Wie die Milka Kuh: lila und lahm
17.08.2010
Pro:
günstig zu haben, solide
Kontra:
Farbgebung, Grafik - Detail, trashige Dialoge
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Grafik
Sound
Multiplayer:
Bedienung
mehr
 scoopexx
Über sich:
Mitglied seit:05.06.2000
Erfahrungsberichte:274
Vertrauende:11
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 44 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Need for Speed: Carbon ist ein 2006 erschienene Spiel für die Xbox 360 und noch einige andere Konsolen. Es handelt sich dabei um einen Übergangstitel, der sowohl für die Last-Gen-Konsolen, als auch für die Current-Gen-Konsolen, wie die Xbox 360 oder die Wii erschienen ist. Man übernimmt die Kontrolle über einen imaginären Charakter, der in einer Fantasiestadt bereits einen Ruf als notorischer Street-Racer inne hat, dann allerdings seine Berufung als Rennfahrer einen Laufpass gegeben hat, nur um jetzt wiederzukommen. Viel mehr Story gibt es in dem Spiel nicht, außer dass man in den verschiedenen Stadtteilen Rennen fährt, um dort die Kontrolle zu übernehmen. Desto mehr Rennen man gewinnt, desto mehr Territorien gewinnt man. In der Stadt herrschen verschiedene "Racing-Gangs", die gegenseitig um die Herrschaft fahren. Desto mehr Territorien man einer dieser Gruppen wegnimmt, desto näher kommt man zu dem entscheidenden Rennen mit deren Anführern. Besiegt man einen von ihnen, kann man sein Auto gewinnen oder hat andere Vorteile. Territorien kann man gewinnen, indem man die Mehrzahl der dort angebotenen Rennen für sich entscheidet. So fährt man sich Stück für Stück zum Ziel des Spiels: Die komplette Stadt zu kontrollieren. Das Herzstück sind natürlich die Rennen selbst. Anfangs fährt man noch in einem vergleichsweise schlechten Auto gegen mittelmäßige Gegner, Stück für Stück bessert sich das allerdings, da man durch gewonnene Rennen Geld verdient, das wiederum in bessere Autos investiert werden will. Außerdem kann man die Autos in der eigenen Garage tunen. Sowohl leistungstechnisch als auch optisch stehen einem verschiedenste Möglichkeiten zur Verfügung. Um den Boliden für das Rennen zu verbessern, sind z.B. neue Motoren, Getriebe, Reifen, etc. erwerbbar. Optische Verbesserungen bringen einem beim Rennen selbst nichts, aber kaufen lassen sie sich trotzdem. Vom Heckspoiler bis zur Veränderung der Motorhaube ist so ziemlich alles mit dabei.
Im Rennen selbst angekommen, merkt man sehr schnell, dass Need for Speed: Carbon ein reiner Arcade-Racer ist. Das heißt, man sollte keinerlei Realismus oder eine wirklichkeitsnahe Fahrphysik erwarten. Das bringt es mit sich, dass man das ein oder andere Extra mit im Rennen in die Hand bekommt. Es gibt einerseits einen Turbo, der sich während des Rennens immer wieder auflädt und auf der anderen Seite eine Zeitlupe, die es einem ermöglicht, in schwierigen Situationen die Kontrolle über das Auto zu behalten. Zudem bekommt man mit zunehmenden Erfolg immer mehr Leute, die der eigenen Crew beitreten und die einen im Rennen unterstützen. Sie erfüllen verschiedene Aufgaben für einen, so zeigen sie beispielsweise Abkürzungen oder lassen einen im Windschatten mitfahren. Die Renntypen unterscheiden sich untereinander, so stehen z.B. Rundkurse, Drift-Rennen, in denen man Punkte für das Um-die-Kurven-driften bekommt, Radarkontrollrennen, in denen man möglichst schnell Blitzer passieren muss, etc. zur Auswahl. Insgesamt gibt es ca. 5-6 verschiedene Renntypen, die durchaus Abwechslung in das Spielgeschehen bringen. Grafik:
Die optische Komponente ist ganz klar einer der großen Schwachpunkte von Need for Speed: Carbon. Man sieht es dem Spiel an, dass es ein Übergangstitel war, der sowohl für die alten Konsolen, als auch für die neuen erschienen ist. Aber zunächst zu den positiven Aspekten der Grafik: Pop-Ups und Tearing sind ein Fremdwort für das Spiel. Ebenso sinkt die Framerate des Spiels nur äußerst selten in einen niedrigen Bereich. Außerdem ist der Stil, in dem die Zwischenanimationen, die die Story erzählen, recht gut gemacht - auch wenn die Dialoge sich auf Trash-Niveau bewegen. Es lässt sich allerdigs ansonsten wenig Positives in optischer Hinsicht finden. Auf der negativen Seite ist insbesondere die mangelnde Detailvielfalt, mittelmäßige Texturen und die eintönige Farbgebung zu nennen. Die Detailvielfalt und die niedrige Texturauflösung sind dadurch zu erklären, dass der Titel auch auf die alten Konsolen zurechtgeschnitten werden musste. Deren geringere Leistungsfähigkeit wirkt sich hier noch aus. Die Farbgebung ist allerdings ein Design-Mangel, der für mich nicht zu erklären ist. Alles ist in einem Violett-Farbton gehalten, der alle Areale gleich aussehen lässt. Anstatt etwas Abwechslung zu erzeugen, entsteht so nur Monotonie, die sich gerade bei einem Arcade-Rennspiel absolut negativ auf das Gameplay auswirkt. Wenn ein Arcade-Racer so wenig Abwechslung auf der grafischen Seite bietet, ist es fast schon ein verlorenes Unterfangen, etwas Nennenswertes zu reißen. Sound:
Die Vertonung von Need for Speed: Carbon ist leider auch eine Enttäuschung. Man kann nicht sagen, dass sie von der Qualität her wirklich schlecht ist, aber die Dialoge sind, wie oben angesprochen, wirklich trashig und die Story, die sie erzählen, ist ziemlich bescheuert. Zudem finde ich es wirklich schade, dass es die englische Sprachausgabe nicht auf die DVD geschafft hat. Das hätte eventuell in dieser Hinsicht noch etwas gerissen, aber so muss man der Vertonung leider die Qualität absprechen - ohne dass sie wirklich schlecht durchgeführt worden wäre - sie ist einfach nur trashig und das ist ihr einziger Fehler. Fazit:
Need for Speed: Carbon ist ein durchaus spielbares Game. Allerdings ist es von der Qualität her wirklich eher der letzten Konsolengeneration zuzuordnen und passt nicht mehr in die qualitativ hochwertige Riege neuerer Racing-Games. Die Marke Need for Speed mag noch einiges an Qualität beherbergen, allerdings scheint sie seit Langem nicht mehr das bieten zu können, was man ursprünglich von ihr gewohnt war: unkomplizierter, hochwertiger und schneller Racing-Spaß. Stattdessen bekommt man eine lahme Story, schlechte Grafik und sich ständig wiederholendes Gameplay. So läuft die Sache heutzutage nicht mehr und daher kann ich für dieses Spiel auch keine gute Bewertung abgeben.
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