Nine Inches Of God - Deep Switch

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Nine Inches Of God - Deep Switch

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Erfahrungsbericht über "Nine Inches Of God - Deep Switch"

veröffentlicht 13.02.2011 | Anacrusis
Mitglied seit : 27.05.2007
Erfahrungsberichte : 192
Vertrauende : 30
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Ausgezeichnet
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Kontra für viele wohl zu unterhaltsam
sehr hilfreich
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:

"Monty Python, Schweine, Romantik und Satan"

Bandphoto

Bandphoto

DEEP SWITCH aus Norfolk werden immer zur NWoBHM(*) gezählt, obwohl sie beim Erbsen zählen doch viel zu spät dran waren. Die beiden Demos erschienen erst 1985 und das bislang einzige Album folgte ein Jahr später. Warum sie trotzdem gern unter diesem, musikalisch schlecht greibaren, Banner gehandelt werden, könnte eben genau daran liegen: Man kann die Musik von DEEP SWITCH schlecht kategorisieren. Addiert man dann noch die Texte und das Outfit hinzu, darf man gern völlig verwirrt sein. Aber genau das wollen die Jungens ja auch.

Betrachtet man die Bandphotos, so wird man ziemlich pflugs an Eidgenossen von HELL, aber auch an MERCYFUL FATE denken. Legt man "Nine Inches Of God" dann aber auf, bekommt man weit weniger progressiven Metal mit weniger okkulten Texten geboten. Trotzdem kann man die Musik der Schrägies nicht als gradlinig bezeichnen. Lediglich das balladeske 'Lovers Of The Dream' hat eine gewisse Radiotauglichkeit. Allerdings zeigt dieser Song ganz fantastisch das bewusst überzogene Konzept der Band. So viel Kitsch und so viel klebriger Zuckerguss verkleben normalerweise meine Anlage. In diesem Fall muss man aber die ganze Zeit Grinsen, da man sofort versteht, dass das nicht ernst gemeint ist.

"When the snow is softly falling, when the lonely moon is bright,
I will hear you calling me through the silent night
I will find the love inside and you will set it free
'cause you will know I've always had the key


When the rain is falling through your empty heart
I will be the shelter, I will play the part.
And when the storm is breaking along the open sea
You can fall in love, you can fall in love with me. "

In den restlichen sieben Songs dominieren aber die Stromgitarren und da fallen mir als Parallele tatsächlich manchmal SATAN ein, ohne dass DEEP SWITCH eine Sekunde lang nach IRON MAIDEN klingen. Verwirrend, ich weiß. Hört euch 'Poor Bastard' an und ihr werdet mich vielleicht verstehen. Der Titelsong, in dem es textlich tatsächlich etwas okkult zu geht, weckt Reminiszenzen an die dänischen Melissa-Besinger (weiter vorne schon einmal als MERCYFUL FATE bezeichnet) und fasziniert mich mystischer Verschachtelung der Rhythmik. Sehr cool. Wie auch die Textpassage " Servants of the Lord may not beget, But Satan's tool is always wet, Lost sheep ,on heat? let this be my body you eat!". Exquisit.

Wer es lieber blutig mag, wird sich bei der Livehymne 'Pigfeeder!' wohl fühlen. Der optimale Einstieg in dieses obskure Album. Ein Gröhl-Refrain, ein Text, der im Kopfkino lustige Comicschweine im Stil von "Animal Farm" und Gute-Laune-Riffs produziert. Was begehrt man mehr?

Wer jetzt vermutet, dass es sich bei DEEP SWITCH um musikalische Dilettanten handelt, die ihr Unvermögen hinter Monty-Python-Texten und einem skurillen Image verbergen wollen, wird spätestens beim exzellenten 'The Dark Angel' eines Besseren belehrt. Ein superber Longtrack, der eigentlich als Klassiker gelten müsste. Total toll.

Der zweite Rundling beinhaltet nun sämtliche Demotapes der Band, was konkret bedeutet, dass fünf Albumtracks in anderen Versionen vertreten sind. Nett, aber nicht essentiell. Spannender sind die restlichen Titel, die man ja bisher nicht kannte. 'Silver Bullet' marschiert dann auch gleich recht flott aus den Boxen und erfreut mit einer tollen Gesangsmelodie und den schon als Trademarks zu bezeichnenden Chören. Exzellent. 'Don't Wanna Work' entpuppt sich dann als Lebensmotto der Band. Rumpelige Gröhl-Nummer mit erstklassiger Lyrik. Und die abschließenden 'Dance Feeder' und 'The Festive Zone' basieren musikalisch beide auf dem genialen 'Pigfeeder', offenbaren aber gänzlich andere Textinhalte. I love it.

Die von Mainman Reverrend Nice köstlich in Szene gesetzte Bandbiographie, sowie sämtliche Texte zieren das amtliche Booklet dieser Veröffentlichung, die ich jedem Traditionalisten, sowie allen Schrägies nur dringend ans Herz legen kann. Pflichtprogramm.

Faktischer Unsinn:

Begriffsdefinition:

NWoBHM = New Wave Of British Heavy Metal
Dies ist ein üblicher Oberbegriff für die in England entstandene Heavy Metal Szene Ende der 70er Jahre. Der Musikfreak definiert den genauen Zeitrahmen von 1978-1982 Die wichtigsten Vertreter dieses "Genres" waren: Iron Maiden, Saxon, Def Leppard, Diamond Head, Venom, Samson, Tygers Of Pan Tang und Angel Witch. Selbst von diesen "Großen" haben bis heuer nur Saxon und natürlich Iron Maiden wirklich überlebt. Def Leppard arbeiten seit gefühlten drölf Lichtjahren an einem neuen Album und Venom veröffentlichen ab und an mal ein Lebenszeichen, über dessen Qualität man lieber einen großen Mantel des Schweigens hüllt. Dass in dieser Zeitspanne einige Hundert Bands in England aktiv waren, ist sicherlich bekannt und diese Bands alle aufzuzählen füllt mehrere Lexika (die ich im Schrank stehen habe, ja, ich bin bekloppt. Deshalb werde ich jetzt darauf nicht weiter eingehen. Spannend ist lediglich noch die Tatsache, dass die gebotene Vielfalt innerhalb dieser Stilistik schier unfassbar ist. Während Venom heute unter "Black Metal" abgelegt werden würde, fabrizieren zum Beispiel Def Leppard stadiontauglichen Hard Rock. Damals war das alles eine Szene. Heute benötigt man etliche Schubladen. Eine Szene? Ich laugh myself to death.

Band im Netz:
http://www.deepswitch.net

Besetzung:
Dave McDonough - Vocals
Reverend Nice - Guitar
Andy "Gander" Boyle - Bass
Simon DeMontford - Drums

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • pinkdawn veröffentlicht 09.03.2011
    Ich glaube, das ist schon was für mich ... ;-) Irgendwie macht es mich traurig, wie viel gute und interessante Musik es gibt - und wie schwer sie zu finden ist, ohne Recherchen. Es scheint, dass sich alles in kleine fast geheime Zirkel aufteilt. Diese Spezialisierungen haben natürlich wie in der Wissenschaft Vorteile, aber sie entmutigen auch irgendwie. Na egal, hier wird eh keiner verstehen, was ich meine ... lg Doris
  • esp1 veröffentlicht 16.02.2011
    ich glaube, das ist nichts für mich. lg
  • Nahariel veröffentlicht 15.02.2011
    Verwirrende Musik, aber klarer Bericht ;) Kitsch verklebt die Anlage? oho, ich höre meine CDs wohl auf dem Läppie weiter *g*
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Produktdaten : Nine Inches Of God - Deep Switch

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Atomic Keyword: Heavy Metal

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