Schnellschuss mit "überraschenden" Merkmalen
04.08.2003 (11.09.2003)
Pro:
Verfügbarkeit, Billigster DVD - Videorekorder am Markt
Kontra:
Geräusch, Lokalisierung (Anpassung an deutschen Markt), Bildqualität
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Bildqualität
Bedienung
Ausstattung
Verarbeitung
Zuverlässigkeit
Bedienungsanleitung
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 smskai
Über sich:
Mitglied seit:27.10.2000
Erfahrungsberichte:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
** Nachtrag September 2003 Siehe Artikelende Da ich schon länger auf der Suche nach einem DVD Recorder bin und Philips den Deutschen Markt ein wenig stiefmütterlich behandelt, was die Preisgestaltung und den Erscheinungstermin von Produktneuheiten in diesem Bereich betrifft, versuchte ich mein Glück, nach einiger Recherche mit dem nagelneuen Mustek DVD R 100. Die Internetrecherchen über den eingebauten Cirrus Logic Chipsatz waren sehr vielversprechend, die Tests in "Video" von anderen Mustek DVD Playern dagegen erschreckend schlecht. Deshalb ließ ich mir vom sehr freundlichen und hilfsbereiten Media Markt Mannheim Verkäufer ein Rückgaberecht zusichern und erwarb das Gerät für € 499,-
Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten hier die technischen Spezifikationen (von Daten kann man da ja heutzutage nicht mehr reden !!) da das Gerät noch nicht anderweitig vorgestellt wurde: DVD Recorder für das Format DVD+RW, DVD+R (4,7 GB) DVD Spieler für das Format DVD+RW, DVD+R, DVD-RW, DVD-R, DVD-VIDEO, VCD, SVCD, Audio -CD, MP3, CD-R, CD-RW, KODAK Picture CD, JPEG Picture CD
Qualitäts- bzw. Kompressionsstufen: HQ: 60 Min; SP: 120 Min; LP: 180 Min; EP: 240 Min; SLP: 360 Min (MPEG-2) Videosysteme PAL / NTSC , Analoger Stereo -Ausgang, 5.1-Kanal -Digitalausgang Anschlüsse: Scart-Ausgang, S-Video-Eingang/Ausgang, Composit Ein-/Ausgang Vollbild (tech. Deutsch progressiver) Komponentenausgang ! Audio: Chinch Ein- und Ausgang , Digital: Coaxial + Optischer Ausgang Antennen: Eingang/ RF -TV-Ausgang , RGB/YUV/PSCAN - Maße 430 x 290 x 68 mm, Gewicht 5 kg Anschluss Installation: Der Anschluss und das Einrichten des Geräts bringt eigentlich keine Schwierigkeiten mit sich, da die Anleitung äußerst knapp gehalten ist und das Gerät von jedem €99,- Videorecorder problemlos überboten wird: Nachdem die Zeit und das Datum im englischen !! Format über die hakelige Fernbedienung mit den Pfeiltasten, statt mit der Zehnertastatur, mühsam eingestellt waren, startet ein rudimentärer Kanalsuchlauf und legt die Stationen unter kryptischen Kanalnummern in der Reihenfolge wie gefunden ab. Von Sendernamenerkennung, Sortierung oder gar Megalogic (wie bei Grundig, Philips, Sony, Sharp, Panasonic usw. usw.) keine Spur. VPS und ShowView gibt’s auch nicht, also Installation fertig !! Die Bedienungsanleitung habe ich unten mit einfach und übersichtlich bewertet, da es keinen Punkt "primitiv und lückenhaft" gibt. So gibt es keine Abbildungen, keine technischen Daten, keine Anschlussbelegung und nur ganz knappe Erklärungen der wenigen Austattungspunkte, allerdings in einwandfreiem Deutsch.
Betrieb : Die nächste Überraschung folgt auf dem Fuße: Nachdem ein kurzes Aufheulen des eingebauten Lüfters beim ersten Einschalten Schlimmes erahnen lies, ging’s nun nach dem Einlegen der ersten DVD richtig ab. Lautes Heulen des Lüfters wurde durch kratzende und schabende Geräusche des DVD Laufwerks kräftig untermalt. Die Geräuschkulisse entspricht ungefähr der eines billigen überzüchteten Pentium 4 Notebooks, aber keineswegs einem Gerät der Unterhaltungselektronik. Nachdem ich also den Fernseher lauter gestellt hatte und ein wenig zwischen den seltsamen Wiedergabe und Aufnahmemodi auf der unübersichtlichen Fernbedienung hin und her geschaltet hatte, starte ich die Erste Aufnahme. Im 1 und 2 Stunden Modus ist die Bildqualität was Farbe, Kontraste, Bildruhe usw betrifft relativ gut. Leider ist das Bild jedoch allein schon durch die Qualität des eingebauten Tuners bzw. Videoausgangs sichtbar unschärfer, als bei meinen anderen Videokomponenten. Vielleicht hat man ja neben einem Computer DVD Laufwerk auch noch eine Computergrafikkarte eingebaut, die lt. CT Tests -egal von welchem Hersteller- alle keine 5 MHZ Pal Videoauflösung packen ? Ab dem 3 Stunden Modus ähnelt das ganze auf meinem Fernseher dann eher leicht verfremdeter Klötzchengrafik, als einem Fernsehbild. Aber im Verhältnis zu den sonstigen “Qualitäten” des Gerätes recht in Ordnung. Von jeder Aufnahme werden dann Vorschaubilder Erstellt und der unveränderbare !!! Titel der Aufnahmen setzt sich aus Kanalnummer, Datum in englischem !! Format und Uhrzeit zusammen. Bei allem hat man immer wieder mit der schrecklichen Fernbedienung zu kämpfen, deren schlecht strukturierte Tastenbelegung ständig Rätsel aufgibt, deren Tasten prellen, praktisch keinen Druckpunkt besitzen und die schon bei ca 2,5m Abstand genaueste Ausrichtung auf den Empfänger erfordert. Es macht also wirklich keinen Spaß das Gerät zu bedienen! Nach dieser Vorstellung hatte ich ehrlich gesagt genug und entschied mich für die Rückgabe des Geräts. Der sehr freundliche Verkäufer des Media Markts Mannheim nahm das Gerät anstandslos zurück und nachdem man mir preislich noch ein wenig mehr entgegenkam konnte ich gegen entsprechende Zuzahlung einen PHILIPS DVDR 75 gleich mitnehmen. Welch ein Unterschied ! Das Gerät mit einem Scart Kabel mit dem Fernseher verbunden, in weniger als einer Minute alle Kanäle mit Sendernamen übertragen, Uhrzeit und Datum eingestellt, fertig war die Installation. Mehr Details in einem noch folgenden Testbericht in der Philips Rubrik.
Was bleibt: Nach der Rückgabe versuchte ich, die mit dem Mustek “angebrannte” DVD+RW mit meinem Computer DVD+RW Brenner einzulesen. Leider stürzte der Computer sofort nach einlegen der DVD ab, obwohl ich weder die DVD anklickte noch Autoplay eingeschaltet war. Der PHILIPS DVD-Recorder spielte dagegen die Aufnahmen nach Mustek Menü klaglos ab und bot an ein neues, kompatibles Menü zu erstellen, was dann auch auf anderen Geräten einlesbar war ! Nicht verschweigen will ich allerdings, dass der Philips nach 2 Tagen die Annahme von DVD+R verweigerte und jetzt nach Rücksprache mit der Philips Hotline ein weiterer Umtausch fällig wird. Ich kann also den Mustek DVD R 100 nur hartgesottenen Computerfreaks und Bastlernaturen empfehlen, denen der Preis wichtiger als alles andere ist, aber die werden sich wohl eher eine Computer DVD-Brenner kaufen. Ich bewundere den Mut der Fa. Mustek als kleine taiwanesische Firma mit einem innovativen Produkt schneller auf dem Markt zu sein, als die meisten großen Elektronikkonzerne. Vom Preis Leistungsverhältnis dürfte das Gerät allerdings, wie die Mustek DVD Player auch, höchstens die Hälfte wie ein Markenplayer von Panasonic oder Philips, also ca. € 300 Euro kosten, da das Gerät vielleicht den geringeren Ansprüchen des amerikanischen Massenmarkts genügen dürfte, nicht jedoch dem deutschen Fernsehsystem und seiner Infrastruktur. Mein uncooler Vorschlag für Sparfüchse die flexibel sind und bei denen die Qualität die hinten rauskommt und die Benutzerfreundlichkeit, statt dem angesagtesten Medium zählt: Zur Zeit gibt es einen Panasonic S-VHS Rekorder (TYP NH 120 oä.) mit scharfem Bild, dank voller Pal-Auflösung und sehr wirkungsvoller digitaler Bildverbesserung (Farbrauschunterdrückung, TimeBaseCorrection usw., oft sieht man die Qualitätsmängel des Original Sendesignals statt die der Aufzeichnung !) für unter € 250,- und 8 Std. Medium für €6,50. Trotzdem Sollte der Markt nicht allein den anderen Beiden überlassen werden, da sie Ihre Geräte ca. $ 200,- billiger und zudem noch früher und mit besserer Ausstattung auf den amerikanischen Markt bringen (Philips DVDR 80) ! Hier sind mir die Gedankengänge der sogenannten Manager bei der schlechten Gewinnsituation ihrer Unternehmen schleierhaft ! Wieso starrt immer alles manisch nach USA wenn dort sowieso nichts zu verdienen ist ? **Ergänzende Erfahrungen bis September 2003:
Inzwischen gibt es den Mustek schon häufig für € 399,- wodurch er meiner "Preisempfehlung" schon relativ nah kommt. Allerdings gibt’s den Philips DVDR 70 inzwischen auch bei zahlreichen Händlern (Walmart, Mediamarkt usw.) für € 499,- und den DVDR 75 mit Firewire Schnittstelle in LU bei Hirsch und Ille sogar schon für € 498,-, weshalb ich wirklich nur lärmunempflindlichen Projektor- und PC-Betreibern nicht ganz vom Mustek abraten kann. Die Bedienung, Installation und Betrieb des Philips ist wirklich viel unproblematischer. Im Gegensatz zu einer selbstgebrannten CD-RW muss eine DVD-RW bspw. nicht finalisiert werden, sondern kann direkt vom Philips in aktuellen Playern (bei mir z.Bsp. Samsung) abgespielt werde, und anschließend teilw. oder ganz überspielt werden. was die Einsatzmöglichkeiten extrem erweitert. Man muss auch nicht bei der DVD-R erst in einen kompatiblen, nicht mehr editierbaren Aufzeichnungsmodus wechseln, oder gar spezielle DVD-Laufwerke wie bei einer DVD-RAM für Computer und Fernseher zum abspielen kaufen. Einen Wehrmutstropfen möchte ich aber auch beim Philips nicht verschweigen: Nachdem ich das Gerät umgetauscht hatte, da es die Annahme von DVD+R gänzlich verweigert hatte, beschriftet das neue Gerät das DVD-Menü störenderweise in Englisch. Hier ist wohl die neue Firmware nicht ganz fertig geworden! Und er zeigt sich gegenüber Sonderformaten deutlich zickiger wie mein billiger Samsung-Player. Noch was zu Bildqualität im Vergleich zu S-VHS: Ich bin als ehemaliger Video 2000 Nutzer alles andere als JVC und VHS Fan, aber die Digitalqualität wird maßlos überschätzt. Ein guter S-VHS Rekorder (kein Billigmodell mit normalen VHS-Kassetten im VHS-ET Modus betrieben) mit TBC und Rauschunterdrückung kann voll und ganz mit dem 2 Stunden Modus der DVD Rekorder mithalten, sowohl von den Daten ,als auch vom Bildeindruck. Das Bild scheint zwar zunächst einen Tick weniger scharf, hat aber dafür keinerlei Problem mit schnellen Bewegungen, starkem Helligkeitswechseln (dann Unterscheiden sich die Bilder stark und die Elektronik kann nur noch grobpixelige fleckige Bilder wegen der vorgegebenen Datenrate speichern) und ähnlichen starken Digitalstörungen. Oft können auf der Aufnahme noch problemlos die Qualitätsmängel des Ausgangsmaterials erkannt werden. Davon können DVD-Rekorder mit ihren MPEG Encodern bei Analogaufnahmen von verrauschten Kabelprogrammen nur träumen. Aber diese Diskussion konnte man schon bei der Einführung der CD-Spieler beobachten, als man ewige Haltbarkeit und absolute Kratzunempfindlichkeit versprach bis wir uns dann wundern durften, daß die Silberscheibe aus dem Weltraumzeitalter, wie eine alte Schallplatte mit der Technik der Jahrhundertwende, auch springen und knacken konnte, und dass klanglich mit den neuen Formaten und neuen Wandlern doch noch eine Menge mehr drin ist ! Also alle außer notorische Geizkragen: Was nützt das tollste Schnäppchen wen man jahrelang täglich Kompromisse eingehen oder sich sogar darüber ärgern muss ? Kauft lieber wie ich das zweitbilligste, damit es in Zukunft nicht nur noch zweifelhafte Billigprodukte und unbezahlbare High-End Geräte gibt, die dann das drei- bis zehnfache Kosten (siehe Fernseher !) wie das suboptimale Billigteil.
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13.12.2003 13:04
spitzenbericht wie ist der unterschied zu Panasonic vom bild über Digitalreceiver wie D Box 2 von Phillips und das ganze dann am Computer gemacht, wie sieht es da aus? sonst Bericht ist super. Half mir beim kauf sehr.
11.12.2003 20:24
War sehr Hilfreich & Informativ. Wollte mir gerade bei Vobis einen Mustek für 299€ kaufen. Aber nach dem Text & auf anderen Internet Seiten habe ich doch Abstand von dem Schnäppchen genommen.
24.10.2003 21:48
Hatte auch mit dem Gedanken gespielt, mir dieses Gerät zuzulegen. Lasse es (gerade nach dem Bericht) doch besser bleiben. Gibt es eigentlich schon einen DVD-Rekorder, welcher mit variabler Bitrate encodet und bei schnellen Szenen keine Klötzchenbilder erzeugt? ~~Gruß Norman~~