Der Fluch über Imhotep, Wächter der Toten
07.10.2000
Pro:
wunderschöne Szenen in der Wüste, gutes Bonusmaterial, gute Schauspieler, interessante Story gut umgesetzt, auch lustig
Kontra:
NICHTS
Empfehlenswert:
Ja
 BadDogster
Über sich:
Mitglied seit:20.04.2000
Erfahrungsberichte:166
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 9 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Gestern abend habe ich mir mit ein paar Freunden eine DVD ausgeliehen. Wir haben die Mumie geguckt und obwohl, das wohl eher ein bißchen gruselig sein soll, haben wir uns totgelacht. Und das lag nicht daran, dass wir was getrunken hatten ;)!! Aber zum Film: Die Vorgeschichte (die übrigens sehr wichtig ist, um den Film zu verstehen) beginnt mit dem Blick auf eine Pyramide, über der die Sonne steht und einem wirklich sehr schön animierten Kameraschwenk durch eine altägyptische Stadt. Sklaven arbeiten an Monumenten, die heute noch Touristenziele sind. Es ist Theben, die Stadt der Lebenden, das Juwel von Pharao Seitos und die Heimat von Imhotep (Arnold Vosloo), des Pharaos Hohenpriester und Wächter über die Toten, Geburtstort von Angsu-Namun (oder so), der Geliebten des Pharaos, die keiner außer ihm berühren durfte. Doch Imhotep hält sich nicht daran, er ist der heimliche Geliebte von Angsu-Namun, doch unglücklicherweise, kommt der Pharao dahinter und es bleibt ihnen nichts anders übrig, als ihn zu töten. Um die Haut ihres Geliebten zu retten, täuscht die Pharao-Geliebte Angsu-Namun den Mord an ihrem Gatten vor und wir daraufhin hingerichtet.
Das alles ist nur mit deutschen Untertitel, die Sprache ist authentisch, was die Sache viel emotionaler und realer wirken lässt. Aber weiter: Imhotep entführt den Leichnam seiner Geliebten nach Hamu-Naptra (keine Gewähr), der Stadt der Toten und Ruhestätte der Reichtümer Ägyptens, um sie dort wieder zum Leben zu erwecken. Doch er schaffte es nicht ganz, kurz bevor er das Ritual beenden konnte, wurde Imhotep gefangen genommen und er und seine Leibwache bei lebendigem Leibe mumifiziert. Und über Imhotep wurde der schrecklichste aller Flüche gelegt, der noch nie zuvor ausgesprochen wurde, der Hom-Dai. Er sollte für immer im Sarkophag eingeschlossen bleiben, ein Untoter für alle Zeiten! Die Leibwache, des Pharaos sollte dafür sorgen, dass niemand jemals diesen Sarkophag öffnet und Imhotep freilassen kann.
Und damit sind wir ungefähr 3000 Jahre später im Jahre 1923, es herrscht ein erbitterter Kampf zwischen Franzosen und Wüstenvölkern. Bis dahin hatten die Mad-Jai, die Nachkommen des Pharaos, Wache gehalten. Doch wäre es ja wohl sehr langweilig, wenn nicht irgendwann jemand diesen Sarkophag geöffnet hätte. Und genau das geschieht drei Jahre später: Evelyn (Rachel Weisz), ihr Bruder Jonathan (John Hannah) und Rick O´Connell (Brendan Fraser) machen sich auf den Weg nach Hamu-Naptra um diese uralte Sage aufzuklären. Mit ihnen unterwegs sind noch ein Ägyptologe und drei Amerikaner, die aber mehr auf das Gold aus sind. Und natürlich finden sie den Sarkophag und öffnen ihn
......doch.......was ist drin......und was geschieht dann??? Seht selber!
Meine Meinung über diesen Film: Der Regiesseur Stephen Sommers hat 1999 mit der Neuverfilmung von "The Mummy", die schon 1932 ein Hit war, einen Volltreffer gelandet. Nachdem in den 30er Jahren Mumien- und ander Gruselfilme en masse produziert wurden, ist es sehr ruhig um dieses Genre geworden. Ok, es gibt noch diese langweiligen Horrorstreifen, aber ich rede von Filmen mit Niveau (nicht böse sein, Horrorfans!). Sommers wählte absichtlich die 20er Jahre, weil dies für ihn die romantischsten Jahre des letzten Jahrhunderts waren und er, wie er selbst sagt, ein Romantiker ist. Und dabei hat er keinen Aufwand gescheut. Er ließ eine riesige Horde von echten Tuaregs (einem Wüstenvolk) mit Platzpatronen schießend auf seine Schauspieler zugaloppieren und hat auf dem Gebiet, der Computeranimationen wirklich erstaunliches vollbracht. Bei einigen Stellen merkt man natürlich noch, dass sie nicht echt sind, aber bis es soweit ist, dass man Wirklichkeit nicht mehr von Computeranimation unterscheiden kann, dauert es wohl auch noch. Allerdings sind auch sehr viele Sachen animiert, von denen man es im ersten Moment nicht geglaubt hätte! Genaues Hinschauen lohnt sich. Beeindruckende Szenen sind der Brand eines Passagierschiffes, Feuerhagel und das Gesicht der Mumie, das sich aus dem Sand abzeichnet. Um alles noch authentischer wirken zu lassen, arbeitete man eng mit einem Team von Stuntspezialisten zusammen. Der Film wurde in Marokko gedreht, wo der Produktions-Designer eine erloschenen Vulkan als perfekten Drehort ausfindig machte und wo man die "Stadt der Toten" erbaute. Und das Flair der Wüste gibt dem Film einen besonderen Hauch. Aus all diesen kleinen Raffinessen und Effekten, entstand einer der besten Filme des Jahres 1999, im Gebiet Gruselfilm wohl sogar der beste! Ich schrieb anfangs, dass der Film mich an vielen Stellen zum Lachen brachte und will das nun noch ein wenig ausführen: Wenn ihr ihn das erste Mal seht, werdet ihr vielleicht nicht gleich mit mir übereinstimmen, aber dann schaut ihn euch ein zweites Mal an! Lustig ist es nicht vom Drehbuch her, sondern von der Umsetzung. Ein paar Beispiele: Einem auferweckten Skelett wird der Kopf abgehackt (hört sich gruselig an), aber dann fängt es an mit diesem Kopf zu Jonglieren oder ein kleiner Feigling betet aufgrund einer für ihn angsteinflößenden Lage (die ich nicht beschreiben will, weil sonst Spannung fehlt), als er merkt, dass ihm Allah oder wer auch immer nicht helfen kann beginnt er alle anderen Götter die er kennt ebenfalls anzubeten. Ihr merkt, der Witz steckt eher im Detail!
Ohoh, ich habe wieder viel zu viel geschrieben, also noch kurz zum Zusatzmaterial: Als Bonus mit auf der DVD gibt es das "Making Of", Filmkommentare vom Regisseur und dem für den Schnitt verantwortlichen, Visual&Special Effects (da ist einer dabei, der aussieht wie MissPiggy, unbedingt angucken, ihr lacht euch kaputt!!), entfallene Szenen, Fakten über das alte Ägypten, Interaktive DVD-Features (Bildschirmschoner, Spiel, Web-Postkarten), musikalische Untermalung der animierten Menüs, Produktionsnotizen, US-Kinotrailer und Filmographien von Besetzung und Regisseur. Sprachen sind Deutsch und Englisch, Untertitel in Englisch, Dänisch, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch, Deutsch, Tschechisch, Niederländisch, Japanisch, usw. (insgesamt 11 verschiedene Untertitel) Der Film ist in 16:9-Format, beinhaltet wirklich beeindruckend schöne Bilder, aber auch starke, etwas eklige Effekte und ist einfach rundherum ein gelungenes Remake eines Films, den ich nicht gesehen habe!
Ich hoffe (falls ihr bis hierhin gelesen habt) ich konnte euch ein wenig auf diesen Film einstimmen und euch anregen, ihn euch auch mal anzusehen, denn er ist wirklich sehenswert.
"Be good or be careful!"
BadDogster
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19.10.2000 17:42
Wow kann ich da nur sagen. Naja, ich hab auch alles aus dem Gedächnis gemacht, weil ich den Film vor nem halben Jahr geguckt hab.