Mama, wie bin ich denn in deinen Bauch gekommen?
26.09.2001
Pro:
zauberhaftes Kinderbuch
Kontra:
kann die elterliche Aufklärung nicht ersetzen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Unterhaltungswert
Wie ergreifend ist die Story?
Lerngehalt
Illustration / Fotos
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 gabi37
Über sich:
Einen Dank an alle, die mir immer noch die Treue halten, obwohl ich schon länger nicht mehr hier war...
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Als meine Tochter ein gutes Jahr alt war und mein Sohn gerade anfing, die Luft dieser Welt zu schnuppern, bekam ich von einer lieben Freundin ein Janosch-Buch geschenkt. Janosch war mir natürlich von seinen bekannten Tiger-und-Bär-Geschichten ein Begriff, aber der Titel gab mir doch zu denken. "Mutter sag, wer macht die Kinder?" lautete er. Sollte mich dieses Büchlein etwa dezent auf den Grund aufmerksam machen, warum meine Kinder gerade mal 13 ½ Monate auseinander sind? Tja, dafür kam es dann doch ein klein wenig zu spät. Aber ich glaubte der Aussage meiner Freundin, die das Buch einfach so unglaublich süß fand, daß sie es unbedingt jemandem schenken wollte. Mutter sag, wer macht die Kinder? Auf diese Frage bereitet sich wohl jede Mutter ein wenig vor und doch kommt sie dann ganz unverhofft. So geht es auch der Mäusemutter, die gerade im Kochtopf rührt und von dem Mäusemädchen Tütü genau diese Frage gestellt bekommt. Die Mutter reagiert ganz gelassen, rührt weiter und beginnt zu erklären: "Die Kinder machen der Vater und die..." Doch genau in diesem Moment erfolgt ein Angriff von Kater Mikesch, der die Mäuschen gerne selbst zum Abendessen hätte und das Thema ist vorläufig vergessen. Anschließend kommt der Vater heim, erzählt von seinem Zusammenstoß mit dem Kater und die Familie geht zu alltäglichen Dingen, sprich, zum Abendessen über. Bei kleinen Kindern läßt sich ein erster Anflug von Wißbegierde sicher auch recht einfach im Alltagsgeschäft ersticken. Sie sprechen eine Frage aus, vergessen sie aber gleich wieder, wenn sie nicht sofort Antwort bekommen. Somit läßt sich, wie in diesem Buch auch, die Sache auf eine bessere Gelegenheit verschieben. Janosch hat sein Buch geschickt begonnen. Er spricht sein Thema gleich auf der ersten Seite an, springt sozusagen voll hinein und sorgt für Spannung. Doch dann macht er einen Rückzieher, läßt die Frage unbeantwortet und führt zuerst einmal die Personen, sorry, die Mäuse ein. Das Familiengeschehen bestimmt die nächsten Seiten. Das Dilemma zwischen Katzen und Mäusen, die stark übertriebenen Heldengeschichten des Vaters und eine kleine Lektion über nahrhaftes Essen. Am Abend gehen die Mäuse dann ins Bett, ein Kind schläft im Brotkorb, das andere in der Käseschachtel. Das kleinste liegt im Fingerhut und nur die Eltern liegen in dem großen Bett. "Beide zusammen, weil sie dort die Kinder machen, wenn sie Lust haben."Tütü hat auch ein eigenes Bett. Weil sie die Älteste ist. Und morgens früh aufstehen muß, um in die Mäuseschule zu gehen. Auch sonst ist bei diesen Mäusen alles genauso wie bei den Menschen auch. Die Mutter bereitet das Frühstück und weist Tütü an, sich zu waschen. Auch die guten Ratschläge für den Schulweg fehlen nicht. Auf den Traktor und den Kater aufzupassen, sich nicht schmutzig zu machen, nicht zu spät zu kommen, undsoweiter undsofort. Mütter eben! Tütü holt auf dem Weg ihren Freund Diddi Neumann ab. Diddi ist ein kleiner Maulwurf und alle Mädels in der Schule sind in ihn verliebt, worauf er sich auch allerhand einbildet. Ja, ich weiß nicht, mein Fall wäre der Kerl mit der dicken schwarzen Brille nicht, aber ich bin zum Glück auch keine Maus. Verlieben sich Mäuse überhaupt in Maulwürfe? Tütü ist auf jeden Fall verliebt und just an diesem Morgen bekommt sie von diesem Macho ihren ersten Kuß. Heiß und kalt wird ihr da und sie fällt halb ohnmächtig in die Arme des schon sehr erfahrenen und weltmännischen Diddi. Schließlich war es schon sein dritter Kuß und deshalb hält er sich auch für total "cool". Er bildet sich schon ziemlich viel auf sich ein, aber das beeindruckt das kleine Mäuschen noch viel mehr. Natürlich kommen die zwei zu spät zur Schule und Tütü hat auch keinen Sinn für Rechnen, Singen und Pflanzenkunde. Wobei gerade das letztere sehr interessant ist. Dreht sich das Thema doch um die Blüten und die Bienen. Anschließend geht es in Tierkunde noch mehr zur Sache, nämlich um Hähne und Hennen und Eier. Der Lehrer erklärt den Mäusekindern (und dem Maulwurfhelden) genau, wie das funktioniert, wenn der Hahn mit dem Huhn zusammen..., na, ihr wißt schon. Tütü stellt fest, daß ihre Mutter keine Eier legt, so wie die Henne, sondern daß sie gesagt habe, der Vater macht die Kinder. Also erklärt der Lehrer auch noch, wie kleine Mäusekinder gemacht werden. "Er macht sie so wie der Mensch", sagt er und schon haben wir die Überleitung da. Denn der Lehrer veranschaulicht seiner Klasse am Beispiel Mensch, wie die Kinder gemacht werden.Diese Seiten sind einfach köstlich. Völlig ungezwungen und wirklich sehr kindgerecht. Die Mäusekinder schreien mit den Ausdrücken dazwischen, die sie kennen, wie Piller oder Puschel und der Lehrer erklärt die richtigen Namen dazu. Alles natürlich aus der Sicht der Mäuse, die Aufklärungsunterricht anhand der Spezies Mensch erhalten. Dazu gibt es sehr anschauliche Fotos, aber das kann ja nicht peinlich sein, ist ja nur Schule. Bei den Mäusen gehört das wohl einfach dazu. Und so ganz nebenbei erfahren unsere Kinder auch, was Sache ist. Das Buch ist sicher nicht für ganz kleine Kinder gedacht, die mit dieser Thematik noch nichts anfangen können. Empfohlen ist es ab 5 Jahren, aber das halte ich noch für zu früh. Ein fünfjähriges Kind interessiert sich noch nicht für die genauen Details. Zudem sollte eine gewisse Grundaufklärung auf jeden Fall schon mal vorhanden sein. Das sollte man nicht einem Buch überlassen. Aber es ist sicher hilfreich, auf die Formulierungen eines Anderen zurückgreifen zu können, zumal Janosch seinen Text sehr behutsam verfaßt hat. In knappen, gut verständlichen Sätzen wird das Nötigste auf witzige Weise und völlig ohne Peinlichkeiten erklärt. Das geht zwar teilweise auf Kosten der Genauigkeit, aber soo genau wollen es die Kinder ja noch gar nicht wissen. Die Bilder sind wie man es von Janosch gewöhnt ist: keine Kunstwerke, aber liebevoll gezeichnet und für Kinder sehr ansprechend. Und weil es bei den Mäusen genauso zugeht wie bei uns Menschen, sind die Inhalte für Kinder auch problemlos übertragbar.Ich war mir sicher, daß auch mir dieses Buch einmal gute Dienste leisten würde. Doch ereilte mich das Schicksal im Auto, als wir zu Oma und Opa nach Holland fuhren. "Mama! Ich bin doch aus deinem Bauch gekommen. Wie bin ich denn da überhaupt reingekommen???" Da saß ich nun. Mein Mann überließ sich seinem Grinsen und mir den Rest. Aber auch ohne Janosch habe ich es ganz gut hinbekommen. Ich erinnere mich an diese Fahrt an eine der lustigsten überhaupt. Es geht also auch ohne. Aber wer gerne ein Aufklärungsbuch zu Hilfe nehmen möchte, ist mit Janosch sicher nicht schlecht bedient. Fazit: Janosch: Mutter sag, wer macht die Kinder, ist moderne Aufklärung, verpackt in einer wirklich zauberhaften Geschichte. Natürlich sollte man Kinder im Aufklärungsalter nicht damit allein lassen, sondern das Buch mit ihnen zusammen lesen und sich für Fragen bereithalten. Dann kann es zur Aufklärung durchaus nützlich sein. Und auch sonst ist es ein amüsantes Büchlein, in das man auch ohne Kinder ruhig mal seine Nase reinstecken kann.Bibliographische Angaben: Janosch: Mutter sag, wer macht die Kinder. Erschienen 1992 im Mosaik Verlag. Ca. 44 Textseiten (es sind keine Seitenzahlen vorhanden) mit vielen Illustrationen. ISBN: 3-576-10038-5. Preis: 22,- DM ©gabi37 26.09.2001Und zum Schluß noch einen schönen Gruß an Anke; Du weißt schon, warum (hoffe ich)!
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Janosch. Mutter sag, wer macht die Kinder - Janosch
Buch, gebundene Ausgabe, 48 S., Erschienen: 2007
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02.01.2002 09:24
Ein sehr sehr lieber Bericht. cu heinarbeit
26.10.2001 18:59
*g* ich hab mir das gleich selber geschenkt - und, wer weiß, vielleicht wird es mir eines Tages gute Dienste leisten... Liebe Grüße, anno
23.10.2001 12:24
das klingt toll - aber da hab ich noch 3 Jahre Zeit es zu kaufen...