Nikon D90 Kit mit Nikkor AF-S DX VR 18 -105 mm
29.10.2008
Pro:
Sehr gute Bildqualität, hochwertige Verarbeitung, Display sehr scharf
Kontra:
Videofunktionalität eher eingeschränkt, Kitobjektiv verzeichnet recht stark
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 ecoprofi
Über sich:
Mitglied seit:29.10.2008
Erfahrungsberichte:3
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 33 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Seit Oktober 2008 besitze ich die NIkon D90als Kit mit dem Nikon Objektiv Nikkor AF-S DX VR18 - 105 mm Das Kamerakit kann ich praktisch vorbehaltlos empfehlen. Allerdings nur zum Fotografieren und weniger zum Filmen, Doch dazu später mehr. Ich hatte zuerst eine Olympus E-520 und eine Canon EOS450D einige Tage getestet. Sowohl die Olympus, als auch die Canon (beide als Kit mit Original-Objektiven) konnten mich insgesamt nicht recht begeistern. Gemeinsames Problem: Frontfokus bei der Olympus, Backfokus bei der Canon jeweils bei Benutzung des Suchers, sprich mit Phasendifferenz-Fokussierung. Bei der Olympus zusätzlich noch einige Hotpixel in den Bildern, die über die Pixelmappingfunktion nicht korrigiert werden konnten. Die Olympus ging deshalb zum Service und kam knappe 2 Wochen später mit exakt dem gleichen Problem wieder zurück, lediglich der Sensor wurde ordnungsgemäß repariert. Ein scharfes Foto zu bekommen ist nur im Live-View-Modus möglich, denn hier wird über den Sensor (Kontrastmessung) fokussiert. Doch dazu brauche ich dann keine Spiegelreflexkamera...
Um der Olympus jedoch nicht Unrecht zu tun: Die beiliegenden Zuiko Kit-Objektive sind - besonders im Anbetracht des Gesamtpreises - wirklich als recht gut zu bezeichnen. Zwar fällt die Auflösung, besonders beim 14 - 42 mm Typ zum Rand hin sichtbar ab, jedoch tritt kaum Vignettierung auf und auch die Verzeichnungen halten sich in respektabel geringen Grenzen. Eventuell hatte ich mit dem Body selbst einfach Pech, jedoch konnte (oder wollte) der Olympus-Service offenbar auch nichts an der lästigen Fokusproblematik ändern. Leider liest man darüber öfter, sowohl bei der Canon EOS450D als auch bei der Olympus E-520. Ein absoluter Einzelfall scheint es also wiederum auch nicht zu sein... Die D90 hat mit dem Autofokus in beiden Betriebsmodi dagegen keinerlei Probleme. Die Schärfe liegt exakt im Zentrum des jeweils benutzten Fokusfeldes. Anders ausgedrückt: Bei beispielsweise rund 20 Fotos in verschiedenen Aufnahmeumgebungen gelingen im allgemeinen 19 davon perfekt.
Das Kitobjektiv verzeichnet zwar im Weitwinkelbereich relativ stark tonnenförmig und im Telebereich dann etwas kissenförmig, dies kann jedoch immerhin mit einer, in der Kamera integrierten Verzeichnungskorrektur korrigiert werden. Automatisch bei der Aufnahme funktioniert dies jedoch nicht, diese Funktion muß jeweils pro Bild im Nachhinein bedarfsweise durchgeführt werden. Dafür löst das Objektiv sehr gut auf und dies auch zu den Rändern hin. Chromatische Abberationen sind bei keiner Brennweite sichtbar, die Fokussierung läuft angenehm geräuscharm und schnell ab und funktioniert mittels des AF-Hilflichts auch bei dunkler Umgebung hervorragend. Zur vieldiskutierten Filmfunktion der D90 kann ich nicht überaus viel Gutes sagen. Ich benutze zum Filmen eine "richtige" Videokamera (Canon XH-A1). Persönlich halte ich diese Funktion für eine reine Notlösung und Spielerei, da im Filmodus der Autofokus nicht aktiv ist und manuell scharfgestellt werden muß. Bei bewegten Motiven (und selbige filmt man ja meistens, sonst könnte man gleich ein Foto machen...) dürfte dies sehr, sehr viel Übung und Geduld benötigen. Professionelle Kameramänner/frauen können so etwas sehr wohl, hier ist dies sogar üblich, jedoch dürfte Otto Normalverbraucher im Alltagsgebrauch hier seine Grenzen finden. Bei hochaufgelösten Filmmaterial fällt die kleinste Unschärfe leider gnadenlos auf. Dazu kommt noch der relativ geringe Schärfentiefenbereich durch den - im Vergleich zu Consumer-Camcordern - verhältnismäßig großen Bildsensor, was die Fokussierproblematik noch verschärft. Zwar kann man damit wunderbar mit Schärfeebenen spielen, jedoch mag dies nur einem Profi am Set gelingen, der zudem meist im Vorfeld weiß, was die Darsteller/Objekte im nächsten Moment tun. Diesen Vorteil hat der normale Anwender in klassischen Aufnahmesituationen leider nicht...
Außerdem ist die maximale Länge einer Szene im HD-Modus auf 5 Minuten und 2 GB begrenzt, was unter Umständen ebenfalls nachteilig sein könnte. Das Handling als Videokamera ist ebenfalls nicht vergleichbar mit einem klassischen Camcorder. Der Start/Stopp-Knopf liegt beispielsweise recht ungünstig, so daß man automatisch und zwangsläufig die ersten paar Sekunden der Aufnahme verwackelt da man mit dem Daumen weit umgreifen muß. Die reine Videoqualität selbst ist zwar durchaus respektabel, jedoch ist das 24p Format nicht so ganz ruckelfrei wie man es sich wünschen würde und bei horizontalen Schwenks, bzw. sich rasch bewegenden Objekten Fransen die Kanten stark aus. Ein bekanntes Problem (Rolling Shutter genannt) bei CMOS-Bildwandlern mit ihrer zeilenweisen Auslesung, das jedoch auch andere Videokameras mit diesem Sensortyp haben. Leute, die ernsthaft filmen wollen und hoffen, die D90 würde eine gute Videokamera UND eine gute DSLR vereinen, dürfte die D90 in der jetzigen Version mit den o.g. Einschränkungen nicht zufriedenstellen. Die D90 sieht aus wie eine DSLR und sie ist auch eine. Der Filmmodus ist in manchen Situationen sicher hilfreich, zumindest besser, als wenn man gar nicht filmen kann, einem vernünftigen Camcorder ist die D90 jedoch nicht gleichzusetzen.
Ein Nachteil im Videomodus ist weiterhin, daß bei Kunstlicht (besonders bei Leuchtstofflampen mit konventionellem Vorschaltgerät) horizontale Störstreifen von unten nach oben durch das Bild wandern. Dies ist auch bereits bei der Aufnahme im Display sichtbar und damit ist man immerhin vorgewarnt. Abstellen lässt sich dies jedoch leider nicht. Primärer Schwerpunkt der Konzeption liegt hier ganz klar auf der Seite der Fotofunktion. Die D90 ist in meinen Augen eine hervorragende DSLR die - wenn man im bezahlbaren Bereich bleiben möchte - kaum noch Wünsche offenlässt. Echte Nachteile habe ich nicht gefunden. Die Verarbeitung ist sehr gut, ebenso die Bildqualität und das gesamte Bedienkonzept. Ein ganz großes Lob verdient das extrem hochauflösende und scharfe 3" Display mit voller VGA-Auflösung. Hiermit ist endlich auch im Live-View-Modus eine vernünftige Schärfekontrolle möglich. Die Pixel sind hierbei so fein, daß sie mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar sind, egal wie nahe man auch herangeht. Dazu bietet das Display hohe Farbtreue und eine sehr gute Helligkeit, wodurch es auch bei hoher Umgebungslichtstärke brauchbar ist. In dieser Klasse wohl die Referenz.
Mein persönliches Fazit: Als Werkzeug zum Fotografieren leistet sich die D90 keinerlei erkennbare Schwächen. Die Bildqualität ist sehr gut. Natürliche Farben und ausgewogene Belichtung auch in schwierigen Aufnahmesituationen, sowie keine künstlich überzogenen kamerainternen Nachbearbeitungen. Umfangreiche, persönliche Konfiguration und Feinabstimmung möglich. Relativ intuitive Bedienbarkeit und auf Knopfdruck werden sogar Hilfetexte zu den einzelnen Punkten in den Menüs angezeigt, was das Nachschlagen im Handbuch ab- und an sogar überflüssig macht, wenn man eher selten benutzte Einstellungen vornimmt. Mit der D90 können sicher auch anspruchsvollere Hobbyfotografen längerfristig glücklich werden, soweit man das Wort "längerfristig" in diesem schnelllebigem Segment überhaupt gebrauchen darf... Sicher nicht ganz billig im Vergleich zu den Mitbewerbern, aber ihr Geld (als DSLR) wohl in jedem Fall Preis/Leistungsbereinigt absolut wert. Die Videofunktion ist allerdings durchaus stark verbesserungswürdig.
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30.10.2011 18:18
Ich habe die D90 seit 2 Jahren. Und ich bin sehr zufrieden. Für private Unternehmungen finde ich das Kitobjektiv für "immer drauf" im Urlaub doch sehr gut. Im professionellen Einsatz sollte man doch zu besserem Glas greifen. Ich nutze für Portraitaufnahmen gern als FB das Nikkor 50mm/1.8. Und für den Preis von ca. 140€ ein klasse Teil. Das wichtigste ist oft nicht die Kamera, sondern die Objektive...
14.09.2010 22:47
Eigentlich wollte ich mir die D90 zulegen, doch nach mehreren Erfahrungsberichten wie Deinem bin ich nun nicht mehr so davon überzeugt. Zudem ist das beste Objektiv für Allround-Aufnahmen, das 16 - 85 mm nicht nur sehr teuer, sondern seit Wochen überall vergriffen. Das 18-105 ist wohl eher weniger zu empfehlen. Ich habe mir darum nun eine Canon EOS 50D mit 17-55 mm und 55-300 mm zugelegt. Die ist wohl um Längen besser...
04.02.2009 21:17
Gerade wegen der Videofunktion wäre die D90 für mich interessant gewesen. Nach dem Bericht relativiert sich das allerdings. Grüßle