Nachdem ich in 2002 in Tunesien an einem einwöchigen Golfkursus teilgenommen hatte, hat mich das Fieber so richtig gepackt. Nun wollte ich in Deutschland wenigstens den "Golfführerschein", die so genannte Platzerlaubnis erhalten und habe deswegen im Umkreis von Bremen nach Trainings- und Schulungsmöglichkeiten ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von CaBe über Mrscott Golf Komplettset Nucleus 15. Dezember 2003
Produktbewertung des Autors:
Qualität:
Verarbeitung:
Geeignet für:
Amateursport
Pro:
Beratung • Preise • Verkaufszeiten
Kontra:
Bezahlung nur bar
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Nachdem ich in 2002 in Tunesien an einem einwöchigen Golfkursus teilgenommen hatte, hat mich das Fieber so richtig gepackt. Nun wollte ich in Deutschland wenigstens den "Golfführerschein", die so genannte Platzerlaubnis erhalten und habe deswegen im Umkreis von Bremen nach Trainings- und Schulungsmöglichkeiten gesucht. Diese werden u.a. beim Golfpark an der Lesum geboten. Nach etlichen Theorieeinheiten und ausgiebigen Versuchen an der Driving Range hatte ich Mitte 2003 endlich die Platzerlaubnis, aber immer noch wenig Praxis. Hinzu kam, dass ich für jede Spiel/Trainings-Einheit ein Golfset ausleihen musste und natürlich jedesmal ein anderes Set bekam. Spätestens nach intensivem Golfen in Florida war mir klar: Du brauchst ein eigenes Golfset, um dein Spiel zu verbessern. Bei der Suche nach günstigen (Einsteiger)Sets fand ich u.a. bei Kaufhof ein Angebot in der Preisregion von 250 bis 300 Euro. Mit dieser Zielmarke ging nun die Suche per Internet los und schnell stieß ich auf einen Internet-Anbieter ganz in der Nähe von Bremen. Er heißt Mr. Scott Golf und vertreibt alles rund um Golf. Ein Telefonat ergab, dass ich mir durchaus in seiner "Garage" ein Bild von dem Wunsch-Set machen könne. Nun gut, aus dem "Sich-ein-Bild-machen" ist Mitte September gleich der Kauf geworden. Hier kommen also meine ersten Erfahrungen mit dem Golfset "Nucleus" von Mr. Scott Golf Europe.
KONTAKT ======= Wie oben kurz angedeutet, gelangt man spätestens durch einen Bannerklick in Google auf die Website www.mrscottgolf.de, die alle weiteren Informationen sowohl im Bild als auch in Textform bereitstellt. Ich habe einen/den (?) Verkäufer direkt in seiner Garage in Weyhe besucht und war von seiner sehr kompetenten Beratung angetan. Er ist aktiver Golfspieler und kann daher mehr sagen als ein reiner Verkäufer. So kam es sogar, dass ich sicherheitshalber vermessen wurde, womit sich bestätigte, dass ich trotz meiner Durchschnittsgröße ein Set mit der Bezeichnung +1" benötigen würde. Ein solches Set war auch vorrätig.
ANGEBOT ======= Die Garage war recht gut mit Lagerbestand gefüllt und der Verkäufer scheute keine Mühe, jedes Paket (Orignal in Plastik verschweißt) aufzureißen und mir einen Schläger zum Ausprobieren auszuhändigen. Mit meiner geringen Erfahrung, Lektüre in Werbeblättern und der guten, neutralen Beratung musste ich mich schlussendlich nur noch zwischen einem Set mit Metallschaft oder Carbonschaft entscheiden. Der Preisunterschied beträgt schlappe 50 €. Auch hier hielt ich mich an seine Beratung, dass es für Anfänger nicht unbedingt hilfreich sei, ein wenig verzeihendes Material einzusetzen, da die Schlagvarianz bei einem Anfänger doch noch recht groß ist. Ein direkter Vergleich ergab so spontan denn auch keine wesentlichen Gewichtsunterschiede. Also kaufte ich mir ein Metallset. Der Vorteil für mich bei diesem Set ist, dass es wirklich komplett ist, d.h. es besteht aus: 7 Eisen (3-9) 1 Pitching Wedge 1 Sand Wedge 3 Hölzer (1, 3, 5) 1 Putter 1 Caddywagen (faltbar) 1 Golfbag (mit 8 Fächern) 3 Hauben für die Hölzer 3 Bälle macht zusammen 21 Teile!!
DETAILS ======= Diese Komplettausrüstung "Nucleus" der Marke "MrScott" wird aus Rohmaterialien (Schlägerkopf, Schaft, Griff) in Holland zusammengesetzt und von Weyhe aus verschickt. Das Label "MrScott" überdeckt dabei den eigentlichen Hersteller, denn es gibt weltweit gerade zwei Metallschmelzen für Golfschlägerköpfe! Man erhält somit also weder zweite Wahl eines Originals, noch Auslaufartikel, sondern einfach nur umgelabelte Ware, wodurch der VK-Preis erheblich sinkt. Natürlich wird ein "Profi" mit meinem Einsteigerset nicht vollends zufrieden sein, aber nach Aussage des Verkäufers und Beschreibungen in anderen Prospekten ist ein Einsteigerset durchaus die ersten Golferjahre zu benutzen, bevor man sich nach mehr umschaut und bereit ist, wesentlich mehr auszugeben.
DIE EISEN --------- Die vollständige Reihe (Eisen 3 bis 9) hat mich schon umgehauen. Bisher kam ich locker mit Eisen 5, 7 und 9 aus. So ist auch klar, dass ich im Wesentlichen mit den ungeraden Eisen spiele. Erst nach intensivem Üben und deutlich mehr Erfahrung bzw. Zutrauen werde ich für bestimmte Längen die "Zwischennummern" verwenden. Hinzu kommt, dass ich mit den Hölzern richtig auf Kriegsfuß stehe und deshalb (insbesondere auf dem sehr kleinen Platz in Bremen Lesum) auch die Abschläge nur mit Eisen (dann aber Eisen 3) ausführe. Schon beim ersten Einsatz zeigte sich ein relativ kleiner Streuwinkel gegenüber meinen Versuchen mit den Leihsets. Das munterte mich auf und bestätigte doch, dass man zügig die Entscheidung für sein eigenes Golfset treffen sollte, will man wirklich an sich arbeiten. Leider erreiche ich trotzdem nicht die Distanzen, die die niedrige Nummer erwarten ließe. Kam ich bei Leihsets in der Driving Range durchaus mit einem 9er Eisen auf 75m, mit einem 7er auf bis zu 120m, muss ich jetzt feststellen, dass ich trotz 3er Eisen max. 100m schaffe. Ein Mitspieler wies mich allerdings auf einen ziemlich falschen Bewegungsablauf hin. Ein anderer sprach dem 3er Eisen eine gewisse Schwierigkeit zu, denn der Abschrägungs-Winkel der Schlagfläche ist doch sehr gering, soll heißen die Schlagfläche steht fast senkrecht! Ebenfalls im Vergleich zu geliehenen Carbonschaft-Schlägern muss ich feststellen, dass die Rückmeldung des (Metallschaft-)Schlägers an meine Arme direkter erfolgt, also durchaus mehr Erschütterungen und Reizungen erzeugt. Aber von Schmerzen kann natürlich ganz und gar keine Rede sein. Die Werbung sagt: "Die Eisen sind oversize und mit ausgehöhlter Rückseite, was die Fehlerverzeihlichkeit erhöht und einen großen Sweetspot ergibt. Sie haben eine Titan-Matrix, die Schlagfäche ist härter und wurde für das Modell 2003 weiter verbessert."
DIE HÖLZER ---------- Hierzu kann ich wirklich keine Angabe machen. Meine Frau hat sich zeitgleich das entsprechende Damenset gekauft und zumindest auf der Driving Range auch mal mit einem Holz abgeschlagen. Der Ball flog schon erstaunlich weit. Die Werbung sagt: "Auch die Hölzer sind oversize und haben eine forged Titan-Matrix. Die Bälle fliegen hierdurch noch weiter. Die Schläger sind ausgerüstet mit Weltklasse true Temper Stahl Schäften."
PITCHING UND SAND WEDGE ----------------------- Naturgemäß sind dies Schläger für besondere Spielsituationen. Da ich aber der Meinung bin, man sollte sein Greenfee auch richtig nutzen, landet mein Ball durchaus auch in dem einen oder anderen Bunker. So kam also mein Sand Wedge schon öfters zum Einsatz. Einige Schläge sind mir dabei wirklich gelungen, andere - wohl mangels Technik - aber voll daneben gegangen. So kann ich hier vorerst nur schreiben, dass die Schläger dabei sind und natürlich im Bunker bzw. der Pitching Wedge im tiefen Rough auch benutzt werden sollten.
DER PUTTER ---------- Die Mr. Scott Werbung spricht von einem hochwertigen Putter, was immer das heißen soll. Ich finde es angenehm, dass der Kopf in Verlängerung des Schafts, also mit einem gekröpften Ansatz montiert ist. Verzeiht mir die wohl laienhafte Ausdrucksweise, aber warum soll ich den Golferjargon auf Krampf verwenden? Meine Frau hingegen findet beim Putter die ausladende Rückseite sehr angenehm. So sind wir beide also sehr zufrieden und haben auch schon extrem lange Puts erfolgreich abgeschlossen. Der Griff ist interessanterweise völlig anders gefärbt als bei den Hölzern und Eisen.
ZUBEHÖR ======= Die Bezeichnung Komplettset ist hier wirklich berechtigt, denn zu den Schlägern gehören auch noch...
DIE HAUBEN ---------- Früher hab ich mich noch amüsiert und gefragt, was das soll, wenn die Golfer ihre Schläger, insbesondere die Hölzer, in "Socken" verpacken. Aber auch da hat mir der Berater Hilfestellung gegeben und bestätigt, dass die empfindlichen, weil hohlen, Hölzer beim Transport im Golfbag aneinanderschlagen und neben der Lärmbelästigung auch für Beschädigung sorgen. Also stülpe ich nun auch die drei schwarzen Hauben über die drei Hölzer, letztlich auch, um die Hauben etwas auszudehnen, denn sie sind extrem eng geschnitten. Es handelt sich bei diesen Hauben tatsächlich um so etwas wie dicke Strümpfe, teilweise aus Doppelripp gestrickt, teilweise mit Samt verkleidet. Jedenfalls alles farbtreu in dunklem grau bis schwarz passend zum Rest des Sets. Hierbei sei die Anmerkung erlaubt, dass das entsprechende Damenset grundsätzlich in Blautönen gehalten ist und meiner Meinung nach wesentlich attraktiver aussieht. Ein Tausch von Hauben, Bag und Wagen war aber nicht möglich;-))
DIE TASCHE ---------- Wirklich angetan waren wir von der Tasche, die unseren zuvor gestellten Anforderungen vollends genügte, denn sie hatte eine detaillierte Aufgliederung. Ich zähle 8 Fächer für die Schläger (womit beim Transport von allen 14 Schlägern immer noch einige Fächer doppelt belegt sind). Die Werbung auf der Website spricht heute von 6 Fächern, was mir schleierhaft ist, es sei denn, es wird gezählt, welche Fächer bis zum Boden durch dünnen Stoff getrennt sind, dann haben unsere Bags auch nur 6 Fächer. Beim Thema Bag muss ich allerdings auch auf zwei deutliche Schwächen hinweisen. Bereits beim Auspacken aus der verschweißten Packung noch in der Garage, bzw. beim wieder Zerlegen für den Check, ist mir doch gleich ein Druckknopf der Regenhaube abgerissen. Anstandslos hat der Händler mir die Golftasche gegen eine andere - noch Original verpackte - ausgetauscht. Das ist zwar Service, aber lässt doch vermuten, dass hier am Material gespart wurde. Meistens verzichten wir auch auf den Einsatz der Regenhaube, allerdings hatte es gleich bei der ersten Verwendung unserer neuen Schläger geregnet, sodass ich die Hauben locker montierte, immer mit der Angst, beim Abnehmen einen Druckknopf herauszureißen. Bisher ist aber alles drangeblieben. Nach 5 Einsätzen hat meine Frau es inzwischen auch geschafft, eine dieser Trennwände zu zerreißen. Wahrscheinlich hat sie mit brachialer Gewalt die Schläger in die Tasche geschoben, während ich das immer mit Gefühl gemacht habe. Es geht allerdings (selbst wenn man keine Hölzer transportiert) recht eng zu. Die Tasche hat neben den Schlägerfächern mehrere Reißverschlussfächer für die Regenhaube, Ersatzbälle, Handschuh, Handtuch, Tees/Kleinkram, Privatutensilien (Portemonnaie, Handy) außen herum. Ferner ist ein stabiler Tragegurt montiert, der bei der Lady-Version beidseitig mit Karabinerhaken befestigt ist, bei der Herren-Version jedoch einseitig mit dem Gurt an der Tasche und nur unten mit einem Haken befestigt ist. Ich habe den Gurt gleich abmontiert, denn ich trage mein Bag nicht, sondern nutze das nächste Zubehörteil... Die Werbung sagt: "Die leichte 8" Golftasche hat eine 6-Weg Einteilung mit Dividern bis zum Boden und mehrere Seitentaschen mit viel Stauraum. Die Farbe der Tasche ist grau/schwarz."
DER TROLLEY ----------- Mr. Scott spricht von einem Caddywagen. Dieser ist durch außergwöhnlich große, weiß befelgte Kunststoffräder gekennzeichnet und besticht durch seine ansonsten filigrane Bauart, die sicherlich nicht für die Ewigkeit konstruiert ist, bisher aber allerbeste Dienste geleistet hat. Ein Klappmechanismus lässt den Trolley auf halbe Länge schrumpfen und fährt dabei die Räder in eine schräge Position. Das sieht ganz handlich aus, ist aber dennoch so groß, dass neben den beiden Trolleys gerade ein Golfbag in den Kofferraum unseres Seat Ibiza passt. Allerdings zeigte der Händler uns auch, wie einfach man die Räder ganz abmontieren kann. Am Trolley selbst sind 7 sehr enge Einstecklöcher für Tees (übrigens packt Mr. Scott gleich vier Holztees dazu!), ein etwas größeres Loch für einen Bleistift sowie zwei Mulden für je einen Golfball angebracht. Eine Plastikabdeckung soll die Scorekarte vor Witterungseinflüssen schützen, verhindert jedoch bequemes Notieren der Schlagzahlen. Zudem vermisse ich eine Art Aufstellmechanik, um die Scorekarte auf einer waagerechten Unterlage ausfüllen zu können. Leider hapert es mit der Befestigung unserer Golfbags. Zwei mit Plastikklemmen ausgestattete Zugriemen fixieren die Tasche am Wagen, die untere Auflagefläche ist durch eine runde Plastikmulde gut ausgeformt, jedoch dreht sich die Tasche durch die Vibrationen beim Fahren über den Golfplatz immer wieder, sodass die Schläger letztlich auf der linken Seite vom Wagen hängen, während die Außentaschen rechts versuchen, ein wenig Gegengewicht auszuspielen. Trotz heftigen Festzurrens mit besagten zwei Riemen bleibt die Tasche nicht, wie ich sie haben will. Offensichtlich fehlt entweder der Tasche eine "Beule" nach außen, um die Rotation an dem Caddy zu verhindern, oder die wenigen Kontaktflächen zwischen Trolley und Tasche sind einfach zu glatt. Mal sehen, ob ich mit etwas Handarbeit noch eine Lösung finde, denn für den Transport im PKW muss die Tasche natürlich weiterhin abnehmbar sein. Im Vergleich zu anderen Einsteiger-Trolleys bemängelt meine Frau, dass kein Flaschenhalter vorhanden ist. Na gut, im Hochsommer ist das sicherlich hilfreich, eine Getränkeflasche griffbereit zu haben, aber eigentlich bietet das Bag selbst genügend Stauraum, um auch eine Trinkflasche aufzunehmen.
DREI BÄLLE ---------- Ja, genau! Mr. Scott hat an alles gedacht und legt drei weiße Golfbälle dazu. Ich habe allerdings noch ein paar Second Hand Bälle und werde diese im Teich versenken, bevor ich an diese Bälle rangehe. Ist doch aber eine nette Geste, zumal solch ein Ball auch ca. 1 Euro kostet.
RESÜMEE ======= So nun endlich mein (vorläufiges) Schlusswort. Ich denke, für 249,-€ habe ich einen Super-Deal gemacht und kann jedem Anfänger ein solches Einsteigerset uneingeschränkt empfehlen. Insbesondere sollte man sich aus dem Raum Bremen die Mühe machen und in der Garage des Händlers alles anfassen und ausprobieren. Bei Erstkunden wird allerdings nur Barzahlung akzeptiert. Natürlich wird via Internet ein deutschlandweiter Versand mit Nachnahme angeboten. Was die Farbkombinationen (Grau/Schwarz für Herren, Blau/Hellblau für Damen) angeht, bin ich etwas enttäuscht, muss aber wohl eingestehen, dass dies durchaus üblich ist. Vergleichbare Sets bei Karstadt und Kaufhof sowie im Internethandel zeigen dieselbe Einschränkung. Natürlich sollte das auf die Spielbarkeit absolut keinen Einfluss haben;-))
Ich danke allen LeserInnen für ehrliche Bewertung und Kommentare.