Moulin Rouge

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Das Wunderbarste was Du je lernen wirst...

5  21.10.2001 (12.02.2006)

Pro:
wahnsinnige Mischung aus Film, Charme, bunter Kostüme, Liebe, Verzweiflung und vor allem Musik

Kontra:
einige könnten sich zu beansprucht fühlen

Empfehlenswert: Ja 

Elli-Spirelli

Über sich: "Niemand außer dir kann dich glücklich oder unglücklich machen."

Mitglied seit:28.08.2000

Erfahrungsberichte:442

Vertrauende:399

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 240 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

...ist zu lieben und wieder geliebt zu werden. Dieser Satz hat es mir angetan. Und das hat auch einen Grund. Er wird mehr als einmal gesagt und er hat so viel Aussagekraft, dass er hängen bleibt. Im Zusammenhang mit dem ich diesen Satz hörte ist eigentlich "nur" ein Film, aber dieser Satz hat eine Aussagekraft die weit über diesen hinausgeht.

Aber auch außer diesem Satz ist vieles dran und drin bei


____________________*Moulin Rouge*________________________


Ein Film der verzaubernder nicht sein könnte. Schnell, bunt und irgendwie verspielte neue Welt. Das ist in Kurzfassung das was ich mitnahm an Gedanken. Aber fangen wir mal am Anfang an, das macht man ja für gewöhnlich auch so.

________________

>>* Vorhang auf *<<
________________


Der Anfang des Filmes hat uns ehrlich gesagt ziemlich verwirrt aussehen lassen. Es war als würde man auf einmal etwas anderes sehen als man erwartet hat. Man wird eigentlich mehr oder minder in ein Musical hineingebracht was wiederum um ein Musical handeln wird. Klang das jetzt verwirrend? Ich hoffe das, denn so ging es mir schließlich auch am Anfang*zwinker.

Nachdem nun die ersten Momente vergingen und wir Christian kennenlernten und auch Paris ein wenig betrachten durften, erfahren wir dass Christian nach Paris kam um in die Welt der Bohemian zu kehren. Er ist ein Dichter, ein Poet und nach der Revolution der Künstler war ihm klar : Nur in Montmartre hat er diese Vielzahl an Künstlern - die Welt der Kunst an einem Ort der Welt der verrufen war. 1899 war das Jahr indem Christian eine neue Welt betrat. Und genau das macht auch der Zuschauer dieses Filmes: In eine neue Welt treten.

Bereits nach kurzem Aufenthalt macht er die Bekanntschaft mit sehr merkwürdigen Künstlern, die mich teilweise ein wenig an den menschgewordenen Wahnsinn erinnerten, was sich zuerst bei mir auch negativ auswirkte. Einer von ihnen trägt den Namen Toulouse-Lautrec und er probte gerade an einem neuen Stück.(Man sollte aber bitte an dieser Stelle nichts geschichtsträgiges erwarten- denn auch Regisseur Baz Luhrmann sagte er habe Toulouse politisch unkorrekt dargestellt) Ich dachte: Wenn das so weitergeht dann gehe ich und was ich dem Blick meines Mannes ablas ließ erkennen, dass ich damit nicht alleine war. Aber schon nachdem man eigentlich nur herangeführt wird an die Tatsache, dass diese Künstler ihn in seine Zukunft bringen wird alles anders. Absinth hat heute wieder Marktwert, aber auch in diesem Film scheint er etwas zu bewirken. Wer hätte schon gedacht dass nach dem Trinken dieses Absinth Kylie Minogue als Fee am Nachthimmel blinkend und glitzern erstrahlt??? Ich musste zweimal hinsehen um es zu glauben.

Und dann fing es an: Der Zauber. Christian sollte der Autor eines Bühnenstückes werden und da Satine dort eine wichtige Rolle spielt musste sie dem zustimmen. Nun, das ist nicht gerade etwas aufregendes wird man denken. Falsch! Denn Satine ist nicht irgendeine Frau, sie ist der Star des Moulin Rouge, die Edelkurtisane des Hauses. Und so landet Christian genau dort...

Und dann beginnt der Einblick in das sündenträchtige Haus von Montmartre. Da wo die Reichen sich vergnügen. Ein Nachtlokal, ein Bordell und eine Zusammenkunft derer die unterschiedlicher nicht sein können. Die Welt des Cancan-Tanzes und der Mieder, in denen Frau damals und auch heute diese dünnen Taillen erzeugen. Edle Gewänder, eine Menge Huren und Männer die gierig sind. Aber auch Publikum dass die Show des Moulin Rouge sehen will. Nach einigen fantastischen Showeinlagen, die schneller aufhörten als man es sich versah begann ein Spiel der Verwirrung.

Zidler, Besitzer des Moulin Rouge und Chef von Satine hatte es arrangiert, dass der Duke of Monroth Satine kennenlernt um damit möglich zu machen, dass das Bühnenstück, dass Toulouse für sie machte auch finanziert werden wird, genauso wie der Umbau des Moulin Rouge, der damit verbunden wäre. Satine träumt davon eine Schauspielerin zu sein und nicht nur Star des Moulin Rouge und auch nicht mehr die Kurtisane die gegen Geld den Männern alles vormacht was sie verlangen. Demzufolge lag ihr sehr viel daran diesen Duke dazu zu überreden das Stück zu finanzieren.
Aber auch Toulouse wollte dass Satine an diesem Abend jemanden trifft, nämlich Christian. Schließlich konnte er nicht entscheiden ob Christian der Autor werden durfte für dieses Stück. Und so kam es, dass durch einige Umstände Satine davon überzeugt war, dass Christian der Duke ist.

Die Szenen die aus dieser Verwechslung heraus entstehen sind einfach zum lachen komisch und man erlebt auf humorvolle Art und Weise die Kunst einer Edelhure die Männer alles glauben lässt. Und zudem wundert es einen umso mehr dass sich diese Szenen mit Romantik, Gesang und einer märchenhaft verspielten Weise eines Musicals verwandeln. Und auch hier wird einem klar: Die Musik des Filmes besticht durch das Vertraute. Viele Lieder wird ein jeder erkennen auch wenn sie mehr als nur anders vorgetragen werden. Das ist in meinen Augen auch kein Kulturschock sondern einfach eine neue Art dieses Filmgenre zu beleben und zu dem zu machen was es ist: Eine Pop-Musical-Märchen Verfilmung einer Geschichte die das Leben geschrieben haben könnte.


Letztendlich bleibt eines: Christians Herz gehört Satine. Satine ist eine Edelkurtisane des Moulin Rouge die Schauspielerin werden will und sich dafür fast alles auflastet. Zidler der Besitzer des Moulin Rouge ist darum bemüht dass Satine dem Duke das gibt was er will damit er seine Besitzurkunde des Moulin Rouge aus den Händen des Duke wiederbekommt. Der Duke will Satine und lässt sie vertraglich an sich binden und übt seine Macht aus. Und wir haben natürlich das Bühnenstück, dass aufgeführt werden soll. Eigentlich besticht der Film aber weniger durch die hintergründlich erscheinende Story sondern durch die Art und Weise der Verfilmung.

Denn man sollte sich im klaren sein, dass man hier manchmal sogar sehr beansprucht wird dem zu folgen was man sieht. Schnelle Kamerafahrten und bunte Bilder gehören mit dazu und ohne diese wäre Moulin Rouge nicht das was es ist: Ein neues Märchen in Verbindung mit Liedern die jedem bekannt sein dürften. Hier wird mehr gesungen als auf Dialoge gesetzt. Aber das ist nicht schlimm, denn gerade durch die Verbundenheit mit den Liedern hat der Film ein Band mit dem Zuschauer. Man darf sich also freuen, wenn man "Material Girl" einmal ganz anders erlebt oder man die neue Möglichkeit des Songs "Like a Virgin" betrachtet. Ebenso werden auch Songs der neueren Art mit dem Film vermischt was eine faszinierende Art ausmacht wenn man bedenkt dass im Jahre 1899 sicher niemand Nirvana kannte und dessen Song "Smells like teen spirit". Oder auch die Art und Weise der Einbringung der Lieder " I was made for loving you baby" und beispielsweise "I will always love you" ist mehr als gewagt. Frisch neu und eine moderne Einbringung in eine alte Zeit. Ein Experiment das gelungen ist und auf jeden Fall etwas für Musikliebhaber, denn als solcher wird man mehr als nur berühmte Ohrwürmer hören.

Keiner sollte hier auf Dialoge hoffen, diese finden meist singend statt, aber das in einer Art und Weise die faszinierend anders ist. Warum auch nicht? Ein Lied ist manchmal doch aussagekräftiger als alle gesprochenen Worte, ein Lied ist manchmal genau das was man gerade denkt. Ich meine: Nutzen wir nicht auch manchmal ein Lied um jemandem zu sagen was unsere Gedanken in uns auslösen? ...

Trotz allem sollte man jetzt bitte nicht denken, dass einem hier ein Musical entgegenstrahlt wie man es bei Cats oder Buddy Holly sehen kann, denn auch das wäre dem Film nicht entsprechend. Schließlich ist auch ein großes Stück Märchen vorhanden, sogar mehr Herz und Fantasie als in manch anderem Film der sich um Gefühle und um das Leben dreht.
Letztendlich bleibt der Satz: "Das Wunderbarste was Du je lernen wirst ist zu lieben und wieder geliebt zu werden" und genau das ist es was mir am Ende des Filmes die Tränen in die Augen schießen ließ. Man möge mir nachsehen, dass ich natürlich das Ende hier nicht verrate, aber wenn ich das tue kann sich jeder den Film sparen.

________________

>>* Schauspieler *<<
________________


An dieser Stelle möchte ich mich kurz fassen, denn eigentlich kann man nicht allzu viele Schauspieler wirklich beurteilen. Die die auch Dialoge führten und die Gelegenheit bekamen zu zeigen was sie können, die möchte ich aber erwähnen.

Da ist zum einen Nicole Kidman in der Rolle der Satine. Ich habe dieser Frau bei weitem nicht dieses Talent zugetraut, sie ist in meinen Augen nie wirklich herausragend gewesen aber hier in diesem Film war sie wirklich ein Star, denn die schauspielerische Leistung ist fantastisch. Das Leiden, das Glück, die Liebe, die Verzweiflung ....alles nimmt man ihr ab ohne auch nur einen Moment daran zu zweifeln. Nie waren ihre Augen so voll von Gefühlen und ich denke dass sie hier einmal wirklich zeigen konnte was sie eigentlich kann.

Ewan McGregor spielte die Rolle des Christian und hat nach Nicole Kidman die größte Rolle. Er ist neben des guten Aussehens auch noch der Typ Schauspieler der einen dazu bringt mit ihm zu fühlen und ihn symphatisch zu finden. Bisher kannte ich ihn aus "Freeze-Alptraum Nachtwache" und denke dass auch er hier etwas beweisen konnte. Manchmal sind die Rollen einem Schauspieler wohl wirklich auf den Leib geschnitten...


__________

>>* Fazit *<<
__________


Wenn man Kinoliebhaber ist sollte man den Film auf jeden Fall gesehen haben. Es gibt durchaus Menschen denen der Film als einziger Schwachsinn vorkommt und die sich überansprucht fühlen und dann sagen: Das ist einfach zu doll des Guten. Aber das ist die Minderheit der Zuschauer. Denn eigentlich ist hier nicht so sehr die Einfachheit der Handlung zu kritisieren. Der Film lebt von Fantasie, von Liebe zum Detail und von Musik. Und er lebt auch von Liebreiz und Neuem. Das Stück welches im Film aufgeführt werden soll nennt sich : Spectaculär spektakulär und eigentlich ist es dieser Film der so ist. Ein Ansammlung von Tänzen, schneller Bildwechsel, charmantem Kitsch, viel Musik, erotische Verspieltheit, extravagante Ideen und Fantasymärchen das auch meinetwegen den Begriff "Popmusical" gerecht wird obwohl es soviel mehr ist. So lustvoll und voller Reiz der Film erscheint so verwandelt sich dieses wirklich spektakuläre Fest der Sinne in eine dramatische Bewusstseinsvergegenwärtigung. Diesen Film sollte man wirklich sehen. Und wer weiß, vielleicht erkennt auch ihr in diesem Satz die Aussagekraft:

"Das Wunderbarste was Du je lernen wirst ist zu lieben und wieder geliebt zu werden"


Eure
Elli-Spirelli

PS: Die Auswahl bei Gelegenheit war gar nicht einfach , denn ein Feel Good Film ist es zwar aber das Ende macht einen eher traurig...dann ist es auch kein spezifisch auf ein Geschlecht gerichteter Film...bitte die Beurteilung Familien Film nicht allzu ernst nehmen.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Kyoko1412

Kyoko1412

05.08.2006 04:28

Moulin Rouge ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Klasse Bericht!!

NastyAri

NastyAri

30.05.2002 12:08

Ich liebe den Film und eine Freundin von mir ist lotal verrückt nach dem Film!

e_keule

e_keule

29.05.2002 17:04

Fand den Film auch nicht schlecht, obwohl mir solche Filme sonst weniger zusagen! Liebe Grüße keule

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