Mittelfußbruch

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Mittelfußbruch

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Erfahrungsbericht über "Mittelfußbruch"

veröffentlicht 20.08.2005 | Janny18
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Über sich :
Was ist denn hier bei Ciao los?! Hatte überlegt zurückzukommen, aber es wird ja kaum noch gelesen...wie kommt das?
Gut
Pro Wird alles wieder gut
Kontra Eben einfach Mist!
sehr hilfreich

"***UND KNACK, SCHON IST ES PASSIERT***"

Heute soll es mal um etwas ganz besonderes gehen, was mir leider selber widerfahren ist vor einiger Zeit. Aufgrund dessen habe ich auch diese Kategorie vorgeschlagen und schreibe nun in ihr einen Bericht.
Es dreht sich um meine eigentlich erste richtige Sportverletzung, die ich mir am Anfang des ersten Semesters meines Sportstudiums zugezogen habe, einen Mittelfußbruch.

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Der Hergang:
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Damals war ich gerade neu in Flensburg und hatte gerade angefangen dort zu studieren. Die Veranstaltungen begannen gerade und am Freitagnachmittag hatte ich einen Leichtathletikkurs. Wir hatten das erste Mal Praxis, nachdem wir die Woche vorher nur unseren Eintrag in der Liste gesichert hatten.
Wir waren gerade dabei einige Aufwärmspielchen zu spielen, als mir eines von diesen zum Verhängnis wurde. Dieses Spiel war eine der unzähligen Varianten von Tickspielen. Wir spielten dieses Spiel mit stehenden Bodenmatten. An jeder Seite einer solchen Bodenmatte stand eine Person. Die Personen wurden so an die Matten verteilt, dass zwei Personen übrig blieben. Diesen beiden Personen waren der Gejagte und der Jäger. Der Jäger musste logischerweise den anderen jagen und ihn möglichst ticken. Der Gejagte musste weglaufen und konnte eine der Personen, die an den Matten stand zum Gejagten umfunktionieren, indem er dessen Position einnahm und dieser dann weglaufen musste.
Ich stand bei diesem Spiel an einer Matte und beobachtete das Geschehen genau. Als der Gejagte auf meine Position wollte, wollte ich durchstarten, war auch schon fast losgelaufen, da sprang mir der Spieler, der meine Position einnehmen wollte, auf den Fuß, der jedoch durch das ansprinten nur noch auf dem Ballen stand. Das tat höllisch weh, doch noch wusste ich nicht was passiert war, ich dachte eigentlich, dass der Schmerz bald vorübergehen würde und humpelt/hinkte erstmal an den Rand um meinen Schuh dann doch schnellstmöglich auszuziehen. Der Fuß war dort aber schon ein wenig dick, doch keiner ahnte was dort los war. Ich hinkte nach oben in die Umkleideräume um ihn erstmal zu kühlen, merkte dann jedoch bald, dass das nicht viel brachte und dass es wenn ich versuchte den Fuß zu bewegen immer so einen merkwürdigen Schmerz gab, den ich nur von meinem Finger kannte, der schon mal gebrochen gewesen war…ich kühlte jedoch erstmal weiter und wartete brav bis die Stunde vorbei war…dann beschloss ich gemeinsam mit dem Dozenten und den anderen doch ins Krankenhaus zu fahren, da ich mittlerweile eigentlich schon überzeugt war, dass da was gebrochen sein musste, weil der Schmerz, wie schon erwähnt, so merkwürdig und lang andauernd war. Doch wohin, ich, der gerade eine Woche in Flensburg war, kannte mich natürlich nicht aus, die Person die mich fahren sollte ebenso wenig, denn die war genauso kurz erst in der Stadt und der Dozent wusste auch nicht so viel, weil er auch nicht aus Flensburg kam. Letztendlich konnte uns dann einer der Leute aus dem Kurs doch den Weg zu einem Krankenhaus beschreiben und wir fuhren dort hin. Es dauerte jedoch einige Zeit bis wir es gefunden hatten. Und ich immer schön auf einem Bein hinkend…

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Im Krankenhaus:
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Am Krankenhaus angekommen musste ich dann erstmal wieder auf einem Bein, von meinem Kommilitonen gestützt hineinhinken. Wie sich dann herausstellte, waren wir ganz am falschen Ende des Krankenhauses gelandet und keines Weges an der Ambulanz sondern in der Frauen- und Kinderabteilung. Die Dame am Empfang dort konnte aber zum Glück eine Art Rollstuhl auftreiben und einen Pfleger der mich zur Ambulanz fuhr, was wir sonst nie gefunden hätten, denn wir begaben uns auf ganz schöne Irrwege.
Als wir dann endlich an der Ambulanz angekommen waren, wurden erstmal meine Daten aufgenommen und ich dann in die Warteschleife gestellt, wie das in Krankenhäusern nun mal leider so ist…
Als die Warteschleife dann endlich vorbei war, war ich kurz beim Arzt und wurde dann aber sofort zum röntgen geschickt. Dort kam dann heraus, dass mein äußerer Mittelfuß gebrochen war. Sozusagen der Knochen vom kleinen Zeh im Mittelfuß. Er war mir von der Person, die mir auf den Fuß gestiegen war, quasi herunter getreten worden, herunter gebrochen eben.
Der Arzt sagte mir, dass man das nun entweder mindestens sechs Wochen in Gips legen könne und dann die Gefahr bestehen würde, dass ich damit nie mehr schmerzfrei auftreten kann oder, dass mein Fuß sofort operiert wird, ein Metallstück und einige Schrauben eingesetzt werden, ich dann keine Gips bekomme und es dann wieder alles normal wird. Die Entscheidung fiel da natürlich leicht, ich musste mich operieren lassen, ganz eindeutige Geschichte wie ich fand.
Als ich dem Arzt das dann ebenfalls sagte, wurde eigentlich kurzer Prozess gemacht. Ich kam sofort in ein Bett, mein Kommilitone durfte gehen und sofort bekam ich einen Tablettencocktail. Ich war leicht überrumpelt und erwähnte immer wieder, dass ich aber mal ein Telefon brauche, weil ich ja nun gerade neu in der Stadt war und ich fast keinen hier kannte und ich doch eben mal meine Mutter und Freundin anrufen musste, damit die wenigstens bescheid wüssten. Nach mehreren Erwähnungen dieser Tatsache bekam ich dann endlich ein Telefon und konnte mich zu Hause melden. Meine Mutter war da glaube ich noch geschockter als ich und meine Freundin fand das auch nicht gerade lustig, denn sie bekam es mit, weil sie glaube ich gerade zufällig bei meiner Mutter war, das weiß ich aber nicht mehr so genau.

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Die Operation:
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Von der Operation selbst bekam ich glücklicherweise gar nichts mit, denn das war der unbedingte Wille von mir. Ich wurde zwar nur örtlich betäubt damals, ich bekam aber ein gutes Schlafmittel, so dass ich die gesamte Operation über schlief und erst wieder aufwachte als alles geschehen war.
Die Betäubung an sich war auch eine abenteuerliche Sache, denn man wollte eine neue Technik anwenden. Dazu wurden mir im Leistenbereich elektronische Impulse versetzt. Diese Impulse probierten die Ärzte an mehreren Stellen und an dem Punkt, an dem mein Bein durch den Impuls am meisten zuckte, dort mussten sie die Betäubungsspritze setzen. War in dem Moment irgendwie schon fast lustig…sie setzten mir dann die Spritze und ich spürte wie meine Beine langsam immer schwerer wurde, bis ich sie irgendwann am unteren Ende wirklich nicht mehr spürte und sie nicht mehr anheben konnte, ein sehr merkwürdiges und ekliges Gefühl, aber nun weiß ich, wie sich ein querschnittsgelähmter fühlen muss, zumindest annähernd. Dann schlief ich bald ein und wachte eben, wie bereits erwähnt, erst wieder auf, als alles vorbei war und ich ein Metallstück und drei Schrauben schwerer war.

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Die Zeit ohne Laufen:
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Als ich dann endlich in meinem Zimmer lag und wach wurde, war natürlich nicht viel los. Ich lag allein in einem Zimmer und es war dunkel, da es in etwas elf Uhr Abends war. Zuerst konnte ich nicht schlafen und dann bekam ich leichte Schmerzen in dem operierten Fuß, was mich zum klingeln veranlasste. Dann kam ein Pfleger, der so freundlich war mir den Fernseher und das Telefon schon einmal anzumelden und außerdem mir ein Schmerzmittel zu geben, so dass ich zu etwas späterer Stunde dann auch schlafen konnte.
Am nächsten Tag dann bekam ich Besuch von meiner Freundin und meiner Mutter, die extra die gut 140 Kilometer gefahren waren um mich zu besuchen. Aufstehen durfte ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, da ich auch noch nicht einmal Krücken (eigentlich heißt es Gehhilfen, ich weiß) hatte.
Als das Wochenende dann endlich vorüber war, ging es am Montag los. Ich bekam endlich meine Unterarmgehstützen, wie man sie im Fachjargon nennt und die Krankengymnastin des Krankenhauses machte erste Übungen mit mir, damit ich auf diesen Gehstützen irgendwann laufen kann, da ich das noch nie gemacht hatte, konnte ich es ja auch nicht.
Die nächsten Tage über lag ich im Bett, langweilte mich, guckte viel fern und übte immer wieder das gehen mit diesen Krücken.
Irgendwann konnte ich dann damit ganz gut gehen, egal ob nur geradeaus, um Kurven oder aber auch Treppen rauf und runter. Nach etwa zehn Tagen wurde ich dann aus dem Krankenhaus entlassen. Ich konnte zu dem Zeitpunkt einigermaßen gehen, ohne dass ich Schmerzen in dem Fuß hatte, aber dass ich sportlich war damit, konnte ich leider nicht von mir behaupten.

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Der Alltag:
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Das eigentlich Problem begann aber nun, der Alltag. Das erste Wochenende war meine Freundin noch da und umsorgte mich, aber ab dann musste ich allein klarkommen. Es gab keine Krankschreibung, keinen Taxischein und nichts. Ich musste normal zur Uni gehen und vor allem musste ich mit dem Bus dorthin fahren, der ständig überfüllt ist, ich musste mich auf dem relativ weitläufigen Campus umherbewegen, ich musste eigentlich alles was ich sonst auch musste.
Eigentlich konnte ich nach kurzer Zeit dann auch alles relativ gut machen, das hatte ich mir echt schwerer vorgestellt. Ich hatte keine Schmerzen mehr beim gehen oder sitzen und ich habe im Bus immer einen Platz bekommen, weil die Leute sozial genug waren mir einen freizumachen als ich den Bus auf Krücken bestieg.
Die erste Zeit lief ich noch ohne Schuh an dem Fuß, was relativ kalt war, aber auszuhalten, nachher konnte ich mir an dem Fuß auch wieder einen Schuh anziehen, so dass es nicht mehr ganz so dämlich aussah und außerdem muss Fuß (es war immerhin Winter) nicht mehr drohte abzufrieren.

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Als ich wieder gehen konnte:
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Irgendwann war es dann natürlich auch wieder soweit, dass ich den Fuß wieder belasten durfte. Zuerst war das ein sehr komisches Gefühl. Es gab eine Art Kribbeln in der Hacke, weil sie so lange nicht belastet wurde. Ansonsten musste ich natürlich langsam anfangen und habe den Fuß erstmal beim mit Krücken gehen mitgeführt.
Letztendlich konnte ich dann aber doch relativ schnell wieder normal gehen, leider weiß ich die genaue Zeit aber nicht mehr. Mit dem Sport treiben dauerte es noch ein bisschen länger, aber letztendlich konnte ich dann auch mit dem Metall im Fuß normal und gut wieder Sport machen, bis auf dass ich bei mehr Belastung Probleme mit der Knochenhaut des Schienbeines bekam, weil auch das die Belastung wohl einfach nicht mehr gewöhnt war. Das war aber letztendlich alles nicht so schlimm.

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Herausnehmen des Metalls:
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Für das Herausnehmen von dem Metall hatte ich mir schon einen Termin besorgt, dieser lag in etwa neun Monate nach dem Unfall und sollte problemlos ablaufen, wenn es denn dazu gekommen wäre…
Wenige Tage vor meinem Termin brach ich mir leider dann das Schien- und Wadenbein des anderen Beines, so dass es nicht mehr zur Wahrnehmung dieses Termins kam und ich über die Entfernung von dem Metall leider noch nichts berichten kann, dazu vielleicht dann in ein paar Monaten mehr, wenn das denn erfolgen kann.

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Vorläufiges Fazit:
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Bei einem Knochenbruch ein Fazit zu ziehen ist meiner Meinung nach schon keine einfache Sache. Schön ist es natürlich in keinem Fall, so etwas ist eigentlich immer schlecht und nicht empfehlenswert, aber schlimmer geht es auch immer eigentlich. Mein Fazit bezieht sich nun einmal auf die Behandlung, die meiner Meinung nach super war und ich denke auch mal, dass ich damit später in meinem Leben keine Probleme mehr haben werde und natürlich aber auch auf den Bruch an sich, der natürlich, wie nicht anders zu erwarten, meiner Meinung nach nicht hätte sein müssen und auch einfach ätzend war, aber so ist das Leben eben manchmal und wie heißt es noch so schön…"Alles wovon man nicht stirbt macht einen nur härter…"
Meine Bewertung fällt hier mal auf drei von möglichen fünf Sternen, da die Behandlung sehr gut war und ich wahrscheinlich später damit keine Probleme haben werde, außerdem gibt es immer schlimmeres, zum Beispiel mein Schien- und Wadenbeinbruch den ich nun habe…


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Dieser Erfahrungsbericht wurde 26063 mal gelesen und wie folgt bewertet:
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Manuo veröffentlicht 18.12.2011
    Aua :(
  • joanbaez veröffentlicht 14.11.2011
    Autsch
  • quacky4321 veröffentlicht 20.10.2011
    Da kriegt man ja vom lesen schon aua.LG
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