MunichMusicShopping

3  29.12.2001 (31.12.2001)

Pro:
Grosses Sortiment, Verkäufer vom Fach

Kontra:
Ignoranz, Preise

Empfehlenswert: Ja 

lasthardman

Über sich: Sitze da und warte. Komme wieder. An einem anderen Tag.

Mitglied seit:01.07.2000

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Die Zunft jener Menschen, die sich schon im zarten Altern von 7 Jahren vor Mama's Kosmetikspiegel gestellt haben und mit dem Besen den grossen Rockstar posiert hat, kann einem schon leid tun.

Da hat man also mal für sich beschlossen Musiker zu werden. Mehr oder in den meisten Fällen weniger professionell. Und wird man wider Erwarten nicht mit einem Schlag ein berühmter Musiker, zwangsläufig in seiner Technik immer besser, dann erkennt der Musikus, dass das Instrument, welches er bei irgendeinem Second Hand Verbrecher für ein Taschengeld erstanden hat nichts weiter als Gelumpe ist, das einem in seiner musikalischen Entwicklung behindert.
Ab dem pubertierenden Alter gucken sich also Scharen von Nachwuchsmusikern nach Jobs um, da gute Instrumente nunmal ein Vermögen kosten. Und dieses Geld trägt zumindest ein Teil der Münchner Musiker in einen ganz neuen und ganz schicken Laden in Moosach, der schlichtweg "Music Shop" getauft wurde.

Es ist nicht ganz richtig, zu schreiben, der Music Shop hätte erst vor kurzem aufgemacht. Vielmehr ist der Music Shop aus dem Schicki-Micki Viertel Schwabing in ein sehr grosszügiges Gebäude in München Moosach gezogen. Es ist also nicht so, dass hier blutige Anfänger einen Musikladen betreiben, nein, im Music Shop findet man fachkundige Musiker, die ihre Berufung, Musik machen Mangels Erfolg mit dem Verkaufen von Musikinstrumenten finanzieren: Sie stehen in Lohn und Brot bei den Betreibern des Music Shops.

Der Music Shop hat ein unglaublich umfangreiches Sortiment, welches eigentlich immer vollständig auf Lager ist. Dies hat in der "Szene" die Runde gemacht, denn für das gesammelte Münchner Musikervolk inklusive der Promis ist der Music Shop die erste Anlaufadresse, sofern irgend ein Instrument oder Zubehör erforderlich wird. Doch nicht für die lokalen Mucker. Tourveranstalter schicken die Roadies grosser Bands, die in München Station machen stets zum Music Shop, gibt mal ein Teil seinen Geist auf. Da spiegelt sich die Vollständigkeit des Sortiments wider, wenn selbst ausgefallenes, z.B. für die Backline im Music Shop erhältlich ist.
Nun, freilich spazieren nicht jeden Tag Metallica oder Limp Bizkit in den Music Shop, um eben für mal ein paar 10 000 Bucks den Proberaum ansehnlicher zu gestalten. Hauptklientel im Music Shop sind wie überall Otto Normalverbraucher, die sich in monate- oder jahrelanger Arbeit ein Instrument vom Mund abspart. Und nur an der Qualität der Beratung des normalen Spiessers lässt sich das Personal im Music Shop messen.

Ich habe da ein Urteil, welches wie ein Vorurteil klingt, aber kein solches - da oft genug und immer wieder bestätigt - ist: Musikalienverkäufer sind arrogante Besserwisser.
Da sind die Jungs im Music Shop keine Ausnahme, obwohl die immer noch Perlen sind, vergleicht man sie mit den unbeschreiblichen Snobs von Live Lights Musik, einem anderen Musikhändler aus München.
Woher die Wut auf die Mitarbeiter des Music Shops? Nun, im vergangenen Jahr habe ich ein Vermögen für Musikinstrumente ausgegeben. Ein Synthesizer musste her und mein Schlagzeug hat Unsummen verschlungen. Weil ich halt die Kohlen auch nicht so dick auf der Seite habe, habe ich freilich die Preise in verschiedenen Geschäften verglichen und stolperte bei ALLEN Musikhändlern über die Willigkeit, mich zu beraten. Auch im Music Shop. Es handelte sich um einen Yamaha Motif6, ein Keyboard, das um die 4000 DM kostet. Freilich probierte ich das Gerät für mich aus. Dazu benötigte ich keinen Verkäufer. Der hätte aber sehen müssen, dass ich nun auch schon eine Stunde mehrere Keyboards verglich. Keine Reaktion. Also nahm ich mein Glück selbst in die Hand und bat um Beratung. Was war? Nun, anstatt mir die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Geräte zu erläutern, drückte er mir einen Yamaha-Prospekt in die Hand. Das war's.

Ein einzelner Ausrutscher weil der Verkäufer einen schlechten Tag hatte? Nö. Noch so 'ne Anekdote: Ich probierte die elektrischen Drums aus und hatte demnach Kopfhörer auf. Ich trommelte also ein paar Minuten, als das Grinsen meines Kameradens immer breiter wurde. Der Grund: Im Erdgeschoss des zweistöckigen Gebäudes versuchte schon seit Minuten ein Verkäufer durch winken und schreien auf sich aufmerksam zu machen. Es dauerte logischerweise, bis ich kapierte, dass er mich meint. Als ich mir die Kopfhörer abgenommen hatte, rief er mir verägert zu, ich solle doch jetzt aufhören, man schliesse in einer Viertelstunde.
Anmerkung: Das minutenlange winken und rufen hätte er sich sparen können. Er hätte nur 10 m über die Treppe gehen müssen...

Geht man so eigentlich mit zahlungskräftigen Kunden um? Hätte ich mit den insgesamt 6000 DM, die ich heuer für meine Instrumente ausgegeben habe vor der Nase des Verkäufers rumgewedelt, wäre die Behandlung wohl eine andere gewesen. Denn über den Service im Music Shop kann sich eine mir bekannte Münchner Band nicht beschweren. Die sind mit einem etablierten Management verbandelt. Und wenn die den Laden betreten, weil bekannt ist, dass die ihr Studio aufrüsten, dann springen die Herren Verkäufer aber. Und selbstverständlich werden die bei einer telefonischen Anfrage ohne Umwege und Wartezeiten zum richtigen Verkäufer durchgestellt. Lässt der dann deswegen so arme Seelen wie mich warten?
Nun, ich tröste mich dahingehend mit einem hämischen Lachen. "Ihr Idioten hättet mit mir Geld verdienen können. Ich hätte Euch weiterempfohlen und Ihr könnt Euch drauf verlassen, dass die Jungs meiner Band auch öfter mal bei Euch eingekauft hätten. Leider verloren! Wir kaufen lieber bei www.zoundhouse.de, Dresden. Dort stimmen die Preise und man wird als normaler Kunde noch respektiert."

Tja, sprechen wir mal über die Preise. Wirklich günstig ist der Music Shop nicht. Meinen Synthie hab' ich um 600 DM günstiger als im Music Shop woanders erworben. Allerdings weiss ich, dass man bei einem höheren Einkaufsbetrag feilschen kann. Ein weiterer Vorteil ist freilich die hauseigene Shopping Card, mit der teure Instrumente finanziert werden können. Freilich nur gegen Zinsen.
Der Music Shop ist meines Wissens auf diesen Laden in München beschränkt. Ein Teil des Verkaufs findet per Versandhandel statt - also im Internet. Musikern rate ich, mal www.music-shop.de in die Adresszeile zu tippen. Zum direkten Preisvergleich würde ich aber stets ein zweites Browserfenster mit den Seiten von www.thomann.de geöffnet haben.

Fassen wir nunmal zusammen:
Der Music Shop ist ein sehr gut sortiertes Musikaliengeschäft mit kompetenten Personal, welches ein Musikalienverkäufer-typisches Verhalten an den Tag legt. Wer die Jungs kennt, darf auch mal auf ein Schwätzchen bei Kaffee und Kippe vorbeikommen. Als Neukunde sollte man auf jeden Fall Signalraketen dabei haben, um auf sich aufmerksam zu machen. Sehr positiv am Music Shop ist freilich die Möglichkeit, das Wunschinstrument in Schallkabinen oder per Kopfhörer ausgiebig zu testen. Die Katze im Sack kauft man beim Music Shop nicht, vorausgesetzt man bringt genügend Zeit mit. Niemand hat gesagt, dass das Wunschinstrument auch in dem Laden gekauft werden muss, wo man es ausprobiert.

Zum Schluss noch die Anfahrtsbeschreibung: Nach München und immer Richtung Olympia-Einkaufszentrum (OEZ). Ist dieses in Sichtweite, nach dem grossen Conrad - C ausschau halten. Der Music Shop befindet sich hinter dem Electronichandel. Den roten Schildern einfach nach.
Bushaltestelle: OEZ, U-Bahn gibt's noch nicht. Die ist in Bau.

Wenn wir gerade so schön von Musik reden, lade ich Euch ein, von unserer Website www.bayroot.de den Song ANYWAY runterzuladen - eine gelungene Aufnahme vom letzten Gig. Didn't work out und Cosmic Dust sind viel älter und in nicht ganz so toller Qualität.

Ich schliesse diesen Bericht mit einem
ROCK'N ROLL, Baby!!
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ozibuzz

ozibuzz

13.06.2009 21:48

Ich kann die beschriebene Ignoranz so beim Musicshop nicht bestätigen und ich kenne den Laden auch schon seit gut 25 Jahren. Wer den Musicshop kennt, der kann sich auch vorstellen, wenn nun schon der 10 Wahnsinnige an den Schlagzeugen rumhämmert, dass so langsam dem Verkäufer die Luft ausgehen muss, wenn er jedes Mal die Treppen hoch stürmen würde :-) Konditionsmäßig wäre er allerdings nach ein paar Wochen ein Tier! Ich habe mir heute dort ein paar Kabel und ein Gitarreneffektgerät gekauft und wurde bestens beraten und bedient, bzw. konnte alles vorher ausprobieren! Schönen Gruß!

Glucifer

Glucifer

20.11.2003 16:03

Ich kenne den MusicShop noch als relativ kleinen Laden in München/Schwabing mit logischerweise begrenztem Sortiment. Mittlerweile nach dem Umzug in die Hanauerstrasse bietet der Laden eine wie ich finde sehr große Auswahl und meist ist alles auch sofort verfügbar. Bei größeren Einkäufen hab ich auf Nachfrage eigentlich immer ein sehr konkurrenzfähiges Angebot auch im Vergleich zu Angeboten im Internet erhalten. Extrem negativ ist mir allerdings schon mehrfach aufgefallen ( ich spreche hier vor allem von der Drumabteilung)daß das Personal z.T. arrogant und unfreundlich ist und Kunden auch schon mal aus nichtigem Anlaß lautstark anraunzt.Die Beratung ist mittelmäßig besser man weiß bereits vorher was man möchte. Zusammenfassend also super Auswahl und auf Nachfrage auch gute Preise bei mäßiger Beratung und oft unfreundlichem Personal.

Homegrown

Homegrown

04.01.2002 15:16

hallöchen! sehr ausführlich! hab noch nie was von dem laden gehört. greeetz, manu

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