Die helle und dunkle Seite des Tino
23.04.2004 (28.05.2004)
Pro:
Er macht so gut wie keine Probleme .
Kontra:
Er hat schon ein paar kleine Macken .
Empfehlenswert:
Ja
 kofferbauer
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 21 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet
Nachdem ich nun 3 Jahre den Tino (Comfort-Ausführung) fahre und vorher einen Renault Megan Scenic eine kurze Stärken-- und Schwächenbeschreibung und ab und zu ein Vergleich zum Scenic. Was mich begeistert: Er liegt trotz seiner Hochbeinigkeit wie ein Brett auf der Straße und in schnellen Kurven hat man nicht das Gefühl umzukippen. Der Scenic war da empfindlicher. Die 114 PS aus dem 1,8 Liter-Motor bringen ganz ordentlich Leistung, die man bei dem doch recht hohen Gewicht auch braucht. So ab 3500 Umdrehungen geht er selbst im 5. Gang so richtig ab und stürmt los bis knapp 200 km/h (Tachoanzeige). Dabei hatte ich nie das Gefühl, dass nun das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Doch was dann noch kommt wollte ich nie riskieren. Der Scenic mit 1,6 Liter-Motor und 90 PS tat sich da echt schwerer.
Ich bin immer noch begeistert: Der Verbrauch, angegeben mit durchschnittlich 8,6 Litern Super bleifrei, pegelte sich bei etwa 8 Litern auf 100 km ein. Bei schneller Autobahnfahrt sind es auch mal etwas über 9 Liter, dafür bei längeren Schleichfahrten so bis 100 km/h durchaus auch nur 7 Liter. Was noch begeistert, ist der Bremsassistent, der richtig zubeißt, wenn man zu unentschlossen eine Notbremsung einleitet. Da fand sich ein nicht angeschnallter Mitfahrer schon mal im Beifahrerfußraum wieder :-)). Auch das Fahrlicht ist absolut überzeugend: Getrennte Scheinwerfer für Fern- und Abblendlicht, wobei bei Fernlicht immer das Abblendlicht mitleuchtet. Super auch der Bediensatellit für das Radio am Lenkrad mit den Funktionen Lautstärkeregelung, Abruf gespeicherter Sender und Sendersuchlauf.. Der Klang der 6 Lautsprecher ist absolut überzeugend und kann durchaus mit manchen „Bass-Bombern“ mithalten. Sehr angenehm sind die geringen Fahrgeräusche. Der Tino übertrifft hierbei den schon recht leisen Scenic.
Die finanzielle Seite, also laufende Kosten ist ebenfalls akzeptabel. Versicherungs-Typklasse in Haftpflicht 13, in Vollkasko 18, in Teilkasko 19. Abgasmäßig 3,5 Jahre steuerbefreit. Eine kleine Durchsicht (alle 15.000 km oder jährlich) ca. 70,- bis 100,- Euros, eine große Durchsicht (alle 30.000 km bzw. 2-jährlich) ca. 150,- bis 220,- Teuro. Was ich nicht schlecht finde: Das Platzangebot ist auf den Vordersitzen gut, hinten etwas beengt für Erwachsene betreffs der Kniefreiheit. Die hinteren Sitze sind sehr variabel bis hin zum leichten Einzelausbau. Man kann den Winkel der Lehne etwas verstellen, so dass man Platz im Kofferraum gewinnt. Die Gesamtaustattung der Comfort-Variante (etwa vergleichbar mit der heutigen „acenta“-Ausführung) ist recht gut, also serienmäßig 4 Airbags, höhenverstellbares Lenkrad, 4 Scheibenbremsen, Funkfernbedienzentralverriegelung, elektr. Fensterheber vorn, Klimaanlage, Cassettenradio mit RDS, ABS; Außenspiegel elektr. verstellbar, Außenthermometer, … also alles dran was heute so Standard ist. Der Unterschied zur nächst besseren (und teureren) Ausführungsvariante sind fehlende Nebelscheinwerfer, CD-Radio und Leichtmetallräder. Ablagen sind recht viele und an den unmöglichsten Stellen vorhanden, nur dürfen die abzulegenden Dinge nicht allzu groß sein.
Was ich nicht so toll finde: Die Lenkung ist äußerst sensibel und erinnert einen immer wieder daran, dass der Fahrer der Lenker ist. Die Ablagen in den Vordertüren sind recht klein, ein paar Pack Tempo, mehr geht nicht rein. Die dort angebrachten Netze wirken billig und ich habe noch keine richtige Verwendung für sie gefunden. Im Laufe der Zeit wurden aus irgendwelchen Gründen die Dichtgummis an der Fahrertür immer kürzer. Im Innenraum „wandern“ mit der Zeit am Armaturenbrett versteckte Klebstreifen in den sichtbaren Bereich, desgleichen an den Heckleuchten. Zudem sammeln sich in der dritten Bremsleuchte allerhand Tierchen an.
Die hellgraue Plastik im Innenraum wirkt irgendwie altbacken. Dafür sind verchromte Türöffner (innen), Bedienknöpfe und Armaturen im Alu-Design und die lichtgraue Ziffernblattbeleuchtung der Instrumente ein Hingucker. Die Zuverlässigkeit ist eigentlich o.k.. Aktuell ist der Tino der Testsieger in seiner Klasse bei der ADAC-Pannenstatistik. Aber jetzt gerade ist die dritte Rückrufaktion im Gange (1.: irgendein Klopf-Sensor im Motor; 2.: irgendwelche Probleme an den hinteren Gurten; 3.: wieder ein Sensor im Motor). Eine echte Reparatur hatte ich noch nie. Nissan kann also die 3 Jahre Garantie guten Gewissens geben. Merkwürdig ist, dass die beiden originalen Abblendlampen relativ frühzeitig ihren Geist aufgaben. Zudem rollt sich der Sicherheitsgurt des Fahrers mit der Zeit immer schlechter auf, hier hilft die Reinigung des Umlenkbügels an der B-Säule, an dem sich mit der Zeit Schmutz absetzt.
Alles in allem ein braves Auto. Ich würde ihn wieder kaufen, muss es aber nicht, denn er läuft und läuft und läuft ….
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26.02.2006 19:38
Hier habe ich doch schon einige für mich wichtige Infos gefunden. Hatten uns heute einen von 2004 angeschaut und das Problem mit den Türgummis ist immer noch. Von mir gab es sehr hilfreich.
23.04.2004 16:52
knappse = knappes. Gruß
23.04.2004 16:52
Weil du neu hier bist, noch ein knappse "weniger hilfreich" - du schreibst leider nur die Nachteile dieses Autos, Vorteile oder viel wichtiger eigene Erfahrungen fehlen praktisch ganz. Gruß