Erfahrungsbericht über

Nikon Coolpix 4500

Gesamtbewertung (11): Gesamtbewertung Nikon Coolpix 4500

 

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Magnesium Schönheit in Schwarz

5  31.12.2002 (12.01.2003)

Pro:
Hohe Funktionalität, sehr guter Makro Modus

Kontra:
Kleines Display

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Verarbeitung

Ausstattung

Bildqualität

Akkulaufzeit

Bedienung

mehr


LRSB

Über sich: Bilder kommen, Antworten auch!

Mitglied seit:08.07.2001

Erfahrungsberichte:130

Vertrauende:39

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 173 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Obwohl ich eigentlich seit Ende 1996 mit Digitalkameras beruflich zu tun habe - in der Forschung muß viel mehr als man meistens denkt zwecks Dokumentation photographiert werden, mein erstes eigenes Digitalexemplar habe ich 2000 gekauft. Bis zum damaligen Zeitpunkt sind mir die vorhandenen Geräte einfach zu unausgereift gewesen. Die Pixelzahl war zu niedrig und die effektive Auflösung zu dürftig, die entwickelte Software arbeitete viel zu oft fehlerhaft, und kurz gesagt jede einigermaßen gut ausgestattete Analogkamera lieferte die meilenweite besseren Bilder. 2000 brachte Nikon die Coolpix 990 auf den Markt, und dieses Apparat mit dem wunderbaren schwenkbaren Objektiv und 3,34 Millionen Pixel war es endlich für mich wert, den Kauf von einer Digitalkamera in Betracht zu ziehen. Das habe ich damals auch getan, und ich kann von der bestimmten Kamera nur gutes erzählen. Die Weiterentwicklung der 990 in Form der Coolpix 995 brachte keine unabdingbaren Innovationspunkte mit, um sie unbedingt kaufen zu wollen. Erst Mitte 2002 war wieder Zeit für was neues, und dann kam für mich nur die Coolpix 4500 in Frage. Es handelt sich praktisch um das direkte Nachfolgermodel der Coolpix 995 mit erhöhter Pixelzahl, einigen weiterentwickelten Funktionen, schlankerem Design, und immer noch diesem wunderbaren schwenkbaren Objektiv, das ich von meiner privaten Kamera nicht mehr missen möchte. Ich habe die Coolpix 4500 mittlerweile fast sechs Monate, und es ist höchster Zeit drüber zu schreiben.

Lieferung

Gewöhnt schlicht -wie man es von Nikon sowieso nichts anders kennt. Der Karton ist fast der gleiche mit dem Karton der Coolpix 990 gewesen, also ca. 25B x 15H x 10Tcm (ich habe NICHT nachgemessen) in schwarz-grün, mit ein paar gedrückten Exemplaren des gelieferten Apparats drauf. Mitgeliefert und schön effektiv und platzsparend verpackt wird folgendes Zubehör: eine 16MB-CompactFlash-Karte (die bekannte Unverschämtheit der Digitalkamerahersteller; man könnte es ja gleich lassen), ein USB-Kabel und ein Audio/Video-Kabel (ich hätte gerne auf alle beiden verzichtet, wenn der Preis entsprechend nach unten sich bewegen würde -ich habe bestimmt 2 Schubladen voll damit), ein Objektivdeckel, Trageriemen, ein Lithium-Ionen Akku, ein Akkuladegerät, die Software CD-ROMs, eine dicke Bedienungsanleitung, und last but not least der Garantieschein für die Dauer von 24 Monaten.

Gehäuse

Die Coolpix 4500 bleibt dem bewährten Konzept der geteilten und drehbaren Gehäusehälften treu. Das Gerät ist aber um einiges leichter, abgerundeter und schlanker als die Vorgängermodelle geworden. Das solide Gehäuse ist jetzt praktisch komplett aus schwarz gefärbtem und robustem Magnesium mit den Maßen 130B x 73H x 50T mm, was für die 990 und 995 Plastik-Magnesium Kombinationen Besitzer eine fünfminütige Eingewöhnungsphase bedarf - aber keine Sekunde mehr. Das betriebsbereite Gesamtgewicht beträgt 390g. Der integrierte Blitz ist versenkt kaum zu erkennen, und es wird seitlich aufgeklappt. Für mich sieht das aufgeklappt weder besonders schön noch besonders stabil aus, daher lasse es meistens schon vertieft in Ruhe.

Schwenkbares Objektiv

Dieses Teil war für mich wirklich Liebe auf den ersten Blick. Da nicht alle mit dem Begriff ,,schwenkbares Objektiv" vertraut sind, erzähle ich ein paar Details drüber. Das Drehgelenkobjektiv befolgt den Konstruktionsprinzip einer gelenkmechanischen Teilung des Photoapparats in der Mitte, so daß sich die beiden Gehäusehälften um die vertikale Achse ergonomisch günstig gegeneinander bis zu 180° drehen lassen. Das Drehen ist ganz leicht und gleichzeitig die Tür zu nahezu unbegrenzten Möglichkeiten bei der individuellen Bildgestaltung. Das bedeutet, daß jeder zwischen 0° und 180° gelegene Winkel und fast jede erdenkliche Perspektive bis zum originellsten Selbstporträt hin möglich sind. Es lebe die Vielseitigkeit. Die Technik gibt es seit 1998- eingeführt mit der 900 Coolpix Serie (es gibt mehrere Coolpix Modelle, die sind aber nicht alle mit einem schwenkbaren Objektiv ausgestattet) der erste ,,Star" darunter war aber die Coolpix 990 mit ihrem 3 Megapixel CCD.

Sensor

Die Coolpix 4500 verfügt über ein 1/1,8" CCD-Chip mit 4.100.000 Bildpunkten. Das heißt, daß die erhaltenden Bilder mittlerweile qualitativ mit Analogbilder vergleichbar sind. 4 Megapixel sind natürlich längst keine Spitzenwerte mehr, ab 5 Megapixel explodieren aber die Preise demonstrativ nach oben, und das Preisleistungsverhältnis wird für den Privatgebrauch unangemessen. Ich habe momentan die Nikon Coolpix 5700 in meinem Forschungslabor. Das Gerät ist zweifelsfrei eine Klasse für sich, es kostet aber um die 1500EUR. Angesichts der raschen Entwicklung im Bereich Digitalphotographie ist so eine Kamera privat einfach zu teuer.

Zoom

Die Kamera verfügt über ein optisches vierfaches Zoom, das einen Brennweitenbereich von 7,85 bis 32mm abdeckt -es entspricht 38 bis 155 mm beim Kleinbildformat und bei Lichtstärke von f2,6 (Weitwinkel) bis f5,1 (in Tele-Stellung). Das ermöglicht gegenüber der Vorgängermodellen eine gesteigerte Flexibilität bei der Auswahl des genauen Bildausschnitts, und eine ausgewogenere Balance zwischen Motiv und Hintergrund. Ein digitales vierfaches Zoom ist ebenfalls dabei, aber alles was nach dem 2x kommt, ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, da die Detailauflösung dabei nicht erhöht wird.

Weißabgleich

Eine Digitalkamera ist leider kein menschliches Gehirn, und man muß ihr die genauen Vorgaben geben, um die von dem Umgebungslicht verursachten Farbverschiebungen in den Aufnahmen aktiv korrigieren zu lassen. Zur Verfügung stehen sieben Weißabgleich-Optionen für die verschiedenartigsten Lichtverhältnisse. Eine komplett automatische und eine manuelle Einstellung, und dazu Voreinstellungen für Sonne, Wolken, Glühlampenlicht, Leuchtstoffröhrenlicht und Blitzlicht. Zusätzlich ist eine Feinkorrektur und Belichtungsreihen mit variierenden Weißabgleich- und Lichtwerten möglich. Letzteres geschieht durch die Aufnahme von mehreren Bilder mit unterschiedlichen Fokussierungsgrad und die anhand der Kontrastüberprüfung automatische Auswahl des schärfsten Bildes. Das Verfahren heißt BSS -Best Shot Selektor.

Auflösung

Das Gerät bietet fünf Auflösungsstufen mit jeweils 2.272 x 1.704 , 1.600 x 1.200, 1.280 x 960, 1.024 x 768 und 640 x 480 Bildpunkte an. Dazu gibt es eine Spezialstufe für Bilder im Seitenverhältnis von 3 zu 2 mit 2048x1360 Bildpunkte wie beim Kleinbild.

Belichtungsmessung

Es stehen 4 Belichtungsmeßarten zur Auswahl. Eine Mehrfeldbelichtung (oder besser bekannt als Matrixmessung mit 256 Segmenten für optimale Belichtung im Gesamtbild), eine mittenorientierte (Porträtmessung), ein Spotmessung und eine AF-Spotmessung. Letztere läßt das aktive Autofokusfeld an den Spot binden. Durch die vorhandene Spotmessung kann man die Belichtung auf ein Motiv abstimmen, das sich nicht in der Mitte des Bildes befindet. Das funktioniert über die automatische Messung der Entfernung zum nächstgelegenen Objekt des Bildausschnitts mittels fünf kreuzförmig angelegten Meßfelder des Autofokus, die sich auch manuell durch direkte Auswahl des gewünschten Meßfeld mit dem Multifunktionswähler steuern lassen - und zwar ohne Vergrößerung. Hauptsache der LCD-Monitor ist ausgeschaltet, und das Digitalzoom nicht aktiviert, denn dann lassen sich keine Meßfelder auswählen.

Belichtungszeiten

Die Blende- und die Belichtungszeiten lassen sich wahlweise manuell, programm- oder zeit- bzw. blendeautomatisch ordnen. Man sollte nie vergessen, daß obwohl mit vielen unterschiedlichen Kombinationen aus Blende- und Belichtungszeiten das gleiche Belichtungsergebnis erzielt werden kann, das qualitative Ergebnis weiterhin hauptsächlich von der Situation abhängig ist. Für schnelle Bewegungen braucht man eine kurze Belichtungszeit, daher sind Werte von 8 bis 1/2000s möglich, die in den automatischen Einstellungen bis zu 1/2300s minimiert werden können. Für Langzeitbelichtungen sind Belichtungszeiten bis zu 5 Minuten vorgesehen, wobei das Rauschen natürlich zunimmt. Genauer gesagt handelt sich um ein Bulb Langzeitsbelichtung, also um eine manuelle Belichtung bei der das Bild solange belichtet wird, wie der Zeigefinger auf dem Auslöser festdrückt.

Wartezeiten und Co.

Die Coolpix 4500 braucht nach dem Einschalten bis zur Aufnahmebereitschaft ca.3,5sec (laut Nikon) und ca. 4sec (laut Lucinda). Das ist erträgliches Mittelmaß. Die Bildfolgezeit beträgt 2,9s bei höchster Auflösung und geringster JPEG-Kompression, und die Auflösungsverzögerung ohne Fokussierung 0,25s und mit dem ganzen Begleitprogramm also Fokussierung, Weißabgleich, Belichtungsmessung und Scharfstellen 1s bis 1, 3s. Der Selbstauslöser kann mit 3 oder 10 Sekunden eingestellt werden, und der Autofokus dehnt seinen Schärfebereich von 30cm zum Unendlichen hin. Als Sucher hat man den LCD-Monitor mit einer 97% Abdeckung des aufgenommenen Bildes und den optischen (Tunnel) mit einer sehr guten Bildzentrierung und mit Dioptrienausgleich von -2 bis +2 dpt. Vor 2 Jahren bei der Coolpix 990 haben mich die Blitzbereitschaftsanzeige und die Kontrollleuchte für den Autofocus, die sich neben dem optischen Sucherokular befinden, noch etwas irritiert, das Problem hat sich aber inzwischen weitgehend gelegt.

Korrekturfunktionen

Ich kann natürlich hier nicht über alles was das Menü anbietet, oder was die Kamera sonst erlaubt schreiben. Die Coolpix 4500 ist dafür einfach zu vielfältig. Ich erwähne nur noch, daß das Gerät eine umfangreiche Farbsättigungs-, Helligkeits- und Kontrastkorrektur ermöglicht. Nach jeder Aufnahme wird eine Bildkorrektur durchgeführt, mit der Helligkeit und Kontrast des aufgenommenen Bildes vor der Speicherung optimiert werden. Das Gerät verfügt über eine vollautomatische Optimierung, eine Normal- Standard- Korrektur, und zusätzlich über gezielte Kontrastverstärkung, Kontrastverringerung, Aufhellung, Verdunkelung und eine Schwarzweißeinstellung in Graustufen. Eine kamerainterne Scharfzeichnung, das heißt eine Konturen-Scharfzeichnung mit Stärkevorgabe, ist vor der Speicherung ebenfalls möglich.

LCD-Farbmonitor

Wenn diese wunderbare Kamera einen Minuspunkt von der Konstruktion her hat, dann heißt dieser Punkt LCD-Farbmonitor. Nicht daß der Monitor nicht in Ordnung sei. Alle Besitzer von Vorgängermodellen wie ich werden aber das größere 1,8" Display unweigerlich vermissen. Das verkleinerte 1,5" Display ist "versenkt" worden, und befindet sich nicht mehr plan zum Gehäuse, dafür ist es aber endlich antireflexbeschichtet. An der Qualität des LCD-Monitors an sich gibt es wie gesagt nichts auszusetzen. Die 110.000 Bildpunkte liefern scharfe, richtig leuchtende und detailgetreue Bilder, die intern in 0,2 Schritten vierfach gezoomt werden kennen. Das Laden, Zoomen und Scharfstellen der Bilder sind mittlerweile und im Vergleich zu den Vorgängern wirklich schnell geworden. Die Helligkeit und der Farbton sind regelbar. Über das Display finden optisch alle Einstellungsregelungen statt.

*Dummerweise hat Nikon nicht nur den LCD-Monitor verkleinert, sondern auch den Statusmonitor auf der Oberseite der Kamera ,,abgeschafft". Alle Einstellungsinformationen die man vorher von oben her kontrollieren konnte -samt Datum, Uhrzeit und Akkurestladung, müssen jetzt vom großen Monitor abgelesen werden.

Blitz

Das eingebaute nach oben herausspringende Blitz aus Plastik ist jenseits von schön und stabil durchaus flexible. Es arbeitet entweder automatisch oder nach den genauen Vorgaben seines Benutzers. Es kann eingeschaltet oder ausgeschaltet werden, und als Automatik- oder Aufhellblitz funktionieren. Zusätzlich bietet der Blitz eine gelungenene Rote Auge Reduktion (der Vorblitz funktioniert tatsächlich!) und die Möglichkeit der Langzeitsynchronisation. Letztere ist Blitzautomatik bei langen Belichtungszeiten. Die Blitzreichweite beträgt 0,5m bis 1,6m im Weitwinkel-, und 0,50 bis 3,00m im Tele-Bereich. Wer so gerne wie ich bei spärlichem Licht ganz ohne Blitz arbeitet, kann die Lichtempfindlichkeit in vier Stufen einstellen (nach ISO 100, 200, 400 und 800 Normen) und mit Hilfe der vorhandenen Rauschunterdrückungsfunktion das zu erwartende Bildrauschen auf den Bildern minimieren. Das wird natürlich mit steigendem Wert immer schwieriger, es gibt aber zum Glück Rauschfilter. Die dafür benötigte Filtergewinde ist mit 28mm Durchmesser vorhanden. Ist man dagegen ein Fan von richtig starker Blitzleistung, ist der eingebaute Blitz keine wirklich große Hilfe. Für diesen Fall ist ein Multiblitz-Synchronanschluß an der Gehäuseoberseite vorhandenen. Man muß nur den externen Blitz an der dafür vorgesehenen dreipoligen Rundbuchse anschließen. Es gibt eine sehr praktische Multiblitzhalterung von Nikon dafür, eine sogenannte Blitzschiene. Ist der externe Blitz Nikon-TTL-kompatibel -und davon gibt es eine Menge, erfolgt die Blitzbelichtungssteuerung automatisch.

Serienaufnahmen

Die Coolpix 4500 verfügt über sechs Serienbildeinstellungen. Möglich sind Einzelbild (1 Bild pro Sekunde), zweite Aufnahme bis zu sechs Bildern (der Auslöser bleibt unten), Multi-Bild-Modus (es werden 16 Bilder in Serie aufgenommen, und mit 1/16 der Originalgroße zu einem Index zusammengestellt), Schnellaufnahme (2 Bilder pro Sekunde mit 640x480 Pixel und normaler JPEG-Kompression), Höchstgeschwindigkeitsaufnahme (80 Bilder mit 320x240 Pixel, normaler JPEG-Kompression und Bildraten von ca. 30 Bilder pro Sekunde), und 1:4 QT-Movie. Die hohen Bildraten werden durch den vorhandenen Pufferspeicher ermöglicht, der bei den Serienaufnahmen die Bilder kurzfristig zwischenspeichert. Die letzte Einstellung speichert kurze Videosequenzen (max. 35 Sekunden pro Film bei 320 x 240 Bildpunkten und einer Bildrate von 15 Bildern pro Sekunde) im QuickTime Motion mit Ton (.mov). Die Qualität ist erwartungsgemäß mittelmäßig.

Motivprogramme

Es ist kaum zu glauben, daß die Coolpix 4500 neben dem zu erwartenden vollautomatischen Modus in dem die Kamera praktisch alle erforderlichen Einstellungen übernimmt, ganze 16 verschiedenen Motivprogramme zur Verfügung stellt. Die Programme sind Konfigurationen für teilweise typisch simple und teilweise komplexe Aufnahmesituationen. Außerdem bei der Bilderwiedergabe kann das Gerät die Perspektive von aufgenommenen Bilder nachträglich korrigieren. Ich erzähle mal kurz, was hinter den zahlreichen Namen für die Motiven sich versteckt, und was die Kamera damit anstellt. Alle Einstellungen können selbstverständlich auch manuell noch besser und mit mehr Individualität optimiert werden.

Porträt /// Der Klassiker unter den Einstellungen, damit man gut aussieht. Das Rezept heißt weicher Hintergrund und verminderte Schärfentiefe.

Nachtporträt /// Der Klassiker by night und für etwas deutlichen Hintergrund.

Innenaufnahme /// Die Einstellung bietet eine besondere Optimierung fürs künstliche Licht.

Schnee/Strand /// Der Schnee ist bekanntlich hell und da wo Strand ist, befindet sich für gewöhnlich auch Wasser, das für störende Reflexionen sorgt. Die Kamera wählt dann automatisch die bestmöglichen Einstellungen für solche Motive.

Landschaft /// Landschaft oder Verstärkung pur kann man dazu sagen, denn alles wird bei der Einstellung schärfer. Kontrast, Konturen und Farbe präsentieren sich prächtig.

Sonnenuntergang /// Die Aufnahme ist auf allen möglichen Varianten der Farbe Rot eingestellt. Sonnenaufgänge damit festzuhalten ist natürlich ebenfalls möglich...

Museum /// Was sollte man im Museum nie tun??? Mit dem Blitz herumprotzen! Das Ausschalten übernimmt das Programm sicherheitshalber selbst, und dazu wählt aus verschiedenen Aufnahmen die schärfste aus, um so gegen Verwacklungen vorzusorgen.

Nachtaufnahme /// Nachtaufnahmen sind besonders für Rauschen anfällig, daher ist nachts Rauschminimierung angebracht.

Dämmerung /// Die Rauschunterdrückung wird bei Dämmerung ebenfalls aktiviert, und die warmen Farben dürfen auch mal dezent zur Geltung kommen.

Feuerwerk /// Das ist die ideale Einstellung für die Sylvesternacht mit ziemlich langen Verschlußzeiten.

Gegenlicht /// ...und der Aufhellblitz kann los gehen!

Nahaufnahme /// ...oder Makrospezial mit einem ziemlich weichen Hintergrund. Herrlich...

Kopieren /// Das ideale Programm für Texte oder schriftliches allgemein, das sehr scharfe Aufnahmen ermöglicht.

Sport /// Sport ist bekanntlich meistens schnell, deswegen sind die Belichtungszeiten für die Einstellung kurz.

Mehrfachbelichtung /// Der Vorbote des Panoramaassistenten erlaubt die halbtransparente Übereinanderlegung von zwei nacheinander aufgenommenen Bilder.

Panoramaassistent /// Die Krönung der vorprogrammierten Einstellungen ist das Motivprogramm Panorama-Assistent, das die präzise Aufnahme von Einzelbildern ermöglicht, die mit Hilfe der mitgelieferten Software zu einem Panoramafoto nahtlos aneinandergefügt werden können. Das Zusammenfügen der Bilder unterstutzt die Kamera dadurch, daß das vorhergehende Foto halbtransparent eingeblendet wird. Man muß nur die Richtung für die Panoramaaufnahme vorgeben.

Wem das alles nicht reicht, der ist bestimmt nicht mehr zu retten. Professionelle Photographen ausgenommen...

Makro Modus

Der Makro-Modus für extreme Nahaufnahmen ist bereits ab einem Mindestabstand von nur zwei Zentimetern möglich, und das Ergebnis kann man vorbehaltlos als SAGENHAFT bezeichnen. Die Grenze wird bei mittlerer Brennweite von 80 bis 85mm erreicht. Die Bilder sind scharf, kontrastreich und frei von Verzehrungen. Die Photodrucker und die Projektoren dieser Welt -oder zumindest meine- sind mit dem Makro-Modus des Geräts begeistert.

Speicherformate/Speichermedien

Die Coolpix 4500 speichert die Photos im bewährten JPEG(.jpg) oder TIFF (.tif) Dateiformaten auf Compact Flash-Speicherkarten. TIFF-Bilder werden HI ohne Komprimierung und in höchster Qualität gespeichert, JPEG-Bilder können im FINE, NORMAL oder BASIC Modus komprimiert werden. Die Einstellungen entsprechen jeweils ¼, 1/8 und 1/16 der Originalgröße mit steigendem Qualitätsverlust. Im NEF-Format Photos zu speichern, ist leider mit der Coolpix 4500 noch nicht möglich. Alle chronologischen und phototechnischen Aufnahmedaten bis zu dem eventuellen Gebrauch eines Konverters und einem Histogram der statistischen Verteilung der Tonwerte hin werden mitgespeichert, und sie sind während der internen Bildwiedergabe abrufbar.

Bekanntlich kann man mit der winzigen Speicherkapazität der mitgelieferten 16 MB CF-Karte ausgesprochen wenig anfangen, und für eine vernünftige Aufnahmereihe ist zumindest eine 128 MB CF-Karte nötig. Am besten kauft man gleich eine 256MB CF-Karte, denn preislich lohnt sich diese Große eher. Dabei können sowohl Typ I-Karten (3,3 mm hoch) als auch Typ II-Karten (5 mm hoch) eingesetzt werden. Der Kartenfach funktioniert einwandfrei. Außerdem können Miniaturfestplatten von Typ Microdrive verwendet werden. Sie kosten eine Kleinigkeit mehr, man hat aber damit regulär mit 1GB speichermäßig ausgesorgt. Bei geringster Auflösung und maximaler Kompression passen fast 10000 Bilder drauf. Bei der genau umgekehrten Situation von höchster Auflösung und minimale Kompression reicht der Speicherplatz immer noch für 500 Photos in bester Qualität. Die Bilder können nachträglich mit Ton ,,begleitet" werden. Das Löschen von Bildern geschieht über die LCD- Monitorwiedergabe und die Auswahl zwischen Einzel- und Gesamtlöschfunktion. Und da die meisten unter uns die Bilder nicht nur sehen sondern auch ausdrucken wollen, unterstützt die Coolpix 4500 den EXIF 2.2-Standard -oder eher als EXIF-Print bekannt- und das sogenannte DPOF-Bildbestellungsformat.

Anschlüsse

Die Coolpix 4500 verfügt über 4 Anschlüsse, wobei die 2 eher als Schnittstellen zu bezeichnen sind: die Rundbuchse für Systemblitzgeräte, den Netzausgang, den USB-Port und den AV-Ausgang. Letzterer ist nötig, wenn man die Bilder nicht nur über den eingebauten LCD- oder den PC-Monitor betrachten will. Das Videosignal ist von PAL auf NTSC umschaltbar, und die Photos können dann über Bildschirme, Projektoren oder Videoapparate wiedergegeben werden. Bis auf die Rundbuchse sind alle Anschlüsse mit sehr harten Gummiabdeckungen gut von äußeren Einflüssen geschützt.

Energieversorgung

Für die Energieversorgung benötigt die Coolpix 4500 das mitgelieferte Lithium-Ionen Akku. Das dazugehörige Ladegerät ist logischerweise im Lieferumfang erhalten. Es gibt zwar Lithium-Einwegbatterien, angesichts deren hohen Preises lohnt sich aber eher der Kauf eines zweiten Akkus für ca.51EUR. Nicht zuletzt ist natürlich auch die direkte Stromversorgung vom Netzausgang möglich; den Netzteil dazu muß man allerdings selbst kaufen. Für das 990 Coolpix-Exemplar konnte man noch die Netzteile von vielen Sony Geräten (6V- Diskman, MD-DATA oder Handy Cams) benutzen; das geht bei der Coolpix 4500 leider nicht mehr. Der Verbrauch ist relativ sparsam, und ein voll geladenes Akku reicht für ca. 120 min. Dauerbetrieb mit eingeschaltetem Monitor, häufiger Zoomverstellung, keinem übermäßigen Blitzeinsatz, und mittleren Auflösungs- und Kompressionseinstellungen.

Individuelle Voreinstellungen

Die Coolpix 4500 erlaubt die Speicherung von bis zu drei Konfigurationen mit benutzerdefinierten Einstellungen, die jederzeit per Knopfdruck abgerufen werden können. Das ist wirklich praktisch, und es spart Zeit.

Bedienungselemente

Bis auf den Joystick sind alle Tasten und Schalter aus qualitativ guter Hartplastik, und sie bieten ausreichende Fläche für deren zielsichere und leichte Bedienung. An der Oberseite befindet sich der EIN/AUS/Knippsschalter und das Einstellrad, das für mehrere Funktionen zur Verfügung steht. Der Blitzempfindlichkeitsschalter ist auf der linken Gehäusehälfte gewandert. Die restlichen Tasten sind oberhalb (3 -Monitor-Eingabe-Zoom) und unterhalb (2 -Fokuseinstellung/Löschen- Menü) des Monitors eingeordnet. Besonders die jetzt nicht mehr zweigeteilte lange Zoomtaste empfinde ich als sehr angenehm. Wer sich an die schöne breite Multifunktionstaste an der rechten Seite des Monitors der Vorgängemodelle erinnert, wird diese bei der Coolpix 4500 vermissen. Dafür steht ein Joystick bereit, das erstaunlich gut funktioniert, und rechts unterhalb des Monitors Platz genommen hat.

Software

Alles wird schön in CD-ROMs mitgeliefert. Die Bildbearbeitungssoftware von Adobe Photoshop Elements, die Kamerasoftware von Nikon View 5.0, und die Bildverwaltungssoftware von Fotostation Easy und Panorama Maker 3.0. Alle aktuellen Versionen von Windows und Mac OS sind abgedeckt. Die Verbindung zum Computer nimmt die Kamera über die USB Schnittstelle. Eine serielle deutlich langsamere Verbindung ist über den gleichen Port auch möglich. Der Rest läuft mehr oder weniger von allein -aber mit Apple Rechnern um einiges schneller. Mit sonstiger aktuellen Photosoftware läuft die Bearbeitung der Bilder natürlich auch, und wenn jemand andere Programme benutzt, braucht sich nicht unbedingt umzustellen.

Bedienungsanleitung

Mittlerweile werden die meisten Digitalkameras nur mit einer Anleitungs-CDROM begleitet, doch Nikon bleibt der guten handlichen und schriftlichen Bedienungsanleitung treu. Alles über die Kamera und deren Funktionen steht schön erklärt drin. Ich bin der Meinung, daß die Lektüre des Buchleins durchaus empfehlenswert sei. Man sollte aber vorher etwas mit der Kamera herumgespielt haben. Für Besitzer der Vorgängermodelle ist die Funktionsweise bis auf ein paar Umstellungen äußerst logisch. Man kann eigentlich gleich los photographieren und experimentieren. Die Anleitung ist in diesem Fall eher zur Bestätigung da. Sonst empfiehlt sich zumindest die Lektüre des Einführungsteils, um mit den Basisfunktionen Bekanntschaft zu machen. Die restliche Einarbeitung kann danach schrittweise erfolgen. Die Bedienungsanleitung ist wirklich gut gelungen, und sie wird von 2 Faltblätter für den ,,schnellen,, Menü- und Geräteeinstieg begleitet.

Zubehör

Man kann sich wirklich nicht beschwerden. Es gibt eine Unzahl von Zubehör wenn man das nötige Kleingeld dafür bereit auszugeben ist. Im Programm stehen verschiedene Tele-, Weitwinkel- oder Fisheye Konverter, eine lange Reihe mit externen Blitzgerätesystemen von unterschiedlicher Leistung, ein Diakopier-Aufsatz, die erwähnte Blitzschiene, der sehr nützliche Netzadapter (es ist ja gaaaaaaaaaaaaaaanz logisch, daß die absolute Mehrheit der Hersteller bei der Standardausstattung keinen dazulegt), ein Fernauslöser, eine Kameratasche, ein spezielles Reinigungstuch (ein weiches fusselfreies Tuch reicht auch), ein Ersatzakku (unbedingt kaufen!), und vieles mehr. Nichts zuletzt gibt es noch die Multifunktions-Kabelfernbedienung von Nikon, die zum Glück mit allen Nikon Digitalapparaten kompatible ist. Sonst kann man praktisch mit den richtigen Adaptern eine Menge altes Zeug mit der Coolpix 4500 weiterbenutzen. Es gibt kaum Kompatibilitätsprobleme.

Preis

Als ich Anfang August die Coolpix 4500 gekauft habe, betrug die unverbindliche Preisempfehlung von Nikon 899EUR. Ich habe damals 700EUR bezahlt und es war ziemlich kurz nach der Markteinführung. Im Preis war für mich noch ein zweiter Akku inbegriffen, das war aber eher die Folge meiner Beschwerden bezüglich der Software, die ich fast komplett bereits hatte. Leider ist es noch nicht möglich die Lieferung der Zubehör individuell zu gestalten. Vor der Seite der Hersteller ist es verständlich, als Kunde kann man nur die Händler nerven. Mittlerweile habe ich oft Preise für die Kamera zwischen 599EUR und 699EUR gesehen. Das Preisleistungsverhältnis ist wirklich sehr gut.

Subjektive Qualitätsüberprüfung

Alles in allem ist die Coolpix 4500 eine elegante und handliche Kamera mit technisch ausgesprochen leistungsfähige Ausstattung. Die elektronische Messung ist ausgezeichnet, wobei den automatischen Einstellungen die manuellen doch vorzuziehen sind. Das Gegenteil wäre ja auch unlogisch! Nichtsdestotrotz konzentriert sich der ultimative Härtetest auf die Qualität der Photos. Die Bildqualität ist sehr gut, die Farbtreue ausgezeichnet, die Kontraste ausgewogen, und der Makromodus einfach umwerfend. Es besteht eine Überbelichtungstendenz in Situationen mit extrem starkem Licht oder heller Umgebung. Dazu kommen einige Fokusschwierigkeiten in Dunkelheit und eine Rauschensteigerungstendenz bei wirklich langen Belichtungszeiten. Diese Probleme sind aber erträglich und berechenbar. Die Pixelzahl und die Auflösung sind ausreichend für qualitativ hochwertige Aufnahmen, die fast neidlos neben den analogen Verwandten bestehen können.

Wenn jemand eine gute Digitalkamera haben will, die einiges an Zusatzfunktionen anbietet, ohne die Individualität zu vernachlässigen, ist die Coolpix 4500 die beste Wahl. Für Anfänger der Digitalphotographie ist das Gerät vielleicht doch etwas zu viel, man kann sich aber damit gut einarbeiten. Ich habe schon 3 Analogkameras von Nikon - die zwei davon sind fast 15 Jahre alt, die Coolpix 990 und jetzt auch die Coolpix 4500. Probleme habe mit einem der Geräte nie gehabt, und die Tatsache, daß das Leben als Kamera in meiner Nähe definitiv nie so einfach ist, spricht nur für die hervorragende Nikon Qualität. Die Kamera ist vorbehaltlos empfehlenswert.

PS: Ich habe versucht die Vergleiche mit den Vorgängermodellen in Maßen zu halten. Diese ganz auszulassen wollte ich nicht, weil das Bau- und Funktionsprinzip der Coolpix 4500 nicht von heute auf morgen entstanden ist.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
KreuzPT

KreuzPT

15.09.2006 16:38

Gibt es mittlerweile was neues?

macsmac

macsmac

22.01.2005 11:03

Sehr ausführlicher Bericht - gut. MfG M

timo074

timo074

10.03.2004 16:02

Respekt vor diesem Erfahrungsbericht und der Zeit, die Du dafür investiert hast! Vielen Dank, das hat meine Kaufentscheidung sicherlich beeinflusst.

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