Musik GK

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Auf zur letzten Runde meiner Abifächer mit dem Musik GK: ~°~ Wer sollte Musik als GK wählen? ~°~ Ein Jahr lang ein Fach aus dem künstlerisch-literarischen Bereich zu haben, da kommt niemand drumherum. Bei uns standen vier Fächer zur Auswahl: Literatur, Kunst, Vokal-Praktischer Kurs und ... Bericht lesen





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School’s Out 4 – Der frühe Vogel fängt den Fisch!
Erfahrungsbericht von togri über Musik GK
19.05.2004


Produktbewertung des Autors:   

Arbeitsaufwand: gering 
Schwierigkeitsgrad der Ausbildung: mäßig 
Prüfungsanforderungen: mittelmäßig 

Pro: Wer Interesse hat und auch ne Katze auf’m Klavier aushält ist hier richtig
Kontra: Wer zum Kurs gezwungen wird, der wird ihn hassen  : )

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Auf zur letzten Runde meiner Abifächer mit dem Musik GK:


~°~ Wer sollte Musik als GK wählen? ~°~
Ein Jahr lang ein Fach aus dem künstlerisch-literarischen Bereich zu haben, da kommt niemand drumherum. Bei uns standen vier Fächer zur Auswahl: Literatur, Kunst, Vokal-Praktischer Kurs und Musik.
Literatur und Kunst muss man mögen, man muss was damit anfangen können. Für „Vok“ sollte man zumindest einigermaßen Singen können, denn es ist nichts anderes als ein Chor (genau komme ich da aber bei Gelegenheit noch mal zu). Wer sich nicht zu diesen drei Fächern irgendwie hingezogen fühlt, dem bleibt nur noch Musik und für ein Jahr wird es Pflichtfach.
Hat man die Chance Musik noch zusätzlich zu nehmen, dann sollte man in der Sek.1 soweit aufgepasst haben, dass man die Harmonielehre beherrscht. Wer keine Noten lesen kann hat in der Sek.1 garnicht aufgepasst. :) Joa, Harmonielehre wäre also eine Voraussetzung, dann sollte man vielleicht noch wissen, wie z.B. eine Fuge aufgebaut u.ä., also wirklich all das, was man in der Sek.1 schon durchgekaut hat.
Zudem sollte man natürlich Interesse am Fach haben. Wer Musik als gezwungenes Pflichtfach hat, der muss sich viel aneignen oder einfach eine schlechtere Note in Kauf nehmen, aber wer sich freiwillig für Musik (als Pflichtfach) entscheidet, den sollten die Themen schon interessieren.

~°~ Klausur oder nicht? ~°~
Wer in einem Fach, das kein LK und kein „Hauptfach“ (sprich Mathe, Deutsch und Fremdsprache/n) ist Klausur schreibt hat dadurch die Chance dieses Fach als Abiturfach zu haben. Daher sollte man sich also dazu entscheiden Klausur zu schreiben, wenn das Fach eventuell als Abifach interessant sein könnte. Abwählen kann man die Klausuren immer noch und für die Abifächer muss man sich eh erst zum Ende der 13.1 entscheiden.
Ich empfehle also jedem, der darüber nachdenkt Musik als Abifach zu nehmen mal die Klausuren zu testen. Wer aber denkt „Mit einer Klausur hat man ja schon 50% der Quartalsnote!“ dem rate ich ab. Gerade in Musik muss man sich im Schriftlichen gut ausdrücken können, ok, bei meiner Lehrerin war es sehr krass, aber man kann die Analyse nicht einfach runterschreiben und daher ist es für die Note besser, wenn man keine Klausur wählt. Meistens verschlechtert sich die Note dadurch nur.

~°~ Welche Themen werden im Musik GK behandelt? ~°~
Und zum letzten Mal der Hinweis: Ich bin in NRW zur Schule gegangen und kann daher nur für die Düsseldorfer Richtlinien sprechen. Zudem können die Lehrer die Themen ja immer noch individuell gestalten, d.h. Schwerpunkte nach eigenem Gutdünken legen u.ä.

* 12.1 Musik des 20. Jahrhunderts
Ja genau, das ist die Musik, die sich so anhört, als würde eine Katze über’s Klavier laufen! Unsere Lehrerin hat auch zuletzt bei der Wiederholung noch mal darauf hingewiesen, dass man diese Musik entweder liebt oder hasst. Ein Mittelding gibt es nicht. Daher wird im Unterricht auch nicht daraufhingearbeitet, dass die Schüler die Musik lieben, sondern dass sie verstehen warum die Musik entstanden ist, was sie ausdrücken soll und wie sie aufgebaut ist.
Angefangen haben wir mit Impressionismus und Expressionismus, was noch sehr erträgliche Musik ist. :) Sie spiegelt die Natur wieder, also das, was der Mensch aufnimmt (Impressionismus) bzw. gibt die Gefühle der Menschen wieder und ist eine Art Rebellion gegen die gesellschaftlichen und politischen Zustände der Zeit (Expressionismus).
Im Zuge der Spätromantik haben wir „Tristan und Isolde“ ausschnittsweise gehört, weil hier der Tristan-Akkord als eine wichtige harmonische Neuerung auftritt.
Weiter ging es mit dem Neoklassizismus, der sich auf Barock und Klassik bezieht, aber nicht als Rückbesinnung verstanden werden will. Der Neoklassizismus greift die alten Formen (z.B. Fuge) wieder auf, arbeitet aber mit den neuen harmonischen Mitteln.
Bis zur Zeit etwa um 1940 war die Musik noch in festen Regeln. Aus diesen wollte man ausbrechen, weshalb von nun an viel mit Atonalität gearbeitet wurde, d.h., dass es keinen Grund- und Leitton mehr gab und die Musik sehr viel freier gestaltet werden konnte. Mit der Seriellen Musik und der Aleatorik wurden noch weitere (harmonische) Mittel erfunden bzw. gefunden, die die Musik immer weiter von den alten Zwängen und Regeln wegbrachte.

* 12.2 Filmmusik
Musik muss zum Film passen, oder auch nicht, daher gibt es die Begriffe Paraphrasierung (Bilder und Musik passen zueinander), Polarisierung (Musik versetzt Bilder in positive oder negative Richtung) und Kontrapunktierung (positive Musik zu negativen Bildern oder umgekehrt).
Aber wie hat Filmmusik eigentlich begonnen? Also haben wir uns die Anfänge des Films angeschaut um festzustellen, dass die ersten Filme etwa eine Minute lang waren und dass die Musik dazu vom „Mann am Klavier“ kam.
Weil ein Kinobesuch immer mehr zu etwas besonderem wurde, wurde der Film dann von Orchestern begleitet. Der Kinokapellmeister musste die richtige Musik zu den einzelnen Szenen finden und damit die Intention des Filmes nicht missverstanden wurde gaben die Produzenten später sog. Cuesheets mit, auf denen schon Musikvorschläge zu finden waren.
Ende der 20er Jahre gab es die ersten Tonfilme, was viele Schauspieler, z.B. wegen ihrer Aussprache, arbeitslos machte.
Filmmusik hatte nicht nur die oben genannten Funktionen, sondern auch noch viele andere, wie z.B. Leitmotive, die musikalisch den Charakter des Schauspielers oder Ortes untermalen bzw. betonen.
Filmmusik war u.a. durch die Funktionen in feste Regeln gezwungen, dagegen wollten Bertolt Brecht und Hanns Eisler etwas tun und mit dem Film „Kuhle Wampe“ haben sie ihr Ideal vorgestellt: Sprache und Musik sollte nie gleichzeitig auftreten (außer z.B. einer Band im Café o.ä.) usw.

*12.2 Barock vs. Klassik/Bach und Brandenburgische Konzerte
In Barock und Klassik war die gesellschaftliche Stellung von Musikern und Musik sehr verschieden, das haben wir uns zuerst einmal angeschaut. Dazu haben wir uns dann noch den Einfluss der Aufklärung angeguckt.
Nachdem wir uns die verschiedenen Gattungen im Barock angeguckt haben, haben wir mit dem 2. Brandenburgischen Konzert die Gattung „Concerto Grosso“ besprochen.
Abschließend haben wir uns noch mal kurz eine Fuge und eine Passion angeschaut.

* 13.1 Romantik
Nachdem wir uns die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Zustände im 19. Jahrhundert angeschaut hatten, haben wir vor diesem Hintergrund mehrere Stücke aus Schuberts „Winterreise“ besprochen.
Unter dem Aspekt „Sehnsucht nach Erlösung durch Liebe“ haben wir abschließend Wagners „Fliegenden Holländer“ besprochen.

* 13.1+13.2 Jazz
Unser Jazz-Reihe war absolut Chet Baker lastig, wir haben zwar auch andere Interpreten gehört und gesehen, aber Chet Baker kam immer wieder.
Zuerst haben wir uns den typischen Aufbau eines Jazzstücks angeschaut, den Jazzstandard. Als Grundlage haben wir immer ein „Lead Sheet“ ausgehändigt bekommen, wie der Musiker es auch hat. Auf dem Lead Shett findet man das Thema, die Harmonien und die Form des Standards, was heißt, dass man sozusagen die Partitur vor sich hat.
Dann haben wir den Swing-Rhythmus kennengelernt und durften auch selber ausprobieren ihn auf Schlaginstrumenten zu spielen.
Weiter ging es dann mit der typischen Besetzung einer Jazz-Combo, also Begleitgruppe (Bass, Piano, Schlagzeug) und Solistengruppe (z.B. Saxophon, Trompete, Gitarre oder Vocals).
Dann haben wir uns Elemente die Spannung und Entspannung erzeugen angeschaut um dann endlich das Bluesschema kennenzulernen, was eigentlich eines der wichtigsten Grundlagen des Jazz ist, aber von unserer Lehrerin so nicht hervorgehoben wurde.
Mit einem Referat haben wir noch etwas über die Geschichte des Jazz und die typischen Merkmale der verschiedenen Stile kennengelernt.

~°~ Wie war der Unterricht? ~°~
Hm...wir hatten eigentlich eine ziemlich lockere Atmosphäre, besonders als wir in der 13 nur noch 7 Leute waren. Unsere Lehrerin ist zwar eine kleine Hexe und ziemlich streng, aber manchmal konnte man auch ihr anmerken, dass sie auch nur ein Mensch ist.
Im Grunde haben wir im Unterricht nur Stücke oder Texte besprochen die wir vorher gehört oder gelesen hatten. Unsere Lehrerin hat Fragen gestellt und die Antwort konnte schon mal eine stundenlange Diskussion sein. Praktisch haben wir kaum etwas gemacht, eigentlich war das einzig praktische der Swing-Rhythmus.

~°~ Was ist mit Hausaufgaben? ~°~
Hausaufgaben haben wir ziemlich selten bekommen. Meistens mussten wir nur einen Text lesen oder die Stunde nachbereiten. Im Zuge der Musik des 20. Jahrhunderts sollten wir einmal selber versuchen ein Stück das Serielle Musik sein könnte zu komponieren, aber das hat kaum einer gemacht. Im Zuge Filmmusik mussten wir mal einen Text zusammenfassen, aber ansonsten musste wir die Texte einfach nur kennen.

~°~ Und die Klausuren? ~°~
Filmmusik war die Ausnahme, ansonsten habe ich immer ein Stück bekommen, das ich mit Hilfe von drei Aufgaben analysieren sollte. Im Zuge Romantik musste das Wort-Ton-Verhältnis beachtet werden, bei Jazz musste ich den Standard mit anderen Standards vergleichen. Bei Romantik und Musik des 20. Jahrhunderts musste die Harmonik berücksichtigt werden, bei der Musik des 20. Jahrhunderts war eine Klausur sogar eine reine Harmonik-Klausur, in der dann die Funktionen erkannt werden mussten bzw. die Akkorde entsprechend der Funktionen aufgeschrieben werden.
Zur Filmmusik habe ich einen kurzen Theoretischen Text über den Kinokapellmeister bekommen in dessen Analyse ich mein Wissen einbringen musste (musste, nicht konnte).
Die Klausuren waren eigentlich alle einfach, wenn man im Unterricht aufgepasst hatte und noch mal ordentlich alles durchgegangen war. Sie waren rein reproduktiv, auch die Filmmusik-Klausur. Was allerdings gerade im Zuge 20. Jahrhundert aufgefallen ist, war, dass das Stück in der Klausur ein wenig schwieriger war, als die im Unterricht besprochenen, aber zu schaffen war das auch.

~°~ Und die Abiprüfung? ~°~
Das vierte Fach ist mündlich, daher also keine Abiklausur, sondern eine mündliche Prüfung:
Über Jazz hatte ich schon zwei Klausuren geschrieben, beide über Chet Baker und beides meine besten Klausuren überhaupt. Nach dem Wink mit dem Zaunpfahl (-> Titel) dachte ich eigentlich, dass Romantik dran kommen würde, aber nein, es kam wieder Chet Baker und wieder die selben Aufgaben wie schon in den Klausuren. Der erste Teil der Prüfung war dadurch natürlich ein Klacks. :)
Im zweiten Teil fing meine Lehrerin dann an mich über Musik des 20. Jahrhunderts auszuquetschen, alles inhaltliche Fragen, die ich nur wegen meines Black-Outs nicht 100%ig beantworten konnte. :(
Weiter ging es mit Fragen zur Filmmusik, auch alle inhaltlich.
Die Prüfung war alles andere als schwer, besonders weil ich mit Jazz und Filmmusik MEINE beiden Themen bekommen habe. 20. Jahrhundert war mir zwar ein Dorn im Auge, aber gut.

~°~ Fazit ~°~
Ich glaube schon durch meine Beschreibung ist klar, welche Themen ich gar nicht mochte: Romantik und Bach. 20. Jahrhundert war zwar auch nicht sonderlich toll, aber Filmmusik und Jazz waren super. Die Themenauswahl hätte besser sein können, aber dran zu ändern ist nichts und erträglich war es schon. :)
Die Klausuren waren einfach wenn man aufgepasst hatte, auch wenn man nur 50% der Zeit aufgepasst hat. Man musste einfach nur viel mitschreiben.
Die Abiprüfung ist mir einfach in den Schoß gelegt worden, gut, dass ich die einzigste war, sonst wären bestimmt andere Themen dran gekommen.
So wie ich den Musik-Unterricht, die Klausuren und die Prüfung erlebt habe war es super, aber ich war eine der einzigen, denen der Unterricht gefallen hat. Gerade für die, die Musik als Pflichtfach hatten war es der Alptraum schlechthin, aber ich vergebe in jedem Fall alle 5 Sterne. :)

P.S.: Das war der Bericht zu meinem 4. Abifach:
-> Englisch LK (12.05.2004)
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