Gute Seiten, schlechte Seiten?
15.12.2003 (15.11.2005)
Pro:
viel Infos . . .
Kontra:
. . . die kein Mensch braucht? !
Empfehlenswert:
Ja
 marenmoon
Über sich:
well.
Mitglied seit:23.07.2001
Erfahrungsberichte:111
Vertrauende:40
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Irgendwann kommt die Zeit, da ist man für die "Bravo" schon längst zu alt, für "Brigitte" zu jung und findet sich irgendwo dazwischen wieder mit - nichts. Bisher jedenfalls gab es keine Zeitschrift, die die Zielgruppe der 20-23-jährigen angesprochen hat und nicht nur die weiblichen Dauerbrennerthemen Diät, 3-Minuten-Workout und Wie-finde-ich-meinen-Traummann in unterschiedlicher Form aufgearbeitet. Aber, voilà: Der Gruner & Jahr Verlag hat diese Marktlücke entdeckt und versucht, sie zu schließen. "Neon" heißt das neue Magazin, und ob es ein würdiger Lückenfüller ist, werdet ihr in meinem Bericht erfahren :-) ~ Preis und anderes drumherum ~Das Magazin "Neon" gibt es offiziell seit Juni 2003, wo die erste Ausgabe erschien. Die zweite erschien im November, von nun an soll es monatlich ein neues Heft geben. Der Preis liegt derzeit bei 2,50€ pro Heft und ist somit so hoch wie vergleichbare Zeitschriften des Verlages. Apropos andere Hefte. "Neon" ist unverkennbar ein "Ableger" der Zeitschrift "Stern", man braucht sich nur einmal den Titel anzuschauen und schon blinkt der typische rote Stern in der Ecke herum. Ob das nun ein positives oder negatives Vorzeichen ist, mag jeder selbst deuten. Für mich allerdings wies es darauf hin, dass ich in diesem Heft höchstwahrscheinlich eben nicht (nur) die bereits oben angesprochenen Frauenthemen finden werde. ~ Cover ~Das Cover ist, kurz gesagt, ein bisschen alternativ gestaltet. Es zeigt weder eine hübsche Frau mit wenig Kleidung (wie bei diversen Frauenzeitschriften) noch ein einziges Bild mit einer prägnanten Zeile (wie z.B. bei "Stern" und "Spiegel"), sondern eine Art Kombination aus beidem. Die Themen finden sich in einer Spalte am linken Rand des Blattes, in der Mitte prangt ein ziemlich großes Foto. Allerdings kein typisches "Ich-bin-schön-also-kauf-die-Zeitung"-Foto, sondern eines, bei dem man meist darüber nachdenken muss, was es uns denn eigentlich sagen will. Da die Fotos natürlich von Heft zu Heft verschieden sind, kann ich hier allgemein nur sagen, dass das Cover angenehm auffällt zwischen all den überfrachteten Titelseiten anderer Magazine. Schlicht und einfach wirkt es, und das ist zur Abwechslung mal gar nicht so schlecht. ~ Inhalt ~Nun also das Wichtigste. Das Magazin ist in den bisherigen zwei Ausgaben in recht übersichtliche Rubriken gegliedert worden, von denen ich mal annehme, dass sie auch beibehalten werden. Als erstes gibt es dort die Rubrik "WILDE WELT". Hier geht es tatsächlich um Wissen, das man eigentlich nicht braucht. Kleine Alltagsgeschichten, ein bisschen Klatsch und Tratsch, Fragen, die man sich sonst nie stellt…all das findet hier seinen Platz. Kleine Themen-Kostprobe aus der November-Ausgabe: "Was ist lächerlich" - Fragen an die Leser, "Ein Buckelwal im Segelschiff", "Ich werde Millionär - reich ohne Günther Jauch"….die Reihe lässt sich noch um einige Geschichten erweitern. Die "WILDE WELT" wird die Leser wahrscheinlich entzweien. Es wird viele geben, die wirklich nicht an diesen Infos interessiert sind, andere wiederum finden sie wohl recht interessant. Zu dieser Kategorie zähle ich mich, denn meiner Meinung nach lockern diese Geschichten die Zeitschrift schön auf. Klar interessiert auch mich nicht alles, aber der Grundgedanke dieser kleinen Texte ist auf jeden Fall ein guter. Die nächste Rubrik heißt treffenderweise "SEHEN". Hier geht es um außen- und innenpolitische Themen. Allerdings werden auch hier nicht unbedingt die "heißen" Themen der Zeit behandelt, sondern Ereignisse, die einem vielleicht ohne diese Zeitung verborgen blieben. In der November-Ausgabe gibt es beispielsweise eine Reportage über einen irakischen Dolmetscher oder eine Kolumne über das "Generationen-Gejammer". Außerdem werden in der Rubrik "In was für einem Land/einer Welt leben wir eigentlich?" absurde Beispiele aus dem alltäglichen Leben in Deutschland/der ganzen Welt gegeben. Auch sehr interessant, wobei ich mich auch hier mitunter frage, ob es wirklich Wissen ist, dass man braucht. Es handelt sich nämlich auch um kleine Geschichten, Anekdoten, die zwar oftmals wirklich zu denken geben, allerdings in den meisten Fällen eben auch Einzel-Fälle bleiben werden. Trotzdem gibt es auch für diese Rubrik einen klaren Pluspunkt, denn besonders die Reportagen sind interessant und zeigen die Welt auch mal aus einer anderen, für uns nicht alltäglichen Perspektive. Es folgt: "FÜHLEN". Wie der Titel sagt, geht es um die menschlichen Emotionen im unterschiedlichsten Sinne. Sex ist genauso Thema wie Partnerschaft, die Ärzte erzählen etwas über das Alleinsein und Menschen schreiben einen Brief an ihren Vater, mit allem, was sie ihm schon immer mal sagen wollten. Schön ist, dass hier viele Dinge aufgegriffen werden, die so durch die Medien geistern und ein bisschen distanzierter reflektiert werden. Wir erfahren, dass es durchaus normal ist, sich Kosenamen zu geben und dass nicht alle Menschen besser aussehen als wir selbst….irgendwie doch auch ein beruhigendes Gefühl :-)Als nächstes gibt es "WISSEN". Hier gibt es neben wichtigem Alltagswissen auch eine "Anleitung zum Ideen-Kriegen". Außerdem wird wiederum mit kleinen Anekdoten mit falschem Wissen ausgeräumt. Nette Überlegung, allerdings ist der Wissenszuwachs meiner Meinung nach nicht sonderlich hoch. Zwar sind, wie auch in allen anderen Rubriken, die Themen sehr interessant, allerdings ist die tatsächliche Wissensvermittlung eher gering. Bei den anderen Gebieten war das nicht so schlimm, hier allerdings sollte schon mehr rüberkommen, als das, was tatsächlich in den bisherigen Ausgaben gedruckt wurde. Eine wichtige Rolle fürs Wissen spielt hier allerdings auch die Homepage des Magazins, auf die ich später noch eingehen werde. Die letzte Rubrik ist dann "KAUFEN". Hier gibt's Mode, Autos, Bücher, Kino, Musik, Computer. Neuerscheinungen werden vorgestellt, rezensiert, anprobiert…eine recht interessante Rubrik, auch wenn man hier nicht unbedingt immer Mainstream-Produkte findet. Was ja nicht schlimm, sondern eigentlich sogar gut ist. Allerdings ist man so natürlich auch nicht immer up to date, wenn es um die Bücher geht, die gerade in den Bestseller-Listen stehen oder die Filme, die gerade alle Kino-Rekorde brechen. Mir macht das nicht so viel aus, da ich natürlich nicht nur diese eine Zeitschrift lese und so wird es vermutlich den meisten gehen. ~ Stil ~ Eine Beschreibung des Stils ist gar nicht mal so einfach. Er ist eine Mischung aus nüchtern und unterhaltend, irgendwo zwischen Informationen und Entertainment. Der Leser wird geduzt, was auch irgendwie ein recht deutlicher Hinweis auf und eine Einschränkung der Zielgruppe bedeutet, denn aus diesem Alter ist man ja irgendwann auch raus. Schön ist, dass der Stil von "Neon" nicht unbedingt einheitlich ist, denn hier schreiben neben den Redakteuren auch "normale Leute", wie Heike Makatsch, die dem ganzen ein bisschen Abwechslung verleihen. Eins ist aber klar: Der Schreibstil der meisten Autoren ist ziemlich deutlich auf die Zielgruppe der 20-30-jährigen ausgerichtet… ~ Homepage: www.neon-magazin.de ~ Eine richtig gute Idee hatte die Redaktion des Magazins für ihre Homepage. Dort erwarten einen nämlich nicht nur die Themen des letzten Heftes und einige Leseproben, sondern vor allem ein riesiges Forum. Im Grunde genommen steht das Heft sogar eher im Hintergrund, denn die Homepage steht mit dem erklärten Ziel im Netz, eine Tauschbörse für Wissen zu werden. Menschen können sich dort als Experten für bestimmte Fachgebieten anmelden und mit ihrem Wissen anderen helfen. Außerdem kann man sich zu den unterschiedlichsten Themen äußern und sich einfach nur so mit anderen austauschen….einen Besuch der Site kann ich nur jedem empfehlen. Ich finde die Idee einer Wissens-Tauschbörse ziemlich gut und habe darüber bereits für mein Studium einige Kenntnisse, die diese Methode empfehlen. www.neon-magazin.de ist nun die erste "echte" Wissenstauschbörse im deutschsprachigen Netz und man wird sehen, was daraus wird. Spannend ist es auf jeden Fall. ~ Fazit ~ Tja, was soll ich sagen. Ihr wisst nun (wenn ihr den Text gelesen habt), dass ich dem Magazin sowohl positives als auch negatives abgewinne. Zuerst mal zum Negativen. Es stellt sich im Großen und Ganzen die Frage, ob man das, was in dieser Zeitschrift steht, braucht. Diese Frage lässt sich allerdings pauschal auch nicht beantworten und so muss ich die Beantwortung jedem selbst überlassen. Eine Ausnahme gilt für die Rubrik "WISSEN", in der ich mich eindeutig mehr Informationen wünschen würde. Positiv am Magazin ist die alternative Aufbereitung von Themen, über die man vielleicht sonst nie etwas gelesen hätte. Man verändert den eigenen Blickwinkel, erfährt viel Neues, setzt sich mit neuen Dingen auseinander…kurz: Das Magazin regt zum Nachdenken an. Deshalb spreche ich hier auch eine klare Empfehlung für "Neon" aus. Jeder, der sich ungefähr in der Zielgruppe wieder findet, muss dann aber für sich selbst entscheiden, ob er "Neon" mag oder nicht…auf so viel Interesse wie eine Zeitschrift mit den vielzitierten Dauerbrennerthemen wird "Neon" nicht stoßen. ©marenmoon 15.12.2oo3
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26.01.2011 22:56
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31.12.2008 02:09
... mmmh ... die gehört nicht zu meinem lesestoff ... :-) lg mozarteum
30.07.2006 19:17
Ich les sie gern & ausführlich, kein Bericht bleibt aus, bei manchen kann ich die Daumen hochhalten, bei manchen eher runter... ein interessantes Magazin, mit dem sie quasi das Rad neu erfunden haben, denn so eine kunterbunte Mischung habe ich bis dato sonst nochnet gesehn.