Wii jetzt?!??!!!
12.01.2007 (26.06.2007)
Pro:
Steuerung . Stromverbrauch . Partymaschine . Alte Spieleklassiker spielbar .
Kontra:
Keine Multimedia Fähigkeiten . Wii Codes . Component Kabel versagt bei VC .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Benutzerfreundlichkeit
Spieleauswahl
Ausstattung
Grafik
Sound
 Arminator
Über sich:
Wurde '74 geboren. Bin jetzt endlich wieder "e Pälzer". Ansonsten geht es mir gut.
Manchm...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 54 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
So langsam mutiert mein Wohnzimmer zum Spielekonsolenmuseum. Natürlich darf die Wii hier nicht fehlen. Nach dem Weihnachtstrubelausverkauf fast überall, habe ich im Januar endlich eine Wii kaufen können. Der Alpha Tecc in meiner Nähe verkaufte das Bundle mit Wii Sports für 249 Euro. Der normalen Preisempfehlung. Bei meinem (ausverkauften) Lieblingsladen wäre das Ding zwar auch für 238 zu haben gewesen, wenn es denn da gewesen wäre. Eine zusätzliche Fernbedienung kostet knapp 40 und ein Nunchuck 20 Euro. Wer die Benutzung der Wiimote noch erlernen will, gibt 10 Euro mehr aus und bekommt eine Fernbedienung zusammen mit WiiPlay. Einer Sammlung von Minispielen, die jedoch recht schnell langweilig wird.
Nachdem ich die weiße Packung mit nach Hause gebracht habe, gings ans Auspacken. Nintendo hat hier ordentlich von den Appledesignern abgeschaut. Neben dem obligatorischen Gerätedesign in Glänzelack-Weiß, ist auch die Verpackung Appletypisch durchdacht. Man öffnet die Seitenlasche der Packung und sieht zwei mit "1" und "2" nummerierte hellblaue Kartons. Diese beinhalten schön verpackt die Sensor Leiste, den Nunchuck, die Wii Fernbedienung (Wiimote), das Netzteil und ein analoges AV Kabel. Daneben tummeln sich noch 3 Plastikhalter, ein Cinch auf Scart Adapter und das Spiel Wii Sports. Auf das Spiel selbst gehe ich in einem anderen Bericht ein. Das Aufbauen ist etwas aufwändiger als bei anderen Konsolen. Die Wii kann wie die Playstation2 und 3 oder die Xbox 360 sowohl stehend als auch liegend aufgebaut werden. Soll sie stehen, gibt es einen extra Sockel in den die Konsole eingesetzt wird. Möchte man mit kabelgebundenen Gamecube Controllern spielen, sollte man einen durchsichtigen kreisrunden Fuß an den Ständer clipsen, damit die Konsole nicht umkippen kann, wenn man versehentlich zu fest am Kabel zieht oder jemand über das Kabel stolpert. Will man die Konsole legen, muss man die Seitlichen Abdeckungen für die Gamecube Funktionalität abnehmen.
Hinten an der Konsole wird nun die Sensorleiste, das analoge AV-Kabel und das Netzteil angeschlossen. Das Netzteil hat einen schmalen Euro-Stecker. Benötigt also nicht wie die Xbox 360 einen voll belegten Stecker mit Erdungskontakten. Das AV-Kabel ist leider inkompatibel mit vorherigen Konsolen. Passte das Gamecube Kabel noch bis zum SuperNES, macht die Wii Schluß damit.
Die Sensorleiste muss möglichst mittig über oder unter dem Bildschirm positioniert werden. Die gut bebilderte ausführliche Anleitung gibt kinderleichte Anweisungen, wie man sie korrekt platziert. Nun noch die beiliegenden Mignon-Batterien in die Wiimote stecken und man ist Bereit.
Man kann die Konsole entweder über die Wiimote einschalten, den Einschaltknopf am Gerät selber drücken oder einfach eine Disc einlegen. Die Wii erwacht sofort zum Leben und zeigt erstmal einen nervigen Warnhinweis. Nach dem ersten Einschalten gibt man noch ein paar Systeminformationen an und kann die Wii direkt per WLAN mit dem Internet verbinden, wenn man einen WLAN Router besitzt. Hat man nur einen kabelgebundenen Router, muss man den Kabel-Netzwerkadapter mit USB Anschluß von Nintendo kaufen. Andere USB Netzwerkadapter funktionieren nicht, da man auf der Wii keine Treiber Installieren kann, die dem USB Port erklären, wie er die Daten zu interpretieren hat.
Die Konsole macht eine Testverbindung und lädt zunächst ein paar Updates, wie z.B. den Wetterkanal. Danach kann man sich dann im Wii-Menü umsehen. Hier sammeln sich alle "Channel". Das sind quasi Unterprogramme, für die entsprechenden Funktionen der Konsole. Der Disc Channel ziegt die derzeit eingelegte Disc an, und man kann das entsprechende Spiel starten. Der Mii Kanal dient dazu, kleine Karikaturen der Spieler, anderer Personen oder einfach Phantasiefiguren zu erstellen. Der Photokanal erlaubt es Photos von einer SD-Speicherkarte anzuzeigen. Im Shop-Kanal gibt es zusätzliche Anwendungen wie den Wii Browser oder Spiele für die Virtuelle Konsole. Dazu später mehr. Dann gibt es den eben angesprochenen Wetterkanal, mit dem man das Wetter einer Stadt in seiner Nähe oder das weltweite Wetter anzeigen kann. Der Nachrichtenkanal lädt ständig aktuelle News aus aller Welt herunter und kann sie Themensortiert oder auf dem Globus verteilt darstellen. Weitere Channel sind wohl in Vorbereitung. Vor kurzem erschien der Meinungskanal, mit dem man bei Abstimmungen mitmachen kann und darauf wetten kann, welche Meinung wohl die populärste ist. Danach werden die noch leeren Kanäle mit weiteren Anwendungen gefüllt. Ich habe mir z.B. für die Virtuelle Konsole R-Type für die PC-Engine bzw. Turbo Grafx gekauft.
Das schöne an der Bedienung der Wii-Kanäle: Kommt man über einen Button, der bedient werden kann, rüttelt die Fernbedienung kurz. Dieses Rütteln ist so kurz, dass es sich wie ein leichter Widerstand anfühlt. Man fuchtelt also nicht in einem leeren Raum herum, sondern hat leicht das Gefühl, über eine Oberfläche zu streichen, bei der man die Kanten der Buttons als Erhebung spürt. Das macht das Klicken und Wählen von Buttons erstaunlich einfach und sehr präzise. Dieses Gefühl vermisst man um so mehr, wenn man in einem Spiel das Menü bedienen Soll und hat nicht dieses Feedback. Die Virtuelle Konsole ist eine enorm feine Sache für alte Spielhasen wie mich. Als Kind durfte ich noch keine Spielekonsole haben. Das SuperNES war die erste Konsole, die ich als Prämie für 2 vermittelte P.M. Abos bekam. Danach war ich Non-Stop Nintendo-Fan. Nun kann ich mit der Wii Konsole nicht nur Wii und Gamecube Spiele spielen, sondern dank der Virtuellen Konsole auch die alten Spiele vom N64, dem Super NES, dem normalen NES, dem Sega Mega Drive (Genesis) und dem Turbo Grafx 16 (PC Engine) aus dem Shop Kanal herunterladen und spielen.
Dazu muss man Wii-Points kaufen. Die gibt es als Prepaid Card zu kaufen, oder direkt im Shop Kanal via Kreditkarte. Im Shop kostet ein Point ein Cent. 1000 Points kosten also 10 Euro. Seltsamerweise kostet eine Punktekarte mit 2000 Points in einigen Läden bis zu 25 Euro. Man verschenkt also bis zu 500 Punkte. Das ist schon ein ganzes NES Spiel, was man sich dafür kaufen könnte. Die Preise sind weiterhin (unverbindlich): 1000 Punkte für N64 Spiele. Zur Zeit gibt es hier nur Mario 64. 800 Punkte kosten die Sega Megadrive und Super NES Spiele. 600 für Turbo Grafx. Und 400 für NES Spiele. Sehr interessant finde ich, dass Nintendo das Potential des Emulierens alter Konsolen für sich entdeckt hat, und man nun legal die alten Klassiker downloaden und wieder spielen kann. Leider gibt es nicht wie beim Xbox Marktplatz die Möglichkeit die Spiele zu testen. In den Systemeinstellungen am unteren Bildschirmrand kann man einige Optionen der Konsole einstellen. Sei es nun der Internetzugang, Jugendschutzeinstellungen, Bildgröße (4:3 oder 16:9), Audio oder die Empfindlichkeit der Wiimote.
Interessant ist die Möglichkeit des Nachrichtenversands bei der Wii. Es gibt eine Pinwand bei der alle Nachrichten eines Tages gesammelt werden. Für Eltern ganz interessant: Die Wii protokolliert Minutengenau, welches Spiel an diesem Tage gespielt worden ist. So kann min feststellen ob der Kleine wirklich nur eine Stunde in Wii Sports gebowlt hat, oder mal den PIN-Code für den Jugendschutz den Eltern abgeschaut hat und in Wirklichkeit 3 Stunden lang in Red Steel gemetzelt hat. Eigentlich ein feines System, ähnlich den Jugendschutzeinstellungen der Xbox 360, bloß mit einer Protokollfunktion extra. Nur sollte man es bei minderjährigen Kindern dann auch so konfigurieren, dass es nicht von den Kleinen Rackern missbraucht wird.
Man sollte jedoch darauf achten, dass der Jugendschutz nur bei Wii Spielen greift, nicht aber bei Gamecube Spielen. Erst nach einem Systemupdate ist auch der Jugendschutz bei GameCube Spielen aktiv. Ein weiterer Schutz der Kinder vor den Gefahren des Onlinespiels: Man muss einen Freundescode wie bei dem Nintendo DS benutzen. So wie es scheint braucht man aber nicht wie beim DS für jedes Spiel einen extra Code, sondern jeder Mii auf dem System hat einen einzigartigen Code und den tauscht man mit seinen Freunden aus. Nervig: Bei Xbox kann man z.B. mit einem leicht zu merkenden Gamertag Freundschaften schließen. Bei der Wii muss man 16-Stellige Zahlenkolonnen tauschen. Man kann mit der Wii auch an normale e-Mail Adressen schreiben. Wird auf die spezielle Einladungsmail geantwortet, ist diese Adresse als Freund ins Adressbuch aufgenommen und man kann nun auch e-Mails schreiben.
Schaltet man die Konsole auf Stand-By, bleibt sie auf Wunsch mit dem Internet verbunden. Erhält die Wii eine neue Nachricht, blinkt die Laufwerksumrandung blau. Da die Wii gerade erst herauskam ist es schwierig eine Aussage über die Spieleauswahl zu machen. Zum einen ist das Gerät der Verkaufssenkrechtstarter. Während immer häufiger Spieleprojekte für die PS3 abgesagt werden, weil sich das Gerät nur schleppend Verkauft (in Amerika liegen immer mehr PS3s in den Verkaufsregalen und keiner kaufts), besinnen sich die Spielehersteller nun um und können mit ihren bekannten Gamecube-Tools recht simpel Spiele für die Wii herstellen. Red Steel beweist, dass auch Nintendo Konsolen Spiele für Erwachsene bieten können. Ich würde es der Wii sehr wünschen, auch zukünftig eine breite Palette von Spielen zu haben, die auch für Erwachsene gedacht sind, und nicht nach ein paar Jahren nur noch dazu dient "Barbie Seilspringen auf dem Ponyhof" zu spielen.
Die Grafik ist bei der Wii so eine Sache. Nintendo hat sich bewusst aus dem High Definition Wahn ausgeklinkt und sich auf das konzentriert was sie am besten können: Spiele machen. Ich habe das Tiger Woods Demo auf der Xbox 360 getestet. Ich kann fast jede einzelne Pore in Tiger Woods Gesicht erkennen. Oder bei Fight Night 3 den Muskelsträngen unter der vor Schweiß glänzenden Haut beim Arbeiten zusehen. Aber Golf und Boxen macht bei Wii Sports unglaublichen Spaß. Viele Gäste standen mit offenem Mund vor dem Zeitlupen KO Schlag in Fight Night. Beim Spielen wurde aber nach kurzem Knopfdrücken der Controller weggelegt. Am Letzten Wochenende haben wir zu viert über 6 Stunden lang Miis von uns erstellt und Golfbälle in Wii Sports gedroschen. Bei keinem hatte ich in einem Spiel solche Emotionalen Ausbrüche erlebt, als bei Wii Golf, wenn ein Ball um Haaresbreite ums Loch eiert. Während Konsolen wie die Xbox 360 Supermodels sind, die super gut aussehen, aber im Restaurant "nur einen Salat" essen oder mit den Stilettos in der Disco nicht tanzen wollen/können, ist die Wii das nette Mädel mit den Sommersprossen aus dem Nachbarshaus, die auch mit in die Pommesbude geht, mit Gummistiefeln am Baggersee Frösche fängt und mit der man so richtig viel Spaß haben kann. Um aber dennoch das letzte Quentchen Schärfe aus dem Bild zu holen, empfehle ich das Component Kabel. Aber nur, wenn man mit der Wii keine Virtual Console Spiele spielen will. Egal welches Bildformat ich einstelle: Mein LCD Fernseher behauptet beim Starten von Super Probotector, dass das Bild außerhalb des Bereiches wäre (eine unglückliche Übersetzung von Out Of Range, wenn der Fernseher Auflösung oder Bildwiederholfrequenz nicht kennt). Dies läge aber laut Nintendo am Fernseher, der mit den alten Interlace-Signalen über Component nichts anfangen kann.
Soundtechnisch sieht es ähnlich aus. Während die Xbox 360 mit einem Optischen Ausgang und Dolby Digital Surround Sound herumdonnert, kann man die Wii auch an eine Kinder-Stereoanlage anschließen. Oder an den Surround Decoder der Dolby Surround Pro Logic versteht. Alles in Allem ist die Wii ein Experiment von Nintendo, das auf ganzer Linie aufzugehen scheint. Leergekaufte Regale vor der Weihnachtszeit und weiterhin Spitzenplätze in den Japanischen Verkaufscharts sprechen für sich. Wer mit den umständlichen Freundesanfragen leben kann, findet in der Wii ein einfach zu bedienendes System, das das Internet näher ins Wohnzimmer bringt. Zugegeben, es ist kein Xbox-Live, aber während Microsoft auch mehr als 5 Jahre gebraucht hat, um einen so soliden Online-Dienst hinzubekommen, denke ich, dass Nintendo hier schon ein gutes Vorbild hat und dank System Updates noch viel aus den Wii-Kanälen machen kann.
Mein persönlicher Konsolenfavorit: Eine Wii60. Die Wii ist einfach die geborene Partymaschine. Wenn man Freunde um sich herum hat, und man sieht wie die Leute mit einem breiten Grinsen in der Luft herumfuchteln, ist das ein Bild für die Götter. Wenn man einen gemütlichen Couch-Lunger-Abend braucht und mit einem Freund am anderen Ende der Welt eine schnelle Runde über den photorealistischen Nürburgring drehen will, nimmt die Xbox.
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25.06.2007 09:15
Ein sehr schöner Bericht mit einigen Hintergrundinformationen, die ich bisher noch nirgendwo gelesen habe (z.B. Jugenschutz nicht bei GameCube-Spielen).
07.03.2007 12:59
Hallo, der Erfahrungsbericht ist sehr ausführlich, er hat mir Fragen beantwortet die mir noch nicht einmal ein Nintendo Promoter beantworten konnte. LG Claudia
20.01.2007 12:20
da bleib ich lieber bei meinem alten nes guter bericht gruss grunt910