Hoffnung als Streifen am Horizont!
16.09.2002
Pro:
Story, Darsteller, Ende
Kontra:
Die Berry ist zu hübsch !
Empfehlenswert:
Ja
 Pandoolio
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Nun ist es endlich so weit: Mein letzter Artikel, der noch irgendeine Verbindung zur diesjährigen Oskarverleihung haben wird. Versprochen, aber der muss es noch sein. Die meisten, die sich ein bisschen für Kino und das Drumherum interessieren, wissen wahrscheinlich wie es ablief. Minuten lang rang Halle Berry bei der Verleihung um ihre Fassung. Kein Wunder, hatte sie doch gerade als allererste schwarze Hauptdarstellerin überhaupt die begehrte Trophäe erhalten. Das ehemalige Model und baldige Bond-Girl, das für seine Oben-Ohne-Szene in „Password Swordfish“ schon einige Dollar extra eingestrichen hatte, schien auf Lebenszeit als Leinwand-Beauty abgestempelt zu sein, ehe sie mit diesem Film all ihre Kritiker zum Verstummen brachte. Doch fangen wir von vorne an! STORY: ****** Hank Grotowski (wie so oft extrem ausgeglichen: Billy Bob Thornton), Redneck-Underdog par excellence, nimmt als Todestraktwärter in Louisiana an der Hinrichtung des Cop-Killers Lawrence Musgrove (erstmalig: Sean "Puffy" Combs alias Puff Diddy etc.) teil. Eigentlich soll ja sein Sohn Sunny (aufgepasst Mädels, Heath Ledger in gar nicht so gewohnter Rolle) die Hauptaufgaben erledigen, der kapituliert allerdings vor dem psychischen Druck, was ihm in seiner rassistischen Familie (einen Großvater, auch ehemals Gefängniswärter, gibt’s da auch noch) als Schwäche ausgelegt wird. Und so kommt es wie es kommen musste: der labile Sunny gibt sich vor seinem Vater die Kugel, was diesen aus seiner Lethargie reisst und dazu bringt sein Leben ein bisschen zu ändern bzw. zu überdenken! Parallel dazu wird die Leidensgeschichte der Kellnerin Leticia (eben jene wunderschöne Halle Berry) erzählt, der Mann eben jener Lawrence Musgrove ist, und den sie mit ihrem übergewichtigen Sohn seit 11 Jahren tagtäglich in der Todeszelle besucht. Seitdem ist ihr Leben ein Trümmerhaufen, und als noch ihr Sohn durch einen Autounfall ums Leben kommt, scheint alles vorbei zu sein. Und genau in diesem Moment trifft sie auf Hank, und über die gemeinsame Trauer hinweg nimmt eine seltsame Liebesgeschichte ihren Lauf. Doch wie ein Damokles-Schwert schwebt die Hinrichtung von Musgrove und Hanks rechtradikaler Vater über ihrer zarten Bande.
HINTERGRUND: ************ Der in Deutschland geborene Wahlschweizer Marc Forster hat hier ein furioses Erstlingsdebüt hingelegt. Ein Südstaatendrama, das so ziemlich mit allem abrechnet, was in Amerika’s Gesellschaft nicht mehr ganz so hinhaut. Sei es die Todesstrafe, offener und versteckter Rassismus, die Armut der kleinen Städte und die Perspektivlosigkeit ihrer Einwohner oder das Nichtvorhandensein von (Liebes-) Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen. Falls hier noch jemand ein Frage zum Titel des Films hat, der Monster‘s Ball bezieht sich auf den letzten Abend eines Todgeweihten in der Todeszelle, wenn er sein Lieblingsessen bekommt und auf die Exekution wartet. Sozusagen das Fest des Monsters (schon pervers oder?) eben. Und die 5 (korrigiert mich wenn ich falsch liege ;)) Nominierungen gehen voll in Ordnung! KRITIK: ******* Nun, wahrscheinlich habt ihr meinen Enthusiasmus schon aus den vorangegangen Zeilen lesen können, denn mich hat der Film von Anfang an gefesselt, mitgerissen und auch wieder beunruhigt. Marc Forster nimmt sich dabei viel Zeit um die Agonie der Charakter zu zeigen, in einfühlsamen, fast schon meditativen Bildern erzählt er die Unglücke, die der Kellnerin und dem Wärter geschehen. Und aus diesen harten Schicksalsschlägen keimt dann, wie ein einsames Blümelein in der Wüste, eine zarte Liebesgeschichte auf, die sich nach kurzer Zeit in einer äußerst erotischen (und auch recht langen und deutlichen ;)) Sexszene entlädt (für viele sicher schon mal ein Grund diesen Film überhaupt anzukucken...). Denn Hank sucht jemanden, dem er helfen und den er umsorgen kann, um seine schweren Gewissensbisse zu beruhigen und Leticia ist eh nicht in der Lage, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Der Film ist hart und somit sicher nichts für zarte Gemüter, die ersten 60 Minuten wird man von Trostlosigkeit erschlagen, doch dann wendet sich der Film. Als Zuschauer wagt man gar nicht, sich zu sehr der Hoffnung hinzugeben, denn die Vergangenheit der beiden Hauptpersonen lastet zu sehr auf Ihnen und auch das Umfeld sieht das Schwarz-Weiße Pärchen mehr als nur kritisch. Doch hier nur eins: das konsequente und stimmige Ende lässt jeden hoffnungsvoll das Kino verlassen!! Zwei herausragende Hauptdarsteller prägen diesen Film, einerseits Jolie-Ehemann Billy Bob Thornton, der wieder einmal zeigt wie gut er den einsiedlerischen, undurchschaubaren Hardliner spielen kann. Das er allerdings später im Film noch seine Gefühle so schön , wenn auch unterschwellig, zum Ausdruck bringt ist eine herausragende Leistung. Andererseits natürlich Halle Berry, deren gesamte Hoffnungslosigkeit sich in jeder Minute in ihren Zügen widerspiegelt. Ob sie wirklich die beste Schauspielerin dieses Filmjahres war sei jetzt mal dahingestellt, exzeptionell ist ihre Kunst allemal. Und auch in den Nebenrollen sieht man ein paar bekannte Gesichter. Frauen werden sich wohl auf Heath Ledger und Sean Combs freuen, beide haben aber zu wenig Zeit (wie auch ;)) um in ihre Figuren mehr als nur einen kurzen Einblick zu gewähren. Kommen wir zur einzigen Kritik, die ich an diesem Film habe, und ich hoffe ihr könnt es verstehen. Halle Berry ist zu hübsch! Genau richtig gelesen, das nimmt dem Film etwas von seiner Plausibilität. Erstens mag man als Zuschauer nicht glauben, dass so eine rassige Südstaatenschönheit seit 11 Jahren nur ihren Mann, dem sie auch nichts mehr zu sagen hat, in der Todeszelle besucht, ohne irgendeinen neuen zu finden. Zweitens schaut sie nicht älter aus als Ende 20, wenn man da die 11 Jahre abzieht war sie 16-17 als sie schwanger wurde (zwar nicht ungewöhnlich in Amerika, aber doch unwahrscheinlich). Und Drittens wird dadurch die Fürsorge von Hank etwas abgewertet. Ich meine, wer würde sich nicht um eine bildhübsche Frau so eine Mühe geben, egal ob sie schwarz oder weiß ist, und ganz egal ob man sie wirklich liebt oder nicht. An eine reine Liebe nur aufgrund von beidseitigen Verlusten will man so nicht wirklich glauben!
FAZIT: ****** Konsequent werden hier alle Konventionen eines typischen Todesstrafendramas umgangen. Im Vordergrund steht die Liebe zwischen einem Rassisten und einer vom Leben gezeichneten Schwarzen, die einem das Einzige gibt, was man bei so einem deprimierenden Thema noch haben kann: die Hoffnung...! Für alle ein Muss, für die Kino mehr als nur Popkorntüte und Dauergeblödel ist...!
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11.11.2002 16:08
ok, ich habe den film noch nicht gesehen, und so wie ich unser kaffkino kenne, kommt der auch höchstens 2d- wo ich natürlich ins kino stürzen werde !- aber ist das nicht ein bißchen übertrieben ? ich meine, dass beide söhne so kurz hintereinander eines unnatürlichen todes sterben ? vielleicht passt es ja wirklich in die stimmung des filmes, aber mir scheint es jetzt so ein bißchen übertrieben .... Lg waterdrop
09.11.2002 14:13
Denn werde ich mir auch noch an sehen, Gruß Sandra1179
19.09.2002 17:39
Den Film will ich mir noch UNBEDINGT ansehen!!! Exzellenter Bericht! LG, der DOC!