Mein erster Japaner (Lancer Bj. 03 bis 07)
15.11.2008
Pro:
Optik, Unterhaltskosten, Anschaffung, Fahrverhalten
Kontra:
etwas kleiner Kofferraum
Empfehlenswert:
Ja
 choking_hazard
Über sich:
Mitglied seit:15.11.2008
Erfahrungsberichte:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nachdem ich festgestellt habe, dass noch kein Bericht über den Mitsubishi Lancer vom Typ CSO (Bj 2003 bis 2007) hier verfasst wurde, stelle ich nun meine Erfahrung mit dem Mitsubishi Lancer als Limousine online. Auf der Suche nach einem günstigen, neuwertigen Fahrzeug kam ich an den Mitsubishi Lancer Intense. Das Fahrzeug wurde als Tageszulassung mit 16 km von einem Konkurs gegangenen Autohaus für 12.000 Euro veräußert.
Der Wagen war nur 3 Tage zugelassen und verfügt über eine sehr schicke Ausstattung wie Front-, Seiten- und Heckschürze, sowie Heckspoiler, 16 Zoll Alu-Räder und der Innenausstattung von seinem, aus dem Rennsport stammenden Bruder, Lancer Evo IX (rote Amaturen, Alu-Carbon Optik, dezent gehaltener rot/schwarzer Innenraum, Lederschaltknauf und extrem Schick, einem 3 Speichen Momolenkrad). Des weiteren ist serienmäßig ein 30mm tiefergelegtes Sportfahrwerk im Fahrzeug verbaut, sowie auch eine Domstrebe, größere Bremsanlage und Klarglasrückleuchten. Also alles in allem ein Auto, das im Straßenverkehr auffällt. Vor allem auch deshalb, weil die Limousine nur sehr wenig produziert wurde. Für einen kühlen Kopf sorgt die Klimaautomatik, die im Intense Modell ebenso serienmäßig verbaut ist wie Fahrer- und Beifahrerairbag, Seitenairbag sowie Kopfairbags die bis in die hinteren Sitzreihen reichen. Die Verarbeitung ist auf gutem Japanstandart und bewegt sich in etwa in Sachen Qualität zwischen einem der neuesten KIA-Modelle und Toyota. Alles wirkt solide und durchdacht. Was mir besonders gut gefällt ist, dass Mitsubishi nicht komplett auf Hartplastik zurückgreift, wie es mittlerweile sogar bei VW der Fall ist. Die Bedienelemente geben keine Rätsel auf und alles ist da, wo man es kennt bzw. erwartet. Trotzdem wirkt am Lancer nichts altbacken oder gar bieder. Es ist einfach ein sportliches Fahrzeug im sportlichen Look, das nicht mit Spielereien im Innenraum trösten muss, um einen Käufer zu finden. Auch die Größe im Innenraum ist angemessen. Ich fühle mich mit meinen 1,90 m Körpergröße sehr wohl. Zugegeben ist die Position des Fahrersitzes dann schon ganz hinten, aber selbst in dieser Einstellung ist auch auf den Rücksitzen noch genug Platz für weitere Mitfahrer.
Als ich den Wagen letzt endlich vom Händer nach Hause fuhr, musste ich feststellen noch kein Auto gefahren zu haben, das ein derartiges Fahrverhalten an den Tag legt wie der Lancer Intense. Die Sportsitze haben einen sehr guten Seitenhalt, sind weder zu hart, noch zu weich. Die ersten Meter fragt man sich, ob der Mitsubishi nicht etwas zu hart gefedert wäre und wundert sich über die recht schwergängige Schaltung, tröstet sich aber erstmal mit dem super in der Hand liegenden Momo-Lederlenkrad. Ein paar Meter weiter ist man dann völlig von diesem Auto überzeugt und möchte nie wieder anhalten. Das Fahrwerk ist vieleicht nicht unbedingt das Familientauglichste und es ist fraglich, ob man seinem Kleinkind, trotz Isofixbefestigung auf dem Rücksitz, eine flotte Autobahnfahrt zumuten möchte aber im Gegensatz zu einem konventionellen Sportfahrwerk ist der Lancer super abgestimmt. Er schlägt nicht durch, sondern federt die Bodenwellen lediglich straff ab (ähnlich einem neuen 3er BMW mit Runflatbereifung). Die Schaltwege sind extrem präzise und sehr kurz, was man schnell zu schätzen weiß. Mit dem Lenkverhalten verhält es sich ähnlich sportlich. Jeder noch so kleine Impuls am Momolenkrad wird sofort auf die Vorderräder weitergegeben und man kann das Fahrzeug auf den Millimeter dort hin bewegen, wo man will. Keine andere Limousine mit fünf Sitzplätzen gibt einen so schönen Eindruck von Sportwagen wie der Lancer.
Zu dem schon sportlichen Fahrverhalten des Mitsubishi kommt noch der 2.0 Liter DOHC Motor, mit dem er mit seinen 135 PS Leistung vieleicht nicht zum Stärksten seiner Klasse zählt, aber wirklich phänomenal am Gas hängt und vom Stand auf Tempo 100 km/h knapp unter 10 Sekunden spurtet. Dem Lancer steht ein recht breites Drehzahlband zur Verfügung, da er seine volle Leistung erst bei fast 6000 Umdrehungen pro Minute voll auf die Antriebsräder bringt, was ihn sehr elastisch macht. Beim langsamen Dahingleiten auf der rechen Autobahnspur reicht ein leichter Druck aufs Gaspedal um ihn mühelos und sehr flott von 110 auf 150 zu beschleunigen. Dabei wird er bis etwa 170 km/h auch niemals unangenehm laut (eingetragene Höchstgeschwindigkeit liegt bei 206 km/h). Bei einer gediegenen Überlandfahrt hört man den Motor sogar kaum. Was der Lancer jedoch nicht ganz beherrscht, ist das Benzinsparen. Etwa 8 Liter Super Bleifrei muss man bei normaler Fahrweise im Schnitt einkalkulieren, was in der heutigen Zeit für einen 1350kg leichten Wagen nicht wirklich als up to date gilt. Jedoch eignet sich der standfeste DOHC Motor von Mitsubishi gut für den Umbau auf LPG-Gas, was bei mir noch kommen wird.
Ich für meinen Teil bin mit dem Fahrzeug sehr zufrieden und hoffe darauf, dass mein neuer Lancer auch technisch das verspricht, was ADAC und Autohaus sagen. Mitsubishi soll nämlich sehr langlebig sein und auch in der Pannenstatistik des ADAC kaum eine Rolle spielen. Falls aber doch, ist man mit einem Mitsubishi ab Erstzulassung mit 3 Jahren Garantie gesegnet, die auch eine Mobilitätsgarantie beinhaltet (Garantie ist nach Ablauf auf 5 oder 6 Jahre verlängerbar). Das heißt, eine Mobilitätsgarantie in der Versicherung muss nicht extra abgeschlossen werden, was das Fahrzeug nochmal 15 Euro günstiger werden lässt als es sowieso schon ist. Ich bezahle knapp über 500 Euro pro Jahr Vollkasko bei 40 Prozent (SB 150 Euro Teilkasko, SB 500 Euro Vollkasko). Sicherlich werde ich einige interessante Fahrzeugdetails und Fahreigenschaften vergessen haben zu erwähnen, aber nachdem ich kein professioneller KFZ-Tester bin, sondern auch nur ein Mann, bitte ich dies zu entschuldigen. Ich hoffe trotzdem, einigen Leuten das Auto schmackhaft gemacht zu haben.
Was jedoch noch am Rande zu erwähnen ist... Winterbereifung für den Lancer Intense ist eine teure Angelegenheit. Für den normalen Lancer und auch für einige Intense Modelle sind genügend Felgen und auch Reifen auf dem Markt zu finden. Jedoch die Version mit dem Sportbremssystem lässt nur Bereifungen ab einer Größe von 16 Zoll zu. Das wäre noch kein großes Problem aber man ist mit den 16 Zoll Felgen auf 195/50 R16 Reifen angewiesen, die als Winterbereifung sehr teuer sind. Ein Satz Winterkompletträder schlägt in etwa mit 1000 Euro zu Buche.
Preisvergleich
sortiert nach Preis
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
Verwandte Tags für Mitsubishi Lancer 1.3
|
|
15.11.2008 17:47
toller bericht
15.11.2008 10:54
Ein wirklich einwandfreier Erstbericht von dir. Daher gibts ein bh von mir. lg Peter
15.11.2008 09:50
Beim Zubehör bezahlt man bei den Japanern leider oftmals drauf und muss Wartezeiten in Kauf nehmen. Ich selbst fahre einen Audi A 3 und meine Freundin nen Toyota Yaris. Bei ihrem Auto war schon so manche Reparatur teurer^^