Mehr als nur etwas für Hobbyfotografen
13.07.2002
Pro:
Ausstattung, Erweiterungsmöglichkeiten, Bedienbarkeit, Qualität
Kontra:
Der Preis insbesondere von Zubehör
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Bildqualität
Ausstattung
Bedienung
Verarbeitung
Akkulaufzeit
Zuverlässigkeit
Service
mehr
 Knudjo
Über sich:
Mitglied seit:30.06.2001
Erfahrungsberichte:100
Vertrauende:61
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 138 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Auch wenn die Digitalcameras immer günstiger, von der Qualität immer besser und die erstellten Fotos immer näher an die herkömmlichen Fotos aus dem Labor herankommen, habe ich nach längerer Suche doch wieder eine Spiegelreflexkamera gekauft. Entscheidend war dabei allerdings auch, dass ich bereits über verschiedene digitale Geräte verfüge und meine gute alte Nikon F801 so langsam aber sicher den Geist aufgab. Was gibt es schlimmeres als Fehlfunktionen bei einem lohnenden Motiv, welches nicht so schnell wiederkehrt. Also beschloss ich mich auf dem Markt für Spiegelflexkameras zu konzentrieren und da ich mit den Nikon-Geräten sehr gute Erfahrungen gemacht habe, sollte es auch eines der Nachfolgemodelle werden. Schließlich haben die Nikonserien einen kaum zu unterschätzenden Vorteil bei der Kompatibilität der Objektive und Blitzgeräte. So ist es mir nun möglich auch den guten SB-24 Blitz und das alte Teleobjektiv weiter zu verwenden. Die Suche: ***************
Ich kann nur jedem empfehlen, sich zu Beginn der Anschaffung folgende Punkte vor Augen zu führen. 1. Wie teuer soll die Ausrüstung zum Schluß sein und in welchem Zeitraum möchte ich mir die Geräte anschaffen. Da das Zubehör von Nikon recht teuer werden kann, sollte man sich hier z.B. in einem Onlineshop einmal über die Preise erkundigen. 2. Welche Funktionen brauche ich überhaupt und was hätte ich gerne als Luxusmerkmale. Den ersten Punkt sollten alle ausgewählten Geräte erfüllen und den zweiten Punkt kann man ja dann auch anhand des Preises aussuchen 3. Habe ich altes Zubehör, welches ich weiterverwenden möchte? 4. Die Herstellerseiten bieten viele Informationen zu ihren Kameras an. Ein vergleich lohnt sich mit Sicherheit. 5. Die Beratung im Fachgeschäft sollte man sich in der höheren Preisklasse nicht entgehen lassen. Der Fachmann im Geschäft kann einem doch immer wieder wichtige Hinweise und Empfehlungen geben, die einem so manchen falsch investierten Euro sparen kann. Die Beratung ****************
Wie schon erwähnt ließ ich mich gründlich in einem Fachgeschäft beraten und musste dann auch noch feststellen, dass ich nicht nur eine erstklassige Beratung erhalten hatte, sondern dass das Geschäft die Kamera auch noch zum günstigsten Preis anbot. Neben der Nikon F80 und der F65 hatte ich auch noch die EOS 30 von Canon in die Engere Wahl gezogen. Da ich jedoch meine alten Objektive ohne Adapterschnickschnack weiter verwenden wollte, blieben schließlich nur noch die beiden Modelle von Nikon übrig. Auf die F100 und die neue D100 warf ich auch noch einen Blick, aber für meine Zwecke empfahl mir der Händler bei der F65 bzw der F80 zu bleiben. Die F80, so erfuhr ich, wird in 3 verschiedenen Modellen angeboten. Das Basic-Modell mit normaler Rückwand (ohne Date-Funktionen) sowie ein Modell, mit dem die Daten in Bild belichtet oder sogar zwischen die Abstände auf dem Negativ einbelichtet werden können. Beide Funktionen sorgen sofort für einen kräftigen Aufpreis, der bis zu 170 Euro beträgt. Besonders interessant war die Tatsache, dass zahlreiche Funktionen und technischen Standards der F100 in die F80 eingebaut wurden. Wenn man so will, ist die F80 sogar eine Light-Version der F100.
Der erste Eindruck ***************** Der erste Eindruck für mich war, das das Gerät erstaunlich leicht war. Das Gewicht lag angenehm in der Hand und der Gummigriff erwies sich als bequem und griffig. Der Auslöseknopf, der sehr weit oben angebracht ist, könnte einen etwas angenehmeren Winkel zu Auslösefinger haben. Was mir ebenfalls sehr gut gefiel, war der integrierte Blitz im Kopf der Kamera. Sehr positiv viel mir auch die leisen Auslösegeräusche auf. Zumindest gegenüber meiner F801 liegen hier Welten dazwischen. Negativ viel mir auf, dass diese sündhaft teuren Lithium Batterien gleich im Zweierpack für die F80 erforderlich sind. Hier schafft erst ein Batteriepack zum Preis von ca. 75 Euro Abhilfe. Dann können jedoch 4 Mignon-Batterien verwendet werden. Reichlich Bedienelemente können im ersten Augenblick recht verwirrend wirken, hat man sich jedoch die Anleitung durchgelesen, sind die meisten Funktionen mit ein wenig Übung schnell eingestellt.
Die Funktionen **************** An dieser Stelle alle Funktionen aufzuzählen wäre nicht sehr sinnvoll. Hierzu gibt es schließlich die Homepage unter www.nikon.de Ich möchte jedoch kurz ein paar Funktionen erwähnen, die mich persönlich beeindruckt haben und die ich nicht mehr missen möchte. Hierzu gehören z.B. die einstellbaren Gitterlinien die im Sucher projiziert werden können. Weiterhin wird das Messfeld durch eine rote Beleuchtung bei dunklen Motiven besser sichtbar, was bei diesen Motiven ein klasse Vorteil ist. Erwähnenswert sind auch die 5 AF-Messfelder, die in verschiedenen Modis stets für scharfe Aufnahmen sorgen. Ein Hilfsilluminator (helle Lampe) sorgt auch für gute Fokussierung bei dunklen Motiven bis hin zur Dunkelheit. Ein übersichtliches Display sowie eine gut lesbare Anzeige im Sucher sind ebenfalls im praktischen Einsatz von großem Vorteil. Vier Belichtungsfunktionen (P,S,A,M) sorgen für reichlich kreative Entfaltung bei der Aufnahme von Fotos. Und schließlich ist da noch die Zehnzohnen 3-D-Matrixmessung, die die Belichtungsdaten erfasst und mit einer internen Datenbank mit 30.000 Belichtungsdaten vergleicht. Somit ist eine Fehlbelichtung eigentlich ausgeschlossen. Das eingebaute Blitzlicht mit der Leitzahl 12 rundet diese gute Stück dann schließlich so richtig ab. Ein Leckerbissen sind auch die 18 bzw. 19 Funktionen, die sich programmieren lassen. Somit kann sich jeder die Funktionen nach seinen Vorstellungen anpassen.
Die Anleitung ***************** Ein kleines Heft liegt der Kamera bei, welches sich gut in der Fototasche für spätere Nachschlageaktionen verstauen lässt. Die Anleitung ist übersichtlich und beschreibt ausreichend alle Funktionen und Einstellungen. Tips und Tricks darf man jedoch nicht erwarten. Hierzu würde ich das Buch zur F80 empfehlen, welches optional erhältlich ist.
Der Lieferumfang ****************** Gehäuse mit Schutzkappe für Objektivansatz, Okularabdeckung, Tragegurt, Beschreibung, zwei Batterien und wenn man nachfragt auch meistens ein Film für erste Testaufnahmen.
Meine Erfahrungen *****************
Wie so üblich ist man natürlich gespannt, wenn die ersten Bilder aus dem Labor zurückkommen. Vorweg gesagt, leider denken viele Menschen, ihre Kamera wäre nicht OK oder die Batterien wären leer, wenn die Bilder mal nicht so toll aussehen. Oftmals trägt aber auch das Labor die Schuld, wenn die Farben nicht so natürlich oder die Helligkeit nicht ganz stimmt. Hier gilt der Grundsatz, wer einmal ein gutes Labor gefunden hat, der sollte seine Bilder auch immer dort entwickeln lassen. Experimente, nur weil der Discounter um die Ecke günstiger ist, sollte man sich schenken. Meine ersten Fotos mit der F80 zeigten, dass ich mich richtig entschieden hatte. Brilliante Farben, gestochen scharfe Fotos, alle Einstellungen wurden korrekt umgesetzt, das Ergebnis stellte mich voll und ganz zufrieden. Meine ersten Erfahrungen mit der F80 überzeugten mich voll und ganz. Neben der einfachen Handhabung der reichlich vorhandenen Funktionen, liegt die Kamera sehr gut in der Hand. Mit Standardobjektiven wird die Kamera nicht zu schwer und ist auch in schwierigen Situationen noch gut zu händeln. Hilfreich sind die individuell programmierbaren 18 bzw. 19 Funktionen, mit denen die Kamera sich auf die eigenen Vorstellungen anpassen lässt. Die Bedienelemente sind einfach zu erreichen und mit ein wenig Übung sind die beiden Einstellräder auf Front und Rückseite gut zu bedienen. Wer z.B. bei Veranstaltungen Fotos aufnimmt, wird sich auch rasch einmal über den Umhängegurt ärgern, der immer mal irgendwo hängen bleibt oder ganz einfach stört. Hierfür hat Nikon eine tolle wenn auch teure Lösung mit einer Handschlaufe im Angebot. 70 Euro schreckten mich zwar ein wenig, aber der Test überzeugte. Die Kamera wir somit regelrecht an die Hand bequem angebunden, so dass einem das gute Stück nicht aus der Hand rutschen kann. Eine sehr empfehlenswerte Anschaffung. Für die ambitionierten Hobbyfotografen ist diese Nikon F80 reichlich mit Funktionen und erstklassiger Technik ausgestattet. Ich denke, wer mehr verlangt, der kann hier nur noch zur F100 oder zur F5 greifen. Die Preise lassen jedoch einen Kloß im Hals entstehen, der sich nicht so leicht herunterschlucken lässt. Was kostet eine Ausrüstung mit einer F80? ***********************************
Das Basicmodell schlägt mit 490,-- Euro zu Buche. Die Objektive der D-Serie liegen alle jenseits der 500 Euro-Grenze. Lediglich die günstigeren G-Objektive ohne Blendenring stellen eine Alternative da. Wer hier ein paar Euro sparen möchte, bekommt auch von Fremdanbietern gute Objektive, die aber selten an die Klasse und Güte der Nikkore heranreichen. Ein Zoomobjektiv mit 28-200 mm kostet von Nikon ca. 640 Euro, ist aber auch seinen Preis wert. Ein zusätzliches Tele mit bis zu 300mm aus der G-Serie kostet 190 Euro. Preiswert ist ein lichtstarkes 50mm Objektiv mit ca. 130 Euro und der Spitzenblitz SB-28 wird mit glatten 480 Euro bereichnet. Hochvergütete Schutzfilter sollten bei den Objektiven nicht fehlen und schlagen noch mal mit ca. 30 Euro je Filter zu Buche. 1-2 Polfilter (ca. 60 Euro je Stück), ein Stativ, ein Drahtauslöser, die Handschlaufe und das Batteriepack mich entsprechenden Akkus und eine gute Fototasche und 2500 bis 3000 Euro wechseln den Besitzer. Ein teures Vergnügen, dass sich wirklich nur lohnt, wenn man mit den Fotos vielleicht auch den einen oder anderen Euro verdienen kann. Gelegenheiten gibt es hierfür sicher. Zubehör ******************
Da gibt es kaum etwas was nicht von Nikon oder Fremdanbietern geliefert wird. Eine gewaltige Auswahl an Objektiven (leider auch zu entsprechenden Preisen) und sonstiges Zubehör machen aus dieser Ausrüstung ein hoch flexibles System, das auf Jahre hinaus bestand haben wird. Homepage ******************
Unter www.nikon.de werden alle Kameras umfassend beschrieben und auch die Objektive kommen dabei nicht zu kurz. Leider werden Zubehörteile nicht beschrieben. Die Seite ist übersichtlich gegliedert und mit der Navigation kommt man schnell zurecht. Kataloganforderungen sind über die Homepage möglich und wurden auch prompt erfüllt. Ein toller Service. Wer Beratung sucht, wird hier ebenfalls fündig. Fazit ***********
Wer als ambitionierter Hobbyfotograf in der Nikon-Preisklasse einkaufen möchte, der sollte seinen Kontostand vorher abfragen. Als Gegenwert erhält man mit Sicherheit die beste Technik, die nicht nur Zuverlässig sondern auch sehr präzise arbeitet. Mich hat die Nikon in allen Punkten überzeugt und den Preis muss man eben leider dafür in Kauf nehmen. Eine solche Ausrüstung würde ich jedoch nur den wirklich ambitionierten Hobbyfotografen empfehlen, die vielleicht auch die eine oder andere Arbeit gegen Bares erledigen und somit das Hobby unterstützend finanzieren. Wer schnelle Schnappschüsse mit einer Allroundkamera sucht, wird mit der F80 auf jeden Fall erfolgreich sein, allerdings gibt es hierfür erheblich preiswertere Einsteigermodelle, mit denen sich auch sehr sehr gute Ergebnisse erzielen lassen. Für Eure Aufmerksamkeit möchte ich mich bedanken und freue mich über Anregungen, Kritik oder Anerkennung und natürlich über Eure Bewertungen.
Viele Grüße Euer Knudjo
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25.06.2007 19:06
Gefiel mir gut dein Bericht, vor allem die Warnung vor den Preisen bei den Objektiven und dem Zubehör find ich gut, hatte schon mit der Idee gespielt, mir eine neue Kamera anzuschaffen ;-) Das hat sich jetzt erst mal wieder erledigt *g* LG Dominik
23.07.2003 21:31
Obwohl ich Canon seelisch verpflichtet bin fand ich den Bericht sehr aufschlussreich.Danke.
21.07.2003 16:34
jo, der Diamant war verdient! Weiter so! weird_ed