Erfahrungsbericht über

Next / Michael Crichton

Gesamtbewertung (4): Gesamtbewertung Next / Michael Crichton

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~ Next ~

4  10.01.2010

Pro:
Spannender Roman, der nichts beschönigt und zum Nachdenken anregt

Kontra:
Am Anfang etwas langatmig, viele Personen und Nebenhandlungen, nicht für jeden interessant genug

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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Black--fire

Über sich: Mein Wichtelpaket ist da! Vielen Dank lieber Wichtel! Leider konnte ich noch nicht herausfinden, wer...

Mitglied seit:24.09.2008

Erfahrungsberichte:116

Vertrauende:22

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 104 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet


Das erste Buch, dass ich von Michael Chrichton gelesen habe war „Jurassic Park“ und da ich das Buch noch um einiges toller fand als den Film, von dem ich auch schon sehr begeistert war, folgte nicht lange darauf der zweite Teil „Vergessene Welt“.
Ich habe es danach immer sehr schade gefunden, dass es nicht auch noch ein drittes Buch gibt, nicht nur weil ich die Thematik so ansprechend gefunden habe, sondern weil es mir wahnsinnig viel Spaß gemacht hat, sie zu lesen.
Ich war fasziniert von Chrichtons Schreibweise und die Art wie er seine Bücher aufbaut, dass ich mir fest vorgenommen habe, bald mal wieder ein Buch von ihm zu lesen.
Und als ich dann vor ein paar Monaten in einer Buchhandlung stand und auf das Cover von „Next“ geschaut habe, musste ich das Buch einfach kaufen.


*** Produktinfos ***

Titel: Next
Autor: Michael Chrichton
Verlag: Goldmann Verlag
Seitenzahl: 513
Originalausgabe: „Next“ 2006
Preis: (Taschenbuch) 9,95 Euro
ISBN: 978-3-442-46672-6


*** Cover ***

Das Buch ist ein Taschenbuch, das durch seine Farbe schon hervorsticht.
Und zwar deshalb, weil es beinahe gänzlich weiß ist. Ansonsten ist die vorherrschende Farbe ein kräftiges Rot, was schon etwas alarmierendes, aggressives vermittelt.
Vorne drauf steht groß der Name des Autors und dann darunter der Titel „Next“.
Gleich unterhalb ist ein roter Affe abgebildet, auf dem ein schwarzer Strichcode gedruckt ist.
Auf der Buchrückseite steht der Text und Lobende Zeilen vom Spiegel und der Frankfurter Allgemeinen.


*** Text auf dem Buchrücken ***

"Die Jagd auf deine Gene hat schon begonnen…

Drei Milliarden Dollar sind Frank Burnets Zellen wert.
Drei Milliarden, um die er von der Universitätsklinik in L.A. betrogen wurde.
Die Forscher entwickelten aus seinen Immunzellen eine Zelllinie, die zum Sieg über den Krebs beiträgt, und verkauften die Rechte daran an BioGen Research Inc., ohne Burnets Einverständnis einzuholen.
Doch eines Tages sind alle Zelllinien im Labor kontaminiert, und Geschäftsführer Diehl bleibt nur eine Chance, um die BioGen vor dem Konkurs zu retten:
Er muss Burnet erneut Gewebe entnehmen, doch der ist schon auf der Flucht…“


*** Inhalt ***

Das Buch ist folgendermaßen aufgebaut:
Es gibt einen Hauptstrang, der hauptsächlich von Frank Burnet und seiner Tochter sowie dessen Sohn handelt und dann gibt es aber noch ganz viele kleine Nebenhandlungen, die aber auch meist irgendwie mit dem Hauptstang verknüpft sind.
Das Buch handelt im Grunde von Frank Burnet, der aufgrund einer Krankheit zu einem Arzt gegangen ist, der ihm einige Blutproben abgenommen hatte.
Nachdem er dachte, geheilt zu sein, hat ihn der Arzt erneut zu ihm bestellt und weitere Tests mit ihm durchgeführt.
Erst später hat Frank davon erfahren, dass dieser Arzt seine Zellen, die gegen Krebs helfen sollen, bereits vermarktet habe und dass BioGen bereits das Patent auf seine Zelllinie zugesprochen wurde.
Damit wurde er um eine Summe von drei Milliarden Doller betrogen und vor Gericht geht er ebenfalls leer aus.
Als ihm angeboten wird, die Zelllinie kontaminieren zu lassen, geht er darauf ein und taucht sogleich unter.
BioGen steht somit kurz vor dem Konkurs und der Inhaber Diehl greift zum letzten Mittel: Er lässt die Tochter und den Enkel Burnets von Kopfgeldjägern jagen, um an seine Zellen zu kommen…

Darüber hinaus wird in den Nebenhandlungen klar, wie weit die Gentechnik vorangeschritten ist und was das für die Menschen bedeutet.
Der Großteil des menschlichen Miteinanders kann genetisch nachgewiesen oder gelenkt werden.
Niemand kann mehr für etwas schuldig gemacht werden oder etwas vertuschen.
Die negativen Aspekte der Gentechnik sind hier unübersehbar aufgelistet.


*** Leseprobe ***


„Drei Gerichte haben entschieden, dass Burnets Zellen ihnen gehören. Daher haben Sie das Recht, sie sich zu besorgen.“
„Sie meinen, mir erneut welche zu besorgen?“
„Richtig.“
„Nur leider ist der Typ untergetaucht.“
„Das ist unangenehm. Aber es ändert nichts an den objektiven Tatsachen. Sie sind der Eigentümer der Burnet-Zelllinie“, sagte Rodriguez. „Wo immer besagte Zellen sich auch befinden.“
„Soll heißen…“
„Seine Kinder, seine Enkel. Sie haben vermutlich die gleichen Zellen.“
„Sie meinen, ich kann mir Zellen von den Kindern holen?“
„Die Zellen sind Ihr Eigentum“, sagte Rodriguez.
„Und wenn die Kinder das anders sehen?“
„Davon müssen wir ausgehen. Aber da die Zellen Ihr Eigentum sind, haben die Kinder in der Sache kein Mitspracherecht.“
„Es geht hier um Stanzbiopsien der Leber und Milz“, sagte Diehl. „Das sind nicht gerade kleine Eingriffe.“
„Aber auch nicht unbedingt große“, sagte Rodriguez. „Ich glaube, es sind normale ambulante Eingriffe. Natürlich wäre es Ihre Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass die Entnahmen von einem Arzt vorgenommen werden. Und davon gehe ich aus.“
Diehl legte die Stirn in Falten. „Damit ich Sie richtig verstehe: Sie sagen, ich kann einfach seine Kinder von der Straße wegschnappen und sie zu einem Arzt karren, der Ihnen Zellen entnimmt? Ob sie wollen oder nicht?“
„Ja. Richtig,.“


*** Bewertung ***

Insgesamt fand ich das Buch wirklich spannend, von ein paar langatmigen Passagen am Anfang abgesehen.
Crichton versteht es, immer die Personen und den Ort zu wechseln, wenn es gerade richtig spannend ist.
Aber leider gab es hier meiner Meinung nach zu viele Personen und viel Nebenhandlung.
Es gibt daher keine Person, auf die man als Leser fixiert wird, sonder betrachtet das Geschehen eher von einer Distanz zu den Figuren aus.
Weil viele Personen und deren Geschichte auch nur die Funktion der Verdeutlichung der negativen Aspekte von Gentherapien haben, ist es auch nicht so wichtig, auf diese genauer einzugehen. Trotzdem werden aber ein paar dieser Nebenhandlungen nicht aufgelöst, was einen am Ende des Buches dann bewusst wird und was ich auch etwas schade finde.
Weil es einfach so viele Personen sind, hatte ich oft Probleme zu verstehen, um wem es jetzt konkret geht weil das Charakteristische an einer Figur einfach gefehlt hat.
Andere Nebenhandlungen führen dann auch direkt zur Haupthandlung und plötzlich versteht man die ganze Geschichte wieder etwas besser.
Was ich noch gut finde, ist, dass nichts beschönigt wird, was mit Gentechnik zu tun hat. Zwar werden auch positive Anstrebungen angeführt, zum Beispiel die Hoffnung darauf, Krankheiten wie Krebs irgendwann heilen zu können, aber auch die Probleme, die auftreten können.
Zudem stellt das Buch klar da, wie schwierig und verworren die rechtliche Situation darüber ist und wie sehr dies der Wissenschaft im Wege steht.
Es dreht sich oft nur um Geld und der eigentliche Sinn, nämlich kranken Menschen zu helfen, rückt immer weiter in die Ferne.
Das Thema ist wirklich brisant und Chrichton beschäftigt sich mit Fragen wie, was ist erlaubt? Wie weit darf die Forschung gehen? Was darf alles patentiert werden? Kann ich der Besitzer einer Krankheit oder gar der Natur sein? Wo bleibt die Anonymität dabei?
Im Nachwort nimmt er sogar noch persönlich dazu Stellung und stellt seine wichtigsten Punkte noch mal klar heraus.
In diesem Buch gehts viel um Moral und Wissenschaft.
Wer also gelangweilt davon ist, sollte dieses Buch nicht lesen, da im Grunde relativ wenig Unterhaltungsstoff dabei ist.
Ich persönlich interessiere mich sehr für diese Themen und konnte daher auch so manchen Gedankengängen folgen, aber wer noch nie von gentechnischen Vorgängen gehört hat, wird vielleicht nicht alles wirklich ve4rstehen, das habe ich leider auch nicht, aber die Kernbotschaft kam dabei herüber und das ist wohl das, was Chrichton auch vermitteln wollte.
Nämlich dass man noch alles ändern kann. Diese Zukunftsvisionen müssen nicht wahr werden, aber sie können es. Und tun es vielleicht im Moment auch schon irgendwo.
Man kann diese Buch wahrscheinlich nur dann gut finden, wenn man wirklich interessiert darin ist und nichts großartig unterhaltsames erwartet, bei dem man nachdenken muss.
Aber ich möchte dieses Buch nicht missen und finde es ein wirklich beeindruckendes Werk!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
miss_chocolate

miss_chocolate

11.11.2011 19:40

klasse beschrieben!

Katzimoto

Katzimoto

06.07.2010 22:58

Nix für mich :0(

Kuschelsocke77

Kuschelsocke77

10.01.2010 23:10

Für mich wäre das schon was. LG

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