Neues vom Zappelphilipp - ADS verstehen, vorbeugen und behandeln / Helmut Bonney, Gerald Hüther

Neues vom Zappelphilipp - ADS verstehen, vorbeugen und behandeln / Helmut Bonney, Gerald Hüther

Taschenbuch - ISBN: 9783407229274 - Verlag: Beltz, J mehr

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Der bekannte Hirnforscher Gerald Hüther und der Familientherapeut Helmut Bonney erklären auf neuestem Stand, was Eltern über ADS wissen sollten, was sie vorbeugend tun können und...
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Neues vom Zappelphilipp: ADS verstehen, vorbeugen und behandeln (Beltz Taschenbuch / Ratge ... Neues vom Zappelphilipp: ADS verstehen, vorbeugen und behandeln (Beltz Taschenbuch / Ratge ...
Seiten: 167, Ausgabe: Lizenzausgabe, Taschenbuch, Beltz
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Neues vom Zappelphilipp, Gerald Hüther, Helmut Bonney Neues vom Zappelphilipp, Gerald Hüther, Helmut Bonney
2013, 2. Aufl., 167 Seiten, Maße: 13,4 x 20,7 cm, Taschenbuch, DeutschDer bekannte ... mehr
Hirnforscher Gerald Hüther und der
Familientherapeut Helmut Bonney erklären auf
neuestem Stand, was Eltern über ADS wissen
sollten, was sie vorbeugend tun...
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Neues vom Zappelphilipp - Hther, Gerald - Bonney, Helmut Neues vom Zappelphilipp - Hther, Gerald - Bonney, Helmut
Taschenbuch, 167 S., Erschienen: 2013 - Neuauflage.
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Neues vom Zappelphilipp - Gerald Hüther,Helmut Bonney Neues vom Zappelphilipp - Gerald Hüther,Helmut Bonney
Der bekannte Hirnforscher Gerald Hüther und der Familientherapeut Helmut Bonney erklären ... mehr
auf neuestem Stand, was Eltern über ADS wissen
sollten, was sie vorbeugend tun können und warum
Medikamente keine Lösung sind. Statt Hirndoping
müssen Familien wie...
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Dieses Buch wartet zunächst mit beeindruckenden Zahlen und Fakten auf: Lag 1990 die Zahl ... mehr
der Kinder, die wegen des
Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (ADS) in den USA
ärztlich behandelt wurden, noch unter einer
Million, so sind es heute schon über zehn
Millionen. In Deutschland sind schätzungsweise
170.000 bis 350.000 schulpflichtige Kinder
betroffen; davon werden heute etwa 50.000 mit
Ritalin und anderen Medikamenten behandelt. Bei
diesen Mitteln, die noch 1990 in Deutschland
gerade mal in 1.500 Fällen verordnet wurden,
handelt es sich um Amphetamine, welche die
Dopaminregulation im Gehirn normalisieren und
damit Verhaltensauffälligkeiten entgegenwirken
sollen. Gerald Hüther, Hirnforscher aus Göttingen,
und Helmut Bonney, Kinderpsychiater und
Familientherapeut aus Heidelberg, haben ein
leidenschaftliches Plädoyer gegen diese Anpassung
auf Rezept geschrieben. Zur Begründung führen sie
zweierlei an. Erstens: Erst seit bestimmte
Verhaltensweisen von Kindern -- überschießende
Impulsivität, motorische Unruhe, mangelnde
Aufmerksamkeit -- als so sehr normabweichend
angesehen wurden, dass man sie als Krankheit
namens ADS einstufte, wurden sie auch
diagnostiziert und medikamentös behandelt. Das ist
seit Mitte der 1980er-Jahre der Fall. Zweitens:
Neue Erkenntnisse der Hirnforschung lassen die
"Dopaminmangelhypothese", auf der die Therapie mit
Psychopharmaka beruht (Spektrum der Wissenschaft
3/1999, S. 30), als äußerst fragwürdig erscheinen.
Hüther und Bonney legen nun eine Erklärung für ADS
vor, die das Kind in seiner Entwicklung und in
seinen Umweltbezügen in den Mittelpunkt rückt.
Damit reihen sie sich ein in die immer größer
werdende Schar derjenigen, die einer
pharmakologischen Therapie des ADS kritisch
gegenüberstehen, und sprechen gewiss vielen
ebenfalls kritischen Eltern aus der Seele. Sie
müssen allerdings mit Widerspruch vor allem derer
rechnen, die Ritalin und ähnliche Präparate in den
letzten Jahren als wahren Segen erlebt haben. Ich
kenne zahlreiche Lehrer, in deren Klassen vormals
unkonzentrierte Zappelphilippe sich endlich ihren
Aufgaben widmen können. Die Autoren erklären in
gut verständlicher Sprache, wie sich das kindliche
Gehirn in Wechselwirkung zwischen biologischer
Grundausstattung und Außenreizen formt und wie das
Kind seine persönlichen Verhaltensmuster erwirbt.
Ein besonderes Anliegen ist ihnen die Bedeutung
der frühen Bindungserfahrungen zwischen Eltern und
Kind. Sind die Bindungen stabil, geben sie dem
Kind emotionale Sicherheit, was die Benutzung des
Gehirns beeinflusst. Was hat das mit dem
Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom zu tun? Hüther und
Bonney argumentieren folgendermaßen: Es gibt
Kinder, die schon von Geburt an unruhiger sind als
andere, die häufiger schreien, wacher,
aufgeweckter, leichter stimulierbar, insgesamt
empfindlicher sind. Bei diesen Kindern ist
dementsprechend schon von Beginn an das
dopaminerge System aktiver. Dessen zentrales
Merkmal ist die Ausschüttung des Botenstoffs
Dopamin, die immer dann stattfindet, wenn
Unerwartetes, Neuartiges, Aufregendes wahrgenommen
wird. Bei Kindern mit besonders aktivem
dopaminergem System entwickelt sich nun rasch eine
Hirnstruktur, die besonders leicht durch alle
möglichen Reize stimulierbar ist. Diese innere
Unruhe ist von den Kindern selbst nicht
kontrollierbar. Ihre Zappeligkeit macht sie
wiederum zu schwierigen Zeitgenossen, lässt sie in
psychosoziale Konflikte geraten, sodass selbst die
Eltern unsicher werden und es schwer haben, dem
Kind eine sichere Bindung zu bieten. Hüther und
Bonney bemerken sehr wohl, dass ihr
Erklärungsmodell im Widerspruch steht zu den
Erfolgen der Therapie des ADS mit Psychopharmaka.
Deren Wirkung beruht ja gerade darauf, dass die
Dopaminausschüttung im Gehirn der Kinder angeregt
wird. Doch dieser Widerspruch, so die Autoren, sei
bloß ein scheinbarer. Die durch die Medikamente
ausgelöste, plötzliche und massive Freisetzung von
Dopamin führe zu einer schnellen Entleerung der
Dopaminspeicher, die dann nur langsam und
allmählich mit neu gebildetem Dopamin aufgefüllt
würden. In dieser Zeit, zirka vier bis sechs
Stunden, ist die Dopaminfreisetzung nicht mehr so
gut durch neue Reize stimulierbar. Dies ist die
Zeit, in der die Kinder ruhiger werden und sich
konzentrieren können, so lange, bis der alte
Zustand wieder erreicht ist. Lehrer, die unter
Behandlung stehende Schüler in ihren Klassen
haben, wissen davon ein Lied zu singen, denn die
Wirkung hält oft schon nicht mehr bis zur sechsten
Unterrichtsstunde an. Welche Alternativen schlagen
die Verfasser nun vor? Hüther und Bonney setzen
beim Verhalten der Kinder und bei der Arbeit mit
dem Umfeld an. Sie fordern den frühen Beginn
therapeutischer Maßnahmen, damit die für das ADS
charakteristische Nutzung des Gehirns sich gar
nicht erst verfestigt. In einer Reihe von
Fallbeispielen wird gezeigt, wie durch klare
Zielvereinbarungen die Eltern zur Mitarbeit
gewonnen werden können und wie durch spezifische,
motivierende Hilfestellungen (zum Beispiel
kunsttherapeutische Gestaltung, Arbeit mit
Lern-Software) die Kinder zur Ruhe gebracht
werden. So nachvollziehbar das Plädoyer der
Autoren für ein komplexes Vorgehen auch ist: Der
Anspruch, Kinder mit ADS und ihre Familien nunmehr
in erster Linie durchgängig familientherapeutisch
zu behandeln, dürfte im Alltag kaum umsetzbar
sein. Dennoch: Für mich ist die neurobiologische
Argumentation des Buches sehr schlüssig und
überzeugend. Es liefert viel Stoff für eine
kritische Diskussion des Themas und sollte von
Kinderärzten, Lehrern, Therapeuten und engagierten
Eltern unbedingt beachtet werden. --Reiner Bahr
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der Kinder, die wegen des
Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (ADS) in den USA
ärztlich behandelt wurden, noch unter einer
Million, so sind es heute schon über zehn
Millionen. In Deutschland sind schätzungsweise
170.000 bis 350.000 schulpflichtige Kinder
betroffen; davon werden heute etwa 50.000 mit
Ritalin und anderen Medikamenten behandelt. Bei
diesen Mitteln, die noch 1990 in Deutschland
gerade mal in 1.500 Fällen verordnet wurden,
handelt es sich um Amphetamine, welche die
Dopaminregulation im Gehirn normalisieren und
damit Verhaltensauffälligkeiten entgegenwirken
sollen. Gerald Hüther, Hirnforscher aus Göttingen,
und Helmut Bonney, Kinderpsychiater und
Familientherapeut aus Heidelberg, haben ein
leidenschaftliches Plädoyer gegen diese Anpassung
auf Rezept geschrieben. Zur Begründung führen sie
zweierlei an. Erstens: Erst seit bestimmte
Verhaltensweisen von Kindern -- überschießende
Impulsivität, motorische Unruhe, mangelnde
Aufmerksamkeit -- als so sehr normabweichend
angesehen wurden, dass man sie als Krankheit
namens ADS einstufte, wurden sie auch
diagnostiziert und medikamentös behandelt. Das ist
seit Mitte der 1980er-Jahre der Fall. Zweitens:
Neue Erkenntnisse der Hirnforschung lassen die
"Dopaminmangelhypothese", auf der die Therapie mit
Psychopharmaka beruht (Spektrum der Wissenschaft
3/1999, S. 30), als äußerst fragwürdig erscheinen.
Hüther und Bonney legen nun eine Erklärung für ADS
vor, die das Kind in seiner Entwicklung und in
seinen Umweltbezügen in den Mittelpunkt rückt.
Damit reihen sie sich ein in die immer größer
werdende Schar derjenigen, die einer
pharmakologischen Therapie des ADS kritisch
gegenüberstehen, und sprechen gewiss vielen
ebenfalls kritischen Eltern aus der Seele. Sie
müssen allerdings mit Widerspruch vor allem derer
rechnen, die Ritalin und ähnliche Präparate in den
letzten Jahren als wahren Segen erlebt haben. Ich
kenne zahlreiche Lehrer, in deren Klassen vormals
unkonzentrierte Zappelphilippe sich endlich ihren
Aufgaben widmen können. Die Autoren erklären in
gut verständlicher Sprache, wie sich das kindliche
Gehirn in Wechselwirkung zwischen biologischer
Grundausstattung und Außenreizen formt und wie das
Kind seine persönlichen Verhaltensmuster erwirbt.
Ein besonderes Anliegen ist ihnen die Bedeutung
der frühen Bindungserfahrungen zwischen Eltern und
Kind. Sind die Bindungen stabil, geben sie dem
Kind emotionale Sicherheit, was die Benutzung des
Gehirns beeinflusst. Was hat das mit dem
Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom zu tun? Hüther und
Bonney argumentieren folgendermaßen: Es gibt
Kinder, die schon von Geburt an unruhiger sind als
andere, die häufiger schreien, wacher,
aufgeweckter, leichter stimulierbar, insgesamt
empfindlicher sind. Bei diesen Kindern ist
dementsprechend schon von Beginn an das
dopaminerge System aktiver. Dessen zentrales
Merkmal ist die Ausschüttung des Botenstoffs
Dopamin, die immer dann stattfindet, wenn
Unerwartetes, Neuartiges, Aufregendes wahrgenommen
wird. Bei Kindern mit besonders aktivem
dopaminergem System entwickelt sich nun rasch eine
Hirnstruktur, die besonders leicht durch alle
möglichen Reize stimulierbar ist. Diese innere
Unruhe ist von den Kindern selbst nicht
kontrollierbar. Ihre Zappeligkeit macht sie
wiederum zu schwierigen Zeitgenossen, lässt sie in
psychosoziale Konflikte geraten, sodass selbst die
Eltern unsicher werden und es schwer haben, dem
Kind eine sichere Bindung zu bieten. Hüther und
Bonney bemerken sehr wohl, dass ihr
Erklärungsmodell im Widerspruch steht zu den
Erfolgen der Therapie des ADS mit Psychopharmaka.
Deren Wirkung beruht ja gerade darauf, dass die
Dopaminausschüttung im Gehirn der Kinder angeregt
wird. Doch dieser Widerspruch, so die Autoren, sei
bloß ein scheinbarer. Die durch die Medikamente
ausgelöste, plötzliche und massive Freisetzung von
Dopamin führe zu einer schnellen Entleerung der
Dopaminspeicher, die dann nur langsam und
allmählich mit neu gebildetem Dopamin aufgefüllt
würden. In dieser Zeit, zirka vier bis sechs
Stunden, ist die Dopaminfreisetzung nicht mehr so
gut durch neue Reize stimulierbar. Dies ist die
Zeit, in der die Kinder ruhiger werden und sich
konzentrieren können, so lange, bis der alte
Zustand wieder erreicht ist. Lehrer, die unter
Behandlung stehende Schüler in ihren Klassen
haben, wissen davon ein Lied zu singen, denn die
Wirkung hält oft schon nicht mehr bis zur sechsten
Unterrichtsstunde an. Welche Alternativen schlagen
die Verfasser nun vor? Hüther und Bonney setzen
beim Verhalten der Kinder und bei der Arbeit mit
dem Umfeld an. Sie fordern den frühen Beginn
therapeutischer Maßnahmen, damit die für das ADS
charakteristische Nutzung des Gehirns sich gar
nicht erst verfestigt. In einer Reihe von
Fallbeispielen wird gezeigt, wie durch klare
Zielvereinbarungen die Eltern zur Mitarbeit
gewonnen werden können und wie durch spezifische,
motivierende Hilfestellungen (zum Beispiel
kunsttherapeutische Gestaltung, Arbeit mit
Lern-Software) die Kinder zur Ruhe gebracht
werden. So nachvollziehbar das Plädoyer der
Autoren für ein komplexes Vorgehen auch ist: Der
Anspruch, Kinder mit ADS und ihre Familien nunmehr
in erster Linie durchgängig familientherapeutisch
zu behandeln, dürfte im Alltag kaum umsetzbar
sein. Dennoch: Für mich ist die neurobiologische
Argumentation des Buches sehr schlüssig und
überzeugend. Es liefert viel Stoff für eine
kritische Diskussion des Themas und sollte von
Kinderärzten, Lehrern, Therapeuten und engagierten
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der Kinder, die wegen des
Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (ADS) in den USA
ärztlich behandelt wurden, noch unter einer
Million, so sind es heute schon über zehn
Millionen. In Deutschland sind schätzungsweise
170.000 bis 350.000 schulpflichtige Kinder
betroffen; davon werden heute etwa 50.000 mit
Ritalin und anderen Medikamenten behandelt. Bei
diesen Mitteln, die noch 1990 in Deutschland
gerade mal in 1.500 Fällen verordnet wurden,
handelt es sich um Amphetamine, welche die
Dopaminregulation im Gehirn normalisieren und
damit Verhaltensauffälligkeiten entgegenwirken
sollen. Gerald Hüther, Hirnforscher aus Göttingen,
und Helmut Bonney, Kinderpsychiater und
Familientherapeut aus Heidelberg, haben ein
leidenschaftliches Plädoyer gegen diese Anpassung
auf Rezept geschrieben. Zur Begründung führen sie
zweierlei an. Erstens: Erst seit bestimmte
Verhaltensweisen von Kindern -- überschießende
Impulsivität, motorische Unruhe, mangelnde
Aufmerksamkeit -- als so sehr normabweichend
angesehen wurden, dass man sie als Krankheit
namens ADS einstufte, wurden sie auch
diagnostiziert und medikamentös behandelt. Das ist
seit Mitte der 1980er-Jahre der Fall. Zweitens:
Neue Erkenntnisse der Hirnforschung lassen die
"Dopaminmangelhypothese", auf der die Therapie mit
Psychopharmaka beruht (Spektrum der Wissenschaft
3/1999, S. 30), als äußerst fragwürdig erscheinen.
Hüther und Bonney legen nun eine Erklärung für ADS
vor, die das Kind in seiner Entwicklung und in
seinen Umweltbezügen in den Mittelpunkt rückt.
Damit reihen sie sich ein in die immer größer
werdende Schar derjenigen, die einer
pharmakologischen Therapie des ADS kritisch
gegenüberstehen, und sprechen gewiss vielen
ebenfalls kritischen Eltern aus der Seele. Sie
müssen allerdings mit Widerspruch vor allem derer
rechnen, die Ritalin und ähnliche Präparate in den
letzten Jahren als wahren Segen erlebt haben. Ich
kenne zahlreiche Lehrer, in deren Klassen vormals
unkonzentrierte Zappelphilippe sich endlich ihren
Aufgaben widmen können. Die Autoren erklären in
gut verständlicher Sprache, wie sich das kindliche
Gehirn in Wechselwirkung zwischen biologischer
Grundausstattung und Außenreizen formt und wie das
Kind seine persönlichen Verhaltensmuster erwirbt.
Ein besonderes Anliegen ist ihnen die Bedeutung
der frühen Bindungserfahrungen zwischen Eltern und
Kind. Sind die Bindungen stabil, geben sie dem
Kind emotionale Sicherheit, was die Benutzung des
Gehirns beeinflusst. Was hat das mit dem
Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom zu tun? Hüther und
Bonney argumentieren folgendermaßen: Es gibt
Kinder, die schon von Geburt an unruhiger sind als
andere, die häufiger schreien, wacher,
aufgeweckter, leichter stimulierbar, insgesamt
empfindlicher sind. Bei diesen Kindern ist
dementsprechend schon von Beginn an das
dopaminerge System aktiver. Dessen zentrales
Merkmal ist die Ausschüttung des Botenstoffs
Dopamin, die immer dann stattfindet, wenn
Unerwartetes, Neuartiges, Aufregendes wahrgenommen
wird. Bei Kindern mit besonders aktivem
dopaminergem System entwickelt sich nun rasch eine
Hirnstruktur, die besonders leicht durch alle
möglichen Reize stimulierbar ist. Diese innere
Unruhe ist von den Kindern selbst nicht
kontrollierbar. Ihre Zappeligkeit macht sie
wiederum zu schwierigen Zeitgenossen, lässt sie in
psychosoziale Konflikte geraten, sodass selbst die
Eltern unsicher werden und es schwer haben, dem
Kind eine sichere Bindung zu bieten. Hüther und
Bonney bemerken sehr wohl, dass ihr
Erklärungsmodell im Widerspruch steht zu den
Erfolgen der Therapie des ADS mit Psychopharmaka.
Deren Wirkung beruht ja gerade darauf, dass die
Dopaminausschüttung im Gehirn der Kinder angeregt
wird. Doch dieser Widerspruch, so die Autoren, sei
bloß ein scheinbarer. Die durch die Medikamente
ausgelöste, plötzliche und massive Freisetzung von
Dopamin führe zu einer schnellen Entleerung der
Dopaminspeicher, die dann nur langsam und
allmählich mit neu gebildetem Dopamin aufgefüllt
würden. In dieser Zeit, zirka vier bis sechs
Stunden, ist die Dopaminfreisetzung nicht mehr so
gut durch neue Reize stimulierbar. Dies ist die
Zeit, in der die Kinder ruhiger werden und sich
konzentrieren können, so lange, bis der alte
Zustand wieder erreicht ist. Lehrer, die unter
Behandlung stehende Schüler in ihren Klassen
haben, wissen davon ein Lied zu singen, denn die
Wirkung hält oft schon nicht mehr bis zur sechsten
Unterrichtsstunde an. Welche Alternativen schlagen
die Verfasser nun vor? Hüther und Bonney setzen
beim Verhalten der Kinder und bei der Arbeit mit
dem Umfeld an. Sie fordern den frühen Beginn
therapeutischer Maßnahmen, damit die für das ADS
charakteristische Nutzung des Gehirns sich gar
nicht erst verfestigt. In einer Reihe von
Fallbeispielen wird gezeigt, wie durch klare
Zielvereinbarungen die Eltern zur Mitarbeit
gewonnen werden können und wie durch spezifische,
motivierende Hilfestellungen (zum Beispiel
kunsttherapeutische Gestaltung, Arbeit mit
Lern-Software) die Kinder zur Ruhe gebracht
werden. So nachvollziehbar das Plädoyer der
Autoren für ein komplexes Vorgehen auch ist: Der
Anspruch, Kinder mit ADS und ihre Familien nunmehr
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überzeugend. Es liefert viel Stoff für eine
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Neues vom Zappelphilipp - ADS verstehen, vorbeugen und behandeln / Helmut Bonney, Gerald Hüther

Haupteigenschaften

Produktform: Buch

Edition: Neuausgabe

Nummer der Ausgabe: 1

Ausgabe: 1., Lizenzausgabe

Erscheinungsdatum: 2012

Seitenzahl / arabisch: 167

ISBN: 3407229275

EAN: 9783407229274

Bestellnummer : 22927

Titel: Neues vom Zappelphilipp

Untertitel : ADS verstehen, vorbeugen und behandeln

Sprache: Deutsch

Kategorie: Ratgeber / Lebenshilfe, Alltag / Familie

Medium: Taschenbuch

Höhe: 207 mm

Breite: 134 mm

Gewicht: 235 gr

Lieferstatus: lieferbar

Nummer innerhalb der Reihe: 927

Titel der Reihe: Ratgeber

Verlag: Beltz, J

Autor: Gerald Hüther; Helmut Bonney

Ciao

auf Ciao gelistet seit : 10/02/2012

Produktbeschreibung des Herstellers

Der bekannte Hirnforscher Gerald Hüther und der Familientherapeut Helmut Bonney erklären auf neuestem Stand, was Eltern über ADS wissen sollten, was sie vorbeugend tun können und warum Medikamente keine Lösung sind. Statt Hirndoping müssen Familien wieder mehr Wert auf gemeinsame Projekte legen. Denn Kinder sollten wieder lernen, die Aufmerksamkeit mit anderen Menschen auf gemeinsame Interessen und Aufgaben zu lenken. Diese neue Sicht auf ADHS und eine kombinierte Sichtweise der beiden Experten ist das Besondere an diesem Buch: Durch ihr Wissen und ihre Erfahrungen lässt sich das komplexe Störungsbild ADHS umfassend verstehen und optimal behandeln. o die neuesten Erkenntnisse zum Thema ADS o von den Experten der Hirnforschung und Familientherapie o großer Praxisteil und Bonuskapitel

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