CD wechsel dich
03.07.2007
Pro:
schöner Klang, solide Verarbeitung, wertstabil
Kontra:
keine
Empfehlenswert:
Ja
 kikifitz
Über sich:
Mitglied seit:30.09.2006
Erfahrungsberichte:13
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 32 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
EINLEITUNG Obwohl der hier beschriebene CD-Player seit einigen Jahren nicht mehr hergestellt wird, möchte ich dennoch darüber berichten.
Nakamichi ist, neben den legendären Tapedecks, für 4 Dinge bekannt: - exzellente Verarbeitungsqualität - ausgefallene und robuste Technik - exorbitant hohe Preise - hohe Wertstabilität bzw. Gebrauchtpreise Kassettendecks wie ein ZXL1000 oder ein Dragon erzielen auch noch heute Preise, die einem die Tränen in die Augen treiben können. Diese Decks werden schon seit mehr als 20 Jahren nicht mehr gebaut. Eines der Nakamichi Patente ist das sog. MusicBank-System. Alle, mit dieser Technik ausgerüsteten Geräte, tragen daher das Kürzel MB. Eingesetzt wurde dieses System in CD- und DVD-Playern sowie in einigen CD-Autoradios bzw. Wechslern. Hinter dem MusikBank-System steckt ein Stapelmechanismus für CDs/DVDs, vergleichbar mit einem Ablagesystem. Dadurch erreicht man sehr kleine Gerätemaße; ein MB-75 oder MB-100 Autoradio, bestückt mit 5 CDs, ist nicht größer als ein herkömmliches Autoradio. Der Wechsler im Kofferraum verliert somit seine Daseinsberechtigung.
Äußerlich ist das MB-System nicht zu erkennen: Es gibt nur eine normale CD-Klappe bzw. Schlitz und keine riesige Schublade, auf der die Scheiben kreisförmig angeordnet sind, wie z. B. bei Onkyo. Auch wird nicht mit Kassettensystemen gearbeitet. Von den 5 CDs/DVDs befindet sich nur die zur Zeit aktive im eigentlichen Player. Alle anderen liegen, fein säuberlich übereinander gestapelt, in ihrem Fach und warten auf den Einsatz. Beim Wechsel werden die Scheiben überaus schonend behandelt. D. h. eine Berührung der Silberlinge findet ausschließlich am Rand statt, wodurch Beschädigungen vermieden werden.
LIEFERUMFANG PREIS UND 1. EINDRÜCKE Zum Lieferumfang gehören: - der CD-Player - eine Fernbedienung - 2 Batterien - 1 Bedienungsanleitung - 1 Satz Cinch-Kabel
Der Player hatte bei Erscheinen einen empf. VK von ca. 700,-- EUR; gehandelt wurde der MB-10 bis zum Schluß für 400,-- bis 500,-- EUR. Gute gebrauchte Geräte (Zustand 1a oder 1b) bekommt man nicht unter 300,-- EUR, Tendenz eher steigend. Ich hatte das große Glück, vor 3 Jahren noch ein Neugerät zu erhaschen. Maße und Gewicht des MB-10 unterscheiden sich nicht deutlich von anderen hochwertigen Player: Gewicht: ca. 5,5 kg Maße: 43 x 7 x 27 cm (BxHxT) Farbe: ausschließlich schwarz Die Verarbeitung macht bereits auf den 1. Blick einen hochwertigen Eindruck. Die Spaltmaße stimmen, Display, Knöpfe und Klappe sind sauber eingepasst und die Alu-Frontblende vermittelt hohe Solidität. Alle Knöpfe haben einen sehr guten Druckpunkt, der Volumenregler für den Kopfhörereingang dreht satt.
Was mir sehr gut gefällt: Der MB-10 hat einen richtigen Netzschalter. Ein oder Aus, mehr gibt's nicht. Der Schalter kann auch nur direkt am Gerät und nicht über die Fernbedienung betätigt werden. Die Rückseite des MB-10 gestaltet sich übersichtlich. Auf der rechten Seite schaut das Netzkabel aus dem Gehäuse, links findet man den anlogen Ausgang (Cinch, vergoldet) sowie die beiden digitalen (koaxial und optisch). In ummittelbarer Nachbarschaft befindet sich auch der kleine Schalter zur Aktivierung der digitalen Ausgänge.
BEDIENUNGSANLEITUNG Die mitgelieferte Bedienungsanleitung ist ein wahrer Quell der Freude. In einem 5-sprachigen DIN-A4 Heft findet man alles, was man zur sicheren Bedienung braucht. Die Dokumentation ist klar gegliedert, das Schriftbild gut lesbar, Warn- bzw. besondere Hinweise sind sofort zu erkennen und die Grafiken sind ausreichend groß. Genauso soll eine gute Bedienungsanleitung sein.
INBETRIEBNAHME Nach Anschluss des MB-10 an den Verstärker und ans Netz, wird das Gerät eingeschaltet. Entgegen herkömmlicher CD-Player, die nur lieblos mit ihrem Display zwinkern, erwacht der Nak, im wahrsten Sinne des Wortes, zum Leben! Das MusikBank-System führt einen mechanischen Selbsttest durch um für kommende Taten gerüstet zu sein. Dieser Selbsttest wird jeden Freund diffiziler Mechanik umgehend begeistern. Die nicht inaktiven 5 CD-Anzeigen fordern zur Fütterung des Players auf. Durch Drücken der CD-Wahltaste, wird die Position der CD in der MusikBank festgelegt, das Anschließende Betätigen der Auswurftaste öffnet die Staubschutzklappe. Die CD wir in den Schlitz gelegt und das Gerät zieht sie ein. Befindet sich die CD auf ihrem Platz, leuchtet die CD-Anzeige bernsteinfarben. Auf diese Art wird der MB-10 mit 4 weiteren CDs bestückt.
Die zur Zeit aktive CD wird durch eine grüne Lampe in der CD-Anzeige gekennzeichnet. Nach Betätigung der Play-Taste geht es dann los mit der Musik. Ist die CD zu Ende, wechselt der MB-10 automatisch auf die nächste CD. Der Wechsel dauert ca. 30 Sekunden. So hat man stundenlang, fast ununterbrochen, Musik.
Das Display in rot/orange ist auch über größere Distanzen noch gut lesbar und informiert ständig über die aktuellen Funktionen. FERNBEDIENUNG
Die Fernbedienung ist gut aufgebaut, einzelne Funktionsblöcke hätten aber etwas klarer von einander getrennt sein können. Die Verarbeitung macht keinen herausragenden, aber einen soliden Eindruck. Die Sonderfunktionen des Players, wie Speicherfunktionen, Zufallswiedergabe, Zeitanzeige, können nur über die FB betätigt werden. Von einer 1tägien Testphase abgesehen, habe ich die FB nicht benötigt. Der MB-10 wurde über die Fernbedienung meines Nakamichi Receivers gesteuert, bzw. später über meine Universalfernbedienung.
ALLGEMEINER GEBRAUCH Ich habe den Nak nun bereits einige Jahre und mache von ihn sehr rege Gebrauch. So kann ich auch über keinerlei Ausfälle berichten. Die Fehlerkorrektur des MB-10 ist so gut, dass auch stark angegriffene CDs abgespielt werden.
Als Abspielmedium nimmt der MB-10 normale CDs und CD-R. Sonderformen und -maße sollte man sich verkneifen. Auch mag der Nak keine beklebten Silberlinge oder Reinigungs-CDs. Die Bedienungsanleitung gibt darüber hinreichend Auskunft. Im Falle einer Verstimmung kann das Gerät an die Firma Quadral nach Hannover eingeschickt werden.
Mein Hörempfinden kann ich nur subjektiv wiedergeben; das Gerät stellt klanglich bestimmt nicht das allerletzte Ende der Fahnenstange dar, aber es hinterlässt einen sehr ordentlichen Eindruck und Musik hören macht damit einfach Spaß. Der MB-10 spielt zusammen mit einem Nakamichi AV-10 und Canton Karat M90 Lautsprechern. Keine Musikrichtung ist dem Player fremd, ich ziehe es allerdings vor, diese analog wiederzugeben. Ist der MB-10 über die digitalen Ausgänge angeschlossen, geht ein klitzekleines Quäntchen an Volumen und Wärme verloren. Das klingt jetzt vielleicht dramatisch, man merkt es jedoch nur in einem direkten Hörvergleich. TECHNISCHE DATEN
Hier noch ein paar technische Daten, für diejenigen, die es interessiert. Alle Angaben stammen von Nakamichi.
D/A Wandler: 24-Bit Doppel D/A Wandler 8-fach Oversampling Digitalfilter Samplingfrequenz: 44,1 kHz
Gleichlaufschwankung: nicht messbar Frequenzgang: 5-20.000 Hz +/- 0,5 dB
Klirrfaktor: 0,003 % oder weniger (1 kHz, 0 dB) Klirrfaktor + Rauschen: 0,004 % (1 kHz)
Signal/Rauschabstand: besser als 100 dB Dynamikumfang: besser als 100 dB
Kanalabstand: besser als 90 dB
FAZIT Wer nicht nur Freude an schöner Musik sondern sich auch noch an Mechanik hat, liegt mit dem Nakamichi MB-10 genau richtig. Außerdem hat man die Gewissheit einen nicht alltäglichen CD-Player sein Eigen zu nennen. Das MusikBank-System steigert dazu den Gerbrauchswert des Gerätes enorm.
Mein Tipp daher: Wer noch einen bekommen kann, sollte unbedingt zugreifen.
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03.07.2007 12:15
Super geschrieben. Liebe Grüße Anja
03.07.2007 11:24
daran hätte ich auch noch spass...
03.07.2007 10:40
schöner Bericht von Dir