Konzertbewertung des Autors:
| Pro: |
GEIL ! |
| Kontra: |
für mich persönlich rein gar nichts |
| Kompletter Konzertbericht |
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Wann hattet ihr zuletzt einen perfekten Tag? Einen, an dem man irgendwann ins Bett fällt und bedauert, dass er nun vorbei ist?
Mein perfekter Tag begann um sechs Uhr morgens, keine sehr christliche Zeit, aber wen kümmert das?
Nach perfekten sechs Arbeitsstunden (perfekt deshalb weil nach unseren Gleitzeitsystem ab sechs Stunden 45 Minuten für eine Pause abgezogen werden, aber lassen wir die Nichtigkeiten) muss ich noch flugs zum Fielmann (neue Brille, juhu), und perfekt zeitlich abgestimmt um 14.30 Uhr treffe ich bei einem der besten Freunde ein, die man auf dieser Welt haben kann.
Scrow samt Reiseproviant und Halskrause ins Depeche Mode Mobil geladen, und auf geht’s nach Stuttgart, immer das Ziel Schleyerhalle vor Augen. (Anfahrtswege sind im Netz zu erfahren, falls wer dumm fragen wollte)
Wir verfahren uns nicht, wir finden einen gratis - Parkplatz direkt hinter der Halle (obwohl wir bei deiner Absegnung den Parkplatz betreffend schon wieder auf dem Heimweg waren, vielen lieben dank, Jochen :o)) und dann heißt es warten. (Als Überbrückung kann man gern noch die nahe liegende Shell-Station aufsuchen, um festzustellen, dass die Damentoilette dort alles andere als sauber ist und Mountain Dew weiß Gott nicht so lecker schmeckt, wie man erwartet hatte)
Um kurz nach sieben gehen wir in die Halle, wohl gemerkt nach abgetastet werden (mangels weiblichen Abtasterinnen nur die Männer) und Handtaschenkontrollen (mangels männlichen Konzertbesuchern mit Handtasche nur die Frauen). Wir haben Tribünenkarten, im Block 21, was nicht wirklich nah an der Bühne ist. Aber abwarten.
Nach Sichtung unserer Plätze gehen wir erst mal in den Innenraum, wo der Merchandising Stand aufgebaut ist. Nichts gekauft, wieder hoch und gewartet.
Alanis lässt sich Zeit. Um 20 Uhr soll es losgehen, um kurz vor neun wird es endlich dunkel.
Endlich!
Mit „All I really want“ startet sie ihr Programm, fegt mit Mundharmonika und ihrem Mikro quer über die Bühne, von Null auf Hundert. Die Menge im Innenraum steigt sofort mit ein, tobt, klatscht. Ein Blick auf die um uns herum sitzenden Tribünen-Gäste zeigt vergleichsweise nur eins: Langeweile. Also packen wir unseren Kram und begeben uns zum wabernden Pulk, dort hin, wo was los ist. Die anwesende Security (ausnahmslos Bewohner des nächstgelegenen Altersheims, was die im Falle eines Falles zu Regeln im Stande gewesen wären, wollen wir uns nicht mal vorstellen) will keine Karten sehen, wir kommen einfach so rein und - welch ein Unterschied!
Hier wird getanzt, laut mitgesungen, die Stimmung ist von Anfang an einfach unbeschreiblich. Alanis greift zu ihrer Glitter-Klampfe und schiebt gleich „21 things“ nach, dann richtet sie auch mal ein paar nette Worte der Begrüßung ans Volk. Aber sie redet nicht lange rum, sondern macht das, weswegen alle hier sind: Musik.
Im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern klingt sie live mindestens genauso gut wie in Studioaufnahmen, wenn nicht sogar besser. Vor allem Songs wie „Uninvited“, „You oughta know“ oder „Ironic“ sind auf der Bühne dermaßen intensiv und vom Publikum dermaßen gewürdigt, dass die Gänsehaut höchstens wegen der Wärme in der Halle ausbleibt.
Beim Finale von „You learn“ zeigt Alanis, mehr noch als beim Finale von „Uninvited“, welch Energiebündel sie ist. Sie springt wie ein Gummiball im Kreis umher, sie rennt um die Bühne wie eine Verrückte, sie dreht sich um sich selbst dass es mir schon vom zusehen schwindlig wird. Dabei wickelte sie sich in früheren Tagen immer ihre komplette Haarpracht um den ganzen Oberkörper, keine Ahnung wie sie die wieder in Ordnung bringen konnte nach einem Auftritt. Dieses Mal präsentiert die Gute nun eine Frisur, die grade noch ein Stück über die Schultern reicht. Diese Matte lässt sich auch viel besser schütteln.
Es gibt auch ruhige Momente, bei „Flinch“ oder „That particular time“ zum Beispiel sieht man vielerorts erleuchtete Feuerzeuge und Wunderkerzen, die Menge genießt und wiegt sich im Takt…
Neben den vielen bekannten Stücken spielt Alanis auch vier neue Lieder, die auf ihrem nächsten Album erscheinen werden, welche allesamt richtig viel versprechend klingen und Appetit auf mehr machen.
Und als Alanis mit „Thank you“ das letzte Lied des Abends gegen halb elf beendet, sich mehrmals bei ihrem „awesome“ und „incredible“ Publikum bedankt und uns in die Nacht entlässt, schweben wir erleuchtet und beseelt den Ausgängen entgegen, nach knapp 110 Minuten Alanis pur, ohne Vorband, ohne viel Geschnörkel, und sind uns sicher: das nächste Mal sind wir wieder dabei, und wenn dann niemand durch eine HWS - Prellung behindert ist, stehen wir in der ersten Reihe, denn das waren wirklich – wirklich - wirklich gut investierte 45 Euronen…
Nach hause ging es dann trotz Baustellen-Stau ganz schnell, und ein perfekter Tag endete für mich um zwei Uhr morgens mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen und „Head over feet“ in den Ohren (schläft noch wer außer mir gern mit lala ein?).
Abschließend
Ich persönlich fand es etwas traurig, dass die Schleyerhalle alles andere als ausverkauft war. Alanis war nur für 4 Konzerte in Deutschland, und gerade bei einer Vollblutmusikerin wie ihr, die auch ohne die Unterstützung von Computern eine mitreißende und herausragende Stimme hat und noch dazu mehr als ein Instrument beherrscht, hätte ich da mehr Andrang erwartet. Aber künstlich hochgepuschte Biederlichs und Superstars scheinen heutzutage besser anzukommen, der Himmel weiß warum.
Zumindest der zu dreiviertel gefüllte Innenraum machte zum Glück genug Stimmung, dass das kaum auffiel. (Die Tribüne lasse ich absichtlich außen vor, die Spaßbremsen da oben haben die faulen Ärsche (huch, ein böses Wort *g*) höchstens zum Bier holen hochgekriegt)
Danke für den wunderschönen Abend an Alanis und Zwenn (Scrow, falls ihr ordentlich gelesen habt und jetzt wirr seid), danke an euch für die Aufmerksamkeit.
…and the other one is giving a high five, das Veedra
Hier noch die Setlist (ohne Gewähr, frau kann sich irren)
1. All I really want
2. 21 things I want in a lover
3. Right through you
4. Unprodigal daughter
5. Hand in my pocket
6. Hands clean
7. 8 easy steps
8. Flinch
9. Head over feet
10. So called Chaos
11. So unsexy
12. You oughta know
13. Uninvited
14. You learn
15. Knees of my bees
16. Ironic
17. That particular time
18. Thank you
PS: Wo wir uns gerade so schön versammelt haben: Wie reagiert man am besten, wenn man in dem Edeka seines Vertrauens steht, in der einen Hand eine Packung Ahoi-Brause hält, mit der anderen grade nach dem Himbeer-Quench (Familien-Dose) greift, und einem bewusst wird, dass man Heinz Rudolph Kunzes „Dein ist mein ganzes Herz“, welches gerade im Einkausradio gespielt wird, laut mitsingt?
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sehr hilfreich
11.07.2008
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Nach ewig langer Fahrt war es dann gegen 18.00 Uhr soweit, nachdem ich auch endlich den Eingang gefunden hatte. War ja nicht so leicht, entweder dem Schild "Eingang" u ...
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sehr hilfreich
20.08.2002
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