Siehe auch Vergleichsbericht L200 mit neuem Nissan Pickup Modell 2003 unter
http://www.ciao.com/Nissan_Pick_Up__Test_2747297
Die robuste Optik des L 200 kaschiert das tatsächlich filligrane und für harte Einsätze eigentlich untaugliche Fahrzeug.
Mit Sicherheit ist der L200 der mit Abstand schönste Pickup auf dem deutschen Markt,(ich habe eine Spurverbreiterung, da schaut der L200 noch besser aus...) doch für Arbeitseinsätze ist dieses Fahrzeug viel zu schwabbellig und zart gebaut. Man drückt ganz leicht überall Dellen rein (da reicht schon ein Heuballen der seitlich von der Ladefläche rutscht und schon ist die Box verbeult). Außerdem rostet dieser Bock von unten wie die Sau und die kurzen Wartungsintervalle sind sauteuer und der Service und die Kundenfreundlichkeit von Mitsubishi bekanntermassen bei weitem nicht mit Toyota oder Nissan zu messen. Die Vorderachslast ist dank der Einzelradaufhängung so knapp bemessen, dass man keinen Anbau wie Schneepflug etc. anbringen kann. Das müsste ein richtiger Pickup aber können, denn schliesslich wurde diese Fahrzeuggattung als leichtes Nutzfahrzeug entworfen. Der vordere Differentialkasten hängt ungeschützt unterhalb des Unterfahrschutzes hervor und garantiert dass man damit an jedem größeren Stein oder Wurzelstock hängen bleibt und Beulen reinhaut. !!!!!!(für was brauche ich dann überhaupt einen Unterfahrschutz, der ausserdem aus Papierblech besteht und nur optisch einen Schutz vorgaukelt...!!??) Kleinstes Aufsitzen reicht schon aus, um die Befestigungsschrauben dieser Blechattrappe komplett aus dem Gewinde herauszureissen! Im schlimmsten Fall reisst der Differentialkasten auf, das Öl fliesst aus und die Vorderachse ist somit kaputt. Das nennt Mitsubishi durchdachte Geländewagentechnik mit 25 Jahren Erfahrung! Der Toyota Hilux ist trotz schwächerem Motor wesentlich robuster, der Hj 7 (das ist der Urpanzer der Pickups und nur in der Schweiz zu bekommen) der angeblich im Herbst nach Deutschland kommen soll ((und in der Schweiz schon lange erhältlich ist www.toyota.ch), ist dagegen ein wahrer Pickup-Panzer, wenn auch bei weitem nicht so schön wie der L200. Außerdem negativ: Der L200 säuft wie ein Loch (12 - 15 Liter Diesel)und im Allradeinsatz geht das easy rauf auf 20 - 22 Liter). Obgleich ich hier über den l200 maule das es kracht (man ist hier schliesslich da um zu kritisieren, oder), ich würde mir den L200 ganz sicher wieder kaufen, da er einfach eine Schönheit ist, einigermassen komfortabel ausgestattet ist und ein extremes Zugfahrzeug ist.
Der L 200 Magnum ist ein Hingucker, wo ich damit hinkomme drehen sich die Leute danach um. Der L200 ist wie eine schöne Frau, nach der sich die Männer umdrehen. Für Normalbenutzer und Freizeitnutzer (Surfbrett, Moped, Angelausrüstung und Tierarztutensilien etc.) ist das Auto absolut perfekt, für Arbeitseinsätze in der Forst- und landwirtschaft sowie in echt hartem Gelände empfehle ich jedoch die rauheren Boliden von Rover oder Toyota (der aus der Schweiz).
Negativpunkte des L200
- Bleibt schon bei geringen Unebenheiten und Matsch wegen fehlender Sperre trotz Allrad einfach stehen.
-Die Achsverschränkung ist bei Pickups wegen der hohen Zuladung immer schlecht, aber der L 200 ist da das Negativbeispiel schlecht hin.
- Dachträger drückt Dellen ins Dach selbst bei geringer Belastung von 75 Kg. (was ist mit Dachzelten Ihr Mitsubishi-Konstrukteure? )
- Dachträger wandert bei Nässe auf Gummiauflagern auf dem Dach "umher"
und scheuert Lack bis zum blanken Metall durch. Ist echt ein Dilemma...und ein Konstruktionsfehler das es kracht...
- Starke schmierige Steigungen lassen den L 200 versagen da eine
Differentialsperre (das A und O beim Geländewagen) von Mitsubishi Deutschland total unterschlagen wurde.
- Die Ladewanne besteht aus so dünnem Blech, das man ganz easy Dellen
hineindrückt und sich die Außenhaut bei Sonneneinstrahlung von selbst
wellt!!!!!
- Der L200 bietet im Gelände außerdem durch das feine Reifenprofil sehr
wenig Seitenhalt (ich bin schon öfter zur Seite abgeschmiert und fast
abgestürzt)
- Wehe wenn auch nur ein Rad im Gelände den Bodenkontakt verliert (das
passiert wegen des miserablen Federweges schneller als man denkt)
dann bleibt der Mitsubishi stehen und ist durch nichts außer einer
Seilwinde dazu zu bewegen wieder anzufahren.
- Wendekreis ist mit einem 7,5 Tonner vergleichbar und ist größer als beim Unimog. Enge Kehren bei der Zufahrt zu meiner Hütte bedeuten 2 - 3 X zurückzusetzen. Ein Sammurei fährt da ohne Probleme durch, ein Hilux mit 1 X zurücksetzen auch.
- Der Wagenheber ist zu kurz um das Fahrzeug an den Hinterrädern aus den
Federn zu heben! Radwechsel ohne Unterbau und Umhergebastel unmöglich. Absolute
Glanzleistung der Mitsubishi - Ingenieure!
-Im Vorderradkasten ist der Platz beim maximalen Einschlag und Einfederung zu knapp um stabile Ketten aufzuziehen (ich rede nicht von den Spielzeug-Schnellmontagekettchen, sondern von der Austro Super VERSTÄRKT siehe www.Pewag.de . Die Austro Super geht gerade so, aber die verstärkt passt nur hinten drauf...sollte bei einem Geländwagen eigentlich kein Thema sein, oder?
-Der Scheibenwischer müsste bei einem Geländwagen viel weiter von der Motorhaube entfernt sein. Grund: Autos dieser Bauart laufen halt oft im Gebirge wo es viel Schnee gibt. Da beim L 200 der Scheibenwischer fast auf Motorhaubenniveau herunterschwenkt, "wurschtelt" es Pappschnee nach unten und der Scheibenwischer hockt auf dem Schneehaufen auf. Man muss öfters anhalten und den Schnne entfernen um den Wischmotor nicht zu schrotten bzw, das Gestänge nicht zu verbiegen. (Gleicher Mist wie die Wischer die in der Haube verschwinden. Von Flachländern erfunden, in Holland ist das echt ok und CW Wert-freundlich, aber bei uns ist das aber totaler unpraktischer Mist, ...da kam aber bis jetzt noch kein deutscher Flachland-Autokonstrukteur darauf....). Man lerne da von Rover, dem Defender & Co. Da sind locker 15 cm Platz zur Haube. Genug Platz dass der Schnee von der Motorwärme laufend abgeschmolzen wird und der Wischer einen schönen haufen nach unten weg schaufeln kann.
Negativste Seite des L200:
Der L200 hat vorne und hinten offene Differentiale, während der Wettbewerb ala Nissan und Toyota zumindest mit selbstsperrenden Hinterachsen daherkommen. Der L200 ist somit kein 4x4 sondern nur 2x2, da man sich nur immer auf ein einziges Rad pro Achse verlassen kann. Steht der L200 beispielsweise mit einem Vorderrad auf einer Eisplatte, dann bleibt nur noch ein einziges treibendes Hinterrad übrig. Das gleiche gilt natürlich auch umgekehrt für hinten! Da nun immer nur das Rad durchdreht welches den geringsten Widerstand hat (also das auf Schnee oder Eis oder das Rad das in der Luft hängt) hat man am Berg mit einem vollgealdenen L200 praktisch keine Chance mehr, wenn er denn schonmal steht oder festsitzt. Alle anderen 4x4 mit sperrenden Achsen ziehen da lächelnd am fluchenden L200-Fahrer vorbei und freuen sich die andere Marke gewählt zu haben.
Fakt: Wegen fehlender Sperren treibt immer nur ein Rad pro Achse an. Das ist dank schlechter Federwege effektiv vergleichbar mit einem ganz normalen Pkw der nur Heckantrieb, aber eine gute Verschränkung hat, bzw. ein Sperrdifferential was in Österreich bei fast allen Pkws angeboten wird. Da im leeren Zustand bei einem Pickup hinten nur wenig Druck auf die Räder kommen , ist das Hängenbleiben vorprogrammiert. Wers ausprobieren will soll mich anmailen, den lade ich gerne zu mir auf den Berg zu einer Testfahrt ein.
Noch was: Das Heck des L 200 schaut zwar ganz gut aus, ist aber ein totaler Schwachsinn für europäische Kleinstadtverhältnisse. Ein realtiv großes Auto (der l200 Club Cab misst rund 505 cm) ist nach hinten nicht ganz leicht einzuparken, zumal er im leeren Zustand den "Popo" wie ein Entenbürzel in die Höhe streckt. Anstatt einer massiven Stoßstange die nach hinten übersteht, ist die empfindliche und aus papierähnlichem Dünnblech geformte Heckklappe das Teil, welches am weitetsten übersteht. Beim Einparken an Hauswänden richtet man da easy mal schnell 1500 Mark Schaden an. Selbst das anbringen einer Anhängekupplung , die beim L 200 mit einer massiven Stoßstange daherkommt, bringt gar nichts, da ausser dem Haken selbst immer noch die empfindliche Heckklappe am weitesten absteht. Durchdachtes Design - bravo ihr Hirndielen aus dem Mitsubishi Konstruktionsbüro ! An den hinteren Ecken sind zudem so einen Art Gummipuffer angebracht, die leichte Rangierstöße aufnehmen sollen. Naja, neulich habe ich beim rückwärtsschieben (leicht schräg) ohne jeglichen Schwung so einen " Gummipuffer" in lauter Einzelteile zerbrochen da das nicht Gummi sondern ganz brüchiges Bakelit-Plastik ist! Damit nicht genug: zu allem Ärger drückte sich das ganze Mistding auch noch ins Blech rein und verursachte eine nette Beule. Virtuelle Robustheit sage ich da, aber praktisch ein totaler Mist.
Fazit.:
Wer ein Auto mit Hinguck-Effekt will um damit in der Stadt auffallen zu wollen (vor dem Eiscafe oder dem Strandbad etc.) , der ist mit dem L 200 gut bedient. Alle anderen, die auf echte Robustheit und echte Geländefähigkeit vertrauen, sollten sich anderweitig umschauen, ....bei Toyota (HJ 7) und landrover beispielsweise! Das sind und bleiben die Urgesteine im Allradbereich. Nur schade, dass ich im Landrover Defender wegen der beschissenen Sitzposition immer meine bayrische Bierwampe zwischen Sitz und Lenkrad einklemmen muss. Das raubt auf langen Strecken den Komfort und erschwert die Lenkfähigkeit. Sonst wüsste ich was ich das nächste mal kaufen würde - als Arbeitsgerät ein richtiges uriges Stück >>Schwermetall<<. Den Defender oder noch besser, den Ur-Toyota-Pickup aus der Schweiz und als Augenweide den L200 für den Feierabend und das Weekend.
Nachtrag am 9. Februar 2001:
Nachdem ich seit September 2000 reklamiert habe, dass der Dachträger den Lack meines Daches durchscheuert, war am 15. Januar endlich mal so ein Kundendienstingenieur da. (Beim Händler). Kommentar: Es handle sich zwar beim Dachträger um ein original Mitsubishi Teil, aber er könne trotzdem nichts machen. Es sei ungewöhnlich und dürfte eigentlich nicht vorkommen. Das ist Abwiegelei sonst gar nichts. Ich werde wahrscheinlich vor Gericht ziehen müssen, da mir nun das Dach durchrostet und das Streusalz dabei gute Dienste leistet. Diese Mitsubishi-Fritzen wiegeln alles ab. Von Kulanz keine Spur. Man gehe besser zu Nissan.
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Gestern fuhr ich ausserdem eine mittelsteile unbefestigte Strasse am Pfänderrücken hoch (von Langen über Fluh auf den Pfänder und runter nach Bregenz). Die Fahrspuren waren teilweise noch etwas vereist. Ich brauchte am L 200 Allrad, allein mit Hinterachsantrieb war da gar nichts mehr drin. Der nachfolgende Nissan Pickup kam problemlos den Berg rauf dank selbstsperrendem Hinterachsdifferential und sein Allradhebel blieb völlig unberührt.
Absolut Pro L 200:
Ich hatte neulich einen riesigen 3,5 Tonnen Anhänger dran der mit rund 12 Kubikmeter nassem Bauholz beladen war und der Anhänger somit (ohne Witz!) rund 8 Tonnen auf die Waage brachte!!!!!. (Ich weiss was Ihr jetzt von mir denkt...ging aber echt nicht anders...und ich habe meinen Führerschein noch.) Starke Steigungen im Bregenzer Wald fuhr ich immer noch mit 40 im zweiten Gang hinauf, auf der Ebene war zwar ein schwer beladener Anhänger "im Kreuz" zu spüren, die extreme Last fiel aber auf der Ebene absolut unmerklich auf. Ein mit 2-3-4 Tonnen beladener Anhänger im Schlepp und/oder ein vollbeladener L200 ist für meinen Geschmack eher komfortabler zu fahren als wenn Du leer unterwegs bist. 3 Tonnen im Schlepp stemmt die Kiste weg wie nix und ohne dass viel davon zu spüren ist! Der L 200 ist trotz nur 99 Pferden unter der Haube ein bäriges Zugfahrzeug ähnlich dem großen Landcruiser (Schweiz 6 Tonnen Anhängelast)
Fazit:
Mitsubishi sollte sich in USA umschauen um richtige Pickups bauen zu können, die nicht nur aus lackiertem Papier und gestyltem Plastik
bestehen. Die Zulade und Zugfähigkeiten sind jedoch saugut, bin echt total begeistert.
So, und jetzt noch was zu den anderen Berichten: Wer behauptet das der
L 200 "Top im schweren Gelände " ist, der hat von Allradfahrzeugen so viel Ahnung wie ich vom Kochen. Über meterhohe Erdschollen und Entwässerungsgräben etc. kommt man mit einem Kettenpanzer drüber oder mit einer Pistenwalze, aber keineswegs mit dem L 200. Ich brauche noch lange kein "schweres Gelände" um den L 200 auf Grund zu setzen oder festzufahren.
Wer Fotos haben will, wo man easy mit dem L 200 ohne Sperre ganz brutal und peinlich hängen bleibt, der soll mich mal anmailen.
Ich denke dass diese Herren mal in einer feuchten Wiese eingeparkt haben und seither von den "Geländeeigenschaften" des L 200 so überzeugt sind, dass sie schön brav den Text des Werbeprospektes nachplappern. Kommt zu mir, und ich beweise Euch, dass Ihr bereits 100 Meter hinter meinem Haus nach einem Traktor ruft, der Euch wieder flott macht.
Wranglerfahrer & Co. lachen da, ich weiss...
NACHTRAG AM 29.04.2001:
Nach langem hin-und her hat Mitsubishi Deutschland nun das eingedellte Dach auf eigene Kosten repariert. "Eingezogen" wurde allerdings der Dachträger für den ich angeblich eine Gutschrift erhalten soll. Wann die eintrifft weiss niemand, da sich Mitsubishi bewegt wie erkaltende Lawa. Das Dach wurde vom Händler absolut Klasse repariert und ist wie neu. So wie ich das mitbekommen habe, ist das dachträgerproblem schon öfters aufgetaucht. darum kommt nun für den Doppelkabiner ein neuer Träger heraus, der in die Dachrinne greift. Für den ClubCab wurde die dachlast von 100 kg beim alten Modell auf 75 heruntergesetzt. Ich denke das ist dann schon bald mit der dachlast der Smart-Klasse gleichzusetzen. Die sollen statt lackiertem Papier lieber richtiges Blech verarbeiten, dann hat man nicht solche Scherereien...
Ausserdem:
Neuer Mangel entdeckt:
In der Laderaumwanne hinten rechts ist eine Zurröse angebracht, die zum verspannen vom Gepäck dienen soll. Irgendwie muss diese Öse mit der Aussenhaut verschweisst sein, denn wenn man daran etwas festzurrt zieht die Öse an der Aussenhaut eine ordentliche Beule rein. Ist allerdings nur rechts hinten, links passier gar nix. Muss wohl ein Verabeitungsfehler sein. Werde demnäcxhst einen nächsten Reklamationsfeldzug starten müssen.
Nochmal:
Ich bin wie marcel Reich Ranitzki bei der Literatur: Ich zerpflücke hier alles und decke ehrlich alle Mängel gnadenlos auf. Ich denke das hier bei Ciao kein Platz für Schöngerede ist, man will sich ja schliesslich über die Negativseiten eines Produktes informieren.
TROTZ ALLEM GEMAULE: ICH LIEBE MEINEN L200.
NACHTRAG AM 5. Januar 2002:
Also, nachdem ich meinen L 200 nun seit Mai 2000 habe (65000 km, ohne Reparatur in Bezug auf Verschleiss..., ausser Service), kann ich das Fahrzeug problemlos und guten Gewissens jedem empfehlen, der von heavy-duty Einsätzen absieht. Das dürften 98 % der potentiellen Käufer sein.
Ich habe den L200 nun durchs alle möglichen Gebirge durchgeprügelt, mehrmals durch Skandinavien, rauf und runter auf meine Berghütte, durch Island und was weiss ich noch wohin. Fazit: Er macht alles mit ausser Verschränkungspassagen und losen Grund in Form von Schlamm oder Kies. Da ists sofort aus, da wie bereits gesagt immer die Dif.-Sperren fehlen.
So lange der L 200 aber festen Boden unter den Füßen hat, sind kaum Grenzen gesetzt (also bei normalem Einsatz), ausser der klobigen Manövrierfähigkeit, das ist klar. Extrem steile , felsige Wege in den ligurischen Bergen sind gar kein Problem, weder rauf noch runter, auch Flussdurchquerungen wo das Wasser gefährlich hoch über die vordere Kante der Motorhaube schwappt, lässt das Triebwerk völlig unbeeindruckt. (trotzdem nicht zur Nachahmung empfohlen ohne Schnorchel)
A B E R VORSICHT!!!!!!
Wagt Euch ja niemals (N I E M A L S) ohne Winde oder Begleit & Bergefahrzeug auf losen Untergrund, denn dort garantiere ich Euch ein Dilemma.
Zum transportieren von allen erdenklichen Gütern in leichtem Gelände(wenn ich von leichtem Gelände rede, dann dürfte das von vielen Neu-Offroadern bereits als schwer empfunden werden)ist der L 200 allererste Wahl. Auch als Campingfahrzeug mit Aufbau oder als Zugfahrzeug.
Aber macht bitte nicht den Fehler und verwechselt einen 4X4 Transporter wie den L200 mit einen Geländewagen a la Mercedes G mit 3 Sperren oder Defender oder sonst was "Richtig Gesperrtes". Von diesen Fähigkeiten im Schlamm bist Du mit einem Pickup meilenweit entfernt.
Wie gut ist der L 200 im Schnee?
Also, da wo normale Fahrzeuge mit Müh - und Not mit den leichten Schnellmontagekettchen raufkommen, ziehe ich mit dem L 200 aus dem Stand einen vollbesetzten und beladenen Mercedes T (mit versehentlich angezogener Handbremse!) aus dem Stand den Berg hoch, und zwar ohne Ketten! Man muss nur höllisch aufpassen dass man dem "Kleinen da hinten" nicht irgendwas rausreisst ;-)
Thema Tiefschnee:
Grundsätzlich gilt: Je breiter der Reifen, desto schlechter im Tiefschnee...und je tiefer der Schnee, desto eher sollten die Ketten von der Hinterachse auf die Vorderachse ummontiert werden! Faustregel: Normale Schneefahrbahn = Ketten hinten reichen vollkommen, eventuell ein "leichtes Schnellmontage-Kettchen" auf einem Vorderrad um die Spur zu führen.
Sonst: Tiefschnee > 15 - 25 cm = Ketten vorne. Darüber Ketten vorn & hinten, wobei dann hinten massiv Gewicht auf die Ladefläche packen muss (Schwiegermutter zum Beispiel).
Der L 200 im Tiefschnee:
Bei normalen Schneeverhältnissen : Panzerähnliches Fahrgefühl, so lange man das Heck nicht ausbrechen lässt. Lässt fast alle anderen vor Neid erblassen.
Mit Ketten auf der Vorderachse (mittelschwere , also nicht die Schnellmontagekettchen) ackert der L200 in der Ebene durch ca. 20 - 35 cm Pulverschnee durch.
Mit zusätzlichen schweren Ketten auf den Hinterrädern (also richtigen Ketten!!!) und ca. 8 - 10 Zentnern Gewicht auf der Pritsche ist bei rund 40 - 50 cm Schluss, da der L 200 aufsitz.
In schwerem Schnee ist die Grenze schon bei 20 - 30 cm erreicht da der Motor aufsitzt und die Räder des L 200 zu breit für nassen Tiefschnee sind. Der L 200 hat die blöde Angewohnheit den Schnee unter den Motor zu schieben, anstatt mit der Schürze vor sich her zu schieben. Abhilfe: Brett montieren. Unter der voderen Schürze liegen zwei Vierkantaufnahmen versteckt, auf die man ganz easy ein Brett aufstecken kann - das dann als leichtes Schneeschild funktioniert.
NACHTRAG AM 9. FEBRUAR 2003
Also, ich dachte ich melde mich mal wieder um hier einen Langzeitbericht abzugeben. Mittlerweile habe ich den L 200 fast 3 Jahre lang und habe nun ca.
110000 km drauf gefahren bzw. draufgeritten. Ich nehme die Kiste erbarmungslos her und zwar für Arbeitseinsätze als auch in der Freizeit - und das Tag für Tag. Ich fahre tausende von Kilometern Langstrecke zu meinen Baustellen im Ausland und bin dabei laufend total überladen. Statt 2830 Kg wiegt der L 200 regelmäsig 3500 bis 3600 Kg und manchmal denke ich "man sieht wie sich die Achsen biegen" (Späßchen") Ich ziehe schwere Anhänger damit herum, fahre auf Baustellen umher und auf schlechten unbefestigten Bergstrecken und ackere durch tiefen Schnee.
Ich habe regelmäßig alle Kundendienste machen lassen , denn ich denke dass einem "Gerät" das tagtäglich so schuften muss wie mein L 200 auch etwas Pflege gebührt. Ich bin mittlerweile bei einem anderen Mitsubishi-Händler und muss sagen dass dessen Service excellent ist, das Preis - Leistungsverhältnis ist absolut ok und ich werde jederzeit kompetent und freundlich betreut. Hiermit nehme ich meinen Groll über den schlechten Service (siehe Bericht im Jahr 2000) zurück und mache dies vom Goodwill des Händlers abhängig.
Ich hatte bis jetzt KEINE EINZIGE REPARATUR an meinem L 200 ausser den besagten Kundendiensten. Ich kann am Auto auch keinen einzigen wirklich gravierenden Mangel feststellen, ausser ein paar Roststellen (Steinschlag) und eventuell einer ermüdeten Schalldämmung im Motorraum, denn mir kommt der Motor etwas lauter vor als am Anfang, aber damit kann ich leben.
Das einzige Manko das ich festgestellt habe war eine ermüdete Motorhalterung, welches zur Folge hatte dass der L 200 im extrem starken Belastungszustand zu rütteln begann. Das wurde allerdings auf Kulanz behoben. Allerdings habe ich das Gefühl dass dieses Problem wieder bald auftaucht. Fazit: die Motorlager aus Gummi sind zu weich , bzw. ermüden nach einer Weile. Lasst die also bitte austauschen bevor die Garantie erlischt (100000 km oder nach 3 Jahren.) Dann kostet das nichts denn das zahlt Mitsubishi.
Wenn ich ausserdem einen Anhänger über lange Berge raufziehe, dann stinkt es ein Wenig nach Kupplung, kann sein dass da demnächst mal was fällig wird - wundert mich aber gar nicht wenn ich daran denke was ich seit Mail 2000 alles die Berge rauf und wieder runtergeschleppt habe.
ALSO FAZIT:
Ich hatte bisher 16 Autos, fast aller Marken und zwar Gebrauchte wie Neue. Ich hatte aber noch nie so einen zuverlässigen und guten "Arbeitskollegen" und "Freizeitpartner" als meinen L 200 und ich könnte mir kaum vorstellen mich von ihm trennen zu müssen. Klar, er hat nun einige kleine Beulen und Macken und ein Pickup war ausserdem noch nie so superperfekt ausgestattet wie ein gutes Personenauto (ist lauter, langsamer und hat ein Lkw-Lenkungsgefühl etc), aber darüber muss man als Pickupfahrer bzw. Geländewagenfahrer in dieser Preisklasse einfach drüber wegsehen. (Der Landi ist auch alles andere als perfekt).
Wer also ein perfektes superkomfortables Auto will muss sich mindestens in der 100000 Mark-Klasse umsehen....beim BMW-"Geländewagen-SUV" beispielsweise oder beim Tuareg von VW, aber da traue ich mich nicht einmal an die Türklinke zu fassen - aus Respekt vor dem Preis und weil ich eigentlich besser zu Bergschuhen und Gummistiefeln passe als zu Lederausstattungen & Wurzelholz am Armaturenbrett.
Man ist halt mit einem Pickup etwas rustikaler unterwegs als mit einer luxuriösen Vertretersenfte, - das muss einem schon klar sein.
Auf jeden Fall wünsche mir noch eine lange Zeit ohne Unfall oder sonstige Vorkommnisse denn mein L 200 gehört mittlerweile zur Familie wie der Hund und die Katz. EINFACH NICHT MEHR WEGZUDENKEN und ich frage mich des öfteren wie ich eigentlich früher ohne Pickup gelebt habe. UNVORSTELLBAR!
Schade dass Mitsubishi keinen L 200 in Fullsize -Größe baut, denn dann könnte ich noch mehr laden und noch besser auf Mercedes oder BMW - Fahrer "hinunterschauen" .
Nachtrag Herbst 2003 und gleichzeitige Todesanzeige für meinen L200
So, nun schliesse ich diesen Langzeitbericht mit der Todesanzeige meines L200 ab.
Mir fiel im Sommer 2003 schon seit geraumer Zeit auf dass der L200 an Leistung verliert und als ich meinen Dealer drauf ansprach meinte der nur dass dies vermutlich wieder mit der miserablen Dieselqualität (verstopfter Filter)und des extrem heissen Wetters im Sommer zu tun habe. Auf jeden Fall kein Grund zur Beunruhigung.
Doch plötzlich wurde die Leistung auf einer langen Steigungsstrecke extrem schlechter und ich beschloss zur Werkstatt zu fahren. Die öffneten die Motorhaube und stellten fest dass es die Zylinderkopfdichtung rausgehauen hat. (115000 km, 3 Jahre und 3 Monate alt). Ich entschloss mich zu einer sehr teuren Reparatur wo der ganze Zylinderkopf usw ersetzt wurde. (Von wegen Kulanz...da ist Mitsubishi taub auf beiden Ohren...)Der L 200 lief dann zwar wieder tadellos aber ich entschloss mich dann das Auto zu verkaufen und habe mich diesesmal für einen neuen Nissan Pickup entschieden und muss sagen dass da Welten dazwischen liegen, sei es von der Motorleistung oder von der Geländetauglichkeit. Da punktet ganz klar der Nissan.
Ich habe den Nissan Pickup nun seit 6 Wochen , mit Chiptuning bringt er rund 160 PS und muss sagen dass das Fahrzeug nur mit dem Hinterachsantrieb dank automatischer Teilsperre locker durch Situationen durchfährt wo der L 200 mit offenem Differential schon lange den Allrad brauchte. Ich war heute am Arlberg und fuhr nur mit Hinterachsantrieb aus einem Schneefeld heraus...., da hätte ich mit dem L200 selbst mit Allrad äusserste Bedenken gehabt dass ich es überhaupt schaffe.
Doch lest bald in der Nissan Pickup Abteilung in Ciao wie es weitergeht mit meinem Pickup Langzeitbericht, diesesmal nehme ich den Nissan auseinander!
Kurzbemerkung zum Nissan Pickup:
So auf die schnelle muss ich sagen ist der Nissan wesentlich besser wie der L200, aber auch er hat nicht nur Vorteile: Die weiche Federung des Nissan bringt zwar eine sehr gute Verschränkung mit sich, was gut im Gelände ist, aber beim Zuladen (z.B. Wohnkabine unbedingt einer Luftfederung Bedarf - was bei L200 nicht unbedingt erforderlich ist)Der Nissan wird sehr schnell schwammig und ist dann zu fahren wie ein Boot in leichter Brandung. Also der schwimmt so komisch, ihr wisst schon was ich meine...
Damit hat sichs dann aber bald. Vielleicht noch eines: Die Stoßstange des Nissan kragt über die Karrosserie drüber was Probleme wie eine zerbeulte Heckklappe beim L200 eliminiert. Doch haben es die Nissäner mit der Ausladung der Stoßstange schon wieder so gut gemeint, dass man bei starken Böschungswinkeln mit der Stange aufsitzt.
Naja, nun aber genug hier und heute, ich glaube insgesamt mehr als genug über den L200 gemault und gelobt zu haben. Genug auf jeden Fall dass sich jeder ein ehrliches Bild darüber machen konnte.
Mehr Testbericht wie gesagt gibts demnächst in der Rubrik Nissan Pickup, wo ich auch kein Blatt vor den Mund nehmen werde.
Leb also wohl mein schöner L200, geniesse Deine alten Tage auf der Farm des Aufkäufers in Spanien und nimms mir nicht übel dass ich Dich so getadelt habe. Wir hatten auch viele schöne Zeiten miteinander erlebt! Danke! (Schluchz, Jammer....)
Nun noch ein kleiner Kommentar zu den Kommentaren in Anhang, speziell zum niedrigeren Verbrauch bei den unabhängigen Tests:
Diese unabhängigen Tests sind Momentaufnahmen eines bestens eingestellten Fahrzeugs und kein Langzeittest unter allen möglichen Bedingungen. Bei den Testfahrzeugen ist alles bestens eingestellt und abgeschmiert, man fährt fast unbeladen mit reinem Filter, ohne Beladung, im Tiefland mit höherem Ladedruck durch hohen Luftdruck und besserer Sauerstoffsättigung als bei uns im Gebirge und der Untersetzungshebel wird bei weitem nicht so oft benutzt als bei uns. Im Alltagsgebrauch und in unseren Gefilden und unter unseren Umweltbedingungen hier im Oberland kannst Du meine Verbrauchswerte für bare Münze nehmen..... Ich wunderte mich immer wenn ich durch Norddeutschland fuhr dass mein L200 gute 10 Km/h schneller war als bei uns. Das ist allein der Höhenunterschied!
weitere Fragen bitte an mpconsult@gmx.net
So long
28.10.2005 13:10
Na endlich mal ein echter Praxisbericht. Ich habe mir gerade einen L200 Dakar zugelegt. Da ich ihn ausschliesslich zum Spass habe und "heavy-duty"- Einsätze die absolute Ausnahme sein werden sehe ich ihn als richtige Wahl an. Ich bin mal gespannt ob ich im Winter ähnliche Erfahrungen machen werde wie du! cu Jonnycheck
20.10.2002 18:04
Einparken will eben gelernt sein! *fg* Für deine Zwecke wäre es wohl besser, wenn du dir einen "Hummer" zulegst. Den wirst du dann wohl kaum kaputtkriegen! *lol* Gruß - Biesenstrup
18.07.2002 00:40
hmm, nicht, dass ich an deinen Bericht zweifeln würde, aber ich habe jetzt im Netz ein Testvideo gesehen, wonach der L200 etwas mehr aushält. Und nach mehreren, unabhängigen!!! Berichten zufolge verbraucht er im Gelände nur ca. 10L/ auf Asphalt ca.8 L. Kannst mir ja mal mehrere Infos per Mail senden, an: Chris@Christopher-Knoll.de Aber trotzdem s.h.