Nachtgebet / Deaver, Jeffrey

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Nachtgebet / Deaver, Jeffrey

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Nichts ist wie es scheint

5 2. Feb 2006

Pro:
Spannung bis zum Schluss, nicht sofort fassbares Ende

Kontra:
Cover passt nicht unbedingt zur Story

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau:

Unterhaltungswert:

Spannung:

Aufmachung:

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Babbel

Über sich: Das Leben ist schön... lalala

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Erfahrungsberichte:254

Vertrauende:62

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 40 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

und nichts scheint wie es ist

Da steh ich doch letzten Samstag an unserer Supermarktkasse (natürlich an Ende der Schlange) und warte darauf, dass es vorwärts geht, als ich neben der Kasse ein Regal mit Büchern entdecke. Sofort fiel mir Jeffrey Deavers "Nachtgebet" auf und da ich ein absolute Deaver-Fan bin, machte ich einen gekonnte Ausfallschritt (wollte ja meinen Platz in der Schlange nicht verlieren), balancierte einen Fuß in der Schlage, den anderen in Reichweite des Regals und griff zu. Zu meiner Freude kostete das Taschenbuch nur 8,95 EUR, so dass es (nach gekonntem Rückzug in die Einkaufsschlage) sofort in meinem Einkaufswagen landete. Das Buch selbst ist auch unter der ISBN: 3-442-36037-4 erhältlich. Es ist im Blanvalet-Verlag erschienen.

Der Autor:

Jeffery Deaver lebt abwechselnd in Clifton, Virginia, und in Kalifornien. Er wurde 1950 geboren und trägt den Zweitnamen Wilds. Aufgewachsen ist er in Glen Ellyn, Illinois in der Nähe von Chicago. Seine erste Kurzgeschichte verfasste er im Alter von elf Jahren. Nachdem er seinen Karrieren als Folksinger, Universitätsjournalist und Anwalt beendet hat, veröffentlicht er 1988 seinen ersten Roman "Voodoo", eine Horrorgeschichte. Danach folgen die Rune-Reihe und die John-Pellam-Romane sowie einige weitere Werke, bis 1997 das erste Buch der Lincoln-Rhyme-Reihe erschien. Für die Figur des Lincoln Rhyme wurde Deaver sogar mit dem "Dream-Award" ausgezeichnet, ein Preis der für Autoren gedacht ist, die das Leben Behinderter mit besonderer Sorgfalt und realistisch darstellen. Laut eigener Aussage ist dies der Preis, auf den Deaver am stolzesten ist. Bis heute sind noch zahlreiche weitere Romane Deavers erschienen, deren Aufzählung hier dann doch den Rahmen sprengen würde.

Das Cover:

Düster kommt der Deaver daher. Zeigt es doch nur ein bläuliches Haus (von der Seite), in dessen Fenster im 1. Stock Licht brennt und auf das Dach des Anbaus leuchtet. Der Name Jeffrey Deaver ist unverhältnismäßig groß und weiß auf dem ansonsten schwarzen Untergrund gedruckt. Darunter findet man, deutlich kleiner in roter Schrift das Wort Nachtgebet. Wie immer befindet sich auf der Rückseite ein kurzer Überblick über den

Inhalt:

Lisbonne Atcheson hat bei einem Mordprozess als Hauptbelastungszeugin gegen Michael Hrubek ausgesagt, woraufhin dieser in eine staatliche Heilanstalt eingewiesen wurde, da er als schizophren gilt. Doch in dieser Nacht bricht Michael aus und hinterlässt Spuren der Verwüstung. Natürlich glauben Lis und ihr Mann sofort, dass er hinter ihr her ist. Doch ob er tatsächlich Rache üben will, scheint ungeklärt. Beteuert doch Dr. Adler, Leiter der Anstalt, in der Hrubek sich bis zu seiner Flucht aufhielt, dass der Mann harmlos wie ein Baby sei und dazu noch Pillen nähme. Doch weit gefehlt. Michael hat seine Flucht ganz offenbar bis ins Detail geplant. Doch was er tun wird, wenn er sein Ziel, welches immer unklarer wird, erreicht hat, bleibt offen.

Zu allem Übel bricht auch noch eine Sturmfront über dem Bezirk nieder. Doch Owen, Lis' Mann macht sich auf der Suche nach dem Verrückten. Er ist sich sicher: Michael will Lis aus Rache für die Verurteilung töten. Doch er ist dabei nicht der einzige: Der örtliche Sheriff hat Trenton Heck und seinen Hund Emil als Fährtensucher eingesetzt, für den er eine ordentliche Belohnung ausgehandelt hat, sollte er den Irren als erstes schnappen. Ein gefährlicher Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Protagonisten:

Lisbonne Atcheson, geborene L'Auberget ist passionierte Rosenzüchterin und seit einigen Jahren mit Owen Atcheson verheiratet. Zur Zeit ist ihre Schwester Portia zu Besuch. Die beiden müssen ihre Erbschaftsangelegenheiten aufgrund des Todes ihrer Mutter klären.

Owen Atcheson ist Anwalt, passioniert Jäger und ehemaliger Marine. Vom Wesen her ist er manchmal aufbrausend, was sich insbesondere dadurch bemerkbar macht, dass er sofort hinter Hrubek herjagt, als er von dessen Flucht erfährt.
Portia L'Auberget, Lis' Schwester ist nicht sehr leicht einzuschätzen. Sie ist angezogen wie ein Teenager, benimmt sich aber stellenweise wie eine Frau gehobenen Alters. Sie und Lis verstehen sich nicht wirklich gut. Der Grund hierfür liegt in der Vergangenheit und den Umständen begründet, die sich um den Mord, den Lis beobachtet hat, drehen.

Michael Hrubek: Schizophren, aber gebildet. Ein Bär von einem Mann, mit breiten Schulter, kräftigen Händen und den Kopf voller Erinnerungen an einen Mord - Abraham Lincolns - den er glaubt, begangen zu haben.

Trenton Heck, seines Zeichens ehemaliger State Trooper, entlassen aufgrund von Sparmaßnahmen. Verdient sich manchmal etwas dazu, in dem er seinen Bluthund Emil als Fährtenhund einsetzt.

Dr. Adler, Leiter des Instituts, in dem Michael untergebracht war. Er behauptet, Michael sei völlig ungefährlich und würde weiterhin unter Drogen stehen. Nachdem man ihn über den Ausbruch informiert hat, ist es ihm am Wichtigsten, Hrubek möglichst harmlos dastehen zu lassen, da er einen Rufschaden des Instituts und die Kürzung seines ohnehin mageren Budgets befürchtet.

Meine Meinung:

Nachtgebet ist ein typischer Deaver und doch nicht. So kommen keine der bekannte Protagonisten in diesem Werk vor. Dennoch gelingt es Deaver nach anfänglicher Langatmigkeit, schnell einen hohen Spannungsbogen aufzubauen und immer wieder kleinere Randgeschichten einzuflechten, die den Leser immer zum Weiterlesen animieren.

Besonders gut hat er die Krankheit von Michael Hrubek beschrieben, die er nicht plump als gegeben darstellt, sondern immer wieder in Form von Erlebnissen/Geschehnissen aufzeigt. So entwickelt Hrubek zum Beispiel einen umfassenden Charakter an Krankheiten, die sein Arzt wahrscheinlich kennt, dessen Fachbegriffe für einen Laien-Leser aber zu unverständlich wären und daher gekonnt als Handlungen umgesetzt wurden. Sehr interessant fand ich vor allem die Person des Dr. Adler, der nichts unversucht lässt, um seine eigene Haut zu retten. Dass er dabei selbst völlig unfähig und ignorant handelt, wird dem Leser sofort klar, wenn er mitbekommt, dass Adler viel mehr an die Schenkel seiner Frau, als an den entflohenen Patienten denkt. Lis Atcheson dagegen kommt mir etwas Naiv vor, so fällt ihr doch erst gegen Ende des Buches auf, dass Owen nie vorhatte, Hrubek nur zu stellen, sondern ihn auf jeden Fall töten wollte.

Ansonsten ist die Geschichte sehr düster, gespickt mit Erinnerungen von Lis und Portia aus deren Kindheit, Erinnerungen an den Mord, Erinnerungen Michaels an seine Kindheit und Erlebnisse in den diversen Heilanstalten sowie mit dunklen Geheimnisse, die erst nach und nach ans Licht kommen. Zu dem kommt, dass der angekündigte Sturm auch tatsächlich losbricht und Lis sich nun nicht nur Sorgen um den "Verrückten" machen muss, sondern auch noch um ihr Anwesen, dass direkt an einem See liegt.

Gruselszenen und Blutbäder wird der Leser größtenteils vermissen, falls er sich so etwas wünscht. Deaver setzt nämlich auf die Fantasie des Lesers, so dass vieles nur angedeutet wird.

Ohne das Ende vorweg nehmen zu wollen, kann ich den Deaver-Fans unter meinen Lesern soviel verraten. Auch wenn das Ende scheinbar vorhersehbar ist (stellenweise sind einige Dinge vorhersehbar), wiegt uns Deaver doch im Ungewissen, denn das eigentliche Motiv für diese ganze Hetzjagd kommt erst ca. 10 Seiten vor Schluss ans Licht.

Fazit:

Wenn auch nicht so gut wie seine Lincoln-Ryhme-Reihe, so ist doch Deavers "Nachtgebet" ein wahres Lesevergnügen. Ich habe insgesamt vielleicht zwei Tage für das Durchlesen benötigt, da es sich sehr schnell liest, ohne dabei an Spannung einzubüßen. Den Preis finde ich auch angemessen, schließlich ist es kein "Schundroman", der nur 2 EUR kosten darf. Von mir gibt es daher die volle Punktzahl und eine eindeutige Empfehlung: Prädikat Sehr lesenswert.


 
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Keks500

Keks500

10.02.2006 15:01

Habe den Knochenjäger gelesen, der war mir aber zu langatmig, so daß ich nicht unbedingt die Bücher lesen werde, aber ein guter Bericht. Glg

Miss_Piper

Miss_Piper

02.02.2006 17:53

Für den "KNochenjäger" hab ich mich seinerzeit nicht sooo begeistern können ... mal schauen, ob ich nochmal was von ihm lese.

flubber

flubber

02.02.2006 12:13

Ein Buch vom Autoren Jeffrey Deaver steht auch in meinem Regal - Der Knochenjäger, um genau zu sein! Gefiel mir gut und würde daher einen weiteren Kauf seiner Bücher nicht ausschließen! LG Nadine

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