Ein Stück der deutschen Geschichte
19.06.2004
Pro:
wahre Geschichte, lustig + spannend + fesselnd geschrieben
Kontra:
/
Empfehlenswert:
Ja
 Larischen
Über sich:
Mitglied seit:21.08.2003
Erfahrungsberichte:77
Vertrauende:19
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 60 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
So, jetzt möchte ich euch mal wieder eines meiner Bücher vorstellen und zwar eines von der Sorte die mich tief beeindruckt und berührt haben. Es heißt „Nicht alle waren Mörder“. Das Buch „Nicht alle waren Mörder“ von Michael Degen ist im List Verlag erschienen. Das Taschenbuch umfasst 332 Seiten und hat die ISBN 3-548-60051-4. Der Preis liegt bei 8,95€, wobei ich ein Mängelexemplar besitze und so nur 2,95€ bezahlt habe. Allerdings konnte ich (wie so oft) keine Mängel feststellen. ~Die Geschichte~ Michael Degen erzählt von seiner Kindheit und Jugend als Jude in Berlin. Seine Geschichte beginnt 1942 im Alter von 11 Jahren und endet nach dem zweiten Weltkrieg, mit der Suche nach Michael Degens Bruder. Sein Vater wurde schon früh in ein KZ gebracht und starb im Krankenhaus, nachdem seine Mutter es geschafft hatte ihn zu befreien. Als seine Mutter dann sieht, wie ihre ebenfalls jüdischen Nachbarn abtransportiert werden reagierte sie sofort, sie tauchte mit ihrem Sohn unter. Mit diesem Tag beginnt eine ständige Flucht und die tägliche Angst entdeckt zu werden. Doch zum Glück hat die Familie Freunde die ihnen helfen. So kann Michael mit seiner Mutter bis zum Ende des Krieges überleben und das als Jude, mitten in Berlin. ~Der Autor~ Michael Degen wurde 1932 in Chemnitz geboren. In seinem Buch schildert er seine Kindheit als untergetauchter Jude. Er absolvierte eine Ausbildung an der Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin und spielte an vielen deutschsprachigen Bühnen. Er drehte auch viele Filme und ist vielen durch seine Rollen in „Diese Dornbuschs“ und „Eine ungehorsame Frau“ bekannt. Aber auch seine Filme, „Die Bombe“ oder „Geheime Reichssache“ (in dem er Adolf Hitler spielt), machten ihn bekannt.~Meine Meinung~ Das Buch hat mich sehr bewegt, trotz der ewigen Angst entdeckt zu werden versucht sich der Autor doch noch seine Kindheit zu bewahren und geht so oft ein großes Risiko ein. Eindrucksvoll empfand ich auch das der Autor niemandem einen Vorwurf macht und kein Mitleid fordert, er schildert lediglich seine Erlebnisse und diese Schilderungen ohne Vorwürfe reichen aus um dem Leser klar zu machen das Michael Degen diesen Teil seines Lebens verarbeitet hat und keinen Hass mehr hat. Hätte er dieses Buch zu einem früheren Zeitpunkt geschrieben wäre es bestimmt eine Abrechnung geworden. Das Buch ist auch sehr flüssig zu lesen und der Schreibstil ist locker und stellenweise sogar lustig. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen so gefesselt war ich. Schwer beeindruckt haben mich auch die Freunde der Familie und teilweise auch ihnen unbekannte Menschen, die versucht haben ihnen zu helfen und damit selbst ein sehr großes Risiko eingegangen sind. Das Buch zeigt sehr gut wie schwer es für die Juden war und wie sie doch mit ein klein wenig Frechheit (das hört sich jetzt ein wenig seltsam an, aber um das zu verstehen muss man das Buch gelesen haben) die Nazis austricksen konnten, um so zu überleben. ~Fazit~ Ich kann euch das Buch nur empfehlen. Ich kannte Michael Degen vor diesem Buch noch gar nicht, aber nachdem ich das Buch gelesen hatte, wollte ich ihn am liebsten noch weiter begleiten. Das Buch ist sehr leicht und schnell zu lesen. Also, ich habe absichtlich so wenig wie möglich vom Inhalt erzählt um nicht das ganze Buch vorweg zu nehmen! Lara
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01.07.2007 22:16
Gut strukturiert, klasse Bericht! Werd's mal lesen wenn ich in der Bibliothek vorbeikomme, die sollten's vorrätig haben!?. LG
20.06.2004 14:22
ich lese gern aber das wäre nichts für mich aber dein bericht ist klasse....
20.06.2004 01:37
guter bericht, der ein sh von mir verdient hat ;)