Warum interessiert sich bloß niemand für Willemsen

5  28.11.2000 (05.02.2001)

Pro:
Stil, Kompetenz, Themenvielfalt, Tiefgang

Kontra:
Die Frisur

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Kultstatus:

Unterhaltungswert

Moderation:

Durchhaltevermögen:


commend

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:24

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 5 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Stell Dir vor Du wärst ohne Fernseher aufgewachsen!! Roger Willemsen hatte dieses unglaubliche Los gezogen. Vielleicht hat er deshalb dieses ungewöhnlich ausreichende Sendebewußtsein.

NACHTKULTUR ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man nach Absetzen einer - tja, unglaublich guten Talkshow (Willemsens Woche)
wiederauftauchen kann und dennoch verschwunden bleibt.
Der WDR - ein hervorragendes Versteck!

Hochgeschätzt und wenig gesehen, wie macht er das nur?

(vielleicht werde ich das mit dieser Meinung auch schaffen :) zumindest letzteres)
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Ein paar interessante Dinge über Moderator und Sendung:


zur Sendung

Die Örtlichkeit

(eine schlecht ausgeleuchtete Bühne eines alten Theaters)
hat etwas spartanisches und vermittelt mir jedes mal wieder das Gefühl, die einzige zu sein, die diese Sendung gerade schaut.

Es ist im Hintergrund so still und auch die gewohnte visuelle Überdosis fehlt.
Das läßt den Zuschauer konzentrierter zuhören, er kann sich auf die Situation einlassen.

Die Runde
besteht, anders als bei Willemsens Woche, aus manchmal fast einem halben duzend. Das können Schauspieler, Akademiker, Politiker u.v.a. sein, die sich gemeinsam über ein THema unterhalten.

Das Besondere ist,
das Roger Willemsen hier nicht nur die Rolle als Fragender einnimmt. In "Willemsens Woche" hat er dem Gegenüber sehr viel Platz verschafft und geholfen diesen auszufüllen.
Hier ist er eher ein Teil der Diskussionsrunde, setzt sich offensiver mit den Meinungen auseinander und steht nicht arg weit hinten an. Es gefällt mir, daß durch die größere Runde eine Dynamik entsteht, die den Verlauf oft nicht vorhersehbar macht. Die Gäste streiten dabei selten wahllos miteinander, sondern bleiben konstruktiv. Das ist natürlich nicht zuletzt dem wachen Moderator zu verdanken:)


Der Moderator

Roger Willemsen ist 1955 in Bonn geboren.
Er studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte, promovierte und lehrte an der Universität München.
Danach arbeitete er einige Jahre in London für verschiedene Zeitungen und Rundfunkanstalten.

Zum Fersehen kam er fast zufällig, denn soweit mir bekannt ist, ist Roger Willemsen komplett ohne das Medium Fernsehen aufgewachsen.

1991 wurde er jedenfalls glücklicherweise von "Premiere" entdeckt.

Er begann mit der Interviewsendung "0137",
welche ihn ziemlich schnell bekannt werden ließ.
1993 kam die Sendung "Willemsen - das Fernsehgespräch".
Er wechselte anschließend zum ZDF, wo er bis Sommer 1998 die mir ans Herz gewachsene Talkshow
"Willemsens Woche" moderierte, musikalisch begleitet hat ihn in der Sendung sein Freund Michel Petrucciani. Michel Petrucciani verstarb anfang letzten Jahres. Er erlag einer Lungenentzündung.

Roger Willemsen hat neben seinen Arbeiten im Fernsehen auch als Autor und Produzent gearbeitet. Er machte Portrait-Reihen und Dokumentarfilme. In Hamburg, wo er auch zur Zeit lebt, hat der "Grimme"-Preisträger seine eigene Produktionsfirma "NOA NOA".


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Gesendet wird die Talkrunde immer mittwochs, 22.30 Uhr im WDR Fernsehen
Aufgezeichnet wird die Sendung wird im Freien Werkstatt-Theater,Köln . Kostenlose Eintrittskarten können telefonisch bestellt werden unter 0221-32 78 17, per Fax unter 0221-33 16 68 oder per E-Mail unter fwt-koeln@t-online.de.

Cu there





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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
commend

commend

05.12.2000 17:31

Ach Pumpf ... sag ich doch. Ich vertsteh`s auch nicht! Ich hab ihn bei Willemsens Woche erleben dürfen. Er hat`s einfach drauf. Grüße commend

Pumpf

Pumpf

05.12.2000 15:42

Hi commend, toller Beitrag zu einem (wie ich finde zu unrecht) wenig beachteten Moderator. Noch eine kleine Ergänzung meinerseits zu Willemsens Schaffen: Ich konnte ihn die letzten beiden Jahre live als Moderator der ZDF "Sommernacht der Klassik" erleben und fand seine durchaus unkomplizierte, mit intelektuellem Humor gewürzte Art, die manchmal etwas trockenen Klassikstücke anzusagen schon ziemlich beeindruckend... Viele Grüße, Pumpf.

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