NEON - jung.frisch.bunt.schlau
29.06.2007 (20.01.2010)
Pro:
interessante Texte, Anregungen, gute Rubriken
Kontra:
nix
Empfehlenswert:
Ja
 herr_daniel_busch
Über sich:
hey, ich kann leider im nächsten jahr nicht bei ciao aktiv sein, deshalb habe ich mein CIS gelöscht....
Mitglied seit:29.06.2007
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 95 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Dieser Bericht war der zweite, den ich hier auf ciao.de geschrieben habe. Nun ist es an der Zeit, diesen einmal zu editieren, damit er qualitativ verbessert wird. Ich denke mal, dass man an den vielen "hilfreich" Bewertungen ein gewisses Verbesserungspotential ablesen kann. Wenn ihr diesen Bericht also früher schon einmal bewertet habt, lest ihn doch einfach nochmal und bewertet (hoffentlich) um. Ich werde mich bei diesem Bericht auf die aktuelle Ausgabe (Feb 2010) stützen und an ihr exemplarisch das Heft und seinen Aufbau darlegen. In der Regel sind alle Ausgaben der NEON in Bezug auf die Rubriken gleich. An und zu gibt es einmal ein dickeres Heft mit Wendecover. Hier wird dann aber nicht nur Mode gezeigt, sondern alles folgt einem bestimmten Thema. Einmal war das Thema "Rätsel" dran und die verschiedenen Kleidungsstücke und Accessoires waren mir Rätseln verbunden. Aber lasst mich von vorne anfangen...NEON ist ein Magazin, das ganz besonders junge Menschen, wie Schüler, Studenten, etc. ansprechen soll. Allerdings beschäftigt es sich nicht vorrangig mit jugendlichem Lifestyle, wie Mode, Musik, Filmen, Und Games. Zwar sind auch diese Aspekte Teil der Jugendkultur und werden von NEON nicht unterschlagen, allerdings treten sie etwas in den Hintergrund. Den Hauptbestandteil einer NEON Ausgabe bilden tiefsinnige Texte, die grob den Themengebieten "Sehen", "Fühlen", "Wissen", und "Freie Zeit" zugeordnet werden. Was diese Rubriken genauer bedeuten und was sie ausmacht, stelle ich später noch genauer dar. Ich will mit diesem Überblick nur andeuten, dass die Themen, die sich NEON aussucht zwar immer der allgemeinen Lebenswelt der Leserschaft entsprechen, aber eben nicht stereotyp immer komische Geschichten aus dem "Jungen Leben" sein müssen. Viel eher stößt man auf ernste, gut recherchierte Texte, die die aktuellen Themen der Welt mit den Interessen der jungen Menschen verbindet. Themen wie Religion und Fundamentalismus, Ökologie, Klimawandel, Liebe und Eifersucht, berufsbedingte Probleme, Erfahrungsberichte sind an der Tagesordnung und werden durch Interviews mit Prominenten ergänzt. Anhand dieses Profils wird deutlich, dass die Verbindung zum Magazin "Stern" nicht nur nominell, sondern auch inhaltlich ist. Nun könnte man sagen, dass auch andere Magazine diese Themen behandelt. Das ist sicherlich richtig und ich habe selber auch einige davon ausprobiert, und ich muss sagen, dass mir die NEON immer noch am besten gefällt. Warum, dazu später mehr... Doch zuerst ein paar Daten: NEON erscheint im Verlag NEON Magazin GmbH, Am Baumwall 11, 20459 Hamburg, Sitz der Redaktion ist allerdings in München.Das genaue Impressum möchte ich hier nicht darlegen, man kann es in jedem Heft ausführlich nachlesen. Die neue Ausgabe erscheint immer in der zweiten oder dritten Woche eines Monats, ein Heft kostet mittlerweile 3,50€ und man bekommt dafür immer rund 160 Seiten. Ich habe mir das Heft einmal genauer angeschaut und festzustellen, wie hoch der Anteil der Werbung im Heft ist. Ergebnis: 41 Seiten Werbung, was einem Gesamtvolumen von ziemlich genau 25% entspricht. Damit bekommt man geballte 122 Seiten Text und Bilder für sein Geld, was einem Informationspreis von 2,8 Cent/Seite entspricht. Und gegen so einen Preis kann man nun wirklich nichts sagen. Nun will ich aber endgültig mal zum Heft Februar 2010 kommen. Das Cover ist, wie immer, eher schlicht. Man findet den Namen "NEON" in großen Lettern, daneben das Logo des "Stern" und die Homepage www.neon.de Darunter findet man vier Hauptberichte, also die Headliner der Ausgabe. In diesem Fall heißen die Berichte "Mein Privat-Gefängnis", "Teste deinen Sex-IQ", "Verstehst du den Chef?" und "Wie lange lebe ich?". Dahinter steht in kleinerer Schrift immer schon ein sehr kurzer Abstract, worum es in dem Artikel jeweils geht. darunter befindet sich in der Regel ein Foto, das inhaltlich zum Titelthema passt, das wiederum am unteren Rand des Covers zu finden ist. In dieser Aufgabe ist das Cover in einem grellen Rot gestaltet, auf dem ein rundes Foto plaziert ist, dass eine junge, blonde Frau zeigt, die rauchend und mit geschlossenen Augen in einem Konfettiregen steht. Das Titelthema lautet in diesem Heft "Die Liebe ohne Ende - Was bei Liebeskummer zu tun ist - und warum das Gefühl sogar hilfreich sein kann". Mir gefällt dieses Thema nicht so sehr, weil ich mich damit momentan zum Glück nicht auseinandersetzen muss. Es ist aber ein thematisch tiefes Thema, dem im Heft dann meistens auch ein längerer Bericht gewidmet ist, ca. ein mal pro Jahr gibt es aber auch ein Titelthema, das mehr aus Tipps und Tricks für's Leben besteht, oder aber einen Jahresrückblick gibt, der etwas anders ist, als das was man immer so kennt.Auf der ersten Seite findet sich ein Editorial der NEON-Redaktion. Hier nimmt die Redaktion Stellung zur aktuellen Ausgabe und nutzt meistens lustige, komische und ironische Sprache, die keinen Irrtum über die jugendliche Ausrichtung aufkommen lässt. Daneben befinden sich drei Fotos und kurze Texte, die die Helden der Arbeit darstellen, also drei NEON-Mitarbeiter, die etwas Besonderes zu dieser Ausgabe beigetragen haben. Das finde ich einen sehr nette Zug, so sieht man auch mal, wer für einen schreibt, fotografiert oder designt. Das folgende Inhaltsverzeichnis ist in tabellarischer Form abgedruckt und wird damit sehr übersichtlich. Das Heft wird in mehrere Kategorien eingeteilt, von denen ich oben schon einige erwähnt habe, hier aber trotzdem noch einmal aufführen muss. Die erste Kategorie bildet die "Wilde Welt" (S. 8-17), gefolgt von der Kategorie "Sehen", die sich auf Politik und Gesellschaft bezieht (S. 18-47). Außerdem gibt es noch "Fühlen" (Liebe, Freundschaft, Sex, Psychologie; S. 48-79), "Wissen" (Ausbildung, Job, Körper, Alltag; S. 80-99), "Kaufen" (Mode, Produkte, Reise; S. 100-121), "Freie Zeit (Kino, Musik, Literatur; 122-134) und "Immer" , eine Rubrik, die sich ganz am Anfang und ganz am Ende des Heftes befindet. Diese Rubriken sind horizontal nebeneinander auf einer Doppelseite (4+5) aufgeschrieben, darunter in vertikalen Stapeln sind die jeweiligen Berichte in der richtigen Reihenfolge. Die auf dem Cover angekündigten Titelthemen sind in roter Schrift vermerkt. Wenn man einen genaueren Blick auf das Inhaltsverzeichnis wirft, kann man das, was ich vorhin schon angedeutet habe, erkennen: Das hauptaugenmerk liegt auf den Textrubriken und weniger auf den Kino-, Musik- und Buchrezensionen. Außerdem sind die auf dem Cover angedeuteten Berichte durch rote Schrift hervorgehoben und es befindet sich ein kleines Foto zu diesen Berichten am unteren Bildrand.Ich überblättere die Werbeseiten und komme auf Seite 8+9 zur Rubrik "Nur eine Frage?" Hier wird in jeder Ausgabe eine andere Frage gestellt. Datz geben immer 10 Personen eine Antwort die zusammen mit einem Foto von Ihnen abgedruckt ist. Unter den zehn ausgewählten Antworten befinden sich weitere und die nächste Frage, zu der Antworten und Fotos eingesandt werden können. Mir gefällt diese Rubrik ziemlich gut und ich lese sie eigentlich immer zuerst, was bei den anderen Texten nicht immer der Fall ist. Normalerweise blättere ich das Heft erst einmal durch und lese dann das, worauf ich grade Lust habe. Die angesprochene Rubrik gefällt mir wegen der kurzen, schnappschussartigen Einblicke in das Leben von fremden Personen. Auf der nächsten Seite folgen drei weitere kleine Rubriken, nämlich "Gibt's doch gar nicht?", "Promi fragt Promi" und "Deutsche Geschichten". In der ersten macht NEON zehn Aussagen, von denen 5 stimmen und 5 ausgedacht sind. Es handelt sich also um ein Rätsel, deren Auflösung weiter hinten im Heft steht. Meistens sind es eher lustige bis kuriose Behauptungen. In dieser Aussage nennt die Redaktion zehn Ausreden von Dopingsündern, die sich an Skurrilität eigentlich immer weiter überbieten. In der Vergangenheit gab es aber auch schon kuriose Misswahlen oder Pornotitel. In "Promi fragt Promi" postet ein Promi eine Frage, wie der Name schon sagt, und ein anderer Promi antwortet darauf. Der antwortende Promi fragt dann in der nächsten Ausgabe einen wiederum anderen Promi, usw. Funktioniert wie ein Kettenbrief und ist eine ganz nette Idee. Wirklich lustig sind die deutschen Geschichten, die allesamt Alltagsgeschichten sind, die NEON-Leser gepostet haben und die meistens nur 5-8 Zeilen lang sind. Es folgt "Soundtrack meines Lebens" wo ein Promi seine Lieblingslieder vorstellt, was ich aber immer überlese. Ziemlich cool und auch sehr bekannt ist NEOn aber für sein unnützes Wissen, wo erneut Skurillitäten und Kurioses in Kurzform dargeboten wird. In jeder Ausgabe gibt es 20 Fakten und mittlerweile hat NEON davon sogar ein Buch rausgebracht. Ein Beispiel aus der aktuellen Ausgabe: "Wenn in einer Gruppe von mindestens sechzehn Radfahrern einer bei Grün über eine Ampel fährt, dürfen ihm die anderen auch dann folgen, wenn das Licht nach ihm auf Rot umspringt." Auch cool ist die andere Rubrik dieser Seite, nämlich "Mythos und Wahrheit". Hier nimmt ein ausgewiesener Experte Stellung zu einem urbanen Mythos, diesmal: Piranhas und Menschenfleisch. Auch wenn diese Rubrik immer sehr spannend ist, wurde ich schon einige Male völlig desillusioniert und enttäuscht, wenn ein Mythos wiederlegt wurde.Jetzt beginnen die Kategorien, unter die die Texte eingeordnet werden. Auf der ersten Seite eines solchen - ich nenne es mal- Kapitels befindet sich ein Schwarz-Weiß Foto, das immer unterschiedlich sein kann, aber photographisch wertvoll und künstlerisch anspruchsvoll ist. Dabei muss es nicht auf den ersten Blick zum Thema der Kategorie passen. Auf der gegenüberliegenden Seite, gibt es nochmal ein eigenes Inhaltsverzeichnis zu der jeweiligen Kategorie. An sich sind die Kategorien immer gleich aufgebaut. Deshalb werde ich an dieser Stelle die Kategorie "Sehen" aus dem Heft Februar 2010 genauer unter die Lupe nehmen. Der erste Bericht handelt von jungen politischen Aktivisten in Deutschland, Frankreich, Griechenland, Lettland und England. Hierzu werden Vertreter von Jugendprotestorganisationen aus diesen Ländern gemeinschaftlich interviewt. Abgerundet wird der Bericht durch viele Bilder, u.a. eine Jugendgruppe, die von einem Wasserwerfer attakiert wird und sich schützend zusammenkauert, Protestmärsche und Hörsaalbesetzungen, sowie Vermummte Demonstranten und Krawalle. Dieser Text gefällt mir sehr gut. Durch die Interviewform lässt er sich leicht lesen und es wird darauf verzichtet, jungen Menschen eine Indifferenziertheit in bezug auf politische Themen vorzuwerfen.Es folgen sechs kurze Absätze über verschiedene Themen wie Walfang in Island, erzwungene Hochzeiten in Kirgistan und Billigarbeit und andere. Das Oberthema lautet "In was für einer Welt leben wir eigentlich" und macht in Kürze auf Missstände aufmerksam. Es folgt eine Geschichte über Albinos in Tansania, einem afrikanischen Staat, der ein friedliches Safariimage hat. Allerdings werden Albinomenschen dort gejagt, weil Medizinmänner behaupten, ihre Knochen, Haare, Blut, Fleisch wären Talismane. Diese Art von berichten gehen immer ziemlich nah. NEON versteht es allerdings sehr gut, nicht auf der Mitleids- und Bettelmasche zu surfen, sondern journalistisch nüchtern zu berichten. Auch die Beweggründe der anderen, von Gegnern, Fanatikern, etc. werden beleuchtet und eben nicht von vornherein als dumm und weltverachtend dargestellt. Das ist ein Punkt, der mich diese Zeitung jeden Monat wieder kaufen lässt --- Ja ja, ich schwärme nur davon und habe kein Abo? Richtig, aber das hat andere Gründe. Hätte ich einen größeren Briefkasten oder könnte ich mich darauf verlassen, dass mir die Zeitschrift nicht geklaut wird, hätte ich schon längst aboniert ---Der nächste Artikel ist eine Kolumne mit dem Titel "Meine Meinung", in der ein Redakteur zu einem Thema seine offene Meinung sagt, in dieser Ausgabe geht es um Steuern. Wenn mich das Thema interessiert, lese ich die Kolumne ganz gerne, aber man verpasst auch nicht soooo viel. Der letzte Bericht dieser Kategorie ist meiner Meinung nach der spannendste: Eine junge Frau will ausprobieren, wie es ist, eine Tag lang eine Burka tragen zu müssen und ist schockiert über die Isolation, Hilflosigkeit und Veränderung des Selbstbewusstseins, die mit diesem "Kleidungsstück" einhergehen., Sehr gut recherchiert und auch die Fotos überzeugen wieder einmal. Unter anderem sieht man die Welt nämlich durch den bestickten Schleier der Burka - oder besser gesagt, man sieht einige Punkte der Welt und muss sich diese zusammenbasteln.Nach diesem Bericht fängt die nächste Kategorie, das nächste Kapitel an und immer so weiter. Ich verzichte jetzt darauf, weiter auf den Inhalt einzugehen und schreibe noch ein paar allgemeine Aspekte auf: Was mir außerdem noch sehr gut gefällt...... ist die Vernetzung des Heftes mit der Onlinepräsenz der Zeitschrift (www.neon.de). Unter jedem Bericht steht ein Link unter dem online diskutiert werden kann ... sind die Reiseberichte und die Reisetipps. In jeder Ausgabe gibt ein Bewohner einer Großstadt, die meistens in Europa liegt, Insider-Tipps für den nächsten Besuch. ... ist die Modestrecke, die bemüht ist, nicht nur Kleidung darzustellen, sondern dieses auch künstlerisch anspruchsvoll zu schaffen. ... ist die Vorstellrunde lustiger Produkte, die jedes Mal unter einem anderen Motto steht... sind die Hinweise auf Indipendent und alternative Musik, Filme und Bücher, die in den Mainstream Zeitungen und Werbungen leider zu oft untergehen ... ist das Bilderrätsel und Gewinnspiel auf der letzten Seite ICH KANN EUCH NUR EMPFEHLEN, EUCH DIE NEON EINFACH MAL ZU KAUFEN. Ich denke für 3,50 kann man nicht viel falsch machen und wünsche euch schon jetzt viel Spaß beim Lesen.
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16.04.2010 16:40
Wieso kann man hier NUR HILFREICH geben????? Dieser Bericht hat mindestens mal SEHR HILFREICH VERDIENT!!!
12.04.2010 16:30
Toller Bericht, hab aber noch nie wirklich was von "neon" gehört ^^
10.02.2010 22:00
Super Bericht. LG