Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
"neuer" Monitor umsonst |
| Kontra: |
hohe Spannung im inneren, grundsätzliche Elektronikkenntnisse gefragt |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Da mein alter 15 Zoll Röhrenmonitor recht unschaft war, hab ich mich informiert, wie man ihn wieder scharf kriegt. Alles was man dazu braucht, ist ein oder zwei Schraubenzieher, etwas "Kaltschnäutzigkeit" und diese Anleitung:
Wieso wird ein Monitor unscharf?
Genau weiß ich es nicht, aber da alle elektrischen Bauteile einer Alterung unterliegen, verändern sich zB Widerstände, und schon fließt nicht mehr der richtige Strom, und irgendwas funktioniert nicht, wie es das sollte.
Ich hab gelesen, dass spätestens nach fünf Jahren alle Röhrenmonitore unscharf werden. Dann heißt es einfach, die sind schon alt, und kaputt. Niemand macht sich den Gedanken, dass man sowas wieder justieren kann. Diese Monitore werden dann einfach weggeworfen.
kleine Vorwarnung
Da man den Monitor öffnen muss, um ihn wieder "scharfzumachen", muss man schon etwas aufpassen. Im inneren sind Bauteile, die eine sehr hohe Spannung produzieren, und die auch noch erhalten bleibt, wenn der Monitor von der Steckdose getrennt ist.
Deshalb empfiehlt es sich mit Gummihandschuhen zu arbeiten, und den geöffneten Monitor weit weg von allem, das Strom leiten kann, zu stellen. Auch sollte ein isolierter Schraubenzieher verwendet werden.
Wer ganz sicher gehen will, lässt den Monitor etwa 15 Minuten ohne Stromkabel stehen, bis dahin sollten alle Kondensatoren leer sein.
Im übrigen geschieht folgendes auf eigene Gefahr ;)
edit: Hier kommt noch folgendes dazu: (danke, EhrlicherGauner)
Der Zeilentrafo kann noch nach einigen Tagen ziemlich viel Spannung haben. Deshalb sollte man ja immer nur mit einem isolierten Schraubenzieher rangehen ;)
Und dann können durch das verstellen des Potis andere Bauteile mehr Strom abbekommen, als sie verkraften, was schon mal schiefgehen kann.
Deshalb schreib ich hier nochmal: Alles auf eigene Gefahr
Vorbereitung
Da wir den Monitor genau einstellen wollen, brauchen wir ein Testbild. Ich hab das Testprogramm ntest.exe von Nokia hergenommen, einfach googeln, runterladen, starten, und dann ein Testbild aussuchen.
Außerdem braucht man einen langen Schraubenzieher, mit dem man an die Gehäuseschrauben kommt. Ruhig ausprobiern, an den Schrauben ist keine Spannung ;)
Und dann noch einen flachen, kleineren Schraubenzieher, um den Poti einzustellen.
Kritische Phase
So, jetzt das Stromkabel, und wenns geht das Signalkabel (das, das zur Graphikkarte geht) ausstecken. Und jetzt die hintere Abdeckung öffnen. Meistens braucht man etwas längere Schraubenzieher, und manche Monitore haben auch spezielle Schrauben, sodass ein "normaler" oder ein Kreuzschlitzschraubenzieher nicht ausreichen, dann braucht man Spezialgerät.
Wenn die Abdeckung offen ist, muss man aufpassen, dass man nicht irgendwo mit dem Schraubenzieher hinkommt, da man einen Kurzschluss machen kann. Wer ganz sicher gehen will, sollte den Monitor vorm öffnen etwa 15 min ohne Stromkabel warten lassen, und ihn dann erst öffnen.
So, da wir nix ohne Testbild einstellen können, stecken wir den Monitor wieder ans Netz und an den PC, und machen, falls nicht schon geschehen, das Testbild an.
Jetzt suchen wir den Regler. Der ist ein Drehpotentiometer, kurz Poti. Und da in einem Monitor viele Potis sind, suchen wir erstmal den "Focus-Poti". Der ist auf der Platine vom "horizontalen Ablenkungstrafo" (keine Angst, der Name ist nicht wichtig ;), und sollte, von vorne gesehen links hinten unten sein. Wenn man von links auf den offenen Monitor schaut müsste da ein Blechkasten sein. Bei meinem waren da Aussparungen im Blech, und dahinter zwei von diesen Potis. Der obere dient der fokussierung, und der untere sollte die Helligkeit anpassen. Nur hat der untere bei meinem Monitor nicht funktioniert, vieleicht macht der ja was anderes.
Wenn da drei Potis sind, sind die oberen 2 Zuständig für verschiedene Bereiche im Bild. Hier sollte man schauen, welcher Poti wo was scharf macht, und dann beide aufeinander abstimmen.
Jetzt sucht man sich einen passenden Schraubenzieher, und stellt den Poti so ein, dass das Bild möglichst scharf ist. Wieder aufpassen, dass man nicht abrutscht, da der Monitor ja grad an ist ;)
Wenn alles scharf ist, oder möglichst gut scharf, dann steckt man das Stromkabel wieder ab, baut die Abdeckung wieder drauf, und Stromkabel wieder drauf. Fertig!
Fazit
Das war viel einfacher, als ich es mir vorgestellt hab. Und im ersten Augenblick war mir das Bild sogar zu scharf. Ich konnte die einzelnen Pixel sehen. Jetzt brauch ich wieder Anti-Alaising ;)
Aber eine super Mögichkeit, alte Monitore wenigstens als Zweitgerät "wiederzubeleben". Wer nicht sehr technisch begabt ist, sollte das jemand anders machen lassen, aber der Aufwand lohnt sich sicherlich. Ich habe keine fünf Minuten gebraucht.
Vier von Fünf Sternen ;)
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