Wer hat den größeren Nutzen?

4  29.05.2005

Pro:
Sinn und Zweck habe ich erst später verstanden .

Kontra:
Für Anfänger verwirrend .

Empfehlenswert: Ja 

negendank

Über sich: Die Phönizier haben das Geld erfunden. Warum nur so wenig? (Nestroy)

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Falls man es noch nicht gewußt hat: NdV bedeutet Netz des Vertrauens. Gemeint sind sowohl Personen, denen ich vertraue als auch solche, die mir vetrauen.

Hier geht es darum, den Nutzen zu optimieren. Aufgrund eigener Erfahrungen werfe ich die Frage auf, wessen Nutzen optimiert wird. Dabei werde ich meine Erfahrungen zeitlich gliedern.

Ganz am Anfang
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Schon für meinen Erstling schenkten mir einige Leute ihr Vertrauen. Die Sache hatte einen Vorteil. Für das Vertrauen bekommt man 80 Punkte und bei einem Anfänger fallen diese Punkte ganz schön ins Gewicht. So wird der Farbwechsel beschleunigt und der Anfänger fühlt sich ermutigt. So war das wohl auch gemeint. Diese Leute wollten mich bei Ciao motivieren, damit ich weiterhin Berichte schreibe. Da habe ich ja getan.

Die Sache hat auch einen Haken. Als Anfänger wußte ich noch nicht, wonach das Vertrauen verteilt wird. Ich hielt es so für eine „gute Sitte“. So hatte ich willkürlich irgendwelchen Leuten mein Vertrauen geschenkt. Die Reaktion war gleich Null. Einige dieser „Vertrauten“ hielten es nicht einmal für nötig, meine Berichte zu lesen. Nutzen hatte ich gar keinen.

Folglich kürzte ich mein NdV. Das führte zu etlichen Protesten. Sinngemäß lautete die Reaktion: Warum entziehst Du mir das Vertrauen? Habe ich Dir etwas Böses getan? Das war schon vertrackt. Etwas „Böses“ hatte der andere nicht getan. Er hatte überhaupt nichts getan! Das waren reine Karteileichen. Von einigen habe ich mich breitschlagen lassen. Der Autor hat viele gute Berichte geschrieben und auch eine gute Farbe. So habe ich in mal im NdV stehen lassen. Wir haben aber keine persönliche Beziehung.

Es geht auch anders
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In der Folge habe ich niemandem mehr das Vertrauen geschenkt und auch keins bekommen. Die meisten Punkte bekommt man ohnehin durch gute Bewertungen. Man muß eben gut schreiben können.

Man kann einem Menschen auch bei einer persönlichen Begegnung sein Vertrauen aussprechen. Gerade weil man sich gesehen hat, bekommt das Vertrauen eine tiefere Bedeutung. Ich kenne etliche Menschen, denen ich auf die Weise vertraue. Allerdings ist diese Beziehung bei Ciao nicht öffentlich bekannt. Das habe ich sogar noch bei einem Ciao-Stammtisch erlebt. Mit einem Mitglied habe ich sehr gute Gespräche geführt. Dieser Mann sagte mir bereits am Stammtisch, daß er nichts davon hält, mir öffentlich das Vertrauen zu schenken und er meint, die 80 Punkte sollten mir egal sein. Privat würde ich dem Mann schon vertrauen. Öffentlich habe ich von ihm bis heute noch kein Vertrauen. Das möchte ich mal anmerken. Es gibt Menschen, die in diesen Dingen sehr genau unterscheiden.

Und dann doch wieder
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Mein NdV war bis auf einen winzigen Rest geschrumpft und ich schenkte ihm keine Beachtung.

Völlig unerwartet bekam ich doch wieder das Vertrauen. Es dauerte einige Tage, bis ich es überhaupt bemerkte. Diesmal von einer Autorin. Der Hintergrund war mir sofort klar. Es gab gemeinsame Interessen. Ich hatte bei ihr einige Berichte gelesen und sie bei mir. Wir beide hatten bereits verschiedentlich Kommentare hinterlassen. Ein Thema interessierte uns so, daß wir Gedanken im Gästebuch ausgetauscht hattten. Da ich ihre Berichte noch in Erinnerung hatte, fiel es mir nicht schwer, das Vertrauen zu erwiedern. Im Vergleich zu mir ist sie ja nicht schlechter und warum sollte sie das Vertrauen nicht verdienen?

Seitdem tröpfelt das Vertrauen so etwa ein bis zweimal im Monat. Es sind alles Autoren und Autorinnen, die ich recht gut kenne. Wir teilen gemeinsame Interessen und wir haben uns bereits darüber ausgetauscht.

Dabei kommt das Gesetz der großen Zahl zur Geltung. Weil ich sehr viele Berichte zu unterschiedlichen Themen geschrieben habe, steigt die Wahrscheinlichkeit, daß jemand den passenden Bericht darunter findet. Hinzu kommt, daß ich jetzt bei Ciao bekannter bin. Es gibt nicht nur mehr Lesungen, sondern es steigt auch die Wahrscheinlichkeit, daß mal der „richtige“ Leser dabei ist. Deshalb sind die Voraussetzungen günstiger.

Spekulation auf Gegenleistung
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Beim Vertrauen finde ich das nicht einmal verwerflich. Bedenken wir bitte: im richtigen Leben beruht das Vertrauen immer auf Gegenseitigkeit. Natürlich vertraue ich Menschen, die auch mir vertrauen.

Bei Ciao kommt ein Umstand hinzu. Es ist von der subjektiven Meinug abhängig, ob jemand das NdV überhaupt wichtig findet. Wohlgemerkt, ich habe Mitglieder getroffen, denen es völlig unwichtig ist und die mir das auch gesagt haben. Auch ich habe eine Zeit erlebt, zu der ich praktisch ohne das NdV zurecht kam.

Bis auf weiteres reagiere ich passiv auf das Vertrauen. Wer mir das Vertrauen gibt, der teilt mir zwischen den Zeilen mit, daß er das NdV wichtig findet. Zur Sicherheit schaue ich mir die Berichte diese Mitglieds noch einmal durch. Wenn dieser Mensch für Ciao etwas Vernünftiges geleistet hat, dann stehen die Chancen sehr gut, daß ich Vertrauen mit Vertrauen beantworte. Über das NdV gibt mir jemand die Möglichkeit, einem anderen einen Gefallen zu erweisen. Bei manch einem denke ich auch: Ja, warum eigentlich nicht?

Eine Ausnahme möchte ich erwähnen. Ein Mitgleid hat mir das Vertrauen erteilt und selber noch keinen einzigen Bericht geschrieben. Dem habe ich allerdings ins private Gästebuch geschrieben: Leider kann ich Dir nicht öffentlich das Vertrauen im Sinne von Ciao geben. Das wäre nämlich eine Irreführung von Lesern. Nachher schaut jemand nach, wem ich vertraue und klickt auf den User. Wenn ein Leser gar nichts findet, dann ist er wohl enttäuscht.

Damit komme ich zum nächsten Punkt.

Eine Erfahrung als Leser
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Einmal las ich einen Reisebericht. De Urlaubsort hätte mir schon gefallen. Die Reise wäre mir zu teuer gekommen – ich hätte sie mir nicht leisten können. Daraufhin überlegte ich mir folgendes. Dieser Autor könnte ja Bekannte mit ähnlichen Urlaubswünschen haben. Normalerweise tauschen sich die Bekannten im öffentlichen Gästebuch aus. Dort schaue ich einmal nach. In der Tat fand ich jemanden, der das Thema vertiefen wollte. Die gleiche Autorin ist auch im NdV zu finden. Gästebuch und NdV überschneiden sich häufig. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Also schaute ich mal bei dieser Autorin hinein und in der Tat. Dort fand ich einen weiteren Reisebericht und erfuhr erstmal, daß die Reise doch nicht so teuer sein muß.

Wenn man unterstellt, daß die Personen im NdV ähnliche Interessen haben, dann läßt sich das NdV im Sinne von Querverweisen nutzen. Okay, der eine bietet mir nicht ganz die gewünschte Information. Doch könnte im NdV ein anderer dabei sein, der die Sache aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und mir dann doch wieder weiterhilft.

So gesehen ist das NdV doch wieder ein öffentliches Netzwerk. Andere Webseiten verwenden dafür Links. Der Unterschied ist gar nicht so groß. Wenn ein Autor durch einen Link auf eine weitere Webseite aufmerksam macht, dann muß er ja dem zweiten Autor vertrauen.

FAZIT

Als Autor halte ich die Vorteile für subjektiv. Häufig werden Beziehungen bestätigt, die man ohnehin schon hat. Ehrlich gesagt, ist mir die Beziehung selbst wichtiger als die Bestätigung. Punkte kann man auch anders verdienen.

Eher würde ich an die Interessen von Lesern denken, welche auf die Weise Links bekommen. Das ist die Logik von Netzwerken. Wenn mir der eine nicht hilft, dann hilft mir der andere.

In dem Punkt ist das NdV nicht ganz perfekt. Wenn der Autor viele unterschiedliche Interessen hat, dann kann er auch das Vertrauen aus unterschiedlichen Gründen vergeben. Dann muß ein Leser doch ziemlich suchen bis er den gewünschten Bericht findet. Deshalb ziehe ich einen Stern ab.

Also im NdV werden zwei unterschiedliche Dinge vermischt. Einmal Beziehungen, die man auch anders haben könnte. Und dann wieder Querverweise für Leser. Solange Ciao keine echten Links verwendet, ist das NdV besser als gar nichts.

Nun warte ich gespannt auf Eure Kommentare. Bei diesem Thema rechne ich übrigens mit unterschiedlichen Meinungen. Das Spektrum kenne ich bereits von einem Stammtisch. Der eine sagt „überflüssig“ und der andere „super“.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Ofenmaus

Ofenmaus

31.03.2011 00:00

bh - danke für den Einblick! :) lg

goldenegans

goldenegans

05.11.2010 09:17

Dein Bericht hat mir sehr geholfen

Latvianflower

Latvianflower

13.06.2008 14:11

Schöner Bericht. Jetzt weiß ich als Neuling ein bisschen besser bescheid. Danke

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