My Immortal (Clip) - Evanescence

Erfahrungsbericht über

My Immortal (Clip) - Evanescence

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung My Immortal (Clip) - Evanescence

 


Unsterblicher Clip

5  01.12.2003

Pro:
Alles, und diesmal WIRKLICH alles

Kontra:
0

Empfehlenswert: Ja 

500386

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:136

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 49 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nun läuft er also auf den großen Musiksendern, am 8. Dezember erscheint die Single, und Fans konnten sich schon vorher auf der Band-Homepage davon überzeugen, dass er diesmal etwas ganz Besonderes geworden ist: Der neue Clip von Evanescence, "My Immortal".

DIE BAND


Evanescence, bei Hören des Bandnamens denkt man unweigerlich an die umwefendende Sängerin Amy Lee, gerade mal Anfang 20, die das erste Mal beim Dare Devil-Soundtrack auf die Band aufmerksam machte. Die Jungs plus Dame stammen aus Arkansas, USA, und im Prinzip steht Amy nur der stets etwas mürrisch wirkende Gitarrist Ben Moody zur Seite. Wenn die Beiden mal live auf Tour sind bzw bei der Schaffung ihres Albums "Fallen" stehen ihnen noch Drummer, Bassist und Zweitgitarrist zur Verfügung, die sich aber dezent im Hintergrund halten. Ben sorgt für die charakteristischen Gitarren-Soli und brettharten Riffs, Amy ist zuständig für Engelsgesang und Power-Frau-Stimme in einer Person.

DER CLIP

Der Clip beginnt mit leisem Piano-Spiel, jedoch in einer weitaus tieferen Tonlage als bei "Bring Me To Life", und wesentlich ruhiger und gediegener. Schon von der ersten Sekunde an merkt man, dass Musik und Clip hier in einer besonders außergewöhnlichen Weise perfekt zueinander passen: Die leichten Töne des Klaviers scheint man förmlich im Wasser des Brunnens wiederzufinden, an welchem sich Amy zuerst befindet. Bewusst schlicht schwarz-weiß gehalten, das Video, grelle Farben hätten hier wohl eine Übermalung bzw. Verzerrung der eigentlichen Stimmung bedeutet.

In den ersten Momenten des Videos wechselt der Schnitt ständig zwischen Amy und Band-Mitlied Ben, der abgekämpft, verzweifelt und niedergeschlagen am Klavier sitzt oder durch die Straßen Venedigs läuft, wo das Video entstand. Betont ruhige Schnitte, eine extrem weiche, langsame Kamera-Führung, die versucht, den besonderen Ausdruck von Amy und Ben einzufangen: Mal sieht man nur eine Hand, mal nur die Füße, mal die ganze Person: Hier perfektioniert der Regisseur das Prinzip des Puzzle-Effekts. Ständig wechselnde Einstellungen und Perspektiven, aber dennoch weder hektisch noch ungenau.


Zu Amys ausdrucksstarkem und intensiven Gesang der Strophe und auch des Refrains wollen die spielenden Kinder nicht passen, die man aus der Vogelperspektive ein stück neben Amy erfasst. Hier wird dem Zuschauer perfekt vermittelt, wie in einer vermeintlich "heilen" Welt, in der alles normal scheint, doch eine individuelle, persönliche Katastrophe stattfinden kann. Amys Verzweiflung, ihr flehender Gesang und steigert sich, unter Mitwirkung von Streichern und Zweitstimme wird die Steigerung zum Refrain erreicht, um danach die leicht aufgebaute Energie gleich wieder abbauen zu können.

Mit steigender Intensität, Lautstärke und Ausdruck des Gesangs der Frontfrau, der nichtsdestotrotz immer noch zart und verletzlich wirkt, ändern sich auch die Perspektiven der Kamera: mal wird ihr nach oben gerichteter Blickwinkel eingefangen, mal die Sicht von Ben, der durch die engen Gassen schleicht, niedergeschlagen und mit völlig zersaustem Anzug.

Die letzte Steigerung ist die intensivste und auch überraschendste, denn an der Stelle, die eigentlich normal weitergesungen werden soll, brechen plötzlich die Bandkollegen los. Nicht wie nach einem Intermezzo einer normalen Rockband, sondern völlig integriert in die Ballade. Das Klavierstück steigert sich in Intensität und Lautstärke, auch Amy hört man an, dass es zum "Höhepunkt" des Stücks kommt. Dann Drums, eine herrlich verzerrte Gitarre, auf der ein hohes Solo hingelegt wird, um dann den Refrain zu untermalen. Die drei restlichen Musiker befinden sich in einem Nebenraum des Zimmers, in welchem Ben auf dem Klavier spielt und werden nur kurz und sehr verdunkelt gezeigt.

Imposant klingt das Stück aus, denn die "harten" Instrumente verschwinden wieder urplötzlich, und Amys Engelsstimme lässt das Lied unglaublich sanft wieder ausklingen.


EINDRÜCKE


Das Video hat hohe Erwartungen an mich gestellt, denn nach Hören des Songs "My Immortal" war ich auf eine visuelle Umsetzung sehr gespannt.

Schon in den ersten Sekunden merkt man, dass der Regisseur alles richtig gemacht hat. Schwarz-weiß, betont ruhige, unspektakuläre Kameraführung. Amy in einem Kleid, nicht so grell geschminkt wie z.B. bei "Going Under" und völig natürlich. Die Idee, die beiden Hauptakteure der Band in eine kleine Geschichte aus Trennung, Verzweiflung und Schmerz zu packen, geht voll auf. Was man den beiden eigentlich nicht zutrauen würde, funktioniert: Das zerbrochene Liebespaar, das getrennte Wege geht. Ben, der Rebell und "harte" Gitarrist, spielt die Verzweiflung sehr echt und glaubhaft, Amy kann ihren Schmerz in den Gesang packen und gleichzeitig hilflose Schwäche als auch kämpferische Stärke ausdrücken.

Genial zweifellos der Coup, einen Auftritt der Band einzubauen und so perfekt in die melancholische Stimmung des Lieds zu integrieren. Die Gitarren, Drums und der Bass wirken nie unpassend, sondern steigern Ausdruck und Intensität auf fast schon milde Weise.

Eindeutig eines der schönsten Musikvideos dieses Jahres.



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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
soulangel

soulangel

16.12.2003 22:57

der song ist echt traumhaft.. auch wenn ich sonst evanescence net mag, aber der song is einfach nur klasse.. :o)

LaGlory

LaGlory

09.12.2003 22:00

...and never forget when this song was in my Mailbox... ;o)

LaGlory

LaGlory

09.12.2003 21:58

When you cried I wiped away all of your tears... always remember, when we wachted this clip - together...

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