. Der Chefredakteur verführt seine Sekretärin, die im Gegenzug aufbegehrt und selbst Buchkritiken schreiben möchte. Der Bürobote beeinflusst mit Geldschiebereien Bestsellerlisten, schließlich versucht ein neuer Chefredakteur die Redaktion zu halbieren. Wohl der Höhepunkt der Satire soll die Entdeckung bislang unbekannter Shakespeare-Sonette, mit denen der Beleg erbracht werden soll, dass Shakespeare in Wirklichkeit homosexuell war, sein. Leicht und locker ist der Stil von Simmons. Zu leicht, als Satire nicht bissig genug, als Hintergrundinformation enttäuschend. Dabei ...

Phönix aus Asche - Roman / Henning Boëtius 10.01.2003

Todesfahrt nach Lakehurst

Phönix aus Asche - Roman / Henning Boëtius Zeppeline sind in Mode. So kann man den Zeppelin NT "Friedrichshafen" am Bodensee fahren sehen, er soll in absehbarer Zeit für Tourismusrundfahrten verwendet werden. Andere Pläne hat(te) die Cargolifter AG, die ein Luftschiff für den Transport von Lasten bis zu 160 Tonnen entwickeln wollte, was jetzt aber an den Entwicklungskosten zu scheitern droht. Trotzdem, anscheinend ist eine neue, wenn auch bescheidene Ära für Luftschiffe angebrochen, da kommt Henning Boëtius Roman "Phönix aus Asche" doch gerade recht. Der schwedische Journalist Birger Lund, ein ehemaliger Passagier auf dem Todesflug des "LZ 129 Hindenburg", der die Katastrophe in Lakehurst schwer verletzt überlebte, klingelt 10 Jahre nach dem Unglück an der Tür von Marta, der Frau, die er an Bord des "Hindenburg" getroffen, und in die er sich damals verliebt hatte. Sofort stellen beide fest, dass sie sich immer noch lieben. Marta bittet ihn, bei ihr zu bleiben, aber der Journalist hat seit der Katastrophe nur ein Ziel: er muss die wahre Ursache des Unglücks herausfinden, denn den offiziellen Erklärungen und Theorien glaubt er nicht. Deshalb fährt über Frankfurt und Berlin weiter auf eine kleine Insel in der Nordsee, auf der Edmund Boysen leben soll, der Mann, der bei der Explosion des Luftschiffes am Höhenruder gestanden hatte. Vom diesem erhofft sich Lund entscheidende Aufschlüsse über die wirklichen Umstände des Absturzes. Hier beginnt die Rückblende innerhalb des Buches, über den Lebensweg Boysens, einige ...

Künstlerpech / Shane Maloney 07.01.2003

Neue Mitte in Australien

Künstlerpech / Shane Maloney Murray Whelan arbeitet als "politischer Berater des Ministers für Wasserversorgung und Kultur" im Australien der späten 80er Jahre. Für Murray Whelan bedeutet dieser Job, der ihm eher zufällig nach einer Kabinettsumbildung zugefallen ist, eine kleine Katastrophe. In kulturellen Dingen ist er ziemlich unbewandert, findet sich aber dennoch schnell zurecht. Bei einer Ausstellung in der National Gallery lernt Murray, die attraktive Kunstkritikerin Salina kennen. Auf dem Weg in Salinas Apartment beobachten sie, wie die Polizei gerade die Leiche eines jungen Künstlers aus dem Wassergraben der National Gallery herausholt. Mit diesem toten Maler beginnt die Arbeit für Murray, dieser hat nämlich einen Abschiedsbrief hinterlassen, in dem er die australische Kunstszene mitsamt ihren staatlichen Institutionen der Korruption und des Dilettantismus bezichtigt - und da die Presse sich sofort damit beschäftigt, muss Murry einem Imageverlust für das neu besetzte Kulturressort vorbeugen. Notgedrungen zum Detektiv geworden, klärt Murray einen Fall von politischen Verfilzungen, Kunstfälschung und Betrügerei innerhalb der Parteienfinanzierung. Dabei wird der Leser gleichwohl durch Melbournes Straßen, wie in das australische Buschland geführt und mit Künstlern, Mäzenen, Galeristinnen, Wirtschaftsbossen und hohen Politikern konfrontiert. Murray Whelan, selbst ist ein verletzlicher Macho, geschieden und Vater eines 10jährigen Sohnes. Trotz seines beruflichen Aufstieges schlägt das Gefühl, ...

Tod eines Kritikers - Rowohlts Rotations Romane / Martin Walser 03.12.2002

Total enttäuschend !

Tod eines Kritikers - Rowohlts Rotations Romane / Martin Walser Nach dem Wirbel um die Veröffentlichung des Buches "Tod eines Kritikers" war ich erstmal überrascht, dieses Buch in der Stadtbibliothek nicht ausgeliehen zu finden. Normalerweise sind solch bekannte und neue Bücher doch für Wochen und Monate vorbestellt. Also warum nicht mal mitnehmen und lesen, sehr gespannt war ich auf dessen Inhalt. Das Buch handelt vom vermeintlichen Mord an einem Literaturkritiker namens André Ehrl-König. Verdächtigt wird sofort der Schriftsteller Hans Lach. Auf der Party in der Villa eines Verlegers, hatte er den berühmten Kritiker angepöbelt und bedroht, nachdem dieser am selben Abend in der Fernsehsendung 'Sprechstunde' sein neues Buch böse verrissen hatte. Am nächsten Morgen wurde der gelbe Cashmere-Pullover des Kritikers blutgetränkt gefunden. Lach wird in Untersuchungshaft genommen und gesteht nach einiger Zeit schließlich sogar die Tat. Der Erzähler, Michel Landolf, will Lachs Unschuld beweisen und begegnet dabei ausschließlich Menschen, die den Kritiker Ehrl-König hassen. Wegen Ehrl-Königs Macht im Litreraturgeschehen hatte zu Lebzeiten niemand gewagt, dies offen auszusprechen. Gegen Ende erfährt man, dass Lach und Landolf dieselbe Person sind. Zuvor ist der Kritiker wieder aufgetaucht. Er hatte sich lediglich mit seiner Geliebten vergnügt. Ähnlichkeiten des Kritikers mit Marcel Reich-Ranicki sind natürlich Absicht. Das fängt beim Doppelnamen Ehrl- König an, ebenso ist Ehrl-König wie Reich-Ranicki Jude. Er besitzt eine unverwechselbare ...

Tod in Florenz - Guarnaccias fünfter Fall / Magdalen Nabb 18.11.2002

Wie im uralten Schwarzweißfilm ?

Tod in Florenz - Guarnaccias fünfter Fall / Magdalen Nabb Wer liebt nicht die Toskana. Scharen von Urlaubern bevölkern diesen italienischen Landstrich – und das nicht nur in den Sommermonaten. Das toskanische Land und auch seine Städte sind nicht zuletzt wegen seiner Kunstschätze zum Mekka der Deutschen geworden. Da kommt ein toskanischer Krimi gerade recht, um in uns die Sehnsucht nach dem Süden zu verstärken. Doch wird manchen von uns Deutschen das Ende des Buches vielleicht dazu veranlassen, etwas anders als bisher in Italien aufzutreten. Eine ausländische Studentin kommt auf das Polizeirevier, um ihre Freundin vermisst zu melden. Beide haben neben dem Studium, die eine in einem Büro, die andere in einer nahen Kleinstadt in einer Töpferei, illegal gearbeitet. Seit drei Tagen ist die gutaussehende Monika Heer spurlos verschwunden. Maresciallo Guarnaccia setzt sich mit seinem Kollegen in der Provinz, Niccolini, in Verbindung, einem jovialen Römer, der nach einem halben Jahr im Norden immer noch Mühe hat, die vielfältigen Beziehungen in seiner Gemeinde zu durchblicken, in der jeder mit jedem verwandt ist. Als die Leiche des Mädchens unter einem Haufen Tonscherben entdeckt wird, muss von den beiden Polizisten zur Lösung des Falles die Geschichte der Kleinstadt seit dem zweiten Weltkrieg aufgerollt werden. Nur so werden die Beweggründe und möglichen Motive des Mordes klar, und schließlich der Mörder überführt. Das Buch ist spannend geschrieben, und durch seinen Stil auch schnell herunterzulesen. Dabei beschreibt die Autorin die ...

Rom kann sehr heiß sein - - Ein Piet-Hieronymus-Roman / Henning Boetius 07.10.2002

Übertreibung ist das Aphrodisiakum der Wahrheit

Rom kann sehr heiß sein - - Ein Piet-Hieronymus-Roman / Henning Boetius Piet Hieronymus, der Sonderermittler der holländischen Kriminalpolizei für Verbrechen, in die niederländische Staatsbürger - sei es als Täter, sei es als Opfer - im Ausland verwickelt sind, ist äußerst angenehm überrascht, als seine schottische Kollegin Dale Mackay, mit der er eine Fernbeziehung unterhält, unverhofft vor seiner Haustür steht. Sie verbringen ein paar schöne Tage, bevor Dale weiter nach Bern reist, um dort Italienisch und Französisch zu lernen. Als Piet tagelang nichts mehr von ihr hört und auch telefonische Nachfragen keine Hinweise ergeben, reist er ihr nach, doch sie bleibt verschwunden. In Bern hilft ihm der Direktor der Universitätsbibliothek bei der Suche. Er verschafft Piet eine Wohnung in der Stadt und außerdem einen Termin bei Marcello Tusa, dem Italiener, bei dem Dale den Sprachkurs belegt hatte. Bei einer Feier im Haus der Galas lernt Piet die junge, verschlossene Bibliothekarin Julia kennen, die eine große Zuneigung zu dem Kommissar entwickelt und die ihm, das spürt er bald, offensichtlich etwas sagen möchte. Doch bevor sie sich ausspricht, stirbt sie in der Silvesternacht bei einem scheinbar tragischen Unfall. Die einzige Spur, die er findet, ist ein Hinweis der Polizei, Dale sei am Bahnhof gesichtet worden, wo sie sich eine Fahrkarte nach Rom gekauft habe. Zurück in Groningen, hat sich seine vorher verschwundene Mutter in seinem Haus zum Sterben eingefunden. Kurz bevor sie stirbt, eröffnet sie ihm, dass sein lange totgeglaubter Vater ...

American Express Bank 30.09.2002

Aber wie komme ich wieder an mein Geld ?

American Express Bank In diesem Jahr gab es von American Express ein Sonderangebot. Bis zum 30.8. konnte man Reiseschecks in Euro ohne zusätzliche Gebühren bei seiner Bank erwerben. (sonst kostet das 1% vom Wert der Schecks). Dies war für mich ein Grund diesmal Reiseschecks in meinem Italienurlaub (Ok. Südtirolurlaub) auszuprobieren. Auf die Frage bei meiner Bank, ob denn der Rücktausch der Scheck etwas koste, bekam ich die Auskunft, dass für diesen bei allen bei Banken, die an AMEX angeschlossen seien, keine Rücktauschgebühren anfallen würden. Zwei Beispielinstitute schrieb der Berater mir freundlicherweise gleich auf die Scheckquittung. Außerdem würden die meisten Hotels die Schecks akzeptieren. Beim Erhalt der Schecks müssen diese jeweils auf der Vorderseite unterschrieben werden. Als Sicherheitsmerkmal muss man beim Einlösen in Beisein des Bankers nochmals unterschreiben und seinen Personalausweis vorlegen. Der große Vorteil von Reiseschecks liegt in der Versicherung, die man mit ihnen abschließt. Werden die Schecks gestohlen, so bekommt man angeblich am nächsten Tag vollen Ersatz, wenn man die entsprechenden Nummern an ein Servicetelefon meldet. Wie schnell und unkompliziert dies wirklich passiert, musste ich zum Glück nicht testen, meine Schecks wurden nicht gestohlen. Ein paar Bedenken diesbezüglich ließen aber das Lesen der Geschäftsbedingungen aufkommen, in denen es heißt, dass man mit den Schecks genauso sorgfältig, wie mit Bargeld umgehen muss, und American Express u. U. ...

Militärmusik - Roman / Wladimir Kaminer 20.09.2002

Von wegen Militär

Militärmusik - Roman / Wladimir Kaminer Eigentlich ist das Buch so etwas, wie eine Autobiographie, der Autor berichtet aus einem chaotischen Leben mit den Stationen seiner Arbeit als Regieassistent beim Theater, als Parkwächter und illegaler Veranstalter von Rockkonzerten. Warum heißt dieser Roman nur "Militärmusik"? (Auf dem Umschlag befindet sich auch noch eine Photographie mit zwei sowjetischen Soldaten.) Zwar ist auch ein Kapitel dem Militär gewidmet, doch ist das eigentlich nur ein Mosaikstein im hier gezeichneten Bild der untergehenden Sowjetunion. Auch handelt es sich strenggenommen um keinen Roman. Wladimir Kaminer erzählt vielmehr einzelne abgeschlossene Geschichten. Sein Stil ist lakonisch und schnörkellos und steht ganz im Gegensatz zum, für die SU anarchistischem Inhalt. Trotzdem hat er eine leichte und stellenweise sehr vergnügliche Lektüre geschaffen. Oft ist allerdings dabei die Grenze zwischen Realität und Fiktion nicht so recht auszumachen. Man fragt sich was wohl davon wirklich passiert ist, und was ist reine Phantasie des Autors? Man weiß es nicht, doch das schmälert des Lesevergnügen nicht. Allen, die ihr verklärtes Russlandbild auf vergnügliche Weise revidieren wollen kann man dieses Buch empfehlen. Zum Beweis hier die erste Seite des Buches: 1967 feierte unser Land ein wichtiges Jubiläum - fünfzig Jahre sind seit der Großen Oktoberrevolution vergangen. Für die real existierenden sozialistischen Kleinbürger gab es nicht viele Gründe, stolz auf ihr Land und die dort herrschende ...

Die Toten vom Karst - Roman / Veit Heinichen 09.09.2002

Krimi aus Triest

Die Toten vom Karst - Roman / Veit Heinichen Kommissar Laurenti hat zwei Fälle zu lösen: ein Haus wird in die Luft gesprengt (wobei eine ganze Familie einfach so ausgelöscht wird), und wenig später wird ein italienischer Fischer tot in den Bergen aufgefunden - gekreuzigt auf einem Drahtgestell und mit einer Harpune erschossen. Doch diese beiden Straftaten passieren im Grunde erst relativ spät in Veit Heinichens Roman "Die Toten vom Karst". Am Anfang führt uns Heinichen erst in die Welt des Kommissars ein: das ist dessen Familie (seine Frau hat ihn verlassen, und sein Sohn Mario treibt sich in gefährlicher Gesellschaft herum) und das ist Triest, in dem die ungemütliche Bora Nera fegt, und Schnee und Schafskälte bringt. Die kriminalistische Handlung scheint hier fast Mittel zum Zweck, denn es wird weit mehr als nur spannende Unterhaltung geliefert. Veit Heinichen zeigt dem Leser die wechselvolle Geschichte Istriens auf - eine Region, in der man nie weiß, "welchen Pass man morgen hat" und in der sich gegen Ende des 2. Weltkrieges italienische Faschisten, kommunistische Tito-Partisanen, Kollaborateure und Kriegsgewinnler blutige Auseinandersetzungen lieferten. Die Leichen der Opfer verschwanden zu tausenden in den "Foibes", tiefen Steinspalten im Karst (wo auch der tote Fischer in Laurentis Fall gefunden wird). Doch diese "Regional-Geschichte" spielt nicht nur im Kriminalfall eine Rolle. So weiß Heinichen, aktuelle Vorfälle in der rechtsradikalen Szene Triests auf die fehlende Aufarbeitung dieser speziellen ...

Fast ein bißchen Frühling - Roman / Alex Capus 12.08.2002

Kriminalroman - oder doch nicht ?

Fast ein bißchen Frühling - Roman / Alex Capus Das Kritikergespräch der Sendung Büchermarkt im DLF machte mich auf dieses Buch aufmerksam. Ein Kriminalfall aus dem Jahr 1934, beschrieben von Alex Capus, einem Schriftsteller dessen erzählerischen Stil ich schon aus seinen Kurzgeschichten "Eigermönchundjungfrau" kannte, und der mir durchaus liegt. Zwei arbeitslose Deutsche aus Wuppertal halten es in Deutschland nicht mehr aus. Zwar haben sie unmittelbar von den Nazis nichts zu fürchten, aber Arbeitslosigkeit sowie die politischen Verhältnisse wecken in ihnen Fernweh, Fernweh nach Indien. Um ihre Reise zu finanzieren, überfallen die beiden eine Bank und erschießen unglücklicherweise dabei den Filialleiter. Sie treten ihre Reise an, doch schon in Basel unterbrechen sie die Fahrt, als sich einer der beiden in die Schallplattenverkäuferin eines Kaufhauses verliebt. Jeden Tag eine Tango-Platte kaufend, erreichen sie, dass sie schließlich mit der Verkäuferin und ihrer Freundin, der späteren Großmutter des Erzählers, nächtelang harmlos und ganz für den Augenblick lebend, am Rhein spazieren gehen. Als das Reisegeld ausgeht, müssen die beiden eine weitere Bank überfallen. War der erste Mord in Deutschland noch eher ein Zufall, so erschüttern die beiden die jetzt begangenen Morde überhaupt nicht mehr, die jetzt beginnende Flucht endet schließlich in einem Verzweiflungsakt, die beiden erschießen sich in einem Basler Park selbst. Capus beschreibt in seinem Buch eigentlich abscheuliche Vorgänge: Mord und Selbstmord, ...

Der Vorleser / Bernhard Schlink 05.08.2002

Woran erkennt man ein gutes Buch ?

Der Vorleser / Bernhard Schlink Woran erkennt man ein gutes Buch ? Diese Frage wird wahrscheinlich jeder etwas anders beantworten. Vielleicht hängt es auch von der eigenen Stimmung ab, manchmal will ich wirklich von einem Buch nur unterhalten werden. Erkennt man ein gutes Buch daran, dass es auch nach dem Lesen noch weiterbeschäftigt, dann ist der Vorleser von ?? Schlink ein sehr gutes Buch, es läßt mich jedenfalls auch noch Wochen nach Abschluß der Lektüre noch nachdenken. Der Inhalt in Kürze: Der erst fünfzehnjährige Erzähler des Romans Michael lernt Hanna, eine Frau von Mitte dreißig kennen. Trotzdem die Beziehung nur auf Geschlechstverkehr und Vorlesen basiert, wird Hanna seine erste Liebe. Beide erleben eine Zeit des Glücks. Doch plötzlich ist Hanna verschwunden. Jahre später sieht Michael sie während einer Gerichtsverhandlung wieder, die er als Jurastudent besucht. Hanna wird in einem Kriegsverbrecherprozess eines schrecklichen Verbrechens beschuldigt. Michael ist entsetzt, und findet dazu heraus, dass Hanna Analphabetin ist. Hanna wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach seinem Studium fängt Michael an, Hanna Kassetten zu schicken auf denen er ihr vorliest. In vier Jahren lernt Hanna ohne das Wissen von Michael das Lesen und Schreiben. Als sie ihm einen Brief sendet, ist er sehr überrascht. Jahre später wird Michael Hannas Entlassung angekündigt, und er wird gebeten, sich nach der Entlassung als einzig bekannte Kontaktperson um Hanna zu kümmern. Nach langem Zögern besucht er sie kurz vor ...

Montreux Jazz Festival 05.08.2002

Viel mehr als Jazz

Montreux Jazz Festival Das Montreux Jazz Festival ist ein Festival der Superlative. Seit nun schon 36 Jahren treffen sich Sommer für Sommer (Anfang bis Mitte Juli) große Musikerpersönlichkeiten am Genfer See, und bieten mittlerweile zwei Wochen lang ein qualitativ außergewöhnlich hochrangiges kulturelles und musikalisches Angebot. Trotz des Namens "Montreux Jazz Festival" nimmt der reine Jazz, neben den Genres Brazil, Worldmusic, Rock, Pop, Blues, Funk, Soul, HipHop, elektronischer Musik (House, Techno, Ambient, NuJazz etc.) experimenteller Musik, Liedermachern und Reggae zwar noch einen bedeutenden, aber eben nur einen Teil ein. Vielseitigkeit und Aktualität und das Renommee des Festivals bestimmen die Auswahl der Musikgruppen, die teilweise nur für Ihren Auftritt in Montreux aus Übersee in die Schweiz fliegen. Konzertstätten Die Hauptkonzerte finden entweder Kongresszentrum oder im Casino von Montreux statt. Das im Kongresszentrum befindliche Auditorium Stravinski ist die größte Konzertstätte des Festivals. Hier finden zwischen 2.000 und 3.500 Zuschauer, je nach Bestuhlung und Raumgestaltung Platz. Trotz eigentlich recht guter Sicht, selbst auf den hinteren Stehplätzen, kann man auf Großleinwänden zusätzlich alle Details des Bühnengeschehens sehen (das Festival zeichnet fast alle Konzerte auf, und archiviert diese auch). Im Auditorium Stravinski werden in der Regel die Jazz Höhepunkte veranstaltet. Vor, in den Pausen und nach dem Konzert finden im Foyer akustische Konzerte in ...

Inside out - Keith Trio Jarrett 26.07.2002

Kieth Jarret Trio in freier Improvisation

Inside out - Keith Trio Jarrett Viel interessanter als viele Solo-CD's von Keith Jarrett sind die des Keith Jarrett Trios, indem er zusammen mit dem Bassisten Gary Peacock und dem Schlagzeuger Jack DeJohnette spielt. Dabei sind die drei Musiker besonders durch wunderbar interpretierte Jazz-Standards aufgefallen. Mit der CD "Inside-Out" gehen die drei aber eigentlich gänzlich andere Wege, denn es handelt sich diesmal um Improvisationen, die 2000 in der Royal Festival Hall in London mitgeschnitten wurden. So schreibt Keith Jarrett im beiligendem Booklett der CD: "Ich war immer schon daran interessiert, die Dinge umzukehren. Deshalb meinte ich während einer Europa-Tournee zu Jack und Gary, daß wir vielleicht das Format fallenlassen sollten - die ganze Idee, überhaupt irgendwelches Material zu benutzen... Wir alle haben in den 60er Jahren häufig das sogenannte ?freie' Spiel ausprobiert und verfügen über genügend Erfahrung, dahin zurückzukehren..." Hier zeigt sich eine Seite von Keith Jarretts neoromantischem Spiel, die lange (vielleicht seit "Changes" 1984) unterrepräsentiert schien. Trotzdem erscheinen impressionistische Klangfarben, die drei bündeln im freien Fluß percussive Ausbrüche, poetische Finesse und assoziatives Stehgreifspiel, in der Presse las man schon von einem Köln Concert zu dritt. Wenn aber allgemein von reiner Ad-Hoc-Improvisationen die Rede ist, Keith Jarrett im Covertext fragt "Wo ist hier die Form? Frage nicht. Antizipiere nicht. Partizipiere. Es formt sich alles von selbst.", so ...

Nachtfalter - Ein Fall für Kostas Charitos / Petros Markaris 15.07.2002

Nicht nur für Griechenlandfans

Nachtfalter - Ein Fall für Kostas Charitos / Petros Markaris "Nachtfalter" ist bereits der zweite Fall von Kostas Charitos, dem Kommissar aus der Athener Mordkommission. Ich war schon vom ersten Kriminalroman "Hellas Channel" von Petros Markaris begeistert, "Nachtfalter" gefiel mir sogar noch besser. Der Inhalt: Kostas Charitos, Leiter der Mordkommission in Athen, macht Urlaub auf einer ägäischen Insel bei der Schwester seiner Frau. Doch leider kommt er nicht dazu sich auszuspannen, denn ein Erdbeben sucht dieses Fleckchen Erde heim und fördert durch einen Erdrutsch einen Toten an die Oberfläche, den man wohlweislich verscharrt hatte. So bricht Charitos nicht nur seinen Urlaub vorzeitig ab, sondern bringt auch noch, sozusagen als Souvenir, eine Leiche deren Tod es aufzuklären gilt, mit. Gerade in Athen angekommen, halst ihm sein Vorgesetzter auch noch einen weiteren Mordfall, diemal aus dem Athener Rotlichtviertel, an dem Nachtclubbesitzer Koustas auf. Inmitten der Ermittlungen bekommt Charitos einen Herzanfall und muss ins Krankenhaus. Doch Charitos lässt sich nicht klein kriegen und ermittelt, selbst vom Krankenbett aus, weiter. So bekommt er heraus, dass die beiden Mordfälle in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Nachdem Charitos wieder im Dienst ist, wird eine wichtige Zeugin zu einem weiteren Mordopfer. Spuren gibt es genug, sie führen zu Drogensüchtigen, Prostituierten, einem dubiosen Meinungsforschungsinstitut und sogar zu einem ehemaligen Minister. Dass er bei der Vernehmung des Politikers seine Vorgesetzten übergeht, ...

Binz, Rügen 08.07.2002

Bestes in Binz

Binz, Rügen In Binz ist in der Saison richtig was los. Hier gibt es eine Zusammenballung von vielen großen Hotels. Dabei ist Binz aber ein recht nettes Seebad, das schon seit 1884 und deshalb mit erwähnenswerter Bäderarchitektur. Einfach super im größten Seebad der Insel Rügen ist der richtig lange, breite und feine Sandstrand. An ihm finden sich die, aus der DDR-Zeit stammenden und an UFO?s erinnernden Bauten für die Strandbewacher und Lebensretter. In der Stadt und um die Seebrücke herum ist der auch gut für Kinder geeignete Strand reich bestellt mit Strandkörben, etwas weiter entfernt aber auch einsamer, schließlich im Stadtteil Prora bei den ?Kraft-durch-Freude-Bauten? (einst in der NS-Zeit einmal für 20000 Arier erstellt, später als Kasernen genutzt, heute zum größten Teil leerstehend) ganz naturbelassen. In Binz gibt es mit dem IFA Ferienpark die Möglichkeit, eine sogenannte Mutter- Kindkur zu machen. Auch andere Hotels bieten daneben natürlich Wellnessprogramme, und andere Einrichtungen für Gesundheit, Beauty und Fitness. Als Rügener Spezialität werden in Binz Anwendungen mit der ?Original Rüganer Heilkreide? angeboten, eine Mischung aus Kreide und Seewasser, die wissenschaftlich gesicherte Wirkung bei Unruhezuständen und Schlaflosigkeit, sowie Atemwegs- und Herzerkrankungen verspricht. Neben den architektonisch wirklich schönen Häusern gibt es in Binz nur wenige Sehenswürdigkeiten: In Prora ein Eisenbahn und Technik Museum (etwas für große und kleine Jungens) in Binz selbst ...
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