Mit Bernd Stelter im Campingurlaub
04.12.2009
Pro:
Unterhaltsam | leichte (Camper - )Urlaubslektüre
Kontra:
"Schleichwerbung" | die Zeichnungen hätte man(n) sich sparen können
Empfehlenswert:
Ja
 DottiGross
Über sich:
Rechtsschreibfehler zu verschenken ;-)
Mitglied seit:27.04.2001
Erfahrungsberichte:591
Produktvideos:1
Vertrauende:100
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| Kaufgrund Meine Mutter hatte – wie jedes Jahr – Geburtstag. Und wie jedes Jahr standen wir wieder vor dem Problem: „Was schenken?“ Und auch dieses Jahr gab es eine geniale Lösung: „Bücher!“ Sie liest nämlich sehr gerne, ist aber selbst zu geizig, sich neue Bücher zu kaufen. Da sie ein Campingfan ist und bereits ein Buch von Bernd Stelter gelesen hatte, lag es nahe, ihr das Buch „Nie wieder Ferienhaus“ zu schenken. Natürlich durfte ich das Buch auch noch lesen… | Fakten Autor: Bernd Stelter Titel: Nie wieder Ferienhaus Verlag: Bastei Lübbe ISBN-13: 978-3-404-15445-6 Preis: 7,95 EUR [D] Seiten: 192 | Bernd Stelter Bernd Stelter sollte eigentlich jedem bekannt sein. Der deutsche Komiker (oder Neudeutsch: Comedian) ist vielen vielleicht noch aus der Wochenschau „Sieben Tage, sieben Köpfe“ ein Begriff. Er wurde 1961 in Unna geboren und verdient seine Brötchen als Karnevalist, Moderator, Comedian, Liedermacher und eben auch als Schriftsteller. Neben „Nie wieder Ferienhaus“ sind außerdem „Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken“ und „Der Tod hat eine Anhängerkupplung“ erschienen.
| Aussehen Das Buch, nein, das Büchlein ist nur 192 Seiten stark. Die 10-pt-Schrift ist gut und schnell zu lesen. Die Absätze sind übersichtlich gegliedert und man findet auch nach einer längeren Lesepause sehr einfach wieder ins Camper-Geschehen zurück. Es gibt einige Schwarz-Weiß-Karikaturen, die zwar nett, aber nicht nach meinem Geschmack sind. Das Design des Covers ist nur mittelmäßig ansprechend. Der Einband verbiegt sich beim Lesen stark, so dass der Buchdeckel nach dem Lesen weit absteht. | Inhalt Bernd Stelter – eingefleischter Ferienhausurlauber - besucht seine Schwester auf einem Campingplatz und danach steht für ihn und seine Frau eines fest: Wir kaufen einen Wohnwagen! Denn so ein Campingurlaub scheint etwas ganz Tolles zu sein. Die Kinder sind den ganzen Tag verräumt, die nachbarschaftlichen Unternehmungen scheinen sehr unterhaltsam zu sein und was gibt es schöneres, als abends mit einem Bierchen vor den eigenen vier Wänden zu sitzen und die salzige Seeluft zu genießen? Auf den nächsten 192 Seiten erzählt Bernd Stelter nun, was man so alles auf einem holländischen Campingplatz erleben kann und welche Tücken und Freuden so ein Camperleben für einen bereithält.
| Meine Meinung Da mir „Der Tod hat eine Anhängerkupplung“ nicht besonders gut gefallen hatte, ging ich mit gemischten Gefühlen an „Nie wieder Ferienhaus“ heran. Einerseits versprach ich mir nicht viel von diesem Buch, andererseits hatte meine Mutter davon geschwärmt, so dass ich die Hoffnung hatte, es würde mir auch gefallen. Die Erzählungen Bernd Stelters beginnen dann auch sehr spritzig und unterhaltsam. Dieses Level hält er auch bis zum Schluss, was mir gut gefallen hat. So erzählt er zum Beispiel auf einer sehr lustigen und erfrischenden Art, wie seine Frau und er versuchen, einen Campingführer zu lesen. Ein Campingführer ist – für alle, die es nicht wissen – eine Art Verzeichnis, in dem (fast) alle Campingplätze Europas eingetragen sind. Anhand kleiner Piktogramme kann man erkennen, über welche Ausstattungsmerkmale der jeweilige Campingplatz verfügt. Da die Handhabung eines solchen Kataloges nicht immer ganz einfach ist – was Camper sicherlich wissen -, musste ich an folgender Stelle herzhaft lachen: [Quelle: „Nie wieder Ferienhaus – Bernd Stelter, Bastei Lübbe, Seite 35] Zitat: „Viel lustiger, aber sicher nicht sinnvoller war es, wenn man sich die Zeichen einfach selber erklärte. »Was heißt noch mal das Dreieck?« - »Chemische Reinigung auf dem Platz!« - »Und die drei Tannen?« - »Fischtennadelduftspray auf jeder Toilette!« - »Der springende Hirsch!« - »Jägerschnitzel in der Kantine!« Anhand dieses Lesebeispiels kann man erkennen, dass das Buch eher für Campingfans geeignet ist. Ein Hotelurlauber, der sich mit dem Campingleben nicht auskennt, wird über viele Pointen gar nicht lachen können, weil ihm die Zusammenhänge fehlen.Stelter macht Urlaub in Holland. Doch das spielt in diesem Fall keine Rolle. Er stellt zwar einige holländische Eigenarten vor und nennt in diesem Zusammenhang auch einige holländische Begriffe wie „Frikandel speciaal“, „Mosselen“ und „Drumstick“, aber sie halten sich glücklicherweise in überschaubaren Grenzen. So kann auch ein ortsunkundiger Nicht-Holland-Urlauber durchaus die Zusammenhänge und Erklärungen verstehen. Viel lästiger finde ich hingegen die übertriebene Erwähnung diverser Markennamen. So werden nicht nur die „Bild“ und die „Bunte“ namentlich erwähnt, sondern auch diverse Biersorten und Campingwagenhersteller, sowie Aldi, Black-und-Decker und viele andere Firmen. Das fand ich dann doch sehr „platt“ und unterste Schublade. Was bezweckt er damit? Dass diese vermeintlich vertrauten Begriffe einen Wiedererkennungswert haben und der Leser dadurch eine Art „Aha-das-kenne-ich-das-ist-mir-vertraut“-Gefühl erhält. Ich selbst fand die Erwähnung so vieler Markennamen eher peinlich als nützlich. Alles in allem hat mir das Buch aber recht gut gefallen, weil es sehr lustig geschrieben ist. Manchmal macht Stelter zwar einen Gedankensprung, den ich nicht verstanden habe, aber das ist eher die Ausnahme. Leider war das Buch nach knapp 200 Seiten auch schon zu Ende. Da es auch in einer großen Schrift (10 pt) gesetzt und mit einigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen gefüllt wurde, ist man nach ungefähr drei bis vier Stunden durch. Die Zeichnungen selbst haben mir nicht gefallen, weil sie wirklichkeitsfremd sind und nicht dem entsprechen, was ich mir bildlich im Kopf vorgestellt habe. Sie sind, meiner Meinung nach, absolut überflüssig. | Fazit Eine kurzweilige Urlaubslektüre, die aber – meiner Meinung nach - nur für Campingurlauber geeignet ist, weil sie sehr aufs typische Camperleben eingeht.
In diesem Sinne… Gedanken sind frei… Eure Dotti
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04.02.2010 00:03
Ich liebe Bernd Stelter im TV ...
22.12.2009 20:16
Ich konnte mich noch nie fürs Camping begeistern! :-( LG
20.12.2009 19:00
Dann muss ich wohl auch mal ran :-) Gruß Dieter