Erfahrungsbericht über

Nikon D5000

Gesamtbewertung (8): Gesamtbewertung Nikon D5000

21 Angebote von EUR 135,90 bis EUR 1.298,00  

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Nikon D5000: Sehr gute Einsteiger-DSLR mit massenhaft Funktionen

5  29.10.2009 (05.11.2009)

Pro:
Bildqualität, Bedienung, für DSLR - Anfänger geeignet, schwenkbares Display, LiveView, Video

Kontra:
Langsamer AF in LiveView, USB - Übertragung nur per PTP möglich, Probleme mit Fremdobjektiven

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Verarbeitung

Ausstattung

Bildqualität

Akkulaufzeit

Bedienung

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crashpilot

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Mitglied seit:22.09.2009

Erfahrungsberichte:5

Vertrauende:2

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 34 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nikon D5000 – Digital-Spiegelreflexkamera für Einsteiger

Ja, ich geb’s zu, „Einsteiger-DSLR“ klingt etwas blöd, fast so, als ob man sich dann 2 Jahre später ein Modell für Fortgeschrittene zulegen müsste. Aber keine Sorge, normale Hobbyfotografen-Ansprüche erfüllt eine solche Kamera allemal, egal ob von Nikon oder der Konkurrenz.
Aber nun zur D5000. Ich habe vor dem Kauf im Internet eingehend recherchiert. Neben vielen mehr oder weniger aussagekräftigen Tests gibt es auch einige Seiten, auf denen man Originalbilder herunterladen kann, die mit verschiedenen Kameras unter annähernd gleichen Bedingungen aufgenommen wurden. Bei der Beurteilung solcher Bilder sollte man im Hinterkopf haben, dass Bilder im JPG-Format fast immer bereits in der Kamera ein wenig „geschönt“ sind: Rauschunterdrückung, Farbverstärkung, Nachschärfung. Je nachdem, wie aggressiv der Kamerahersteller solche Verfahren einsetzt, kann hierdurch eine auf den ersten Blick bessere Bildqualität vorgetäuscht werden als tatsächlich geboten ist. Im Detail sind die Schwächen aber trotzdem sichtbar, so dass man sich vom ersten Eindruck nicht täuschen lassen darf. Letztlich haben für mich neben der Bildqualität die folgenden Gründe den Ausschlag für die D5000 gegeben:
  • Geringes Rauschen - auch im RAW-Modus (RAW bedeutet, dass die vom Bildsensor erfassten Daten ohne jede Verarbeitung gespeichert werden. Die Daten werden normalerweise auf dem PC mit entsprechender Software „entwickelt“, d.h. zu normalen JPG-Dateien konvertiert.)
  • Videomodus bis 1280 x 720 Pixel
  • Schwenkbares Display
  • Viele Objektive auch von Fremdherstellern erhältlich

Ich habe die Kamera mit 2 Nikon-Kit-Objektiven 18-55 mm und 55-200 mm, jeweils mit optischem Bildstabilisator, für 730 € zzgl. Porto erworben (EU-Ware, d.h. kein deutsches Handbuch). Mein Bericht bezieht sich, soweit nicht anders gesagt, auf das Kit-Objektiv AF-S DX NIKKOR 18-55 mm VR, mit dem diese Kamera meistens angeboten wird.
Technische Kurzdaten
  • DSLR mit optischem Spiegelreflex-Sucher
  • CMOS-Bildsensor 23,6 mm x 15,8 mm, Verlängerungsfaktor 1,5
  • 4288 x 2848 Bildpixel
  • Schwenkbares Display mit Live-Modus (abschaltbar)
  • Videos bis 1280 x 720 Pixel, 24 Bilder/s, mit Ton
  • Gleichzeitige Aufnahme von JPEG und NEF (RAW) möglich
  • Autofokus nur bei Objektiven mit eigenem Fokusmotor
  • Gewicht mit Akku ca. 600 g (ohne Objektiv), Abmessungen 127 x 104 x 80 mm
Äußeres, allgemeine Bedienung und Funktionen
Von den Abmessungen her zählt die D5000 eher zu den kleinen DSLR. Das Design kann jeder selber beurteilen. Die Bedienelemente sind sinnvoll platziert: Einschalter, Auslöser und Funktionswählrad oben rechts, dahinter ein Einstellrad, Menütasten an der Rückwand. Die Tasten für Selbstauslöser und Blitz befinden sich links beim Objektivanschluss, 2 weitere Tasten mit unterschiedlichen Funktionen sind noch oben zu finden.Da sich der Monitor in der Voreinstellung immer nach kürzester Zeit automatisch ausschaltet, kann es leicht passieren, dass man vergisst, die Kamera abzuschalten. Das ist aber kein Beinbruch: solange man keine Bedienelemente betätigt, scheint der Stromverbrauch sehr gering zu sein - auch nach ein paar Tagen zeigt die AKkuanzeige noch "voll" an.
Wo wir gerade bei der Monitorabschaltung sind: im Unterschied zu Canon fehlt bei der D5000 ein Sensor, der den Monitor automatisch abschaltet, wenn man den Sucher benutzt.

Wer ganz schnell zum ersten Bild kommen will, kann direkt am Funktionswählrad zwischen „Vollautomatik“ oder „Vollautomatik ohne Blitz“ wählen, was ich eine gute Idee finde – unbeabsichtigtes Blitzen kann schließlich ganz schön peinlich sein.
Wer mehr Kontrolle haben will, hat die Wahl zwischen Programmautomatik (P), Zeitvorwahl (S), Blendenvorwahl (A) und komplett manueller Einstellung (M). Außerdem gibt es eine riesige Vielzahl von Motivprogrammen, einige davon sind direkt am Funktionswählrad einstellbar (Portrait, Landschaft, Kinder, Sport, Nahaufnahme, Nachtportrait), weitere können mit dem Einstellrad ausgewählt werden. Wer sich also keine Gedanken über Zeiten, Blenden, Tiefenschärfe und Aufhellblitz machen will, wird hier bestens bedient.

An Funktionsvielfalt mangelt es dieser Kamera bestimmt nicht. Neben den üblichen Aufnahme- und Wiedergabefunktionen ist auch noch eine ganze Reihe von Nachbearbeitungsfunktionen geboten. Dabei wird vom aufgenommenen Bild eine Kopie angelegt, die man dann in der Kamera nach Herzenslust manipulieren kann, von der Farbabstimmung über Rote-Augen-Entfernung und diverse Farbfilter bis hin zur Verzerrungs- und Perspektivenkorrektur. Wenn man sich nicht mit Bildbearbeitungs-Software befassen will, mag das alles ja ganz nett sein, ich selber bearbeite aber meine Bilder lieber auf dem 20-Zoll-Monitor meines Rechners als auf dem 2,7-Zoll-Monitor der Kamera. Also brauche ich dies alles nicht, die einzige Funktion, die ich mir tatsächlich in der Kamera wünschen würde, wäre die automatische Entfernung von Bildstörungen durch Staubpartikel auf dem Sensor. Die gibt es tatsächlich, aber leider nicht in der Kamera, sondern nur in der Software Nikon NX2, die Nikon für knapp 200 € anbietet.
Sucher
Das Sucherbild ist, wie bei Kameras dieser Klasse üblich, etwas kleiner als bei einer analogen Kleinbild-SLR, aber hieran gewöhnt man sich schnell. Im Sucherbild können Rasterlinien (abschaltbar) eingeblendet werden – sehr praktisch zur Vermeidung schiefer Kamerahaltung. Ebenfalls direkt im Sucherbild erscheinen die Fokus-Messfelder, auf die ich nachher noch eingehen werde. Unterhalb des Sucherbildes werden Zeit, Blende, Belichtungskorrektur sowie ggf. Warnsymbole eingeblendet. Außerdem gibt es ein konfigurierbares Anzeigefeld, bei dem man über das Menü wählen kann, was hier erscheinen soll: ISO-Wert, Blitzbelichtungskorrektur, freier Speicherplatz etc. Somit sind alle relevanten Aufnahmeinformationen im Sucher sichtbar, noch mehr Anzeigen würden die Sache nur unübersichtlich machen.
Fokussierung
Hier gibt es dermaßen viele Einstelloptionen, dass das Kapitel in der Bedienungsanleitung etliche Seiten füllt. Wer die Motivprogramme nutzt, muss sich hiermit nicht unbedingt befassen, da dort automatisch zweckmäßige Einstellungen vorgewählt werden. Wer selber die Kontrolle haben will, kann zunächst zwischen fester oder kontinuierlicher Fokussierung (für bewegte Objekte) wählen. Weiterhin kann man manuell oder automatisch festlegen, welche der 11 AF-Messfelder aktiv sind. Es gibt auch einen 3D-Tracking-Modus, in dem die Kamera Objektbewegungen folgt. Man fokussiert z.B. auf die Ente im Teich, und auch wenn sie dann wegschwimmt, wird weiterhin kontinuierlich auf sie nachfokussiert. Im Prinzip funktioniert das tatsächlich, aber leider nicht immer. Da man sich nicht wirklich darauf verlassen kann, bin ich kein Freund eines solchen Eigenlebens und halte das Ganze mehr für einen Marketing-Gag. Ähnlich ist es mit der automatischen Messfeldauswahl – sie führt eigentlich nur dazu, dass man vorher nicht weiß, auf was die Kamera fokussieren wird. Daher aktiviere ich normalerweise immer nur das Messfeld in der Mitte, bei Bedarf kann man blitzschnell mit den Pfeiltasten ein anderes Feld aktivieren. Die Fokussierung mit dem Kit-Objektiv 18 – 55 mm funktioniert sehr zuverlässig, schnell (praktisch immer im Bruchteil einer Sekunde) und leise, auch wenn der integrierte Fokusmotor dieses Objektivs als etwas träge gilt. Das aktive Messfeld blitzt kurz auf, ein grüner Punkt im Sucher und ein (abschaltbares) Tonsignal zeigen an, dass alles geklappt hat.

Mit dem 55-200 mm-Objektiv ist es ebenso, auch wenn die Fokussierung bei langer Brennweite etwas langsamer ist. Generell hängt die Geschwindigkeit und die Treffsicherheit der Fokussierung sowohl von der Kamera als auch dem Objektiv und von deren Zusammenspiel ab. Wer Fremdobjektive verwenden will, dem sei empfohlen, das Zusammenwirken von Objektiv und D5000 erst mal im Laden zu testen.

Im Live-View-Modus (also Bild auf dem Monitor statt im Sucher) erfolgt die Fokussierung wie bei den meisten Kompaktkameras direkt durch Auswertung des Kamerabildes. Hier kann die Fokussierung durchaus mal 2 oder 3 Sekunden dauern, also eher langsamer als man es von den heutigen Kompakten gewohnt ist - und somit nicht gerade ein Ruhmesblatt für Nikon. Die Live-View-Fokussierung ist nicht auf die vorgegebenen 11 AF-Messpunkte beschränkt. Außerdem gibt es eine Gesichtserkennung, die bis zu 5 Gesichter im Bild detektiert und dann auf das naheste fokussiert. Analog zum 3D-Tracking ist eine Objektverfolgung geboten, aber auch dies funktioniert nicht in allen Fällen zuverlässig.
Meine obige Aussage bzgl. Fremdhersteller-Objektiven gilt im Live-View-Modus verschärft, besonders bei bestimmten langbrennweitigen Objektiven musste ich feststellen, dass die Live-View-Fokussierung schlicht und einfach nicht funktionsfähig ist.
Bildqualität
Die Bildqualität im JPG-Modus erfüllt meine Erwartungen vollkommen: in der Grundeinstellung (ISO 200) ist allenfalls in sehr dunklen Bildbereichen Rauschen zu erahnen. Die als JPG aufgenommenen Bilder sind zum größten Teil einwandfrei, auch bei etwas schwierigeren Beleuchtungsverhältnissen. Schärfe, Belichtung, Farbwiedergabe und Weißabgleich lassen meist nichts zu wünschen übrig. In den normalen Aufnahmemodi (P, S, A, M) sind die Voreinstellungen so, dass eine sehr natürliche Bildqualität ohne überschärfte Ränder oder Bonbonfarben erzielt wird.
Bei extremen Lichtverhältnissen kann es durchaus mal vorkommen, dass der Weißabgleich danebenhaut, z.B. bei einem Sonnenuntergangsbild war der Himmel etwas ausgeblichen und der dunkle Vordergrund dafür in einem kräftigen Dunkelblau gehalten. So etwas lässt sich leicht vermeiden, indem man den Weißabgleich auf „bewölkt“ voreinstellt.
Sonnenuntergang, da klickt doch was im Hirn – gab‘s da nicht ein Motivprogramm? Stimmt – bisher habe ich die Motivprogramme noch gar nicht alle ausprobiert. Erste Versuche mit dem Sonnenuntergangs-Programm sahen jedenfalls besser aus als ich erwartet hatte: der Himmel schön durchgezeichnet, die Farben so dezent verstärkt, dass sie durchaus noch natürlich wirken, alle Achtung! Wenn die anderen Programme ebenso gut funktionieren, freunde ich mich ja vielleicht doch noch damit an.
Bei höheren ISO-Einstellungen nimmt, wie bei jeder Digitalkamera und auch bei analogen Filmen, das Rauschen zu. Bei JPGs bemüht sich die Rauschunterdrückung nach Kräften, das nicht sichtbar werden zu lassen. Bis ISO800 ist die Bildqualität noch völlig in Ordnung – nur in wenig strukturierten Bereichen mit mittlerer bis geringer Helligkeit ist etwas Rauschen zu sehen. Die Detailwiedergabe ist noch sehr brauchbar. Bei RAW-Bildern ist zwar schon deutliches Rauschen erkennbar, das aber noch völlig akzeptabel ist. Bei ISO1600 sind auch in helleren Bildbereichen Störungen erkennbar, die die Rauschunterdrückung nicht beseitigen konnte, bei noch höheren ISO-Einstellungen finde ich die Bildqualität nur bei entsprechend verkleinerter Betrachtung akzeptabel.
Videomodus
Die Auflösung von 1280 x 720 Pixel ergibt schon ein deutlich besseres Bild als die früher üblichen 640 x 480 oder gar 320 x 240 Pixel. Auch die von älteren Kameras bekannten Probleme mit Rauschen und Kompressionsartefakten sind erfreulich gering. Insgesamt finde ich die Videofähigkeiten also gut, auch wenn die Bildwiederholfrequenz nur 24 Bilder/s beträgt, so dass allzu schnelle Bewegungen leicht etwas ruckelig wiedergegeben werden. Der Ton ist im Rahmen des Üblichen, allerdings wird bei eingeschaltetem Bildstabilisator dessen Geräusch als eine Art Rauschen mit aufgezeichnet.
Objektive
Die Kamera hat einen Verlängerungsfaktor von 1,5 – das bedeutet, dass z.B. mit dem Kit-Objektiv 18 - 55 mm der gleiche Bildausschnitt erzielt wird wie wenn man an einer Kleinbild-Kamera ein Objektiv mit 27 - 82,5 mm nutzen würde. Analog dazu entspricht das 55 - 200 mm-Objektiv einem Kleinbild-Objektiv mit 82,5 - 300 mm.
Die Objektive selber sind eigentlich nicht direkt Gegenstand dieses Berichts, trotzdem ein paar Worte dazu. Beide Kitobjektive 18 – 55 mm VR und 55 – 200 mm VR nehmen sich von den Daten und vom Erscheinungsbild etwas bescheiden aus: Anfangslichtstärke 3.5 bzw. 4.0, Plastik-Anschluss, wackeliger Fokusring ohne Entfernungsskala, manuelle Fokussierung bei eingeschaltetem AF nicht möglich. Aber in der Praxis sind die Ergebnisse dann doch erstaunlich gut: durchweg brauchbare Bildschärfe, allerdings lässt bei 18 mm Brennweite in den Ecken der Kontrast deutlich erkennbar nach. Ansonsten ist an der erreichten Bildqualität aber kaum etwas auszusetzen: keine Farbsäume durch chromatische Aberration (CA), keine Vignettierung (Helligkeitsabfall in den Ecken). Das klingt schon fast zu gut für solche preisgünstigen Objektive. Und tatsächlich, wer sich die Bilder im RAW-Format anschaut, erkennt vor allem beim 18 – 55 mm sehr wohl Vignettierung und auch CA. Diese Diskrepanz zwischen RAW und JPG erklärt sich daraus, dass die Firmwareentwickler bei Nikon nicht faul waren und die Kamera-Firmware für Nikon-eigene Objektive stillschweigend entsprechende Bildkorrekturen im JPG-Bild vornimmt. Puristen werden das vielleicht als „Pfusch“ empfinden, aber das Ergebnis ist dennoch überzeugend. Da das RAW-Bild die vom Bildsensor erfassten Daten in unverarbeiteter Form enthält, fehlen dort die Korrekturen und müssen ggf. bei der RAW-Verarbeitung nachträglich vorgenommen werden.

Eine gewisse Schwäche beim 18 – 55 mm Objektiv ist dessen Gegenlichtempfindlichkeit: wenn die Sonne unter einem ganz bestimmten Winkel (z.B. schräg von oben) auf das Objektiv leuchtet, ist das halbe Bild (in diesem Fall die untere Hälfte) von Streulicht „vernebelt“. Wenn man es weiß, kann man darauf achten, wenn nicht, ist das Bild verdorben.

Beide Objektive sind mit VR (für „Vibration Reduction“) ausgestattet, wie der optische Bildstabilisator bei Nikon heißt. Diese Technik wurde ursprünglich für Videokameras entwickelt, damit man beim Ansehen der selbstgedrehten Filme nicht seekrank wird, und ist heute vor allem bei digitalen Kompaktkameras weit verbreitet. Das System besteht aus Beschleunigungssensoren, die Wackelbewegungen (genau gesagt, horizontale und vertikale Kippbewegungen) erfassen, sowie aus einer beweglichen Linse, deren Position ständig so korrigiert wird, dass das Bild auf dem Bildsensor still steht.
Das funktioniert bei beiden Kit-Objektiven ganz ausgezeichnet: die Verwackelungsgefahr reduziert sich etwa um Faktor 8 bis 10. Als Beispiel nehmen wir eine Brennweite von 200 mm, was wegen des Verlängerungsfaktors etwa 300 mm Kleinbild entspricht. Nach der Faustregel für Kleinbild sollte die Belichtungszeit für Fotos aus freier Hand dann bei 1/300 s oder kürzer liegen. Mit VR hat man aber selbst bei 1/30 s noch gute Chancen, ein unverwackeltes Bild zustande zu bringen. Wer sich mit Belichtungszeiten und Blenden ein wenig auskennt, wird sofort verstehen, dass das gerade im Telebereich ein riesiger Vorteil ist. Bei kürzeren Brennweiten gilt das Ganze entsprechend, allerdings ist dort die Verwackelungsgefahr ohnehin geringer, so dass der Vorteil nicht so ins Gewicht fällt. Außerdem darf man nicht vergessen, dass VR bei bewegten Objekten (z.B. herumtollende Kinder oder Haustiere oder Sportaufnahmen) gar nichts bringt, da nur Bewegungen der Kamera (und nicht die des Objekts) ausgeglichen werden können.
Trotzdem ist VR eine tolle Sache und bei Teleobjektiven fast ein „Muss“.
Akkulaufzeit
Die Akkulaufzeit wird von Nikon mit ca. 500 Aufnahmen (nach CIPA-Standard, also teilweise mit Blitz) angegeben. Allerdings gilt das nur für abgeschaltetes VR, den Auslöser nicht zu lange halb gedrückt halten etc.
Wie lange der Akku in der Praxis tatsächlich hält, weiß ich noch nicht – ich arbeite nämlich immer noch mit der ersten Akkuladung. Sobald ich hierzu näheres weiß, werde ich das noch ergänzen.
Datenübertragung und PC-Software
Bei früheren Nikon-Modellen wurde die Speicherkarte nach dem Anschließen der Kamera als „Wechseldatenträger“ erkannt, dadurch konnte man sämtliche Dateien wie bei einem USB-Stick direkt mit dem Windows-Explorer kopieren oder löschen. Das geht bei der D5000 leider nicht mehr, da Nikon nun dem Beispiel der Konkurrenz gefolgt und auf das berüchtigte Microsoft PTP-Protokoll umgestiegen ist. Hierbei ist zwar ebenfalls ein Zugriff über den Windows-Explorer möglich, aber es fängt schon damit an, dass es (bei voller Speicherkarte) eine ganze Weile dauert, bevor auch nur der Inhalt der Speicherkarte angezeigt wird. Das Aufnahmedatum ist trotzdem nicht ersichtlich, JPGs werden grundsätzlich mit der „Microsoft Bild- und Faxanzeige“ geöffnet, und ein direkter Zugriff auf RAW-Dateien ist nicht möglich. Wer keinen Kartenleser benutzen will, ist daher fast gezwungen, die mitgelieferte Software „Nikon-Transfer“ zu installieren. Diese bietet zwar allerhand Einstellmöglichkeiten, macht aber aus meiner Sicht eher zusätzlichen Aufwand als sie Nutzen bringt.

Im Lieferumfang ist weiterhin die Software „ViewNX“ enthalten. Dabei handelt es sich wohl um einen Nachfolger von „NikonView“, das ich schon früher als ressourcenfressende Anwendung kennengelernt habe, die dann doch nicht genau das macht, was man gerne hätte. Deshalb habe ich lieber auf die Installation von ViewNX verzichtet und kann über diese Software keine Aussage machen.

Was kann man von einer derartigen Kamera erwarten?
Ob der Kauf einer solchen Kamera zur Enttäuschung oder zur Begeisterung führt, hängt auch davon ab, mit welchen Erwartungen man herangeht. Wer bereits eine (ältere) DSLR der Klasse 6 bis 8 Megapixel besitzt, sollte sich von der D5000 bzgl. der Bildqualität keine weltbewegenden Verbesserungen erwarten und wird wahrscheinlich auf die vielen Features weniger Wert legen. Interessanter wäre da schon die Anschaffung eines guten Objektivs mit VR.
Wer von einer Kompaktkamera auf DSLR wechseln will, für den könnte die D5000 die richtige Kamera sein. Allerdings ist bei Kompaktkameras die Optik nicht so direkt ein Thema, bei einer DSLR ist das völlig anders. Ich hatte bisher eine Nikon Coolpix 8800 (8 Megapixel, 10-fach Zoom) und muss sagen, dass mir kein einziges DSLR-Zoom-Objektiv bekannt ist, das bei vergleichbarem Zoombereich eine vergleichbare optische Qualität bringt. Deshalb habe ich mich für die Lösung mit 2 Objektiven entschieden, obwohl ich das Wechseln von Objektiven echt ultralästig finde.
Nachtrag 31.10.
Nachdem ich inzwischen noch ein paar mehr Fotos gemacht habe, habe ich die Produktbewertung in "Sehr gut" geändert. Die Bildqualität ist wirklich sehr überzeugend, da bin ich bereit, über ein paar kleine Schwächen hinwegzusehen.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
serse

serse

11.12.2011 23:37

"besonders hilfreich"? es kann eben nur einen geben!

wizzardofoz

wizzardofoz

26.11.2010 09:05

Ich musste etwas überlegen, was ich von einem "Erfahrungsbericht" tatsächlich erwarte. da du noch nichteinmal weißt, wie lange eine Akkuladung hält, ist das bestimmt keine Langzeiterfahrung. Auf der anderen Seite ist dieser Beitrag wirklich überdurchschnittlich. gerade wenn man sich tatsächlich für eine Kamera in dieser Klasse interessiert. Deswegen auch meine Bewertung. schade, dass du dein Erscheinen hier eingestellt hast. Beiträge dieser Art würde ich gerne öfter lesen.

geistreich

geistreich

05.06.2010 00:36

Danke für diesen umfassenden Bericht! Irgendwann will ich mir auch eine Spiegelreflexkamera anschaffen, habe mich aber noch nicht für ein Modell entschieden und bin noch in der Informationsphase. Bei dieser hier bin ich mir noch sehr unsicher: Zum Einen klingt es - trotzdem sie als "Einsteigerkamera" in dem Bereich deklariert wurde - eher kompliziert. Zum Anderen habe ich den Anspruch, dass die Qualität deutlich besser sein sollte als ältere Modelle mit einer leicht geringeren Pixelzahl. LG Karin

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