Erfahrungsbericht über

Nikon Coolpix 5700

Gesamtbewertung (17): Gesamtbewertung Nikon Coolpix 5700

 

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gute Kamera mit kleinen Schwächen

4  28.09.2002

Pro:
opt .  8fach Zoom, schnelle Auslösezeit, viele Funktionen

Kontra:
jpg - kompression etwas zu stark, langsamer Autofokus, kein AF - Hilfslicht

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Verarbeitung

Ausstattung

Bildqualität

Akkulaufzeit

Bedienung

mehr


kerridis

Über sich: Über mich? Hmm - ich bin begeisterte Linux-Nutzerin und Hobby-Digitalfotografin (wie man ja sicherli...

Mitglied seit:23.04.2000

Erfahrungsberichte:19

Vertrauende:2

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 48 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Gemischte Gefühle... Wäre da nicht die unzureichende JPG-Kompression mit 1:4 für "fine", wäre die Kamera top. Sicherlich, man kann seine Bilder auch im TIF-Format oder in Nikons eigenem RAW-Format speichern, aber dann dauert das Speichern des Bildes eine kleine Ewigkeit und auch der größte Speicher ist nach wenigen Bildern voll. Meiner Meinung nach hätte sich Nikon das RAW-Format schenken können und statt dessen lieber eine "super-fine" JPG-Option mit reinnehmen sollen, wie man das z.B. von Canon kennt. Abgesehen davon, daß Nikons RAW-Format nur mit der Nikon-eigenen Software lesbar ist, die wiederum nur für Windows und Mac verfügbar ist, steht doch mit TIF bereits ein verlustfreies Format zur Verfügung. Und bei der 1:4 JPG-Kompression sind leider im ungünstigen Fall in den Bildern (insb. im Bereich des Himmels) schon die typischen JPG-Artefakte sichtbar. Das trübt den Spaß doch ungemein, wenngleich es bei mir zum Glück bislang nur wenige Bilder gab, die dadurch für mich unbrauchbar wurden.

Anmerkung für alle Linux-User: Die Kamera ist mit den aktuellen Distributionen als USB-Mass-Storage-Gerät ohne zusätzliche Treiberinstallation sofort ansprechbar (gphoto oder ähnliches wird nicht benötigt). Das Nikon-RAW-Format kann genutzt werden, wenn man es vor dem Auslesen noch in der Kamera in TIF umwandelt (Menüpunkt ist kameraseitig vorhanden).

Ansonsten gibt es nur Kleinigkeiten zu bemängeln: Der Knopf für den manuellen Fokus ist IMO an der ungünstigsten Stelle plaziert (grundsätzlich unsichtbar und bei mir immer vom Trageriemen oder dem Sicherungsband für den Objektivdeckel verdeckt) und wofür Bildqualität/-größe extra einen eigenen Knopf braucht, ist für mich nicht nachvollziehbar. Das regelt man sicherlich nicht so oft, so daß es auch im (auf den ersten Blick etwas undurchsichtigen) Menü gereicht hätte. Statt dessen hätte man z.B. den Weißabgleich auf diesen Knopf legen können (gut, den kann man sich glücklicherweise auf den "Func"-Knopf legen, der standardmäßig für die User-Modi ist) oder etwas anderes, das man öfter braucht.

Für den manuellen Fokus gibt es leider keine Abstandsanzeige mit Zahlenwerten, sondern nur einen kleinen Balken. Trotzdem lassen sich damit vernünftige Schärfen erzielen, da der Bildbereich, der im Fokus liegt, mit einer extra Kontur versehen wird.

Viel mehr zu meckern gibt es eigentlich kaum, außer vielleicht, daß es schön gewesen wäre, wenn Nikon dem Blitzschuh für den externen Blitz zum Schutz der Kontakte eine kleine Kappe spendiert hätte (wie es z.B. bei Olympus üblich ist) und wenn die Kamera das AF-Hilfslicht der externen Blitzgeräte unterstützen würde (da sie selbst kein AF-Hilfslicht hat, was man manchmal bei schlechteren Lichtverhältnissen doch vermißt, wenn der sowieso schon langsame Autofokus gänzlich aufgibt). Ach ja: für exakte Panorama-Aufnahmen ist die 5700 nur bedingt geeignet, da Nikon das Stativ-Gewinde zwar mittig in die Kamera, aber leider damit nicht mittig unter das Objektiv gesetzt hat.

Zu erwähnen ist vielleicht noch die Filmchen-Funktion mit Geräuschaufnahme, die ich persönlich für mindestens genauso überflüssig halte wie das RAW-Format und den Digi-Zoom und die ich daher in den Negativ-Bereich einordne (andere werden vielleicht wegen dieses Features jubeln).

Alles, was an dieser Kamera positiv ist (und das ist eine ganze Menge), kann man auf der Nikon-Seite nachlesen :) Ich habe mich jedenfalls darüber gefreut, daß Nikon der Kamera eine 32 MB CF-Karte beigelegt hat, statt der üblichen 8-16 MB. Man kommt zwar auch damit nicht um den Kauf einer größeren Speicherkarte herum, hat aber immer eine annehmbare Reserve für die letzten Aufnahmen, die dann doch nicht mehr auf die große Karte passen :) Meine Rechnung sieht im Moment so aus: 2 Akkus = 340 MB Microdrive + 32 MB CF-Karte = ca. 250 JPG-Bilder (1:4 komprimiert, 2560x1920).

Highlights sind auf jeden Fall das sehr gute Objektiv, der optische 8fach Zoom und der dreh- und schwenkbare klare (wenn auch recht kleine) Monitor sowie eine minimale Belichtungszeit von 1/4000 sec für Bewegungsaufnahmen. Der Auslöser spricht recht schnell an und man kann auch sofort weiterfotografieren, da die Bilder erstmal zwischengespeichert werden, bevor sie auf die CF-Karte geschrieben werden. Außerdem kann man dank der "Bulb"-Funktion (= Belichtung, solange man den Auslöser drückt, bei der 5700 max. 5 Minuten) sehr schöne Nachtaufnahmen machen (Stativ!).

Die 5700 hat einen automatischen Modus, der voreingestellt ist, und 3 individuell einstellbare User-Modi. Nur in den User-Modi kann man statt Programm-Automatik auch manuelle Blende (Belichtungszeit wird von der Kamera gesteuert), manuelle Belichtungszeit oder komplette manuelle Einstellung wählen. Die Kamera merkt sich glücklicherweise beim Ausschalten, was man zuletzt eingestellt hatte.

Skeptisch war ich anfangs wegen des Suchers (elektronisch statt optisch), dessen Bild dem des Monitors entspricht. Allerdings hat er trotz seiner kleinen Maße eine höhere Auflösung als der externe Monitor und ist damit noch wesentlich schäfer. Außerdem hat er einen Dioptrien-Ausgleich. Beide Monitore sind sehr lichtstark und zeigen ca. 97% des aufzunehmenden Bildes an, was im Verlgeich zu anderen Kameras sehr viel ist.

Die Kamera ist trotz ihrer vielen Funktionen klein, kompakt und leicht (wiegt soviel wie Canons G2) und liegt (auf jeden Fall bei kleinen Händen, andere konnte ich nicht testen :) ) sehr gut in der Hand (ein wenig störend ist nur die rechte Befestigungslasche für den Trageriemen, die sich nach einiger Zeit unangenehm in die Hand bohrt, was aber durch Anbringen des Trageriemens abgemildert wird). Obwohl das Objektiv nicht mittig ist, ist die Kamera sehr gut ausbalanciert, wenn ein Akku eingelegt ist. Eine Akkufüllung reicht übrigens für ca. 100-120 Bilder bei ca. 50% eingeschaltetem Monitor/50% E-Sucher und viel Gezoome, aber wenig Blitz und Auto-Aus nach 5 Minuten Nichtstun (kann man auch auf 30 oder 60 sec stellen, aber das nervt mich. Man kann das auch ganz abschalten, was mir aber wiederum zu unsicher ist, nachher stehe ich ohne Akkuladung da). Ein Akku-Ladegerät ist im Lieferumfang enthalten (was leider nicht selbstverständlich ist, siehe Olympus). Ein Original-Nikon-Ersatz-Akku kostet so um die 49 EUR, Fremdfabrikate gibt es schon ab 29 EUR (habe ich bisher keine Probleme mit gehabt).

Als optionales Zubehör gibt es einen Fernauslöser (ca. 130 EUR, eigentlich für die 5000, aber in der 5700-Anleitung als kompatibel erwähnt), einen Batterie-Power-Pack mit zusätzlichem Auslöser für bequemere Hochkant-Aufnahmen (ca. 160 EUR), einen 1,5fach-Telekonverter (ca. 180 EUR), eine Gegenlichtblende (ca. 25 EUR) und einen 28mm-Weitwinkelaufsatz. Tele etc. benötigen einen Adapter, der nochmal mit ca. 20 EUR zu Buche schlägt. Außerdem sollen alle externen Nikon-Blitze passen.

Fazit: eine qualitativ sehr gute Kamera mit der man sehr gute Bilder machen kann (das hängt dann vom eigenen Können ab, die Kamera liefert das nötige Werkzeug jedenfalls mit). Die mangelhafte JPG-Kompression ist allerdings ein grober Schnitzer, der manchen vielleicht den Spaß an der Kamera verderben kann.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
kerridis

kerridis

05.11.2005 02:10

Kleine Anmerkung zur Verarbeitunsqualität: Letztens ist der Deckel des Akku-Fachs beim Öffnen abgebrochen (Scharnier an einer Seite gebrochen). Sicherlich, ich habe mit der Kamera viel fotografiert (15.000 Fotos schätzungsweise) und dementsprechend oft den Akku gewechselt (rein rechnerisch 120x, aber es war sicherlich mehr). Trotzdem finde ich, so ein Batteriefachabdeckungs-Scharnier sollte das aushalten können. Materialermüdung sollte da nicht auftreten dürfen.

Tuvok1

Tuvok1

16.11.2003 23:25

Der Bericht ist fantastisch Bist du Fotograf Wie geht das, das ich zu mehr Punkten komme?

MarcelinVienna

MarcelinVienna

15.05.2003 01:12

Sehr guter Bericht! Ich habe die kleinere Coolpix 2500.

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