Fortschritt der Blitztechnik
18.01.2005
Pro:
Flexibel einsetzbar durch "CLS"
Kontra:
kein Kontra
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Dauer des Besitzes/der Nutzung
Häufigkeit der Nutzung
mehr
 Summicron
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:36
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 59 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Das Speedlight SB-600 ist der jüngste Spross der Nikon-Familie der Blitzgeräte. Es wurde entwickelt für den Einsatz an den modernen digitalen Spiegelreflexkameras von Nikon. Zurzeit kann es seine Stärken nur an der D70, der D100 und der D2H voll ausspielen, Kameras, die "i-TTL" und "CLS" unterstützen. Auch auf älteren Nikon-Kameras kann es eingesetzt werden, jedoch können dann nicht alle Funktionen des Blitzgeräts genutzt werden. PREIS ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Das SB-600 wird von Nikon mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 299 € beworben. Es liegt damit 150 € unter dem Profimodell SB-800 (449 €) und auf einem vergleichbaren Preisniveau wie ähnliche Geräte der Mitbewerber.
TECHNISCHE DATEN ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Das Wichtigste bei einem Blitzgerät vorweg: das SB-600 hat eine Leitzahl von 30. Leider sagt diese Zahl so für sich betrachtet fast gar nichts aus, denn man muss gleichzeitig wissen, bei welcher ISO-Zahl und welcher Brennweite sie gilt. Bei der ISO-Zahl haben sich die Hersteller mittlerweile auf 100 weitestgehend geeinigt. Bei ISO 200, der niedrigsten Einstellung der Nikon D70, liegt die Leitzahl bei 42. Ärgerlich ist schon eher, dass manch Hersteller seine Leitzahl etwa bei 105 mm angibt, weil sie dann höher ausfällt als z.B. im Weitwinkelbereich. Die Leitzahl des SB-600 gilt bei 35 mm. Für 85 mm wird die Leitzahl bei ISO 100 mit 40 angegeben.
Kurzum: leider sind Leitzahlangaben nicht genormt, weil das auch nur in begrenzter Form möglich wäre. Wer die genauen Daten braucht, um damit zu rechnen, findet sie auf der Nikon-Website. Für alle anderen genügt zu wissen, dass die Leistung des SB-600 ziemlich hoch ist. Sie reicht für eine Reichweite von 0,6 bis zu 20 Metern. Die D70 und andere kompatible Kameras können das rote Autofokus-Hilfslicht des SB-600 nutzen. Dies ist deutlich angenehmer als das grellweiße Licht der Kamera.
Ach ja: Gewicht: 300 Gramm, Abmessungen 68 x 123,5 x 90 mm. Mit NiMH-Akkus erreicht das SB-600 eine Blitzfolgezeit von 2,5 Sekunden, wenn jedesmal die volle Leistung abgegeben wird. In der Praxis geht das schneller. LIEFERUMFANG ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Im Karton findet man neben dem Blitzgerät eine passende Tasche sowie einen Fuß, mit dem man das Blitzgerät frei aufstellen kann. Der Fuß passt in ein Extrafach der Tasche hinein und kann so stets mitgeführt werden. Hinzu kommt eine detaillierte, gut geschriebene Anleitung und eine Broschüre mit Bildbeispielen. Zu jedem Beispiel ist detailliert dargestellt, mit welchen Einstellungen fotografiert wurde und wo die verwendeten Blitzgeräte platziert waren.
INBETRIEBNAHME ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Man legt vier Mignon-(AA)-Batterien oder -Akkus in die vorbildlich gekennzeichneten Fächer ein, setzt das Gerät auf die Kamera, verriegelt es mit einem Dreh, schaltet es ein, et voila! Schon kann man losblitzen. Nichts leichter als das, wenn man an der Kamera eine Automatik eingestellt hat und auch am Blitz vorerst nichts verstellt. Das SB-600 verfügt über einen Zoomreflektor, der sich der am Kameraobjektiv eingestellten Brennweite zwischen (kleinbild-äquivalenten) 24 und 85 mm anpasst. Ferner lässt sich eine Weitwinkel-Streuscheibe aus dem Blitzkopf herausziehen, die den Abstrahlwinkel an ein 14-mm-Objektiv anpassen kann.
Hinten am Gerät findet man sechs Tasten: neben dem Ein-/Ausschalter gibt es vier weitere Tasten, mit denen man den Zoomreflektor manuell einstellen und verschiedene Blitzfunktionen wählen kann, sowie eine Taste, um einen Testblitz auszulösen. Das ist nur zum Teil intuitiv möglich, weil man für mehrere (seltener benötigte) Funktionen Kombinationen aus zwei Tasten drücken und zwei Sekunden lang halten muss. Die Bedienungsanleitung sollte man also schon zur Hand haben, aber dann ist das SB-600 recht einfach zu bedienen. Auf dem großen Display werden die Einstellungen mit klaren Anzeigen und Symbolen quittiert. Über eine Individualfunktion wählt man, ob das Display grün beleuchtet wird oder nicht.
Sobald das SB-600 auf der Kamera montiert ist, genügt es, die Kamera einzuschalten, um auch das Blitzgerät mit einzuschalten. Kein umständliches Gefummel ist also nötig, um das Blitzgerät nach automatischer Abschaltung immer wieder einzuschalten. Eine rote Leuchtdiode gibt Auskunft darüber, ob das Gerät einsatzbereit ist. i-TTL, CLS & CO ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Jeder Kamerahersteller schwört auf sein ureigenes Blitzsystem und gibt ihm einen tollen Namen. Bei Nikon heißt das "i-TTL", wahrscheinlich für intelligente Blitzbelichtungsmessung durch das Objektiv ("intelligent through the lens"). Genau weiß ich's nicht (bzw. nur aus zweiter Hand), denn ich habe nirgends eine Stelle gefunden, an der Nikon diese Abkürzung erklärt. Gemeint ist aber – wie bei den anderen Herstellern auch –, dass die Kamera einen Vorblitz auslöst, dessen Reflexionen misst und danach die Blitzdosierung bestimmt. Das geht immerhin so schnell, dass unser Auge normalerweise Mess- und Hauptblitz als nur einen Blitz registriert.
"CLS" steht für "Creative lighting system", also kreatives Blitzsystem. Das soll die besonderen Fähigkeiten ausdrücken, mit mehreren Blitzgeräten kabellos mit i-TTL zu blitzen. Natürlich kann man das SB-600 auch manuell betreiben und die Blitzleistung in diesem Fall zwischen 1/1 und 1/64 der vollen Leistung einstellen.
So oder so, es ist schon beeindruckend, wie ausgefeilt diese Technik funktioniert und wie zuverlässige Belichtungen damit zu schaffen sind. Aber ganz ehrlich: das können Canon, Minolta & Co auch, da heißt's nur anders. DRAHTLOS BLITZEN ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Der eigentliche Clou des SB-600 ist seine Fähigkeit, sich durch ein SB-800 oder durch den eingebauten Blitz z.B. der D70 steuern zu lassen. Das SB-600 kann als "Slave" in einem solchen System arbeiten, das eingebaute Blitzgerät oder das SB-800 übernimmt die "Master"-Funktion.
Im folgenden will ich kurz beschreiben, wie das mit einer D70 und eingebautem Blitz als Master sowie einem SB-600 als Slave funktioniert. An der D70 stellt man die Individualfunktion "Blitz" auf "Master". Am SB-600 stellt man die Individualfunktion auf "Slave=On". Automatisch voreingestellt ist Kanal A, Gruppe 3, das ist genau die richtige Einstellung dafür. Nun noch den kamerainternen Blitz ausfahren und das SB-600 auf den mitgelieferten Standfuß montieren und so aufstellen, dass der Infrarotsensor an der rechten Seite des SB-600 zur Kamera zeigt. Dank der Verstellbarkeit des Kopfes um 180° ist das kein Problem.
Eine gute Idee ist es, das SB-600 gegen einen Reflektor zu richten. Ich habe zu diesem Zweck im Baumarkt ein paar weiße und ein paar alu-beschichtete Styropor-Platten von etwa 50 x 50 cm gekauft. Damit erhält man eine nahezu schattenfreie Ausleuchtung z.B. von Portrait-Aufnahmen. FAZIT ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Das Nikon SB-600 ist auf dem neuesten Stand der Technik. Im Zusammenspiel mit der Nikon D70 spielt es seine Stärken voll aus. Aufhellblitzen, Kurzzeitsynchronisation bis zur 1/8000 Sekunde, Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang, aber auch das "ganz normale" Blitzen in schwach beleuchteten Räumen führt mit diesem Gerät zu ausgewogen beleuchteten Fotos. Durch die flexible Aufstellmöglichkeit bei Verwendung als Slave-Blitz, aber auch schon durch den in alle möglichen Richtungen drehbaren Blitzkopf kann man hässliche Schlagschatten vermeiden und schon mit einem Blitzgerät ein hervorragendes Ergebnis erzielen.
Das SB-600 ist das ideale Blitzgerät für die D70. Wer mit der Anschaffung dieser Spiegelreflexkamera liebäugelt, sollte über den Kauf eines Sets mit SB-600 nachdenken. In meinem Set kostete das Blitzgerät so nur einen Aufpreis von 100 € – so billig kriegt man so ein gutes Blitzgerät nie wieder.
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20.01.2006 11:12
Hallo, ein schöner Bericht, auch wenn er mir nicht hilft, da ich keinen Blitz benötige. Den SB 800 würde ich auch nicht vorziehen, es sei denn, ich besäße schon einen oder mehr SB 600 und würde den 800er als Master einsetzen. Als Zusatzblitz ist der 600 eigentlich die bessere Wahl.
21.11.2005 20:24
Jetzt muss ich noch raus bekommen ob der mit der Sony DSC-R1 harmoniert.
14.10.2005 23:14
Leitzahl durch Blendenzahl gibt die Reichweite in Meter. Bei ISO 100 hat der SB600 LZ 30, bei ISO 400 hat er LZ 60, bei ISO 1600 (das geht an der D70) hat er sogar LZ 120. Bei einem handelsüblich Zoom mit Anfangsblende 4 ergibt dies eine Maximalreichweite von 120/4=30 Meter!! Wer ein Objektiv mit Anfangsblende 1,4 aufsetzt, kann sogar sagenhafte 85 Meter weit blitzen. Klasse Bericht. Gruß, Klaus