Nightmare - Avenged Sevenfold

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Nightmare - Avenged Sevenfold

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Erfahrungsbericht über "Nightmare - Avenged Sevenfold"

veröffentlicht 02.08.2010 | presscorpse
Mitglied seit : 17.05.2006
Erfahrungsberichte : 1559
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Über sich :
Produktbilder liefere ich nach, sobald man hier wieder welche hochladen kann ... *** http://sulfurandcookies.de
Ausgezeichnet
Pro viele sehr gute Songs, aufgrund der Entstehungsgeschichte vor allem für Fans interessant
Kontra musikalisch nicht das beste Album von Avenged Sevenfold
sehr hilfreich
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:

"foREVer"

offizielles Promofoto zum neuen Album (Quelle: http://www.facebook.com/avengedsevenfold)

offizielles Promofoto zum neuen Album (Quelle: http://www.facebook.com/avengedsevenfold)

Als großer Fan der US-amerikanischen Metal-/Rockband Avenged Sevenfold freute ich mich wahnsinnig auf ein neues Album der Band, welches ursprünglich Anfang 2010 erscheinen sollte.
Ende 2009 sollte jedoch ein schreckliches Ereignis für einen Riss in der Bandgeschichte sorgen: das Gründungsmitglied Jimmy "The Rev" Sullivan verstarb unerwartet an den Folgen eines vergrößerten Herzens und der Einnahme diverser verschreibungspflichtiger Medikamente mit Alkohol. Besonders hart traf dies die Band, da die Mitglieder sich größtenteils noch aus Kindertagen kennen und gemeinsam aufgewachsen sind. Mit dem Drummer, Background-Sänger und Songschreiber Jimmy "The Rev" Sullivan wurde der Band also nicht nur der kreative Kopf genommen, sondern auch ein Freund, ein Familienmitglied.
Umso überraschter war ich, als sich die übrigen Bandmitglieder Matt "M. Shadows" Sanders (Leadgesang und Keyboard), Brian "Synyster Gates" Haner Jr. (Leadgitarre, Keyboard und Backgroundgesang), Zachary "Zacky Vengeance" Baker (Rythmusgitarre und Backgroundgesang) und Jonathan "Johnny" Christ (Bassgitarre und Backgroundgesang) Anfang 2010 dazu entschlossen, dass bereits teilweise mit und von Jimmy "The Rev" Sullivan geschriebene Album "Nightmare" fertig zu schreiben, aufzunehmen und ihm zu Ehren zu veröffentlichen. Da man nicht bereit war, den verstorbenen Sullivan durch einen neuen Drummer zu ersetzen, gewann man Mike Portnoy von der Band Dream Theater für die Albumaufnahmen. Mike Portnoy, einer von Jimmy "The Rev" Sullivans Lieblingsdrummern, spielte alle von Sullivan bereits geschriebenen Drum-Parts genau so ein, wie sie von Sullivan schriftlich bzw. auf Demos niedergelegt worden waren.
Das Album besteht also teilweise aus Songs aus Jimmy "The Rev" Sullivans Nachlass und teilweise aus Songs, die sich thematisch um das Leben und Ableben des Drummers und den Umgang mit letzterem drehen.
Am Ende dieses langen Entstehungsprozesses steht das Album "Nightmare", welches zur Zeit leider nur als Import-CD erhältlich ist, da das Album erst Ende August 2010 in Deutschland erscheinen wird. Wer wie ich einen Account für den US-amerikanischen iTunes-Store hat, kann sich das Album dort für $12,99 herunterladen, was ich gleich am Erscheinungstag getan habe, da ich das Album unbedingt so schnell wie möglich haben wollte.


Allgemeines zur Band:

Avenged Sevenfold wurde 1999 in Huntington Beach, Kalifornien gegründet. Während ihre ersten beiden Alben "Sounding the Seventh Trumpet" und "Waking the Fallen" eher in Richtung Metalcore tendierten, sind die neueren Alben "City of Evil" und "Avenged Sevenfold" eher im Bereich des Hard Rock und Heavy Metal anzusiedeln.


Cover:

Das Cover ist, wie man es von Avenged Sevenfold gewohnt ist, insgesamt ziemlich düster. Wie in vielen Liedern und Artworks der Band bedient man sich einer Todessymbolik (Totenschädel, Grabstein, Knochen). Die Death Bat, das Logo/Maskottchen der Band, ist außerdem auf dem Cover zu sehen. Bei der Death Bat handelt es sich um einen Totenschädel mit Fledermausflügeln. Besonders ins Auge sticht ein Grabstein mit der Aufschrift "foREVer" – dieser Begriff bedeutet so viel wie "The Rev (Jimmy Sullivan) lives forever" (= Jimmy "The Rev" Sullivan lebt für immer) und wird von Fans weltweit verwendet, um auszudrücken, dass Jimmy "The Rev" Sullivan niemals vergessen werden wird.
Das Cover bereitet darauf vor, was einen auf diesem Album erwartet: eine düstere Thematik und viele Songs, die an Jimmy "The Rev" Sullivan erinnern.


Tracks:

Im folgenden Abschnitt möchte ich euch jeweils kurz die 11 Tracks des Albums vorstellen. Da ich das Album im US-amerikanischen iTunes-Store gekauft habe, habe ich noch zusätzlich einen Bonus-Track erhalten, den ich euch außerdem vorstellen möchte.
Mit Bonus-Track hat das Album eine Laufzeit von 70:44 Minuten und ohne Bonus-Track hat es eine Laufzeit von 66:47 Minuten.


1. Nightmare (5/5):

"You should have known
The price of evil
And it hurts to know that you belong here, yeah
No one to call
Everybody to fear
Your tragic fate is looking so clear, yeah
[…]"


"Nightmare" ist der Opener und zugleich der erste Song des Albums, welcher als Single veröffentlicht wurde. Ein eher gemäßigtes, einminütiges Intro, welches sich passenderweise bei der Titelmusik von dem Film "A Nightmare on Elm Street" bedient, lässt kaum erahnen, wie energiegeladen die übrigen fünf Minuten des insgesamt sechsminütigen Tracks sind. Ich mochte das Lied auf Anhieb sehr gerne, weil es sehr abwechslungsreich ist. Für Abwechslung sorgen die für Avenged Sevenfold typischen Tempowechsel und die verschiedenen Gesangsregister von Leadsänger M. Shadows. Das Gitarrensolo hätte meiner Meinung nach noch etwas mehr mitreißen können, aber insgesamt ist "Nightmare" ein sehr gutes Stück. Nicht das beste Lied auf dem Album, aber es reißt von Anfang an mit und daher hat man meiner Meinung nach eine gute Auswahl getroffen, als man dieses Lied als erste Single bestimmt hat.


2. Welcome To The Family (5/5):

"And in a way it seems there's no one to call
When our thoughts are so numb
And our feelings unsure
We all have emptiness inside
We all have answers to find,
But you can't win this fight"


"Welcome To The Family" gefällt mir lyrisch besonders gut. Leadersänger M. Shadows richtet sich an eine Person, welche gewaltätig ist, und sich dem Ausmaß ihrer Taten nicht bewusst ist. Er gibt den Rat, dass diese Person ihre Waffen zur Seite legen soll ("place your weapons by your side") und stellt fest, dass die Person mit dem Alter erkennen wird, dass sie Unrecht tut ("only time will alter your vision"). Ich finde, dass dieses Lied ein schönes Statement gegen sinnlose Gewalt ist. Wirklich schade, dass sowas von den Medien nie positiv hervorgehoben wird, aber mit dem Anprangern von abgeblicher Amokläufer-Musik kann man natürlich mehr Geld scheffeln ;o) .
Musikalisch kommen die einzelnen Strophen sehr kraftvoll und wenig melodiös daher, während der Refrain sehr melodiös ist. Der Abwechslungsreichtum gefällt mir auch hier wieder recht gut. Das Gitarrensolo finde ich sehr gelungen; für meinen Geschmack hätte es gerne noch etwas länger sein können.


3. Danger Line (5/5):

"I never meant to leave this world alone
I never meant to hurt the ones who cared
And though this time I thought we'd just grow old
You know, no one said it's fair"


Eins meiner beiden absoluten Lieblingslieder auf diesem Album ist das Lied "Danger Line". Die ersten drei Minuten des Songs sind extrem energiegeladen und schnell. Die Gitarrenparts auf diesem Song finde ich einfach nur genial. Gegen Ende schieben Avenged Sevenfold mal wieder einen Tempowechsel ein. Das Ende des Songs ist als Ballade zu beschreiben. Die Songstruktur gefällt mir sehr gut.
Ähnlich wie in dem Lied "Gunslinger" von dem 2007er Album "Avenged Sevenfold" wird aus der Perspektive eines Soldaten erzählt. Der Tempowechsel gegen Ende des Songs markiert des Tod dieses Soldaten. "Danger Line" ist einerseits ein energiegeladener Song zum Abrocken, der sofort ins Ohr geht, er regt aber andererseits auch zum Nachdenken an. Wie bereits erwähnt gefällt mir der Song außerordentlich gut.


4. Buried Alive (5/5):

"Take the time just to listen
When the voices screaming are much too loud
Take a look in the distance
Try and see it all
[…]"


Wie schon "Danger Line" überrascht "Buried Alive" mit einem Tempowechsel gegen Ende des Songs. Anders als bei "Danger Line" ist bei "Buried Alive" der Anfang ruhiger und zum Ende hin wird der Song dann schneller und energiegeladener.
Musikalisch wie lyrisch gefällt mir der Song zwar recht gut, aber mich erinnert dieser Song insgesamt zu stark an die frühen Metallica. Die Songstruktur von "Buried Alive" erinnert mich sehr stark an die Struktur des Metallica-Songs "Fade To Black" von dem 1987er Album "Ride The Lightning". und teilweise klingt M. Shadows schon fast wie James Hetfield bzw. es klingt so, als versuche M. Shadows diesen zu imitieren. So erhält den Song für mich irgendwie einen bitteren Beigeschmack, da ich nicht weiß, ob es sich um eine Hommage an Metallica oder einfach einen billigen Metallica-Abklatsch handelt. Der Grat ist bei sowas ja immer relativ schmal. Da mir das Lied musikalisch aber sehr gut gefällt, vergebe ich trotz meiner Kritikpunkte 5 Sterne.


5. Natural Born Killer (2/5):

"So die alone
This is the one thing that I won't do
So say your prayers
Cause I ain't leaving here without you"


"Natural Born Killer" ist ein schneller Song mit einem netten Gitarrensolo, aber einer insgesamt doch recht einfachen Struktur, weshalb mir der Song irgendwie zu eintönig ist. Die anderen Songs haben alle etwas Besonderes, dieser Song hat jedoch nichts, was ihn besonders hervorhebt.
In meinen Augen ist "Natural Born Killer" leider nur ein Lückenfüller. Der Song ist nicht schlecht, aber Avenged Sevenfold beweisen mit den anderen Songs des Albums, dass sie es besser können.


6. So Far Away (5/5):

"Sleep tight, I'm not afraid
The ones that we love are here with me
Lay away a place for me
Cause as soon as I'm done I'll be on my way
To live eternally"


Der Track "So Far Away" ist der erste Avenged Sevenfold Song, der von dem Leadgitarristen Synyster Gates geschrieben wurde. Thematisch behandelt der Akustik-Song den Verlust von Synyster Gates' bestem Freund, Jimmy "The Rev" Sullivan. Vom Text und von den Musik her finde ich das Lied sehr gelungen. Die Instrumentalisierung des Tracks ist nichts Besonderes, denn Akustik-Balladen dieser Art kennt man sicher zur Genüge, aber ich finde, dass ein Track dieser Art ruhig auf jedem Rock-Album vertreten sein darf. Den Text mag ich, da er sehr ehrlich ist und jeder, der mal eine wichtige Person verloren hat, wird sich in den Gedankengängen von Synyster Gates wiedererkennen können.


7. God Hates Us (5/5):

"My infiltraded mind
My lacerated soul
You took me years
Create me, control you
I left myself for an idea I stole"


"God Hates Us" ist, so sagt die Band, ihr bisher härtester Track. Wie auf den ersten beiden Alben "Sounding The Seventh Trumpet" und "Waking The Fallen" ist wieder Screaming enthalten. Insgesamt klingt der Song sehr wütend, ist aber trotzdem melodisch und geht sofort ins Ohr. Durch den enthaltenen Breakdown und die verzerrten Gitarren sticht der Song besonders hervor. Ich finde den Song sehr gelungen.


8. Victim (5/5):

"Nothing is harder
Than to wake up all alone
Realize it's not okay
It's the end of all you know
Time keeps passing by
But it seems I'm frozen still
Scars are left behind
But some too deep to feel"


Neben "So Far Away" ist "Victim" ein weiterer Song, der sich thematisch sehr intensiv und persönlich mit dem Tod von Drummer Jimmy "The Rev" Sullivan. Besonders positiv sticht hier der Gesang von M. Shadows hervor. Der Gesang klingt rau und ungeschliffen, sodass man das Gefühl hat, jede seiner Emotionen herauszuhören. Musikalisch ist der Song eher ruhig, zum Ende hin wird der Song jedoch immer kraftvoller, um dann in einem sehr sanften Outro auszuklingen. Diesen Song könnte ich mir sehr gut als Single vorstellen, da es sich um eine typische Rock-/Metalballade handelt, die auf eine bewährte Songstruktur setzt und vor allem durch die rauen Emotionen, den Text und die eingängige Melodie zu überzeugen weiß und im Gegensatz zu den meisten anderen Stücken dieses Albums weniger experimentell daherkommt.


9. Tonight The World Dies (3/5):

"Find me on my better days
To lose it once again
But I seem to find out better ways,
To consciously pretend"


"Tonight The World Dies" ist eine Ballade, bei der man wieder auf eine bewährte Songstruktur (Strophe, Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Strophe, Refrain). Der Gesang ist hier deutlich geschliffener als bei "Victim", weshalb mich diese Ballade nicht ganz so stark berühren kann wie "Victim". Die Strophen finde ich ein wenig langweilig, aber dafür gefällt mir der Refrain wahnsinnig gut. Nach einmaligen Hören bekommt man den Refrain, vor allem die erste Zeile des Refrains, ein extrem ausgedehntes "I don't mind", nicht mehr aus dem Kopf. Wäre der Refrain nicht, wäre das Lied "Tonight The World Dies" eindeutig zu langweilig, aber der Refrain wertet das Lied nochmal stark auf, weshalb ich es nicht unbedingt als Lückenfüller empfinde, aber total begeistert bin ich auch nicht.


10. Fiction (5/5):

"Gave you all I had to give
Found a place for me to rest my head
While I may be hard to find
Heard there's peace just on the other side

[…]

I hope it's worth it
What's left behind me, yeah
I know you'll find your own way
When I'm not with you"


Vor der Veröffentlichung des Albums war bereits bekannt, dass das letzte Lied, welches Jimmy "The Rev" Sullivan vor seinem Tod geschrieben hatte, auf dem Album enthalten sein würde. Der Arbeitstitel des Lieds war "Death". Da man diesen Titel jedoch nach dem Ableben von Jimmy als zu makaber empfand, wurde das Lied in "Fiction" umbenannt. "Fiction" war ein Spitzname von Jimmy und außerdem trug er das Wort als großflächiges Tattoo auf seiner Brust.
Beim ersten Hören dieses Tracks bekam ich gleich eine Gänsehaut. Nach einem ca. fünfzigsekündigen Piano-Intro ertönt die Stimme von Jimmy "The Rev" Sullivan, der eine Zeile singt, die einem angesichts der Tatsache, dass er drei Tage nachdem er diesen Song geschrieben hatte verstarb, den Atem raubt: "Ich glaube, dass ich nun verstehe, wie diese Welt einen Menschen überwältigen kann" ("Now I think I understand / How this world can overcome a man"). Der Text des Liedes liest sich wie ein Abschiedsbrief. Ein makaberer Zufall, wenn man bedenkt, dass Jimmy Sullivans Tod ein schrecklicher Unfall war, den niemand hatte vorhersehen können. Im Nachhinein scheint es jedoch so, als habe Jimmy seinen eigenen Tod vorausgeahnt und als habe er sich mit tröstenden Worten wie: "Ich weiß, dass du deinen eigenen Weg finden wirst, wenn ich heute Nacht nicht bei dir bin" ("I know you'll find your own way / When I'm not with you") verabschieden wollen. Das Lied berührt mich sehr. Einerseits macht es mich aufgrund des Hintergrund sehr traurig, aber andererseits spendet es auch Trost, vor allem durch Zeilen wie "I know you'll find your own way / When I'm not with you". Bemerkenswert finde ich, dass man Demo-Aufnahmen von "Fiction" mit Jimmy "The Rev" Sullivans Gesang hatte, welche so klar waren, dass man sie für die finale Albumversion des Songs verwenden konnte.
Der Song "Fiction" beweist, dass Avenged Sevenfold keine Band ist, die es fürchtet, an die Grenzen des Rock-/Metalgenres zu gehen und neue Dinge auszuprobieren. Der Einsatz des Pianos und der wunderbar schräge Gesang von Jimmy "The Rev" Sullivan machen diesen Track auch musikalisch zu etwas ganz Besonderem.
Musikalisch kann mich "Fiction" voll und ganz überzeugen und emotional berührt es mich wie kein anderes Stück auf dem Album. Neben "Danger Line" ist "Fiction" mein absolutes Lieblingsstück auf diesem Album.


11. Save Me (5/5):

"So sorry, did I wake your dream?
Some questions run to me
We only, only wake up when we sleep

[…]

Ever since the day you left
My fates been set unknown.
How many years to walk this path alone?

So much to see tonight
So why'd you close your eyes?
Why can't I shut mine?

[…]

Tonight we all die young"


Mit "Save Me" erhält "Nightmare" das mittlerweile für jedes Avenged Sevenfold Album schon fast obligatorisch mehr als zehnminütige Stück, dass den Hörer mit einer enormen Menge an musikalischen Finessen fordert. Ein zweiminütiges Intro lässt nur vage erahnen, was den Hörer erwartet. M. Shadows scheint seine stimmlichen Möglichkeiten voll auszureizen und das ausgedehnte, mehr als eineinhalbminütige Gitarrensolo kann auch voll und ganz überzeugen. Für eine kommerziell erfolgreiche Band wie Avenged Sevenfold ist es durchaus ungewöhnlich, einen fast elfminütigen Track herauszubringen, aber ich finde "Save Me" absolut gelungen, denn hier werden nicht 2-3 von der Instrumentalisierung völlig identische Parts immer wieder bis zum Erbrechen erholt, um die elf Minuten zu füllen. Ganz im Gegenteil, das Intro von "Save Me" ist genauso einzigartig wie z.B. das Gitarrensolo oder das Outro. Ich höre "Save Me" sehr gerne und bin immer wieder überrascht, wie schnell die knapp elf Minuten wieder vorbei sind …


12. Lost It All (4/5):

"There's something in your eyes
A part of me that I recognize
I wanna let you know
We'd be there if we could and it's alright
You taught me how to feel
It's no wonder I'd do anything
Tell me why'd you have to go
With the ones that come last are the best I know
Time - seems that we've lost it all"


"Lost It All" ist ein relativ schneller Song, meiner Meinung nach ziemlich punkig klingt. Letzteres mag vielleicht der Grund sein, warum "Lost It All" nur als iTunes Bonus-Track enthalten ist und auf den anderen Versionen des Albums nicht enthalten ist. Musikalisch ist der Song nicht unbedingt typisch für die Band. Die Strophen finde ich etwas langweilig, aber die Melodie des Refrains geht sofort ins Ohr.
Die schnelle, punkige Instrumentalisierung des Songs verleitet im ersten Moment dazu, nicht allzu genau auf dem Text zu achten. Achtet man genauer auf den Text, fällt einem jedoch auf, dass die Band in diesem Lied sehr viel von sich preisgibt. Besonders die von mir zitierte Stelle verrät sehr viel darüber, wie die Bandmitglieder über den Tod von Jimmy "The Rev" Sullivan denkt. Einmal mehr wird dem Hörer bewusst, dass die Zukunft der Band noch in den Sternen steht.
Musikalisch finde ich "Lost It All" leider ein wenig schwächer als die übrigen Songs vom Album.


Mein Fazit:

"Nightmare" ist ein Album, an welches ich hohe Erwartungen hatte. Als großer Fan einer Band bin ich gleichzeitig auch immer ein großer Kritiker der Band, weil mir jede noch so kleine musikalische Veränderung – oder wie die Bands es meistens bevorzugen zu nennen: "Weiterentwicklung" – sofort auffällt. Mit jedem neuen Album muss mich die Band wieder neu als Fan gewinnen, denn sonst bin ich irgendwann so weit, dass ich, wenn mich jemand fragt, ob ich die Band mag, sage, dass die Band zwar ganz nett sei, ich aber nur das alte Zeug mag (wie es z.B. bei Metallica oder Guns 'N Roses der Fall ist – zwei meiner absoluten Lieblingsbands, mit deren neueren Alben ich leider nie warm geworden bin).
Die hohen Erwartungen, die ich an das Album "Nightmare" hatte, wurden größtenteils erfüllt. Bis auf drei Songs (einer davon ein Bonus-Track) konnten mich alle Songs voll und ganz überzeugen. Von zwölf Songs (inklusive Bonus-Track) sind fünf Songs Balladen oder haben zumindest balladenhafte Elemente. Ich hätte es wohl auch besser gefunden, wenn mehr schnellere Songs enthalten gewesen wären, aber da die Balladen sich nicht zu sehr ähneln und mich auch alle voll und ganz überzeugen können, stört es mich nicht, dass so viele Balladen auf dem Album enthalten sind. Ein Album für eine Geburtstagsparty ist "Nightmare" ja ohnehin nicht, schon allein aufgrund der Tatsache, dass sich der Tod von Jimmy "The Rev" Sullivan wie ein roter Faden durch das komplette Album zieht.
Meiner Meinung nach ist "Nightmare" vor allem für Fans ein sehr besonderes Album. Aber auch wenn man die Bandgeschichte vorher nicht verfolgt hat und einen der Tod von Jimmy "The Rev" Sullivan weder interessiert, noch berührt hat, erhält man mit "Nightmare" ein Album, dass nicht nur von Emotionen, die auch für Leute, die sich nicht weiter für die Band interessieren, spürbar sein dürften, sondern auch von abwechslungsreichen Songstrukturen, der Stimme von einem Sänger, welche von Album zu Album stärker wird, guter bis sehr guter Instrumentalisierung und genialen Melodien lebt.
Meine absoluten Lieblingsalben der Band sind die Alben "Waking The Fallen" aus dem Jahre 2003 und "City Of Evil" aus dem Jahre 2005. "Waking The Fallen" überzeugt mich, weil die Band erst mit diesem Album groß herauskam, d.h. vor diesem Album war die Band noch fast unbekannt. Hier spürt man noch richtig die Gier, den Hunger nach Erfolg, die die alten Alben von vielen Bands so gut macht. Diesen Spirit kann man nicht künstlich erzeugen und je bekannter eine Band wird, desto mehr geht dieser Spirit leider verloren. "City Of Evil" überzeugt mich, weil ein Lied genialer ist als das andere und absolut keine Lückenfüller enthalten sind. Musikalisch ist dieses Album für mich der Perfektion sehr nahe. Wenn ich für den Rest meines Lebens nur noch ein Album hören dürfte, wäre es vermutlich "City Of Evil". An "Waking The Fallen" oder "City Of Evil" reicht "Nightmare" in meinen Augen nicht ganz heran, aber "Nightmare" ist ein musikalisch sehr überzeugendes Album, dass durch die traurige Entstehungsgeschichte für mich an emotionalem Wert gewinnt.
Ich vergebe 5 Sterne und empfehle das Album jedem, der Rock und Metal mag, weiter. Wer z.B. die älteren Sachen von Metallica mag, wird sicherlich auch dieses Album mögen. Für Fans von Avenged Sevenfold ist dieses Album ein Muss, da es zu den besseren Alben der Band gehört und fast, wenn auch nicht ganz, an die meiner Meinung nach sehr guten Alben "Waking The Fallen" und "City Of Evil" heranreicht.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Django006 veröffentlicht 14.03.2011
    :o))))
  • nana75 veröffentlicht 04.03.2011
    BH & LG nana
  • giga-friend veröffentlicht 14.02.2011
    BH von mir ;-)
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Produktdaten : Nightmare - Avenged Sevenfold

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Atomic Keyword: Heavy Metal

Atomic Veröffentlichungsdatum Jahr: 2010

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