Alanis Morissette - CCH Hamburg - 09.Juli 2008
11.07.2008
Pro:
Ausdrucksstarke Künstlerin, gute Songauswahl, tolle Stimmung
Kontra:
teilweise etwas zu hohe Lautstärke, lange Wartezeit, Durcheinander beim Einlaß
Empfehlenswert:
Ja
 celine.cu
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mit Alanis Morissettes Konzert in Hamburg gestern Abend (meine Erinnerungen sind also noch sehr frisch) ging für mich persönlich ein großer Wunsch in Erfüllung. Seit vielen Jahren hatte ich auf diesen Tag gewartet, da persönliche Erlebnisse einen Besuch von Alanis' Konzerten vergangener Zeiten stets verhindert hatten. Doch nun war es endlich so weit. Ich war zeitig losgefahren und deswegen früh in Hamburg. Das Konzert sollte laut Plan um 20.00 beginnen. Gegen 19.00 fand ich mich im CCH ein; laut einer Email des Ticketverkäufers am Morgen sowie auf Anzeigebildschirmen ersichtlich war der Auftritt von Saal 1 in den kleineren Saal 2 verlegt worden. Genau in diesem Detail lag die Schwierigkeit, die mir nach Passieren der ersten Kartenkontrolle an Hand von laaaangen Besucherschlangen ersichtlich wurde: Da Saal 2 wie gesagt kleiner war, fehlten in vielen Reihen Plätze. Die Karten dieser Besucher mussten nun im Vorfelde umgetauscht und die Leute auf andere Plätze umgesetzt werden. Ich hatte Glück: Da ich ein Ticket für Platz 1 in Reihe 5 besaß, musste mein Ticket nicht getauscht werden und ich konnte meinen Platz sogleich in Besitz nehmen und in die Atmospäre des Saales eintauchen. Der Saal war voll bestuhlt, was ich für ein Konzert dieser Art etwas ungünstig fand. Da die Sitze wie in einem Amphitheater leicht nach unten abfallen und die Bühne sehr tief liegt, konnte man alles gut überblicken und auch einmal vorgehen und sich alles ganz genau anschauen. Das geht natürlich nicht in einem unbestuhlten Stadion mit Tausenden von Fans, die sich wie Planierraupen gegenseitig nach vorne schieben und niederwalzen. Haben wir alles schon gehabt! Die Bühne war schlicht gehalten, der Hintergrund in warmen Tönen. Beginn sollte um 20.00 sein, doch um diese Uhrzeit war der Saal aufgrund der tauschaktion vielleicht gerade zu einem Viertel gefüllt. Es war also mit Verzögerungen zu rechnen, die den Glücklichen, die bereits ihren Platz hatten, mit dem Vorprogramm versüßt wurden. Auf die Bühne kam ein sympathischer blonder Mann mit unglaublichen wuscheligen Locken mit Namen Liam Gerner. Er ist Australier und ein echter Singer-Songwriter, der seinen Auftritt selbst mit akustischer Gitarre begleitete. Seine Songs klangen teils melancholisch, teils ruhig, sehr schön auf jeden Fall und erzählten Geschichten. Leider folgte nach seinem Auftritt wieder eine längere Pause, in der auf der Bühne gearbeitet wurde. Der Saal hatte sich mittlerweile weiter gefüllt. Viele Besucher standen später am Rand oder hatten Diskussionen mit den "Aufsehern". Zu Recht, wie ich finde, denn ich hätte es ebenfalls nicht sehr spaßig gefunden, wenn ich ein teures Ticket für die erste Reihe gekauft habe wie eine junge Frau und dann in den hinteren billigeren Reihen Platz nehmen muss, weil es meinen Platz wegen der Saalverlegung nicht mehr gibt. Das war die unschöne Seite des Abends. Definitiv. Um 21.30 (ENDLICH!!!!) fing das Spektakel an. Erst singt Alanis ein paar Strophen aus dem Off, dann kommt sie auf die Bühne und startet mit "Uninvited" gleich sehr kraftvoll und rockig! Da ich bisher noch nicht das Glück gehabt hatte, sie live erleben zu dürfen, war ich trotz der Berichte von Freunden (O-Ton: Die dreht auf der Bühne immer total durch!) überrascht, wie sehr Alanis direkt beim ersten Song aufdreht. Die Frau geht von Null auf Hundert in Lichtgeschwindigkeit! Also war es nicht schwer, sich sofort mitreißen zu lassen. Sitzen ging gar nicht mehr, also bin ich - wie eine Handvoll anderer Leute, aufgestanden und mich der Musik einfach hingegeben. Das Programm war eine bunte Mischung aus alten Hits und Songs vom neuen Album "Flavours of Entanglement". Obwohl das Konzert erst gestern stattgefunden hat, bringe ich eine komplette und korrekte Playlist leider nicht mehr zusammen. Als einer der ersten neuen Songs gab Alanis sehr zu meiner Freude "Citizen of the planet" zum Besten. Ebenfalls vom neuen Album folgten nach und nach "Not as we", "Versions of Violance" in einer schönen akustischen Version im Zugabenteil sowie "Moratorium". Für mich unerwartet aber sehr beeindruckend war die rockige und teilweise harte Umsetzung der Songs mit teilweise bis an die Schmerzgrenze gehenden E-Gitarren. Dennoch hat mir das gut gefallen; man konnte fantastisch abrocken und es hat Riesenspaß gemacht. Dennoch sind die alten Hits das Kapital eines Künstlers, so scheint es, wenn man die Reaktionen des Publikumes bei Songs wie "Hand in my pocket" (was in einer ruhigeren Fassung vorgetragen wurde), "You learn", "You oughta know" (Yeah, die Post ging ab...), "Ironic" und "All I really want" beobachtete: Arme wurden in die Luft gerissen, es gab verklärte Gesichtsausdrücke und - schlußendlich stand der ganze Saal. Das ganze Konzert glich teilweise einer Berg- und Talfahrt: Von rockigen Krachern wie "Eight easy steps" zu schönen Balladen wie "That particulat time" Als letzte Zugabe beglückte Alanis ihre Fans in fast schon gewohnter Manier mit "Thank you". Konzertende war (geschätzt) gegen 23.00. Eine Anmerkung zum Publikum: Sehr überraschend war teilweise der Blick über die Reihen. Dort fand ich Besucher vor, die ich nie und nimmer in einem Alanis Morissette-Konzert erwartet hätte. Eher bei André Rieu, um den Gegensatz mal krass darzustellen. Von ganz jung (So jung, dass Mama mit musste) bis zum Silbernacken war alles vertreten. Aber da zeigt es sich wieder, dass man nicht zu vorschnell urteilen darf. Anmerkungen zu Preis und Erreichbarkeit des Veranstaltungsortes: Ich habe mit allen Gebühren für eine Karte in der teuersten Kategorie fast 70 Euro hinblättern müssen, womit meine Schmerzgrenze ganz klar erreicht war. Aber das war es mir wert. Hinzu kam für mich als nördlicher Schleswig-Holsteiner die Anfahrt von knapp 1 1/2 Stunden und Spritkosten von um und bei 50 Euro. Das aber nur am Rande, die Anreise ist schließlich individuell. Das CCH kann man auch als Ortsfremder ohne Navi (man lese und staune) und ohne Kartenleser auf dem Beifahrersitz gut finden. Ich bin Stellingen von der Autobahn runter und konnte sehr bald der Beschilderung zum CCH folgen. Klasse! Das Parkhaus im CCH ist mehr als großzügig und übersichtlich. Die Parkgebühren belaufen sich auf 2 Euro je angefangener Stunde. Negativ fand ich, dass es zwar einen günstigeren Tarif gab, den man im Voraus pauschal lösen konnte (5 Euro), dass diese Information allerdings sehr schwer zugänglich war. Ich habe davon erst von anderen Besuchern im Saal erfahren, als es schon "zu spät" war. Schade. da ich so pünktlich war, um noch einen Happen essen gehen zu können, habe ich so 12 Euro für das Parken bezahlt. Die Getränke im CCH dürften mit beispielweise 2 Euro für ein 0,5l- Wasser im normalen Rahmen liegen. denke ich. Etwas seltsam nur, dass man die Flaschen nur ohne Deckel mit reinnehmen durfte. Seltsam und etwas unpraktisch für den Teppichboden im Saal.Mein Fazit: Wenn ich mein erstes "Alanis-Live-Erlebnis" mit den Konzert-DvDs vergleiche, die ich kenne, sage ich: Alanis ist wie ein guter Wein - sie wird mit jedem Jahr besser. Ich hatte irre viel Spaß. Jederzeit wieder.
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13.07.2008 19:15
Das klingt nach einem guten Konzert unter unguten Umständen.
11.07.2008 00:49
Da wäre ich auch gerne gewesen. LG Angelika
11.07.2008 00:13
Die ist echt klasse. ;o) lg