Nascar pur
12.04.2005
Pro:
Original - Lizenzen, viel Action, guter Saison - Modus, viele Rennstrecken, wird nicht so schnell langweilig
Kontra:
Enttäuschender Soundtrack, Spieltechnik (natürlich) nicht mehr ganz zeitgemäß
Empfehlenswert:
Ja
 juni79
Über sich:
Was passiert hier momentan eigentlich? Liebe Grüße jedenfalls nach wie vor (nur) an alle lieben User...
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Neben den Funsportarten gehören die Rennspiele ja zu meinen Lieblingsvideospielen und da auch meine beiden Brüder solche Raserspiele schon immer über alles gemocht hatten, war es wenig verwunderlich, dass unsere Sammlung gerade, was dieses Genre angeht, wirklich riesengroß war beziehungsweise natürlich auch heute noch ist. Der große Vorteil bei sämtlichen Rennspielen ist ja, dass diese locker und leicht auch nur mal so eben für zwischendurch gespielt werden können, ohne dass Ihr gleich immer unbedingt mehrere Stunden investieren müsst. Auch „Nascar 98“ ist ein fester Bestandteil unserer großen Rennspielsammlung und (ohne gleich zuviel vorwegnehmen zu wollen) kann ich sagen, dass es zumindest zu den etwas Besseren seiner Art gehört. Ob sich sogar vielleicht auch heute noch ein Kauf dieses Saturn-Spiels für Euch lohnt, erfahrt Ihr möglicherweise jetzt in meinem Bericht. Während der Videospielmarkt an Saturnspielen von Formel 1- Simulationen, Rallyespielen und den sogenannten Arcade-Racern geradezu überquoll, waren Rennspiele rund um die amerikanische Nascar-Serie eigentlich eher in der Minderheit, ein Grund mehr für uns, uns dieses Spiel damals zuzulegen. Kenner/innen der Nascar-Szene erkennen sehr schnell, dass mit Originallizenzen wahrlich nicht gegeizt wurde, es existieren tatsächlich sämtliche Fahrer des damaligen Jahrgangs der Nascar-Saison und auch die meisten Strecken wurden brav originalgetreu nachgebildet. Insgesamt stehen Euch weit über 20 verschiedene Rennpiloten zur Verfügung, wovon aber nur den eingefleischten Fans dieses Sports die Namen hierzulande etwas sagen dürften. Dies war aber für mich sowieso nie bei Rennspielen ausschlaggebend, mich interessierte da viel mehr die technische Umsetzung auf die Spielkonsole.
Natürlich ist bei Nascar 98 für den Sega Saturn ein gewaltiges Tuning-Angebot hier vorhanden, dies ist im Grunde der Dreh- und Angelpunkt nicht nur bei diesem Spiel, sondern überhaupt auch „in echt“ bei diesem Sport. Einst waren diese Fahrzeuge ganz normale Autos, die eventuell auch wir schon einmal gefahren haben, doch mittlerweile sind sie dann kaum noch wiederzuerkennen, nicht nur das Fahrwerk und der Motor sondern überhaupt das gesamte Outfit ist nun völlig anders. Bastler/innen unter Euch werden die zahlreichen Optionsmenüs erfreuen, denn Ihr könnt hier frei nach Belieben zahlreiche Einstellungen vornehmen, welche dann auch in der Tat entsprechende Auswirkungen auf die Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit, das Lenk- und Bremsverhalten, die Kurvenlage Eures Wagens und so weiter haben. Irgendwann einmal seid Ihr dann aber auch schließlich fertig mit den Rennvorbereitungen und es kann endlich losgehen. In Nascar 98 gibt es im Grunde eigentlich nur zwei unterschiedliche Arten an Streckentypen, einerseits die bekannten Ovalkurse, in denen Ihr nahezu unzählige Runden im Kreis fahrt und andererseits die Straßenkurse, welche für mich auch deutlich interessanter waren, aber dies ist ja sicher Geschmackssache. Sehr detailliert werdet Ihr von einem Kommentator über die Tücken des jeweiligen Kurses aufgeklärt, eine Streckenübersicht sollte dann zusätzlich die wichtigsten Fragen beantworten können. Danach begebt Ihr Euch noch einmal in die Werkstatt, um Euren Rennwagen den individuellen Eigenschaften der Strecken anzupassen und dann geht es ab zur Startlinie. Bevor Ihr Euch schließlich für einen Rennfahrer entscheidet, könnt Ihr auf Wunsch detaillierte Informationen zur jeweiligen Person abrufen, entscheidet Ihr Euch für diesen, nehmt Ihr praktisch dessen Identität an. Einen Editor, was Euer Fahrzeug angeht, gibt es allerdings nicht, demzufolge könnt Ihr Euch nicht schon zu Beginn ein völlig individuelles Auto zusammenbauen, sondern seid schon gezwungen, ein vorgegebenes Auto zu wählen. Dies war für mich aber auch überhaupt nicht tragisch, wollte dies aber nicht ganz unerwähnt lassen. Die Auswahl ist jedenfalls groß genug, ich bin mir sicher, dass Ihr auch so einen zu Euch passenden fahrbaren Untersatz finden werdet.
Fast schon wie selbstverständlich werden hier bei Nascar 98 von Euch zumindest fortgeschrittene Kenntnisse mit früheren Rennspielen vorausgesetzt, zumindest Anfänger werden zu Beginn ordentlich Probleme haben. Denn mit einem wilden Drauflosstürmen und unkontrolliertem Gerase kommt Ihr nicht weit. Früh müsst Ihr schon in die jeweilige Kurve oder Schikane gehen und stets die Ideallinie im Kopf haben, ansonsten verliert Ihr sehr wertvolle Zeit. Unfaire Stellen kommen hier zum Glück relativ selten vor, zwar kracht es ziemlich selten, aber dafür fühlt Ihr Euch im Vergleich mit Euren Gegnern nicht sonderlich benachteiligt, diese bekommen nämlich auch sehr oft die Härte des Nascar-Alltags zu spüren. Denn ein Grundbestandteil dieses Rennsports sind die Kollisionen, die teils wirklich spektakulären Karambolagen, die es oft in sich haben. Doch die Autos sind in der Regel äußerst robust und so müsst Ihr eigentlich schon viel anstellen, um Euer Auto wirklich Schrott fahren zu können. Teilweise ungewollt spektakuläre Dreher oder sogar richtige Stunts werdet Ihr erleben, in denen Ihr phasenweise meterhoch durch die Luft geschleudert werdet. Manchmal könnt Ihr gar nichts dafür, oft ist es aber so, wenn Ihr einmal ganz ehrlich zu Euch selber seid, dass Ihr selber daran Schuld seid, Euch die actionreiche Atmosphäre so gepackt hat, dass Ihr es einfach übertrieben hattet. Und natürlich ist es auch ein sehr schönes Gefühl, den lästigen Konkurrenten im richtigen Augenblick „abgeschossen“ oder sehr wirkungsvoll von der Straße abgedrängt zu haben, ein bisschen Schadenfreude gehört eben auch einfach dazu. Habt Ihr (möglicherweise) zu Beginn des Spiels noch einige Trainingsrunden im entsprechenden Spielmodus absolviert, ist es an der Zeit, den Saisonmodus zu starten. Abgesehen davon, dass die Möglichkeit besteht, tatsächlich die echte Renndistanz zu absolvieren (also auch ungefähr so viel zeit dafür aufwenden müsst! ), entscheidet Ihr Euch dann zwischen „Arcade“ und „Simulation“. Bei Simulation wird nämlich sehr viel Wert auf Realismus gelegt, das heißt, dass Euer Fehlverhalten auch originalgetreuer bestraft wird, auch die Auswirkungen auf Euer Auto während eines Rennens werden stärker berücksichtigt. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass Die Konkurrenz stärker war als im Arcade-Modus, aber vielleicht habe ich mir das nur eingebildet. Nach einer kurzen Zeit habe ich mich dann aber für den Arcade-Modus entschieden, indem nicht alles so „streng genau“ genommen wird. Und des Weiteren habt Ihr letztlich auch unter „Custom“ die Möglichkeit, die Auswirkungen auf Euer Auto und die Intelligenz der Computerfahrer von vornherein festzulegen, dies fand ich allerdings nicht so wahnsinnig toll, zumindest wollte ich in diesem speziellen Punkt nicht entscheidend eingreifen beziehungsweise das Rennen sozusagen „künstlich“ beeinflussen. Im Arcade-Stil des Saison-Modus ging ich auf jeden Fall kurz danach an den Start.
Zunächst müsst Ihr Euch für einen Startplatz qualifizieren, eine zu absolvierende Runde ist dabei ausschlaggebend. Mehrere Perspektiven stehen Euch dann im Rennen zur Auswahl, ich empfehle Euch aber die Perspektive vom Heck aus, alles Andere wirkt zwar etwas spektakulärer doch könnt Ihr erst viel zu spät reagieren bzw. gegensteuern. Und eine mangelnde Übersicht könnt Ihr Euch in dem starken Gerangel im Kampf mit den anderen 23 Konkurrenten um die Meisterschaftspunkte nun wirklich nicht erlauben. Müsst Ihr ein etwas längeres Rennen bestritten, kommt mit den Zwischenstops in der Boxengasse noch ein weiteres taktisches Element hinzu. Diese Stops habt Ihr meistens auch bitter nötig, oft erreicht Ihr nur mit letzter Kraft bzw. mit einem total verbeulten Auto die Box. Reparaturen sind dann dringend erforderlich, denn Ihr habt in solchen Fällen kurz zuvor schon deutlich merken müssen, dass Euer Rennwagen nicht mehr so gut auf der Spur liegt oder zum Beispiel deutlich beschleunigungsärmer geworden ist. Netterweise werden beim Auftanken dann automatisch sämtliche Schäden an Eurem Auto repariert und zudem die Reifen gewechselt. Gut gelungen ist den Entwicklern auch der Zweispielermodus. In diesem kämpft Ihr dann auf einem geteilten Bildschirm gegeneinander und zugleich auch noch gegen sechs weitere CPU-Fahrer. Auch in technischer Hinsicht weiß dieser Spielmodus durchaus zu überzeugen, denn die Grafik bleibt die ganze Zeit über weiterhin erfreulich flüssig und auch deutliche Geschwindigkeitsverluste im Spielablauf konnte ich jedenfalls nicht ausmachen. Sowohl für den Einzelspieler- als auch Mehrspielermodus gilt, dass die Lenkung der Rennwagen einwandfrei möglich ist, sehr genau werden hier Eure Eingabebefehle umgesetzt, es gibt weder Verzögerungen noch sonstige Ungenauigkeiten.
Bei der Grafik muss ich so gut wie gar keine Abstriche machen, zumindest für damalige Saturnverhältnisse ist diese richtig gut. Natürlich wirken die Fahrzeuge nach heutigen Maßstäben doch etwas pixelig und zu kantig, um richtig echt zu wirken, doch so richtig gestört hat mich dies damals jedenfalls nicht. Auch die unterschiedlichen Rennstrecken sind gut animiert, was mir besonders wichtig war, ist die Tatsache, dass nirgendwo störende Texturstreifen, ein lästiges Flimmern oder Ruckeln zu beobachten war. Zwar glänzen die bunten Kurse nicht durch übermäßig viele Details, doch das, was ich sehen durfte, reichte zumindest aus, um aus meiner Sicht von einer gelungenen Rennspielatmosphäre sprechen zu können. Besonders gelungen ist meiner Meinung nach hier der Replay-Modus, in welchem Ihr Euch nach dem Rennen in einer Art Analyse die ganz besonders brenzligen Situationen noch einmal anschauen könnt. Kann ich die Grafik im Grunde doch nur loben, so sieht es mit dem Soundtrack dann doch schon deutlich schlechter aus. Mit Hängen und Würgen kann ich mich noch zu einer durchschnittlichen Wertung durchringen, da die Begleitmelodien nicht so richtig fehl am Platz sind und auch die Soundeffekte noch halbwegs in Ordnung gehen. Von einem mitreißenden Soundtrack kann ich jedoch ganz eindeutig nicht sprechen, die Rockmusik klingt doch das ganze Spiel über irgendwie unmotiviert. Gerade aufgrund der gewaltigen Action während der Nascar-Rennen hatte ich mir von der Musik und auch den Soundeffekten doch deutlich mehr erhofft. Ein Fan von Rennspielen, der einen Sega Saturn (noch) besitzt, macht mit einem Kauf von Nascar 98 sicherlich nichts falsch. Natürlich wirkt dieses Rennspiel aufgrund seines mittlerweile nun doch fortgeschrittenen Alters nicht mehr so ganz taufrisch und gerade die jüngeren Videospieler, die in den letzten Jahren von extrem gut präsentierten Raserspielen überhäuft wurden, werden die positive Gesamtbewertung von mir vielleicht gar nicht so richtig verstehen. Doch aufgrund der seinerzeit gelungenen Grafik, der gewaltigen Action und dem wirklich richtig motivierenden Saisonmodus kann ich Euch dieses Spiel auch heute noch zum Kauf empfehlen. Nicht zuletzt deswegen, weil es mittlerweile ganz sicher spottbillig im Internet zu finden ist, mehr als 10€ müsst Ihr nämlich ganz bestimmt nicht mehr ausgeben, wenn überhaupt. Was für den ein oder anderen von Euch möglicherweise ein Kaufanreiz sein könnte, ist das nicht alltägliche Genre, denn zumindest Rennspiele der Nascar-Serie sind doch vergleichsweise selten hierzulande vorzufinden. So oder so werden natürlich nur Rennsportfans zugreifen, speziell solche, die Ihre Sammlung an Saturnspielen in diesem Genre vervollständigen möchten. Da sich dieses Spiel aber auch ohne Probleme nur mal so zwischendurch spielen lässt und zusätzlich auch im Zweispielermodus durchaus zu überzeugen weiß, lohnt sich auch für andere Saturnbesitzer/innen eventuell noch ein Kauf.
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13.04.2005 17:01
Super Bericht, wie immer halt :) Liebe Grüße ***Free***
12.04.2005 15:06
na, da hast Du ordentlich Gas gegeben bei dem Bericht! lg
12.04.2005 15:06
sh :-)